132

Angst vor Gynäkologie Ergebnis

Mayke1

Mayke1

1647
12
1896
Mir geht es schlecht.
Gestern schon war ich angespannt, aber letztendlich froh, meinem Enkelkind und seinen Eltern nicht das liebevoll vorbereitete Fest gestört zu haben. Hatte mich zusammengerissen.
Die Angst vor dem Ergebnis bei der Gynäkologin morgen schwang im Laufe des Tages zuehmend mit.
Die vergangene Nacht war richtig schlimm. Sobald ich niederlegte, fing das Herzstolpern an. Noch kein eigentlicher Anfall, aber doch so, dass ich versucht habe, ihn aufzuhalten. Phasenweise für einige Minuten ging es gut und ich konnte wieder durchschnaufen. Danach ging es wieder los. Zwischenzeitlich bin ich eingeschlafen, hatte fürchterliche Träume mit Bildern meines verwundeten Körpers und bin schreiend aufgewacht. F. in heller Aufregung. Seither fließen meine Tränen in Strömen, Hände zittern, Beine schlottern und ich bin nicht in der Lage, sie ruhig zu bekommen. Am liebsten würde ich weiterschreien vor Angst und Panik.
Der Anfall, der in den Morgenstunden durch Wechsel der Liegeposition gestoppt wurde, ist seit ungefähr einer Stunde in aller Heftigkeit zurück. Normalerweise habe ich in etlichen Stunden nach Beendigung auch Erleichterung. Heute erstmals eine neue Form, bei der es nach kürzester Zeit erneut mit den vernichtenden Symptomen weitergeht. Die Seele bewältigt diesen Zustand nicht und mein Körper noch weniger.
Ich denke, es wird eine heftige Panikattacke dazugekommen sein, bzw. hat diese den Zustand überhaupt erst ausgelöst. Bin unsicher, ob das sein kann. Übelkeit, Schlottern und Zittern habe ich sonst bei den Herzattacken nicht.

F. ist nun zur Arbeit gegangen. Als er sich verabschiedet hatte, war ich einigermaßen stabil. Kurz nachdem er aus dem Haus war, ging das Herzrasen erneut los - wieder im Liegen, wie in den letzten Tagen so oft. Dazu diese vernichtende Angst vor morgen. Ich fürchte mich so entsetzlich vor dem, was bei der Untersuchung herauskommt, fürchte mich davor, bereits panisch weinend in der Praxis anzukommen.
F. habe ich nichts von meiner grässlichen Angst gesagt. Er macht wegen mir schon genug mit. Auf der anderen Seite wäre es jetzt so gut, mich an ihn lehnen zu können. Der Wunsch, mich zu betäuben, ist ebenso groß wie meine Angst.
Mit einer Diagnose, die eine klinische Behandlung erfoderlich macht, bin ich so sehr überfordert. ------was wird entdeckt? Ich schaffe es nicht, die zermürbenden Gedanken und Vorstellungen zu stoppen, so sehr ich es auch versuche.
Meine HÄ hat mir 5 blaue 0,5 Tavor Tabletten gegeben, mich über Risiken aufgeklärt und mir ausdrücklich gesagt, ich soll wenn es geht, nur dann eine Tablette nehmen, wenn ich gar nicht mehr klarkomme. .Nun habe ich die erste geschluckt.
Zu allem die besinnliche Ansprache des Pfarrers gestern, als die Kinder schon aus der Kirche gezogen waren. Für mich persönlich niederdrückende Worte. Dazu noch die festliche Kirchenmusik, das ergreifende Ausgangslied. Es hat mir gestern schon die Tränen in die Augen getrieben. Werde ich gesund weiterleben dürfen? Reicht meine seelische Kraft, wenn eine schwierige medizinische Behandlung ansteht?
Tapfer bin ich nicht mehr, so wie in den Jahren und Monaten zuvor, wo ich vieles mit mir selber ausmachen wollte und konnte. Drei meiner engeren Bekannten sind an Krebs schwer erkrankt, durchlaufen gerade eine Chemo. Ich hoffe und bange mit ihnen. Nun habe ich selber so Angst vor solch einer Diagnose.
Was ist das gerade mit mir? Ist das ein Zusammenbruch, fühlt der sich so an? Das nächste Schreien kündigt sich an.
Bin das überhaupt noch ich. Ich fühle mich abgepalten. Da sind diese Krankheitszeichen wie Herzflimmern und Druckschmerzen und der neuliche Klecks Unterleibsblut. Und da ist Mayke, die auf all die Symptome sieht, die aber nicht zu ihr zu gehören scheinen. Eine doppelte Mayke. Was ist das?

06.05.2019 08:17 • x 4 #1


ohneFunktion

87
176
Hallo aus der Ferne!

Das klingt ja gar nicht gut.
Vermutlich eine heftige Panikattacke?
Gut, dass Du die Notfall-Tablette eingenommen hast.
Wenn Dein Zustand nicht besser wird, geh in eine Klinik.
Es ist nicht notwendig, dass Du Dich so quälst!

06.05.2019 08:25 • x 4 #2


ohneFunktion

87
176
Ich wünsche Dir, dass Du Dich bald wieder beruhigen kannst!
Vermutlich spielt Dir Deine Psyche gerade einen Streich.

06.05.2019 08:28 • x 4 #3


Ylvi13

Ylvi13

696
1
1041
Liebe Mayke,
für mich als Laie klingt es gut und richtig, dass du die Notfall - Tablette genommen hast. Wie ohne Funktion schon gesagt hat, wenn es nicht besser wird, geh in die Klinik.
Vielleicht kannst du jemanden bitte, zu dir zu kommen und zu bleiben, bis dein Mann nach hause kommt. Nicht allein zu sein hilft sicher etwas ruhiger zu werden .
Für mich sieht es so aus, als ob, salopp gesagt, das Fass voll ist. Irgendwann ist die Kraft aufgebraucht. Von daher empfiehlt sich in jedem Fall ein Arztbesuch.
Wenn du magst, ich nehme dich in die Arme, drücke dich, halte dich fest.
Liebe Grüsse

06.05.2019 09:52 • x 7 #4


Mayke1

Mayke1


1647
12
1896
Liebe Ylvi und liebe Machara, ich lasse mich gern in den Arm nehmen. Bei mir ist das Fass schon jahrelang am Überlaufen. Immer habe ich alles zweigleisig gemacht: Meinen Alltag, meine Arbeit, meine Reisen, meine Infekte, immer alles PLUS diesen Anfällen.

Über Mittag kommt mein Mann nach Hause zur Brotzeit, wird danach aber auch wieder seine Kundendienst-Runde weitermachen. Ich wollte ihm nicht schon wieder so völlig fertig vor Augen treten. Seit so langer Zeit muss ich warten auf Besserung, auf Untersuchungsergebnisse, auf die Genesung meiner drei Freundinnen, auf den amtlichen Bericht, auf die Wirkungsweise von Medikamenten. Nun auf den Termin morgen und möglicherweise auf Befunde wie Abstrich usw. Warten musste ich, ob ich gestern am Feiertag für meinen Enkel teilnehmen kann, warten bis die Anfälle vorbeigehen. Nun noch die Panik vor morgen.
Es ist tatsächlich niemand da, den ich bitten könnte, mir ganz aktuell beizustehen und vorbeizukommen. Alle Kinder samt Partnern auf der Arbeit, Freundinnen weit weg, Psychotherapeutin im Urlaub.

06.05.2019 10:43 • x 3 #5


Blume71

Blume71

581
3
599
Liebe Mayke,
ich umarme Dich.
Morgen geht es Dir bestimmt besser, wenn Du den Arztbesuch geschafft hast und Dir bestätigt wird, dass Du gesund bist und es sich wahrscheinlich noch um Wechseljahresbeschwerden handelt.

Es kam und kommt ja auch viel zusammen. Überlege mal, gesundheitlich und beruflich ist es noch nicht ganz klar, wie es weitergeht. Das beschäftigt einen und das laugt aus. Dann immer wieder Anfälle, die einem ebenfalls Kraft rauben. Jetzt kommen noch Unterleibsbeschwerden hinzu, die ebenfalls Angst auslösen und die Gedanken kreisen lassen.
Und dann ist da noch ein schöner Anlass für den Enkel, dem man sehr sehr gerne stabil beiwohnen möchte.
Das hast Du bisher alles geschafft und gut gemeistert, aber es ist auch soooo viel.

Und das alles ohne therap. Unterstützung, das ist schon eine große Leistung.
Vielleicht kannst Du bei Deiner Thera nach einer telefonischen Sitzung fragen - heute - spontan? Oder Dir klinische Hilfe holen, wie Dir bereits meine Vorschreiber rieten.

Was möchtest Du jetzt am aller aller liebsten?

Ich drücke Dich ganz fest und wünsche Dir einen sehr guten erleichterten Termin, morgen!
Du schaffst das ganz sicher, es sind nur wieder diese blöden Gedanken und Ängste, die es einem so schwer machen. Ich verstehe Dich da.

Ganz liebe Grüße von Blume!

06.05.2019 10:46 • x 3 #6


Blume71

Blume71

581
3
599
Oh - gerade erst gelesen - Thera im Urlaub.

Wie wäre es mit einer tel. Seelsorge? Fühlt sich das gut an?

06.05.2019 10:47 • x 2 #7


Mayke1

Mayke1


1647
12
1896
Liebe Blume, ich danke dir. Ich habe noch nie bei einer telefonischen Seelsorge angerufen. Auch hier wieder vertraue ich meinen Gefühlen nicht: IST es mit mir heute so schlimm, dass ein Anruf entlastend wäre oder ist mein Zustand heute das Ergebnis einer großen Hysterie. Wenn ich als Mädel früher so etwas hatte - damals wars die Angst vor Blinddarm, der dann fällig war, als ich längst erwachsen war - gab es von meiner Mutter eine hinter die Ohren und dann wurde ich angebrüllt und durchgeschüttelt, mit den Worten, mich endlich mal zusammenzunehmen. Immer nur zusammennehmen, so lange ich zurückdenken kann. Habe Stabilität nach außen gezeigt und sie mir damit selber zugesprochen. Sie muss irgendwann in der letzten Zeit einen Riss bekommen haben. Ich bins einfach nimmer.
Die Telefonnummer suche ich auf jeden Fall raus.
So, und nun kommt mein Mann F. nach Hause zum Mittagessen. Einmal tief durchgeschnauft und los.
Ich melde mich wieder!
LG von Mayke

06.05.2019 10:56 • x 3 #8


Alexandra2

Alexandra2

1572
9
2426
Liebe Mayke,
Du musst Dich nicht zusammenreißen, wozu? Was andere meinen ist schnurzpiegal. Ich war in einer ähnlichen Situation und ging zur psychiatrischen Notaufnahme, zweifelnd, ob ich dafür "krank genug" sei.
Das Arztgespräch hat mich wieder runter geholt, bis ich wesentlich ruhiger wieder nach Hause ging. Krisenintervention müssen die ja können, logisch.
Quäle Dich nicht länger, Du hast alles getan, was Dir bislang hilft. Gehe/ fahre in die Notaufnahme für ein beruhigendes Gespräch.
Ich umarme Dich (und würde mitgehen),
Liebe Grüße
Alexandra

06.05.2019 11:54 • x 3 #9


Mayke1

Mayke1


1647
12
1896
Liebe Alexandra,
ich wüsste noch nicht mal wo es in unserer Stadt eine psych. Notaufnahme gibt.
Für mich ist das alles Neuland. Aber ich schau nach und rufe dann F. zurück. Er hat in seiner Firma schon Bescheid gesagt.
Ich brauche wirklich jemanden zum Händchen halten.
Wenn ich euch so lieb lese, hab ich das Gefühl, als hätte ich mit dem Zusammenreißen längst auch den Bogen überspannt, oder?

06.05.2019 12:08 • x 1 #10


Machara

Machara

470
1
944
soforthilfe-adressen-nummern-der-krisendienste-t11782.html

Sie mal hier vielleicht findest du eine Anlaufstelle.
Hier gibt es die PIA Pyschatrische Instituts Ambulanz. Dort bin ich auch gewesen als vor ein paar Jahren
nichts mehr ging.

Du weißt wir sind da

06.05.2019 12:14 • x 3 #11


Alexandra2

Alexandra2

1572
9
2426
Liebe Mayke,
es ist nicht der Moment für Selbstkritik.
Wir sind die Generation "Reissdichzusammen" und kommen deshalb viel zu spät auf die Idee, wann es genug ist. Und nach meiner Erfahrung ist es genug, noch bevor ich denke, es ist genug. Oha, was für'n Deutsch. . . .
Es war und ist genug, Zeit für Pausen, Zeit sich selbst in den Arm zu nehmen, es gut sein zu lassen Zeit für's Genießen und nur dafür!

06.05.2019 12:16 • x 3 #12


Alexandra2

Alexandra2

1572
9
2426

ohneFunktion

87
176
Zitat von Mayke1:
Wenn ich euch so lieb lese, hab ich das Gefühl, als hätte ich mit dem Zusammenreißen längst auch den Bogen überspannt, oder?


Ja, das würde ich auch so sehen.
Höchste Zeit Dich mal fallen zu lassen.
Und alte Wunden zu *beep*.
Fürsorge für Dich zulassen.

Alles Gute!

06.05.2019 12:23 • x 5 #14


Resi

Resi

228
1
583
Ach Mayke. ich nehm idich auch aus der Ferne in den Arm.
Tavor hab ich auch genommen notfallmäßig (1,0 mg), keine Angst, man wird nicht gleich süchtig.

Wie geht es dir denn jetzt?
Bist du ein bißchen stabiler?

06.05.2019 12:32 • x 3 #15




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag