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Ausmisten - Ich trenne mich

Lunatica
Zitat von Wuslchen:
Puh, ich hab irgendwann sogar meine gesamten Tagebücher weggeworfen. Ich hab geschrieben, seit ich gelernt habe zu schreiben... Keine Ahnung, ich hänge aber auch nicht an meiner Vergangenheit. Mit dem Aufbrechen der ganzen Traumata wurde die Erinnerung eher zur Hölle. Ich möchte das alles zwar nicht vergessen, ...


von selbst genähten Dingen würde ich mich niemals trennen!
Entweder jemandem verschenken der es zu schätzen weiß aber sicher nicht in den Müll geschockt

#226


O
Wow, ich bin beeindruckt!
Bin auch nach wie vor am Ausmisten und es fällt mir zwar leichter als früher, aber Blockaden habe ich dennoch...
Meine Tagebücher wegzuschmeißen, versuche ich mir auch vorzustellen. Ich schreibe seit ca 15 Jahren nicht mehr, aber vorher seit ich 8 Jahre alt war... All das Zeug könnte und sollte vielleicht wirklich weg.
Und auch sonst: Kleidung.
Ich stelle fest, mein tatsächlich belastenstes Problem am Altwerden ist, dass meine ganze Kleidung kaputt geht. 😅🙈
Also könnt ihr Euch vorstellen, wie lange ich die Sachen trage.
Ich schlafe zB in einem T-Shirt, welches ich erstmals vor 17 Jahren auf meiner Geburtstagsparty an hatte und finde es sehr schade, dass es zerfällt. huh

x 2 #227


A


Hallo ohneFunktion,

Ausmisten - Ich trenne mich

x 3#3


Wuslchen
Zitat von Lunatica:
Du bist doch noch jung, es muss nichts voreilig sein, eventuell bereust du es es mal.

Was das jetzt mit dem Alter zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Und was soll das überhaupt mir seit 20 Jahren zu erzählen ich sei noch jung? Nein, natürlich nicht du, aber seitdem darf ich mir das anhören. NOCH jung sein, heißt genau was? Dass ich horten soll? Warum? Ich bin über 40 und habe Dinge weggeworfen, die ich hatte seit ich ein Kleinkind war. Wie lange dauert es bis ich bereuen soll? Ich bereue eh nicht, dieses Konzept finde ich sonderbar. Wenn ich es damals als richtig empfunden habe, wie kann ich es dann bereuen? Ich wusste doch zu der Zeit nicht das, was ich in der Zukunft weiß. Und das, was ich vor inzwischen fast 10 Jahren aussortiert habe, als bei mir das alles mal losging, vermisse ich bis heute nicht - im Gegenteil, ich bin froh, dass es weg ist.
Das soll kein Angriff sein, ich wäre nur dankbar, wenn nicht vorschnell geurteilt wird. Denn "voreilig" ist bei mir kaum eine Entscheidung.

Zitat von Lunatica:
von selbst genähten Dingen würde ich mich niemals trennen!
Entweder jemandem verschenken der es zu schätzen weiß aber sicher nicht in den Müll

Du hast ja keine Ahnung wie ich nähe. kichern Mein Zeug weiß vermutlich kaum wer zu schätzen und das braucht es auch gar nicht. Ich kann mich sehr gut von den Dingen trennen, bei denen ich anerkenne, dass sie einfach nicht gut und schön gemacht sind. Das, was mir gefällt und funktioniert, behalte ich ja, aber was ich nicht nutze und immer wieder einfach nur schlimm finde, darf auch so richtig gerne gehen. Ich gucke mir meine selbst fabrizierten Scheußlichkeiten doch nicht länger an als nötig.

Zitat von ohneFunktion:
Ich stelle fest, mein tatsächlich belastenstes Problem am Altwerden ist, dass meine ganze Kleidung kaputt geht.
Also könnt ihr Euch vorstellen, wie lange ich die Sachen trage.
Ich schlafe zB in einem T-Shirt, welches ich erstmals vor 17 Jahren auf meiner Geburtstagsparty an hatte und finde es sehr schade, dass es zerfällt.

Das geht mir ähnlich. Die Dinge, die ich wirklich liebe, die behalte ich und trage sie bis sie auseinanderfallen. Und dann finde ich keinen adäquaten Ersatz und bin super traurig...
Ich würde auch niemals Lieblingsstücke aussortieren. Warum denn auch? Aber alles, was im Laufe der Jahre dazu gekommen ist, das ich nicht anziehe oder benutze (vor allem Geschenke und so), davon trenne ich mich richtig gerne, denn es belastet mich mehr, wenn ich es behalte.

x 2 #228


Lilly-18
Tagebücher sind ein heikles Thema für mich. Ich habe eine Kiste auf dem Speicher, voll mit Tagebüchern, Briefen, persönlichen Erinnerungen. Die Kiste ist verschnürt und meine Kinder wissen, dass sie diese entsorgen sollen wenn mir was passiert. Ungelesen natürlich.
Aufheben möchte ich die Dinge weil ich sie nochmal lesen möchte wenn ich in Rente bin.
Ob mich das zu sehr triggert? Ein bisschen Angst habe ich schon davor.

x 1 #229


E
Ich würde meine Journalings nie wegschmeißen. Wozu? Ohne sie hätte ich nie reflektieren können, mich selbst verstehen können, unzensiert schreiben und denken können, was ich will, besonders in Zeiten, wo man das ja nicht mehr so ohne weiteres kann.

#230


E
@ Lunatica
👍 ganz meiner Meinung

#231


E
Letztens habe ich begonnen, in alten Journalings von vor 25 Jahren zu lesen. Lange Zeit hatte ich Angst davor. Doch dann tun sich innere Welten auf. Die Kraft aus dir selbst heraus, welche Entwicklungen man in unverklärter und unmanipulierter Erinnerung gemacht und noch mehr.

Heute findet ich schade, dass ich nicht noch ältere Tagebücher aus Kinder und Jugendzeiten habe. Auch alte persönliche Briefe schmeiße ich nicht weg. Das hat man mir in ganz schlechten Zeiten Kraft gegeben, dass ich auch schon mal bessere Zeiten erlebt habe.

Ansonsten: jetzt kommt Fruehling. Da werde ich auch wieder Ausmisten.

x 1 #232

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