Ausbildung abbrechen - was beachten?

soulmate88

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Hallo!

Hatte heute wieder einen kleinen Zusammenbruch als ich zu Hause meine Mittagspause gemacht hab. Bin dann wieder ins Büro, vor meinem Chef liefen mir die Tränen und dann bin ich nach Hause gegangen.

Bin jetzt gerade mal drei Wochen wieder voll arbeiten, davor war ich ja 12 Wöchen stationär wegen Borderline und so. Mit der Arbeit lief es jetzt auch wieder einigermaßen okay, aber jetzt habe ich schon wieder keine Kraft mehr. Ich kann einfach nicht mehr und weiß nicht was ich machen soll. Mein Chef hatte ja wirklich viel Verständnis dafür, dass ich so lange krankgeschrieben war wegen der Klinikzeit. Das war kein großartiges Problem. Aber ich will ihm das nicht schon wieder antun, dass ich so schwanke und man sich nicht wirklich auf mich verlassen kann. Mal gehts gut und mal geht einfach gar nichts.

Bin jetzt Anfang des 2. Lehrjahres und ich habe irgendwie Angst das alles nie zu schaffen, aufgrund meines psychischen Zustandes. Das Ding ist, ich bin ja nicht doof, hab 2008 mein Abi mit 1,8 gemacht. Und ich habe meinen Traumjob. Aber irgendwie ist mir das alles zu viel.

Die drei Monate Klinik haben mir eigentlich schon viel gebracht, hauptsächlich im zwischenmenschlichen Bereich. Aber jetzt wo es wieder um die Arbeit geht, habe ich keine Kraft mehr dafür. Ich verstehe das nicht und es kotzt mich verdammt an. Ich hasse mich dafür.

Wie soll es denn jetzt weitergehen?

Ich kann nicht schon wieder "krank machen", da mir einige Dinge auf Arbeit auch wirklich wichtig sind. Aber ich schaffe es auch nicht mehr, jeden Tag meine Maske zu tragen und zu verstecken wie es mir wirklich geht. schei. Zwickmühle.

Liebe Grüße
soulmate

21.09.2009 16:43 • #1


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Albarracin

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21.09.2009 20:42 • #2


soulmate88

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Hallo,

habe mich wieder etwas gefangen. War heute früh beim Arzt und hab mich für gestern und heute krankschreiben lassen. Morgen geh ich wieder arbeiten, plötzlich sieht wieder alles ganz anders aus, fühle mich einigermaßen gut. Mit meinem Chef habe ich heute auch nochmal kurz gesprochen, er war teilweise auch Auslöser für meinen kleinen Zusammenbruch, das ist aber soweit geklärt.

Ich hasse diese extremen (Stimmungs-) Schwankungen, aber was soll man machen. Jetzt geht es auf jeden Fall erstmal wieder "normal" weiter.

Um einen ambulanten Therapieplatz habe ich mich heute auch gekümmert, bekomme einige Unterlagen zugeschickt, aber Wartezeit ist 6 bis 9 Monate. Mal schauen. Hätte mich vielleicht schon während meiner stationären Therapie kümmern sollen...

Liebe Grüße
soulmate

22.09.2009 17:55 • #3


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Albarracin

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25.09.2009 14:18 • #4


star

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Hallo Soulmate,

ich kann es so gut nachempfinden wie es dir geht. Man hat eigentlich einen Traumjob oder Traumausbildung, will darin arbeiten doch KANN EINFACH NICHT. Ich wünsche mir manchmal einfach dumm zu sein und sagen zu können es hat an meinen Leistungen gelegen.
Es freut mich sehr, dass es bei dir wieder besser ist. Paß auf dich auf!

LG, STAR

@Albaraccin, ist man nach so einer Maßnahme bei der IFD nicht auch ein wenig abgestempelt? Das Arbeitsamt hatte mir auch eine Eingliederungsmaßnahme vorgeschlagen, doch ich will nicht mit solchen Augen angesehen werden. Wir hier verstehen uns vielleicht aber die da Draußen stempeln uns ab. Ich will kein Mitleid.

12.10.2009 17:40 • #5


soulmate88

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Hallo Albarracin,

danke noch für den Link. Aber ehrlich gesagt kann ich mit dem IFD überhaupt nichts anfangen, heißt ich weiß nicht was das ist und wofür?! Wäre nett mal ne kurze Erklärung zu bekommen wozu das gut sein soll...ich weiß wirklich gar nichts darüber

Liebe Grüße
soulmate

30.12.2009 20:53 • #6


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Albarracin

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31.12.2009 12:20 • #7


soulmate88

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Mmhhh...n bissl was ist jetzt auch bei mir angekommen

Aber ich habe keinen GDB oder so, davon bin auch denk ich mal noch weit entfernt.

Ich krieg das alles schon so irgendwie hin, hab ja nen verständnisvollen Chef und ne superliebe Kollegin. Die Ausbildung abzubrechen ist halt so eine typische Borderline-Denkweise, entweder alles oder nichts... Ich weiß ja, dass diese Gedanken nur manchmal temporär da sind und auch wieder völlig verschwinden können.

Also, danke für die Infos, aber für mich ist das nicht das Richtige.

Liebe Grüße
soulmate

05.01.2010 22:39 • #8


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War heute den ersten Tag arbeiten nach meinem fast zweiwöchigen Urlaub. Heute Vormittag hat mein Chef das Gespräch mit mir gesucht. Ich bin so schon völlig Ende und das hat mir wieder den Rest gegeben. Er freut sich für mich, dass ich Anfang Juli wieder in der Klinik aufgenommen werde, weil ich ja gesagt hab, dass es mir was bringt. Aber als Chef muss er natürlich auch auf die Leistung gucken. Er lässt schon viel durchgehen, das wissen wir beide. Nach dem letzten Klinikaufenthalt ging es wieder richtig gut, dann fiel es wieder ab. Er denkt, es könnte wieder so sein...und das wird es auch bestimmt. Klar, dass es mir dann erstmal gut geht, wenn die ganze Belastung weg ist... Aber wenn der Druck wiederkommt...

Mein Chef ist zwar irgendwo gutmütig, aber eben auch unzufrieden... Ich bin auch unzufrieden... Warum also nicht die ganze Sache beenden? Der Gedanke an Kündigung kam auf... Ich kann nicht mehr, ich quäle mich fast jeden Tag. Aber ich bin abhängig von der Arbeit, wovon soll ich sonst leben? Bin heute Mittag nach Hause gegangen um zu heulen, am Nachmittag wieder heimlich geheult. Schleppe mich morgen auch wieder zur Arbeit, obwohl ich heute überlegt hab zum Arzt zu gehen.

Ich kämpfe so sehr um das alles. Aber mache ich mir vielleicht nur selbst was vor? Oder muss ich mir eingestehen, dass es nicht mehr geht...
Weiß nicht mehr weiter.

17.05.2010 18:47 • #9


freieheide

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liebe soulmate,

oh, das tut mir wirklich leid, dass du zur zeit so zwischen den stühlen stehst.
ist anstelle eines abbruches eine unterbrechung möglich? ich glaube, du bist im 2. ausbildungsjahr? vielleicht kannst du ein jahr pausieren und dann im nächsten jahr in das 3. ausbildungsjahr (oder vielleicht auch nochmals in das zweite - wegen deinen fehlzeiten) einsteigen?
in einigen ausbildungsberufen ist dies möglich. vielleicht auch bei dir? deine berufsschule müsste dir da genauer auskunft geben können (oder dein chef?).

viele liebe grüße zu dir ins schöne mecklenburg!
freieheide

18.05.2010 12:48 • #10


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Und schon wieder muss ich in diesen Thread schreiben...

War heute den dritten Tag arbeiten nach meinem diesmal sechswöchigen Klinikaufenthalt. Und mir gehts beschissen. Hab schon wieder darüber nachgedacht, alles zu schmeißen. Hab Freitag auf Arbeit geheult, heute in der Pause zu Hause, das ist bei mir echt nicht normal. Habe mir selbst wohl zu lange was vorgemacht, so nach dem Motto muss doch funktionieren, bist doch jung, hast n super Abi, warum sollte es mit der Ausbildung nicht klappen... Ja das sagt mir auch mein Verstand, aber irgendwie kann ich nicht mehr. Bin völlig fertig. Hab wieder Sui*gedanken. Selbstverletzung... Ich müsste doch nur noch bis Mai durchhalten und könnte dann meine Prüfung machen und dann weitersehen. Hab auf dieses Ziel auch in der Therapie hingearbeitet, aber plötzlich ist wieder alles weg, jetzt wo ich wieder in meinem Alltag und nicht mehr in der Klinik bin.

Hab den Rest der Woche erstmal halbtags Urlaub genommen, also nur vier statt acht Stunden arbeiten. Ist vielleicht erstmal leichter für mich. Wirke nach außen scheinbar stark, wurde ja stabil aus der Klinik entlassen, habe für meine Ziele gekämpft. Aber jetzt in der praktischen Umsetzung fehlt mir absolut die Kraft. Auch wenn ich nicht mehr so sehr belastet werde, mir ist trotzdem alles zu viel. Habe das Gefühl ich werde nicht gesünder, es wird eher alles noch schlimmer... Ich gehe langsam daran kaputt... Wie weit muss es noch kommen...

Ich schaffe es nicht mehr. Und wenn ich dann so im Internet lese, dass einige ihre Ausbildung abbrechen wollen, weil ihnen der Job einfach nicht passt – das ist bei mir ja anders, es ist mein Traumjob, ich will, aber ich kann nicht. Kann das einer verstehen? Ich müsste etwas aufgeben, was eigentlich meinen Vorstellungen entspricht, mich aber kranker macht... Was ist nun wichtiger, Gesundheit oder Ausbildung/Arbeit? Außerdem hab ich Angst man könnte mir unterstellen, dass ich einfach keinen Bock hab. Denke meine Situation ist so schwer verständlich zu machen...

19.07.2010 18:46 • #11


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Mein Chef hat heute mal wieder mit mir das Gespräch gesucht. Und zwar hat er sich gedacht, dass ich diese Woche bestimmt nicht halbtags Urlaub genommen hab, um mich zu sonnen, sondern weil es mir nach der Klinik auf einmal wieder alles zu viel ist. Hat gemerkt, dass es mir nicht wirklich gut geht und findet es eigentlich auch doof, dass ich meinen Urlaub krankheitsbedingt opfere.

Er hat sich dann gefragt, ob es nicht einen Übergang Klinik - Arbeit gibt und hat sich bei einem großen Kunden von uns einfach mal erkundigt, die
haben nämlich auch viel mit Borderlinern usw. zu tun. Naja und die Dame meinte dann, klar gibts sowas. Dann hat er hier in unserem Ort wo angerufen (er wusste auch nicht mal, dass es hier sowas gibt) und die Situation kurz geschildert und erstmal grob gefragt, ob es Möglichkeiten der schrittweisen Wiedereingliederung gibt. Hab dann auch nochmal angerufen und am 2.8. dort nen Termin, Gesundheitsamt, sozialpsychiatrischer Dienst oder sowas ist das. Vielleicht können die mir ja irgendwie helfen?! Würde ja dann auch über die Krankenkasse laufen. Hab mich jedenfalls erleichtert gefühlt, hab Hoffnung jetzt endlich wirklich Hilfe zu bekommen...

Nächste Woche werd ich dann wohl vielleicht nochmal halbtags Urlaub nehmen und dann mal sehen wie es weitergeht.
Von allein hätte ich auch nicht wirklich gewusst wohin ich mich melden könnte, deshalb hatte ich mich da selbst noch nicht wirklich gekümmert. Brauch manchmal nen Schubser

22.07.2010 20:02 • #12


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Hat vielleicht zufällig jemand einen guten Link, wo was über Wiedereingliederung steht? Hab nämlich keine richtige Vorstellung davon, wie es z.B. finanziell aussieht, wie sowas überhaupt aussieht, was das evtl. für Auswirkungen haben kann usw...?

22.07.2010 21:10 • #13


soulmate88

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Heute kam mir wieder ein neuer Gedanke.
Gibt es eine Möglichkeit die Ausbildung ein halbes Jahr zu unterbrechen und dann zu beenden?
Im September beginnt mein drittes und eigentlich letztes Lehrjahr, habe jetzt also schon zwei Jahre rum. Ich will die Ausbildung definitiv beenden und einen guten Abschluss machen! Aber ich kann es im Moment nicht. Mein momentaner Zustand lässt das einfach nicht zu, es wird alles nur schlimmer. Glaube das ist die Realität, auch wenn ich es nur schwer akzeptieren kann.

Hatte jetzt so die Idee, wie wäre es wenn ich ein halbes Jahr aussetzen könnte? So könnte ich mein Leben zu Hause erstmal in geordnete Bahnen lenken, überhaupt wieder zum Leben zurückfinden und mich von Sui*gedanken weiter distanzieren. Mir eine Grundstabilität erarbeiten. Nach ein paar Wochen oder Monaten würde ich mich bestimmt auch wieder mit der Theorie auseinandersetzen - in meinem ganz eigenen Tempo und ohne Druck, wenn dann der Kopf wieder dafür frei ist, weil ich mir dann vielleicht selbst erstmal wieder Boden unter den Füßen geschaffen habe (unterstützt durch ambulante Therapie weiterhin).

Wäre dieses Aussetzen nur durch Krankschreibung möglich (was ja ein Arzt unterschreiben müsste, Krankenkasse müsste mitmachen usw...schwierig oder?) oder gibt es auch einen anderen Weg, sich arbeitslos melden und ALG beziehen oder so? Ich hab keine Ahnung.

Meine Idee ist also ein halbes Jahr die Ausbildung auszusetzen (mein Chef würde mir da glaube ich nicht im Weg stehen), aber wie kann man das offiziell machen und wie siehts dann finanziell aus?

Hab ich mich einigermaßen verständlich ausgedrückt?
Wäre dankbar für Hinweise...

10.08.2010 17:00 • #14


mag

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Hallo soulmate88,
du solltest bei der IHK mal nachfragen, ob bei Aussetzung der Ausbildung und bei Wiederaufnahme die vorigen 2 Jahren angerechnet werden.

Zitat:
Wäre dieses Aussetzen nur durch Krankschreibung möglich (was ja ein Arzt unterschreiben müsste, Krankenkasse müsste mitmachen usw...schwierig oder?)
Wenn du nicht arbetsfähig bist, sollte dein Arzt dich auch weiter krankschreiben.

Zitat:
oder gibt es auch einen anderen Weg, sich arbeitslos melden und ALG beziehen oder so? Ich hab keine Ahnung.
ALG bezieht man eigentlich, wenn man dem Arbeitsmarkt auch zur Verfügung steht bzw. u.a. wenn man krankengeldmäßig ausgesteuert ist und einen laufenden Rentenantrag hat.

Zitat:
Meine Idee ist also ein halbes Jahr die Ausbildung auszusetzen (mein Chef würde mir da glaube ich nicht im Weg stehen), aber wie kann man das offiziell machen und wie siehts dann finanziell aus?
Wenn du weiterhin krankgeschrieben bist, brauchst du doch nichts weiter zu unternehmen. Oder willst du für ein halbes gekündigt werden, um dann wieder eingestellt zu werden ? Das wäre eine sehr riskante Sache.

10.08.2010 19:38 • #15


soulmate88

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Hallo mag, danke für deine Antwort. Ist so eine Dauerkrankschreibung über mehrere Monate denn überhaupt "einfach" so möglich? Glaube nicht, dass das meine Ärztin machen würde, ich würde ständig die Angst haben wieder arbeitsfähig geschrieben zu werden, einfach weil ich auch immer vieles schönrede... Möchte eine Auszeit mit klaren Grenzen.

10.08.2010 19:51 • #16


mag

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Hallo soulmate88,

wenn du durch deine Erkrankung nicht arbeitsfähig bist, wird dein Arzt dich nicht einfach arbeitsfähig einstufen.
Zitat:
ich würde ständig die Angst haben wieder arbeitsfähig geschrieben zu werden
Dann solltest du das dem Arzt vermitteln, dass du dich nicht arbeitsfähig bist. Warum willst du deinen Zustand schönreden, damit schadest du dir doch selbst.

Das du klare Grenzen möchtest, kann ich schon verstehen, aber das ist leider alles nicht so einfach. Rede mit deinem Arzt und wenn er dir signalisiert, wie er deine Erkrankung sieht, bist du schon einen Schritt weiter. Habe immer festgestellt, mit dem Arzt offen zu reden, macht viel Sinn.

10.08.2010 20:32 • #17


soulmate88

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Danke, ich werde versuchen meiner Ärztin meinen Standpunkt klarzumachen. Werd mir morgen einen Termin geben lassen. Schäme mich sehr und habe Angst nicht ernstgenommen zu werden. Ach man...fühle mich irgendwie schäbig...

10.08.2010 20:37 • #18


mag

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Hallo soulmate88,
Zitat:
Schäme mich sehr und habe Angst nicht ernstgenommen zu werden. Ach man...fühle mich irgendwie schäbig..
genau so solltest du es auch deiner Ärztin sagen. Es ist doch so, wenn du alles so locker wegstecken würdest, wärst du nicht erkrankt und könntest deine Ausbildung fortführen.

Drücke dir die Daumen.

11.08.2010 08:47 • #19


soulmate88

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Heute lief es ausnahmsweise mal recht gut auf Arbeit.
Hab meiner Kollegin gestern Abend mal ne E-Mail geschrieben und versucht meinen momentanen Zustand zu erklären. Aber diesmal hat sie mich gar nicht drauf angesprochen. Dachte eigentlich ich hätte klar ausgedrückt, dass ich momentan wirklich nicht mehr kann. Was muss denn passieren damit das mal einer sieht?
Hab heute noch nicht bei meiner Ärztin angerufen...

11.08.2010 20:42 • #20


Sonnenblume20

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Hallo soulmate,

Zitat von soulmate88:
Dachte eigentlich ich hätte klar ausgedrückt, dass ich momentan wirklich nicht mehr kann. Was muss denn passieren damit das mal einer sieht?

Auf der Arbeit ist es oft so, dass keine Rücksicht darauf genommen wird, wenn man erklärt, dass man nicht mehr kann.
Die Arbeit muss eben gemacht werden und solange Du auf der Arbeit erscheinst, geht jeder davon aus, dass Du arbeitsfähig bist.

Was passieren muss, damit das mal einer sieht, ist, dass Du Dich krankschreiben lässt. Das ist der einzigste Weg zum einen für die Kollegen, zu begreifen, dass es Dir schlecht geht und zum anderen auch für Dich, damit Du aus dem Verkehr gezogen wirst, um eben zuhause mit Ruhe wieder stabiler zu werden.
Wenn Du den Druck auf der Arbeit nicht mehr schaffst, dann gehe zum Arzt und schiebe es nicht immer wieder auf, auch wenn es verständlich ist, dass Du Dir schäbig vorkommst. Das geht vielen so.

Sag mal, zahlt Dein Chef Dir eigentlich mittlerweile pünktlich Dein Gehalt?

11.08.2010 21:46 • #21


soulmate88

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Zitat von Sonnenblume20:
Sag mal, zahlt Dein Chef Dir eigentlich mittlerweile pünktlich Dein Gehalt?

Bei mir steht momentan nur Juli aus, mit dem Rest bin ich auf dem Stand. (Im Gegensatz zu meiner Kollegin, da fehlt wohl noch ne ganze Menge...)
Hab momentan nen dreistelligen Betrag Schulden bei meiner Schwester, weil die mit dem Kindergeldantrag auch nicht klarkommen und ich seit Januar nichts bekommen hab...

11.08.2010 21:51 • #22


soulmate88

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Zitat von Sonnenblume20:
Auf der Arbeit ist es oft so, dass keine Rücksicht darauf genommen wird, wenn man erklärt, dass man nicht mehr kann.
Die Arbeit muss eben gemacht werden und solange Du auf der Arbeit erscheinst, geht jeder davon aus, dass Du arbeitsfähig bist.

Ich will halt guten Willen zeigen, deswegen schlepp ich mich dort hin. Fühle mich so schlecht mit einer Krankschreibung. Außerdem geh ich sooo ungern zum Arzt, weil ich mich kaum trau was zu sagen, komm mir total doof vor, wie jemand der sich nur drücken will.
Zitat von Sonnenblume20:
Was passieren muss, damit das mal einer sieht, ist, dass Du Dich krankschreiben lässt. Das ist der einzigste Weg zum einen für die Kollegen, zu begreifen, dass es Dir schlecht geht und zum anderen auch für Dich, damit Du aus dem Verkehr gezogen wirst, um eben zuhause mit Ruhe wieder stabiler zu werden.

Ich war letzte Woche krankgeschrieben. Zu meiner Mail hat meine Kollegin wie gesagt nichts gesagt. Gestern hat sie nur mal festgestellt, dass ich momentan ein ziemlich schwaches Nervenkostüm habe und bei Kleinigkeiten aus der Bahn geworfen werde (meint sie nicht böse). Heute hat sie so zwischendurch eingeworfen naja ich werde mich schon wieder dran gewöhnen...
Ich weiß echt nicht was ich noch machen soll und was am besten ist...

11.08.2010 22:02 • #23


Sonnenblume20

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Zitat von soulmate88:
Ich will halt guten Willen zeigen, deswegen schlepp ich mich dort hin. Fühle mich so schlecht mit einer Krankschreibung. Außerdem geh ich sooo ungern zum Arzt, weil ich mich kaum trau was zu sagen, komm mir total doof vor, wie jemand der sich nur drücken will.

Ich kenne das auch. Ich habe mich auch lange Zeit zur Arbeit geschleppt, obwohl ich es nicht mehr hätte tun sollen.
Aber es hat mir nichts gebracht. Besser ging es mir damit nicht, im Gegenteil, es wurde immer schlimmer, bis irgendwann gar nichts mehr ging.
Der gute Wille ehrt Dich, aber er geht immer mehr zu Lasten Deiner Gesundheit.Trau Dich einfach wieder, für Dich zu sorgen. Das macht sonst keiner für Dich und der Arzt kann es nicht riechen, dass es Dir immer noch schlecht geht, wenn Du nicht mehr bei ihm erscheinst.

Du warst doch auch vor gar nicht langer Zeit in einer Klinik. Da hast Du es doch auch geschafft, auf Dich aufmerksam zu machen. Wenn es Dir schlecht geht und der Arzt das erkennt, dann wird er auf keinen Fall denken, dass Du Dich nur drücken willst.

Zitat von soulmate88:
Zu meiner Mail hat meine Kollegin wie gesagt nichts gesagt.

Mich hat es ein bisschen gewundert, dass Du Deiner Kollegin eine Mail geschrieben hast, obwohl Du sie ja jeden Tag siehst.
Meinst Du nicht, dass ein persönliches Gespräch besser wäre?

Ich hab trotzdem eine Frage: Was wolltest Du denn mit dieser Mail bezwecken?
Was wünscht Du Dir denn von Deiner Kollegin?

11.08.2010 22:25 • #24


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Zitat von Sonnenblume20:
Mich hat es ein bisschen gewundert, dass Du Deiner Kollegin eine Mail geschrieben hast, obwohl Du sie ja jeden Tag siehst.
Meinst Du nicht, dass ein persönliches Gespräch besser wäre?

Musste gestern Abend einfach meine Gedanken loswerden, bevor sie verlorengehen und ich kann mich schriftlich auch besser ausdrücken. Reden ja auch sonst ab und zu, so ist es ja nicht.
Zitat von Sonnenblume20:
Ich hab trotzdem eine Frage: Was wolltest Du denn mit dieser Mail bezwecken?
Was wünscht Du Dir denn von Deiner Kollegin?

Vielleicht gesehen werden. Ich weiß es nicht. Verzweifelter Hilferuf...

11.08.2010 22:29 • #25


Sonnenblume20

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Hast Du denn ein gutes Verhältnis zu Deiner Kollegin?

Was würde sich für Dich ändern, wenn Deine Kollegin Dich auf Deine Mail angesprochen hätte?

Ist die Arbeit denn auch sehr anstrengend und wünschst Du Dir, dass Du von ihr evt. entlastet wirst?

Entschuldige die vielen Fragen, aber ich möchte mir gerne ein genaueres Bild machen, worum es Dir wirklich geht.

Zitat von soulmate88:
Sonnenblume20 hat geschrieben:
Ich hab trotzdem eine Frage: Was wolltest Du denn mit dieser Mail bezwecken?
Was wünscht Du Dir denn von Deiner Kollegin?


Zitat von soulmate88:
Vielleicht gesehen werden. Ich weiß es nicht. Verzweifelter Hilferuf...


Ich kann das sehr gut verstehen. Aber Ansprechpartner für Deinen Hilferuf ist in erster Linie trotzdem Dein Arzt, denn der kann Dir auch definitiv helfen, indem er Dich krank schreibt, um Dich dieser für Dich doch sehr hohen Belastung zu entziehen.

11.08.2010 22:46 • #26


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Zitat von Sonnenblume20:
Hast Du denn ein gutes Verhältnis zu Deiner Kollegin?

Ja wir verstehen uns sehr gut und ich bin sehr froh sie zu haben. Sie bekommt einfach am meisten mit, eben weil wir fast den ganzen Tag zusammen sind. Hier im Ort habe ich keine Kontakte und sonst nur relativ oberflächlichen Kontakt zu meinen Schwestern in meiner alten Heimat. Und halt hauptsächlich per Handy Kontakt zu paar Freundinnen die auch alle weiter weg wohnen. Meine Kollegin ist also die einzige, die meinen Alltag mitbekommt. Das macht schon einen Unterschied aus denke ich, wenn man das quasi "live" miterlebt. Und sie weiß auch viel mehr von meiner Erkrankung, von meinen Gedanken und Gefühlen als meine Schwestern beispielsweise. Ich erzähle ihr schon ziemlich viel.
Zitat von Sonnenblume20:
Ist die Arbeit denn auch sehr anstrengend und wünschst Du Dir, dass Du von ihr evt. entlastet wirst?

Ich werde von meinem Chef und auch von ihr generell schon entlastet, die Anforderung sind runtergeschraubt im Vergleich zu vorher. Weil sie gemerkt haben, dass das alles etwas viel für mich war (das war es auch teilweise wirklich für einen Azubi). Aber ich versuche halt immer bestmögliche Leistung zu bringen, das konnte ich am Anfang auch. Aber jetzt eben nicht mehr, ich denke deshalb sind die anderen auch etwas enttäuscht weil sie mich anders kennen. Aber nun funktioniert das halt nicht mehr.

Danke Sonnenblume, dass du dir Gedanken machst. Mit dem Arzt hast du auch bestimmt recht. Ich werd jetzt erstmal langsam ins Bett gehen...

11.08.2010 23:00 • #27


Hüpfburg

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Hallo soulmate 88. Wenn ich deinen Tread lese, lese ich eigentlich nur Arbeit,Arbeit,Arbeit. Wie sieht denn sonst so dein Alltag inzwischen aus??? Beschreibe doch mal, ob du Freunde hast, ob du weg gehst, ob du zu Hause deinen Alltag bewältigst. Das wäre für mich sehr interessant. Ich zum Beispiel hatte ganz ganz viele Jahre schlimme Depressionen. Bis ein Arzt zu mir sagte:" Gibt es in ihrem Leben etwas was sie nicht mehr wollen"? Das war der Satz, der mich eigentlich damals gesund gemacht hat. Ich wollte nicht mehr in eine Metzgerei. Ich habe noch aus dem Krankenhaus gekündigt und der Metzgerei den Rücken für immer gekehrt. Ich war von da an gesünder. Zwar habe ich meine Rückschläge, aber bei weitem nicht mit damals zu vergleichen.
Du schreibst ja, dass es dein Traumberuf ist, von daher wiess ich nicht, ob ich mit meinem Denkanstoss richtig liege. Aber irgendwie hab ich das dumpfe Gefühl. dass dein Beruf viel mit deiner ERkrankung zu tun hat. Wie erwähnt, nur eine Vermutung. Frage dich doch mal, was du nicht mehr willst, und was dich freier machen würde.
Liebe Grüsse Hüpfi

12.08.2010 07:00 • #28


soulmate88

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Hallo,

heute hab ich mich diese Woche das erste Mal persönlich mit meinem Chef unterhalten, was mich schon sehr gewundert hat, weil er mich sonst eher anspricht. Jedenfalls will er mir nach wie vor helfen, weil ich ein "feiner Mensch" bin. Aber er hat auch ganz unverblümt gesagt in jedem anderen Betrieb hätte ich schon längst meine Kündigung gehabt! Aber davor brauch ich bei ihm keine Angst haben, eben weil er mir helfen will und wir letztendlich alle was davon haben, wenn ich einen guten Abschluss mache, und das auf eine gesündere Art und Weise.
Er hat mir auch angeboten z.B. mit mir zusammen zum Gesundheitsamt zu gehen um meine Situation zu schildern. Auf jeden Fall muss mir irgendjemand, der Ahnung hat, helfen.

Hab heute nun endlich einen Termin bei meiner Psychiaterin vereinbart, nächsten Donnerstag. Hätte ich am Telefon nicht nochmal deutlich gemacht, dass es dringend ist, hätte ich erst irgendwann im September hingekonnt. Das war schonmal der erste Schritt, dass ich wirklich gesagt habe ich brauche jetzt Hilfe und hab mich nicht so einfach abfertigen lassen. Hab Donnerstag also ein Gespräch mit meiner Psychologin und mit meiner Psychiaterin. Und jetzt darf ich mich wirklich selbst nicht weiter verarschen und sagen, naja eigentlich klappt ja schon alles irgendwie... NEIN. Es geht nicht mehr. Ich gehe immer mehr kaputt. Punkt.

Zitat von Hüpfburg:
Wie sieht denn sonst so dein Alltag inzwischen aus??? Beschreibe doch mal, ob du Freunde hast, ob du weg gehst, ob du zu Hause deinen Alltag bewältigst.
Spiele einmal die Woche Volleyball, das ist perfekt. Ansonsten habe ich hier keine Freunde oder so, wohnen alle weiter weg, daher nur selten persönlicher Kontakt, aber täglich schreiben und so. Gehe mehrmals die Woche einkaufen, das lenkt ab und macht mir auch Spaß. Haushalt, versorge meine zwei Katzen und ansonsten nur das Nötigste, würde ich Besuch erwarten müsste ich schon nochmal grob alles herrichten. Mache immer zwischendurch irgendwelche Kleinigkeiten, aber auch nicht jeden Tag. Ansonsten am WE viel schlafen (manchmal auch abends nach der Arbeit), ausruhen...fühle mich wie ausgebrannt...

12.08.2010 17:46 • #29


Sonnenblume20

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Hallo soulmate,

Zitat von soulmate88:
Hab heute nun endlich einen Termin bei meiner Psychiaterin vereinbart, nächsten Donnerstag. Hätte ich am Telefon nicht nochmal deutlich gemacht, dass es dringend ist, hätte ich erst irgendwann im September hingekonnt. Das war schonmal der erste Schritt, dass ich wirklich gesagt habe ich brauche jetzt Hilfe und hab mich nicht so einfach abfertigen lassen. Hab Donnerstag also ein Gespräch mit meiner Psychologin und mit meiner Psychiaterin.

Das finde ich richtig gut und das war erstmal das BEste, was Du machen konntest! Dass Dein Chef Dich unterstützen möchte, ist auch nicht gerade selbstverständlich!

Vielleicht gibt es ja tatsächlich einen Weg, dass Du Deine Ausbildung für einige Zeit unterbrechen kannst und später wieder an der Stelle einsteigen und eben später als geplant Deine Prüfung machen kannst! Da kannst Du Dich ja mit dem zuständigen Amt,aber natürlich auch mit Psychiaterin/Psychologin beraten!

Zitat von soulmate88:
Hast Du denn ein gutes Verhältnis zu Deiner Kollegin?
Ja wir verstehen uns sehr gut und ich bin sehr froh sie zu haben. Sie bekommt einfach am meisten mit, eben weil wir fast den ganzen Tag zusammen sind. Hier im Ort habe ich keine Kontakte und sonst nur relativ oberflächlichen Kontakt zu meinen Schwestern in meiner alten Heimat. Und halt hauptsächlich per Handy Kontakt zu paar Freundinnen die auch alle weiter weg wohnen. Meine Kollegin ist also die einzige, die meinen Alltag mitbekommt. Das macht schon einen Unterschied aus denke ich, wenn man das quasi "live" miterlebt. Und sie weiß auch viel mehr von meiner Erkrankung, von meinen Gedanken und Gefühlen als meine Schwestern beispielsweise. Ich erzähle ihr schon ziemlich viel.

Aahhh, jetzt kann ich auch besser verstehen, warum Dir diese Mail mit Deiner Kollegin so wichtig war! Aber weißt Du, gerade, weil sie ja auch schon viel von Dir weiß und ihr bestimmt auch schon viel gesprochen habt, müsste es doch für Dich einfach sein, sie persönlich um ein Gespräch zu bitten. Wenn man etwas persönlich bespricht, dann gibt es viel seltener Missverständisse und Frust, weil man sich eben direkt austauscht und nicht nur schriftlich, wo man das Gegenüber nicht sieht.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Gespräche mit Deiner Psychiaterin und Psychologin und hoffe für Dich, dass sich einiges für Dich bewegen kann!

12.08.2010 23:51 • #30

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