Ausbruch der Psychose

Leni66

47
5
Hallo zusammen,

meine sehr enge Freundin hat mittlerweile den dritten Schub einer Psychose.

Bestimmt ist es klassisch, sie zeigt keinerlei Krankheitseinsicht und hat ein ausgeklügeltes System der "Selbstbehandlung" drauf. Auch sie kann ihre scheinbare Genesung meist ganz gut und plausibel rüberbringen und wirkte zwischendurch auch wieder gefestigt. Sie kann dann wieder arbeiten (Erzieherin.....) und ihren Alltag bewältigen.

Da ich auch immer ein geduldiger Zuhörer bin und ihre zum Teil wirklich komplizierten Gedankengänge zu verstehen versuche, war sie all die Jahre immer recht offen und ich habe ein Gespür entwickelt, wann wieder ein Schub kommt. So wie jetzt.

Sie wehrt sich strikt gegen jede (psychiatrische) schuldmedizinische Behandlung, ihr Ehemann traut sich nicht, etwas dagegen zu setzen. Zu Schulmedizinern geht sie notgedrungen nur, weil sie ab und an Krankmeldungen braucht und da die Hausärzte aber doch mit der Zeit Lunte riechen, wechselt sie dann zum nächsten Arzt, der ihre Vorgeschichte nicht kennt.

Es ist nun der dritte, extreme Schub, seit ich sie kenne, wobei sie schon früher solche Episoden hatte und jedesmal bleibt zwischen den Phasen nach meinem Gefühl mehr "hängen".

Konkret hab ich nun nur von Einem Angst. Wie gesagt, sie ist Erzieherin und wurde schon von der Gruppenleiterin als Zweitkraft heruntergestuft und ich habe wirklich Bedenken, wie es weitergeht, eben auch im Umgang mit den Kindern. Und dieses Mal habe ich eher den Impuls, absolut deutliche Worte mit ihr zu sprechen, bin jedoch unsicher, ob sie dann ganz dicht macht. Schwierig.

28.08.2009 10:50 • #16


strooper

33
1
in meinem "fall" ist es auch eine person die der meinung ist das schulmediziner sie umbringen würden. daher therapiert sie sich mit lichtkegel ,schamanismus, energie etc. . als ich ihr sagte das sie zum facharzt gehört war sie bitter-böse und hat den kontakt abgebrochen (warscheinlich ganz gut für mich).

allerdings hab ich mir auch ne zeit lang sorgen um ihren beruf gemacht; denn sie ist verantwortlich für rehabilitanten so wie ich, und mich hat sie ja im rahmen einer beruflichen betreuung mit in ihre wahnwelten gezogen. und wenn ich es richtig verstanden habe macht sie das mit mehreren. gruselige vorstellung das die kranke und behinderte noch irrer im kopf macht als die schon sind!

die hatte mir großartig hilfe angeboten , dann aber total das chaos hinterlassen. und ich weiß bis heute nicht ob sie wirklich krank ist , oder nur fies?!

29.08.2009 09:22 • #17


Leni66

47
5
Hey,

ich fühle mich- nach vielen Jahren guter Freundschaft zu ihr- teilweise veräppelt oder es fühlt sich an, als wenn eine dicke Wand zwischen uns ist. Sie wirkt unglaublich kalt. Oft unterbricht sie mich mitten im Satz, weil ich durch das, was ich erzähle, schlechte Energie herhole. Alles, was ich versuche ihr auch mal zu berichten, wird ruckzuck in ihr Thema, das sie gerade beschäftigt, eingewoben und ehe ich mich versehe, redet sie auch schon wieder von sich. Das war früher nicht so. Sie kommt auch immer öfter nicht mehr zu Feiern, weil es ihr zu anstrengend ist, außerdem sind ihr "normale" Gespräche zu flach. Sie ist wieder auf dem Rohkosttrip angekommen und meint, wenn man Rohkost isst, braucht man keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Dies sind übrigens nur die relativ harmlosen Dinge, von denen ich berichte, das andere schreibe ich nicht nieder, doch es ist wirklich bedenklich.

Sie sagt ganz klar von sich, dass sie hochbegabt ist und auch fast nur hochbegabte Kinder in ihrer Gruppe sind. Natürlich sieht nur sie das, sonst keiner der Kolleginnen. Sie hat schon viel Geld bei einer Heilpraktikerin liegen lassen, die ihre Aura liest, Familienaufstellungen macht und ihr Energie-Wasser zu trinken gibt. Mittlerweile ist sie schon bei ihren Ur-ur-Großeltern angekommen und meint, alles für jeden in ihrer Familie "aufarbeiten" zu müssen. Praktisch lebt sie nicht mehr im Heute, sondern nur noch in ihrer Kindheit und Jugend und deshalb halt ich eine medikamentöse Behandlung für so wichtig, damit sie einmal wieder zurückfindet.

Ihr Mann sowie dessen Mutter, die im selben Haus wohnt, denkt jetzt, sie sei nur erschöpft. Ein paar Wochen Ruhe (bitte nur bis zu 6 Wochen, damit man nicht so wenig Krankengeld bekommt) und sie wird schon wieder in den Kindergarten gehen können. Das letzte Mal wäre sie doch auch wieder schnell normal gewesen, eigentlich ginge es ihr schon heute viel besser. Klar, er sieht es so, wie er es sehen will und wir engen Freunde sehen es leider ganz anders. Nach jedem heftigen Schub war sie weniger normal, es ist quasi stets was hängengeblieben.

An mir selbst merke ich, dass ich seit dem ersten Schub 2003, den ich mitbekommen habe, auch bald am Ende meiner Geduld angelangt bin.

29.08.2009 17:25 • #18


strooper

33
1
das ist jetzt aber mal sehr interessant!
"sie" hat mir auch regelmässig davon erzählt das sie mit hochbegabten zusammenarbeiten würde. das hatte mich schon zu der theorie verleitet ob sie viellcht tatsächlich nur hochbegabt ist und ihren mitmenschen eine psychose vorgaukelt.

was ich aber sehr erschreckend finde ist: was du da von deiner freundin schreibst ist bei mir genauso. ich gehe kaum auf partys und interessiere mich nicht mehr für andere leute weil mich das blablabla der leute total langweilt.als ich dann "sie" vor einiger zeit kennenlernte war ich total hin und weg. sie war wie ein lebendes lexikon und hat so viele interessante dinge erzählt. es war vieles so plausibel. sie bestätigte auch seltsame dinge die ich selber schon erdachte oder erlebte. naja, man kann ja vieles so drehen wie man es braucht. ich muss aber zugeben das sie lange zeit eine sehr, sehr wichtige person für mich war.

was ich schon auf anderen internetseiten über schizos gelesen habe ist aber eben die neigung zur angeblich hochbegabung, verlust der gefühle, größenwahn, äußerliche auffälligkeiten und der wunsch nach viel "ruhe". wobei ich das mit der ruhe noch nicht verstanden habe. was machen die wenn die sich zurückziehen? und wie lange dauert so eine phase? kannst du was dazu schreiben?

31.08.2009 11:52 • #19


Leni66

47
5
Hey,

bei meiner Freundin ist es so, dass sie entweder tatsächlich tief und fest schläft, kaum dass sie nach Hause kommt oder sich mit Fach- und Esoterik-Büchern eindeckt. Quasi unfähig, einmal nichts zu tun. Selbst, wenn sie dann TV sieht, werden alle Charaktere im Film genau analysiert. Big Brother hat sie liebend gerne geschaut, da gabs viel zu analysieren. Vllt kann es auch sein, dass sie alle Eindrücke, die sie so den Tag über sammelt, verdauen muss.

Übrigens- sie findet dann nicht nur Feiern oder eine simple Runde unter Freunden nichtssagend, es kann auch sein, dass ihr-als Beispiel-ein Instrument lernen nichts gibt. Sie braucht ständig Input und ein Instrument spielt man ja "nur".

Wie lange die Phase anhält? Wie gesagt, bei meiner Freundin bleibt nach jedem Schub mehr "hängen". Dann und wann ist sie dann wieder fast wie früher, unbeschwert, fröhlich, spontan, aber das ist leider nur von kurzer Dauer.

31.08.2009 15:53 • #20


strooper

33
1
achja,

das ewige analysieren hab ich schon fast vergessen. am liebsten nach freud. vater; übervater; sohn; alles geschlechtsunspezifisch. wieso haben die alle den gleichen knall?gibts da nen netzwerk?

so einiges finde ich schon interessant was sie sagte; auch sehr plausibel.

ich frag mich ob diese leute wirklich leiden oder genuss an ihrem tun haben u.a. andere leute zu verwirren.

was meinst du? sind wir opfer wenn wir ihnen zuhören?

bei deiner freundin hört sich ja alles noch recht zuversichtlich an. meine ist wohl schon in einer höheren kategorie.

31.08.2009 21:21 • #21


Leni66

47
5
Ich kann und will mir ehrlich nicht vorstellen, dass meine Freundin Genuss an dem hat, was sie tut.
Nach ihrem letzten Schub habe ich mich mit einem Psychiater unterhalten, der meinte, solche Patienten stünden tagtäglich unter einem enormen Druck, den Schein- zumindest im Alltag- zu wahren. Sie wissen also sehr wohl, dass der Großteil der Menschen mit ihren Gedankengängen nichts anfangen kann und sammeln so ihre letzten Kräfte, um relativ "normale" Gespräche zu führen, sei es auf der Arbeit oder bei Einladungen.

Bei meiner Freundin machte mir schon beim letzten Schub Angst, dass die Ärzte auch einen Hirntumor, eine geplatzte Ader im Kopf oder einen Virus im Gehirn nicht ganz ausschließen konnten. Sie weigerte sich aber strikt, die erforderlichen Untersuchungen machen zu lassen. Mir erzählte sie später, sie hatte Angst, die Ärzte könnten ihre Gedanken lesen und durcheinanderbringen. Ihr ist vollkommen klar, dass normale Menschen ihr Verhalten oder ihre Theorien als wunderlich abstempeln, aber normale Menschen hätten eben nicht den Durchblick, so wie sie.

Hat deine Bekannte auch sowas wie Essstörungen? Also bei mir ist es schwer, sie ganz unbefangen einzuladen. Sie redet sich Allergien oder Unverträglichkeiten ein und bringt sich zum Teil ihr eigenes Essen mit.

Was mich auch immer wundert, dass sowas fast von einer Minute auf die andere wechseln kann. Es ist auch immer wieder ein fröhliches Beisammensein möglich, wo wir lachen und albern können und nicht hochgeistige Gespräche führen müssen, die auch durchaus ihre Berechtigung haben, wie ich finde.

02.09.2009 13:00 • #22


strooper

33
1
mit der ernährung hat sie keine probleme. wir sind paar mal essen gegangen. alles normal. auch eine gute figur hat sie.

auffällig war das sie oft sehr unscheinbar wirken wollte. oft trug sie sehr unauffällige kleidung ( hab mal einen bericht gelesen das rentner oft sehr unauffällige, schlichte, graue kleidung tragen damit sie nicht auffallen- geauso hat sie sich zeitweise gekleidet obwohl sie noch sehr viel zeit bis zur rente hat!!). sie leidet sehr stark unter verfolgungsängsten.
hat mnchmal den router ihres computers aus der wand gerissen weil aus internet "gefahr drohte" (das war ganz witzig weil dann wohl im ganzen haus kein internet mehr ging und die nachbarn dann ärger machten)
null kosmetik. das fand ich ganz gut ehrlich gesagt wie so andere dinge an ihr auch (abgesehen von den klamotten- hatte erst gedacht das sie ein hippie oder öko wäre). entweder war sie ganz lieb und ängstlich und dann wieder große klappe. was mir dann leider sehr schlecht bekam wenn sie richtig fies wurde. sie kann in texten böse fallen stellen! bei so mancher mail ging mir der hut hoch. die hat immer voll ins rote getroffen(ächz). und einmalig gut autofahren kann sie.

letztendlich erinnere ich mich sehr gerne an den umgang mit ihr. allerdings gibt es genauso viele erinnerungen negativer art. denke sehr oft an sie und hätte ihr sehr gerne geholfen- das scheint aber unmöglich-angeblich hätten schon mehrere therapeuten bei ihr versagt.- das glaub ich gerne.

02.09.2009 14:31 • #23


xitxly

1
1

Ist das eine Psychose?

Also ich hab schon immer mega Panik im dunkeln aber so in dem letzten 2 Jahren wurde es sehr extrem. Ich hab im dunkeln (am schlimmsten draußen) eine (Art) Panikattake. Ich sehe Dinge die nicht da sind, extrem laute Stimmen und fühl mich wie in einer anderen Welt. Ich hab Angst erschreckt zu werden und komischer weise auch Angst später vor dem Licht wenn ich wieder nach drinnen gehe. Ich habe einmal draußen mindestens 2min lang eine Person gesehen, die aussah wie chucky (Ich hab den Film nie gesehen). Ich fühle mich draußen verfolgt. Wenn ich ehrlich bin sitzt hier für mich auch gerade wer mit im Raum. Neben mir auf einem Stuhl. Ich sehe diese Dinge und auch im Hellen. mir ist aufgefallen, dass ich mir Dinge angucke und sie sich verändern. Ich habe ein Paar bespiele:Ich habe mir vor einigen Tagen die Nägel lackiert. Ich kaue schon sehr lange Fingernägel und haben die Angewohnheit, wenn ich Nagellack trage, statt dem Kauen, den Nagellack abzumachen. Als ein Nagel ohne Nagellack war, hab ich mir lange angeguckt. Irgendwann war der Nagel ohne Nagellack weg. Das klingt komisch, aber er war komplett ausgeblendet.Meine Freunde haben drüber gelacht. Und noch eine Situation war, bei einer Beerdigung. Vorne stand ein Bild von der Person und es bewegte sich. Seine Mimik veränderte sich und er blinzelte. Nicht im Augenwinkel, sondern als ich ihn wirklich ansah. Ich fühle mich irgendwie eigenartig.

Ich weiß das ihr mir bestimmt sag, ich soll zum Arzt gehen, aber ich trau mich Eher gesagt nicht. Weiß nicht ob ich vielleicht übertreibe und mich menschen dafür verurteilen.

Ist das vielleicht eine Psychose oder etwas anders?

13.03.2019 20:05 • #24


bones

88
4
43
Hallo,

Nun es wird dir keiner verurteilen.bei einer psychiater/in wirst du ernst genommen. Daher rate ich dir zu ein Arzt zu gehen.

Deine Symptome kann ich absolut nachvollziehen. Kenn ein Teil von deiner Symptome gut. Ja du leidest an einer psychose. Verallgemeinert Nu gesagt. Was mir auffiel ist, dass du wahnvorstellung und Halluzinationen hast. Kann man gut in den Griff bekommen, allerdings geht dies ohne Arzt nur schwer. Daher wie oben erwähnt, geh zum Psychiater.und nochmal brauchst dir keine Sorge zu machen, dass man dich nicht ernst nimmt. Das wird man. Sei du selbst und schildere deine Symptome.
Was aber auch wichtig ist, dass du vielleicht eine Psychotherapie in betracht ziehen solltest.

Hoff ,könnte dir etwas helfen

15.03.2019 12:29 • #25




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag