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Angst vor der Angst

I

Inga1971
Mitglied

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Hallo Zusammen,

ich war im letzten Jahr hier schon einmal vorstellig.

Meine Hauptangst ist Flugangst, bzw. wie ich von meinem Psychiater erfahren habe: Angst vor der Angst.

Sprich:
sofern ich einen Urlaub mit dem Flugzeug buche - egal ob Monate oder Wochen vor Abflug - bekomme ich starke Angstzustände, die sich in meinen Augen verselbständigen. Ich bin mittlerweile so machtlos (jedenfalls fühle ich mich so), dass ich in dieser Situationen weder in der Lage bin zu arbeiten, noch zu schlafen. Somit verbrachte ich die Wochen vor den letzten 2 Urlauben immer unter Einnahme von Antidepressiva´s.
Im Flugzeug selber habe ich allerdings keine Angst, aber anscheinend kommt es in meinem Kopf nicht an.

Jetzt habe ich in den letzten 3 Jahren schon 5 Urlaube verbracht und es wird statt besser immer immer schlimmer.
Jetzt stehe ich wieder vor der Entscheidung in 3 Monaten zu fliegen und weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich habe die Lust am Urlaub verloren, freue mich nicht mehr und mag gar nicht mehr buchen.

Ist es sinnvoll in so einer Situation, sich überhaupt wieder in so eine Situation wieder der Angst zu stellen? Fühle mich mittlerweile sehr ausgepowert - mein Arzt allerdings rät dazu.

Teilweise verlagern sich jetzt bei mir auch Ängst in anderen Situationen und derzeit muss ich sagen, kann ich einfach nicht mehr - sollte man sich dann mal eine Pause gönnen?

Was sagt Ihr? Setze ich mich zu sehr unter Druck?

Vielen Dank für Eure Antworten.

x 1 #1


28 Antworten ↓
S

sanduhr
Mitglied

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69
hallo Inga,

ich war ein paar Monate nicht mehr hier. Ich knüpf jetzt einfach mal hier an ;D in der Hoffnung dass du das irgendwann mal liest.

Zitat von Inga1971:
Was meinst Du hiermit:

generell möglichst wenig Angst zu empfinden und Situationen die ziemlich sicher Angst hervorrufen möglichst zu meiden.

--> um zur Ruhe zu kommen? Sprich das Thema für eine Zeit auf Eis legen?


es geht dabei darum die Nerven zu beruhigen. Stell dir vor du hast den Arm gebrochen. Wenn du den Arm nicht ruhigstellst wird die Wunde immer wieder aufbrechen und der Arm wird nicht heilen. In dem Fall muss man den Arm ruhigstellen, eingipsen, damit man ihn auf keinen Fall belastet. Wie man den Arm das nächste mal nicht bricht, darum kann man sich erst kümmern wenn der Arm weider einsatzbereit ist. Das Gleiche gilt für das Nervensystem. Das ist jetzt bei dir so aufgerieben und empfindlich, dass die kleinste Berührung einen sofortigen Rückfall verursacht. Ich kenne mich mit Medikamenten nicht aus aber sollte es ein Präparat geben dass diese Ruhigstellung erreichen kann(das heisst du empfindest keine Angst mehr), dann nimm das ein, über eine lange Zeit, Jahre wenn es sein muss.

Zitat von Inga1971:
Sei es durch Überwindung, sei es mit Hilfe der geeigneten Medikamente, sei es indem du dieser Sache schlicht aus dem Weg gehst.

--> Warum Überwindung?


Überwindung hat eine längere Ruhephase zur Folge. Ich kann dir das an meinem Beispiel erklären. Meine Ängste waren ursprünglich eine Sozialphobie, die wiederum auf ein Trauma in der Kindheit zurückzuführen ist. Wenn mich jemand nur anschaut werde ich nervös, kann mich nicht mehr auf das wesentliche konzentrieren und verliere das Thema, das Gespräch oder was auch immer ich gerade gemacht habe, aus den Augen. Es fühlt sich etwa so an, als ob du zur Musik tanzt und plötzlich nimmst du deine Bewegungen ohne die Musik wahr. Du versuchst dann eine Weile lang weiterzumachen aber ohne die Musik macht nichts einen Sinn. Die Musik ist deine Seele, die du in dem Moment nicht wahrnimmst, denn die Angst überlagert alles. Das Ganze hat mir so Angst gemacht, dass es sich von dieser Sozialphobie entkoppelt hat und auch ohne Zutun anderer Menschen aufgetreten ist. So hat die Angst vor der Angst angefangen und wurde immer intensiver bis zur totalen Panik.

Als es das erste mal öffentlich passierte stand ich in einem voll besetzten Linienbus. Ich muss dazu sagen, dass ich mir das extra ausgesucht hatte um meiner Sozialphobie zu begegnen. Das war so eine Art Selbsttherapie-Versuch von mir. Ich beschloss also die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen um mich "irgendwie" zu heilen. Diesmal war es anders. Jeder und Jede schaute mich an in diesem Bus und ich spürte wie die Panik in mir hoch kroch. Das letzte, das wirklich allerschlimmste was mir passieren konnte, war in diesem Linienbus vor allen Leuten eine Panikattacke zu kriegen. Ich schwitzte und versuchte krampfhaft nicht verkrampft zu wirken. Dadurch wurde es noch schlimmer ! Es war so weit, kurz vor dem Ausbruch des Vulkans. Meine Gesichtszüge zuckten und ich würde demnächst zu Boden gehen. Ich wusste dass es jetzt geschehen würde, es gab kein zurück, keine Fluchtmöglichkeit wie sonst. Es war so weit, ich würde jetzt sterben. Da liess ich alles los, mein Leben, die gesamte Existenz. Dies war mein letzter Atemzug und ich wusste es.

Das hat mich total befreit. Ich war frei, frei, frei wie noch niemals zuvor. Ich schwebte, ich war unzerstörbar. Die Angst fiel von mir ab wie das Laub von den Bäumen im Herbst. Es war ein äusserster Grad von Erleichterung, gemessen am Grad der Panik die ich noch 1 Sekunde zuvor empfunden hatte. Ich hatte sämtliche Ängste die es gibt auf einmal überwunden. Nichts machte mir mehr Angst und ich tat alles was ich sonst nie getan hätte. Dieser Zustand hielt ungefähr 3 Tage lang an. Ich habe mich in der Zeit andauernd getestet ob ich jetzt wirklich gaaaanz sicher nicht mehr zurückfallen kann. Ganz nach dem Motto: "Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht", hab ich's dann am dritten Tag geschafft. Die Panik war wieder da. Ich hatte jetzt ein neues Ziel im Leben: Dieser Zustand musst wieder her. Ich wollte nichts mehr als nur noch diesen Zustand erleben. Wie eine Dro., ich war sofort süchtig danach. Es dauerte über ein Jahrzehnt bis ich mir klar war, dass man die Angst vor dem Tod nicht dauerhaft überwinden kann, nachdem ich diesen Zustand immer und immer wieder erreicht und wieder verloren hatte. Es widerspricht dem Überlebensinstinkt der jedem Lebewesen innewohnt.

Fortsetzung folgt im nächsten Post..

20.11.2011 21:51 • #23


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A


Hallo Inga1971,

Angst vor der Angst

x 3#3


S

sanduhr
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69
hi Inga,

Zitat von Inga1971:
Hallo Sanduhr,

vielen lieben Dank für Deinen "Tsunami".


joa, hab zur Zeit grad eh nix zu tun ;D

Zitat von Inga1971:
Ich bin seit dieser Woche in Therapie, hatte gestern meine erste Stunde - tiefenpsychologisch.
Die Therapeutin gefällt mir sehr gut und ich hoffe, ich werde dort Fortschritte machen. Ursprünglich wollte sie,
dass ich gleich in eine Reha gehe...nächste Woche bin ich noch bei einem Arzt, mal sehen was er sagt.
Mit wäre es aber lieber in Form dieser Therapie anzufangen.


Aha du bist also voll dabei, freut mich zu hören. Was ist Reha, im Unterschied zur tiefenpsychologischen Behandlung?

Zitat von Inga1971:
Ich habe mir vieles von Dir zu Herzen genommen und ich versuche auch ein wenig Ruhe in meinen Zustand zu bekommen.
Das ist mir siet August auch ganz gut gelungen, ich hatte Urlaub und bin mal nicht geflogen.


Gut ;D Ja ich hab mitgekriegt dass du mit dem Auto in Italien warst, das war gut dass du das probiert hast.

Zitat von Inga1971:
Jetzt ganz aktuell ist es beimir die Angst Bahn zu fahren. Bzw. es fing damit an, dass ich dachte, Mist jetzt ist es bald wieder glatt (ich hatte 2 Unfälle innerhalb von 2 Jahren) und dann der nächste Gedanke: Egal, dann fährst DU eben Bahn. Darauf folgte: Ich schaffe es nicht, ich habe Angst Bahn zu fahren. Da ich dann auch nicht mehr geschlafen habe und nur noch Gedankenkreisel, bin ich Montag morgen in die Bahn gestiegen. Ich war stolz auf mich, als ich in der Firma ankam.


ja bei 2 Unfällen in 2 Jahren, da ist es verständlich wenn du Bedenken hast. Du musst da auch nichts erzwingen. Kannst ja zwischendurch mal wieder ne Fahrt riskieren, so als Abwechslung zum Bahn fahren ;D So bekommst du langsam wieder Vertrauen in deine Fahrkünste. Was du auch machen kannst, ist einen Schleuderkurs zu machen, um das Geschehen auf nasser und glatter Fahrbahn unter Kontrolle zu bekommen. Das bringt sehr viel ! Das Bahnproblem hingegen ist irrational da du dort ja keine negativen Erfahrungen hast - oder doch ? Vielmehr ist es sogar so, dass du mittlerweile zuverlässig auf die Erfahrung zurückgreifen kannst, dass du dich im Flieger oder in der Bahn sicher fühlst, sobald du mal drin bist. Dennoch machst du dir über Gebühr Sorgen. Ist es vielleicht das Unbekannte das dir Angst macht ? Ne kann es auch nicht sein, obwohl Bahn gefahren bist du vielleicht noch nie ? Aber beim Flieger war es auch immer wieder obwohl du das ja bereits gekannt hast. Vielleicht ist es das Unbekannte. Obwohl du die Situation kennst, ist es irgendwie doch immer wieder neu, weil du weisst ja nicht ob du das heute immer noch schaffst. Du denkst vielleicht, deine Fähigkeiten könnten abgenommen haben und wirklich sicher sein kannst du erst, wenn du in der Situation drin bist. Das wäre dann mangelndes Vertrauen.

Zitat von Inga1971:
Nun hatte ich Angst vor dem Rückweg. Ich schaffe es nur mit Rückversicherung, dass mich ein Kollege mitnehmen kann - falls ich esnicht schaffe, komme ich so´wenigstens nach Hause. Das ganze habe ich 10 Mal in 3 Wochen gemacht und es klappte gut. Jetzt geht es nachdem Wochenende wieder von vorne los und ich habe nur noch Angst, Angst.
Um da wieder hinaus zu kommen, werde ich morgen wieder mit der Bahn fahren - sitze ich drin, habe ich wie beim Fliegen - keine Angst.
Ich vermute es hat was mit alleine sein zu tun und mit meiner Kindheit, Versagensängste, Druck usw - ich war nie gut genug.
Ist es dann überhaupt clever, das anzugehen? Täglich zu üben?


jo absolut, mangelndes Selbstvertrauen. Je mehr du dich in die Situation begibst wo du realisierst dass das überhaupt keine Sache ist für dich, desto besser. Das wird noch viele male so sein, dass du das Gefühl hast nicht vorwärts gekommen zu sein. Es dauert lange bis sich das Vertrauen etabliert. Du musst geduldig sein. Rückfälle sind normal und du wirst noch sehr viele davon haben. Kalkuliere die schon mal mit ein.

guts Nächtle,

Sanduhr

30.11.2011 00:37 • #26


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S
Du schreibst, dass dein Arzt dir dazu rät.

Bist du in therapeuter Behandlung, oder meinst du deinen Hausarzt?

Grundsätzlich sollte man sich ja den Ängsten stellen, doch hast du eine Idee, woher deine Ängste - und warum- sie kommen?

Auch ich leide unter Flugangst, ich fliege überhaupt nicht mehr. Fahrstühle, enge Räume und Autowaschstraßen sind ein Horror für mich. Aber das hat nicht unmittelbar was mit d.o. genannten zu tun. Die Ängste sind eine Reaktion deines Körpers/Kopfes auf ein Problem. Wenn du das Problem erkennst, kannst du auch gegen die Angst etwas tun.

In meiner Therapie ist es meinem Analytiker/mir gelungen, den Grund dafür zu finden. Insofern war dann der Grund klar. Allein die Tatsache, dass ich wußte woher meine Angststörung kam, nahm viel an Intensität. Mittlerweile geht es immer besser und mit Hilfe von Antidepressiva´s über einen langen Zeitraum gelingt es mir, die Angst vor der Angst zu im Vorfeld zu steuern. Ein Flugzeug besteige ich trotzdem nicht.

Serafina

#2


I
Hallo Serafina,

ich war in therapeutischer Behandlung, der Therapeut riet mir immer wieder Flüge zu buchen. Das habe ich auch gemacht, aber irgendwann bin ich so abgestürzt das ich über 7 Wochen gar nichts mehr konnte, weil ein Flug anstand. Ich war dann auch krank geschrieben.

Ich bin noch nie gerne gefolgen. Aber seitdem ich vor 2 Jahren ein Flugseminar gemacht habe (mir wurde dazu geraten) habe ich keine Angst mehr im Flugzeug - ich sitze sogar am Fenster und schaue die ganze Zeit raus.

Ich hatte mal geschäftlich einen Flug zu nehmen, da habe ich schon vor dem Flug nicht geschlafen, es aber gemacht. In Frankfurt hatten wir vor dem Rückflug einen Orkan, die Maschinen im Landeanflug - ich muss Dir nicht sagen, wie es für mich aussah. Ich bekam eine riesen Panik und konnte mich nicht mehr beruhigen, weil ich dachte wenn ich da einsteige werde ich sterben. Ich habe dann auch meinen Lebensgefährten angerufen um seine Stimme nochmal zu hören, weil ich dachte das überlebe ich nicht und wie die es wagen können bei so einem Wetter Menschen in Gefahr zu bringen.

Letztendlich bin ich eingestiegen und als wir oben waren, ging die Angst weg.

Komisch, diese Gedankengänge habe ich erst jetzt nach Deiner Fragestellung. Komisch, so geht es mir auch bei Gewitter und wenn ich alleine z.Bsp. auf einen Autozug muss (ohne meinen Partner) - ich habe immer das Gefühl ich muss mich verabschieden.(mir passiert was)
Kaum habe ich Situationen "gemeistert" - z.Bsp. bei glatten Straßen gefahren und muss am nächsten Tag wieder in so eine Situation, geht es wieder von vorne los - anstatt zu sagen: hey, du hast es doch schon mal geschafft.

Jetzt denke ich nur, ich muss buchen, weil ich muss die Angst besiegen, sonst nimmt sie immer mehr Raum ein. Wenn ich nicht buche, fühle ich mich als Versager.

Nicht mehr zu fliegen, kommt für mich überhaupt nicht in Frage, ich habe solche Urlaube früher so gern gemocht.
Ich bin bei einem Psychiater in Behandlung, in ca. 2 - 3 monatigen Abständen - je eine Stunde.
Mein letzter Flug ist 10 Monate her, seit 10 Monaten denke ich drüber nach, was ist wieder zu buchen, schaffe ich das etc..

Inga

#3


S
hallöchen,

also du könntest auch einfach nur spontan in die Ferien reisen, dadurch würde dann die Leidenszeit auf ein Minimum begrenzt ;D. Weiterer Vorteil, meistens billiger.


Anscheinend scheint es kein Rezept dagegen zu geben, daher halte ich es für das Sinnvollste wenn du das jetzt einfach mal so hinnimmst und so gut es geht drumherum arbeitest. Vielleicht ergeben sich dann in Zukunft noch bessere Lösungen wer weiss. Man muss ja nicht immer direkt mit dem Kopf durch die Wand, kann zu Hirnerschütterung führen und weiss ich noch was ;D

machs gut und schöne Ferien ! Europa ist auch nicht schlecht und hey, geh doch mal mit dem Schiff, boah gibt so viele Möglichkeiten.

und tschüss, Sanduhr

#4


katja1968
Zitat von Serafina:
Die Ängste sind eine Reaktion deines Körpers/Kopfes auf ein Problem. Wenn du das Problem erkennst, kannst du auch gegen die Angst etwas tun.

In meiner Therapie ist es meinem Analytiker/mir gelungen, den Grund dafür zu finden. Insofern war dann der Grund klar. Allein die Tatsache, dass ich wußte woher meine Angststörung kam, nahm viel an Intensität.




Die Ängste sind eine Reaktion deines Körpers/Kopfes auf ein Problem. Und bei Dir ist es mit Sicherheit nicht das Fliegen oder ein Autozug o.ä.
Du brauchst unbedingt eine vernünftige Therapie und das nicht nur einmal im Monat.

Ich habe Herrn Google mal nach Analytiker gefragt, weil mir im Detail nicht bekannt war, was genau er macht.

Also:

Bedeutungen:
[1] Person, die einen komplexen Sachverhalt im Detail untersucht
[2] Person, die die Analytik (Schluss- und Beweislehre in der Logik) beherrscht
[3] Person, die in der Lage ist, eine Psychoanalyse durchzuführen

Ich glaube, daß ist genau das, was Du brauchst. Bitte suche Dir jemanden. Ich glaube alleine wirst Du das nicht lösen.

der S1

#5


I
Guten Morgen Zusammen,

ich war gestern bei meinem Psychiater.
Er möchte, dass ich eine Psychoanylyse mache, da die VT und die goldenen Regeln etc. bei mir nicht zum Tragen kommen.
Er möchte mich auch gerne pharmakeutisch einstellen. Derzeit bin ich auf Opipramol (seit 4 Wochen) und das lassen wir ersteinmal bestehen - auf meinen Wunsch, er würde gerne andere Antidepressiva`s verschreiben.
Trotz meiner Anmerkungen, dass ich nervlich kaum noch zu belasten bin, rät er mir dringend, in 8 Wochen einen Flug anzutreten, allerdings nur mit Stütze von Medis.
Da ich viele flukturierende Ängste / Baustellen habe, ist er der Meinung, dass ich das nicht meiden sollte, da ich es früher immer so geliebt habe. Er sagt, dann gebe ich alleren anderen Ängsten wieder mehr Freiraum und schränke mich weiter in meiner Lebensqualität ein. Mir ist jetzt schon nicht wohl, wenn ich an die Buchung denke und ich habe gehörigen Respekt vor der Angst vor der Angst.
Wie seht Ihr die Situation? In Angriff nehmen?
Viele Grüße und ein schönes Wochenende!!
Inga

#6


JeanLucca
Hallo Inga.

Ich weiß nicht ob ich selbst durch die Angst gehen könnte, von daher lass ich es mal Dir einen Gedanken dafür zu geben.

Ich hatte aber spontan einen ganz anderen Gedanken, ob das was für Dich wäre weiß ich nicht aber ich schreibe es trotzdem 070.gif
Hier bei uns in Eckernförde werden in einem Hochseilgarten Höhenangst-Seminare mit psychotherapeutischer Begleitung beim Phänomen Höhenangst angeboten.
Aus dem Konzept:
- Höhenangst ist eine neurotische Angst, eine „Binnenangst“ die möglicherweise einen Hinweis auf ein „Thema hinter dem Thema“ gibt, der also eine andere Thematik zu Grunde liegt. Dabei ist die Höhenangst eine nach außen verschobene Angst. Sie übernimmt somit eine Stellvertreterfunktion. Diese „Als-ob-Thematik“ scheint zum einen weniger bedrohlich sowie besser kontrollierbar, und zum anderen gibt sie einen Hinweis darauf, das „Thema hinter dem Thema“ nicht zu vergessen.
- Angst kann gelernt und verlernt werden und ist somit auch ein Ergebnis von Konditionierungsprozessen.
- Angst und Angsterleben hängen davon ab, wie Personen eine Situation als gefährlich/ungefährlich interpretieren und bewerten

http://www.hochseilgarten-eckernfoerde.de/seiten/hoehenangstseminar.html

Du hast zwar nichts über Höhenangst geschrieben, ich weiß, aber ich wollte Dir nur gern meinen Gedanken mitteilen. Wenn das Arg an Deinem Thema vorbeigeht dann verzeih mir bitte.

Lieben Gruß, JeanLucca

#7


S
huhu,

Zitat von Inga1971:
Guten Morgen Zusammen,

Da ich viele flukturierende Ängste / Baustellen habe, ist er der Meinung, dass ich das nicht meiden sollte, da ich es früher immer so geliebt habe.
Inga


was sind flukturierende Ängste?

#8


I
Hallo,

sich verlagernde Ängste. Sprich es treten immer neue Ängste auf.
Was mein Arzt nicht so ganz nachvollziehen kann (im Rahmen der Verhaltenstheraie) ist,
dass ich z. Bsp jetzt schon 5 x gefolgen bin und die Ängste DAVOR immer schlimmer werden.
Dann habe ich plötzlich Angst vor Zahnarzt, dann vor Gewitter .......

Viele Grüße

#9


S
Hallo Inga,

genau wie du es beschreibst, hat sich meine Angststörung auch nach und nach entwickelt und mich irgendwann ganz in Beschlag genommen. Der Höhepunkt war dann, dass ich Angst vor Erbrechen hatte und deshalb die Wohnung nicht mehr verlassen habe.

Und ich wiederhole mich, meine Antidepressiva`s haben GsD mein Leben wieder lebenswert gemacht. Auch eine Konfrontationstherapie zeigte schnell Erfolge. Sich den Ängsten aussetzen, allerdings nur in Begleitung. Nach und nach habe ich wieder Vertrauen gefunden und bis jetzt geht es diesbezzüglich ganz gut. Einige Anflüge spüre ich immernoch, doch durch mein Notfallköfferchen, was ich immer dabei habe, hilft mir.

Serafina

#10


I
Hallo Serafina,

danke für Deine Antwort.

Ich habe auch dieses unterschwellige Gefühl, dass meine Tendenz dorthin geht, dass mich die Angst mehr und mehr in Beschlag nimmt.

Ich nehme jetzt täglich die Medikamente um mich insgesamt wieder zu stabilisieren.

Heute morgen war ich ein heulendes Elend und habe alle Reisekataloge in den Müll geworfen.
Es ist egal wie ich mich entscheide, buche ich einen Urlaub ohne Flug würde ich nicht klarkommen.
Buche ich mit Flug weiß ich nicht ob ich das derzeit aushalten kann von der Angst. Ich fühle mich zu blöd, um überhaupt noch zu reisen. Ale anderen können das nur ich nicht.

Ich verstehe Dich richtig: VT, Analyse, Antidepressiva´s und keine Situation meiden? Weil das Vertrauen in mich habe ich leider schon verloren..

VG
Inga

#11


S
Zitat von Inga1971:
Es ist egal wie ich mich entscheide, buche ich einen Urlaub ohne Flug würde ich nicht klarkommen.

Mich würde interessieren, warum Du mit einem Urlaub ohne Flug nicht klar kämst.

Ich leide nicht unter solchen Panikattacken wie Du und deshalb möchte ich auch nicht sagen, ich könnte mitreden, aber was ich in Deinen Beiträgen erkennen kann, ist Druck, Druck und nochmal Druck.

Ich kann verstehen, dass es gut ist, sich mit den Ängsten zu konfrontieren, also nicht alles jetzt grundsätzlich vermeidet, was Angst auslöst.Aber muss man sich denn permament mit allem unter Druck setzen, nur weil man sich etwas beweisen muss?

Weißt Du, Urlaub sollte schön sein, gerade auch die Vorfreude gehört dazu. Deshalb frage ich ja, warum es denn unbedingt mit aller Gewalt ein Flugurlaub sein muss, wenn man auch mit anderen Mitteln einen schönen Urlaub verbringen könnte.
Du schreibst, dass Du noch unter anderen diversen Ängsten leidest. wäre es nicht angebracht, sich nach und nach einzelnen Ängsten zu stellen, als alle Ängste auf einmal bewältigen und bearbeiten zu müssen?

#12


S
hi,

ich finde dass du deine Nerven schonen solltest. Was machst du wenn du eine heisse Kartoffel in der Hand hast? Nimmst du dann Schmerztabletten oder lässt du sie einfach los? Wenn du die Hand bereits verbrannt hast, was machst du dann?

das von dem du glaubst dass du durch diese Angstzustände verlierst - da besteht eine starke Bindung - solange die besteht, besteht dein Problem. So eine starke Bindung kann nur solange bestehen, wie man auf einem Auge blind ist. Das heisst man sieht nur die Hälfte davon und dadurch erscheint es über die Massen attraktiv. Die stärke dieser Abhängigkeit ist direkt proportional zu den Ängsten.

wenn diese Bindung, diese Abhängigkeit aufgelöst wird, dann löst sich dein Problem auf. Bindung löst du auf indem du es durchschaust. Guck dich mal an, was es aus dir macht?

diese Bindung von der ich hier rede, die ist in allen Menschen sehr stark, da bist du keine Ausnahme. Was bei dir anders ist als bei den anderen ist, du hast es wirklich verloren --> Trauma. Und da gibt es kein Zurück, da kannst du kein Pflaster drauf machen. Es gibt aber ein Hindurch, hinüber auf die sichere Seite. Und es wird dich verändern. Die alte Inga ist am sterben.

liebe Grüsse, Sanduhr

#13


I
Hallo Zusammen,

vielen vielen lieben Dank für Eure Antworten, das gibt mir schon einige Denkanstöße.

Nein, natürlich MUSS ich nicht in den Urlaub fliegen, es gibt auch durchaus andere Ziele.
Bei mir ist es so, dass ich 2007 meine erste gewaschene PA hatte - ein ganzes Wochenende -ohne Unterbrechung - da ich zum Zahnarzt musste, Zahn ziehen. Bis kurz vor dem Datum war ich zwar ängstlich aber die PA kam, als ein Kollege sagte: Hoffentlich passiert Dir nichts, z. BS. eine Gesichtslähmung. Damit fing alles an. Irgendwann begann dann die Flugangst.

Die Angst vorm Zahnarzt habe ich überwunden, durch den richtigen Arzt und häufige Termine. Gewitter werde ich auch schaffen. Das sind jetzt Ängste, die ich mal mehr - mal weniger aushalten kann.
Nur die Angst VOR einem Flug ist so mächtig, dass ich OHNE Unterbrechung über Wochen PA´s habe - bin ich im Gate habe ICH ÜBERHAUPT KEINE ANGST - ich bin mit Sicherheit nach dem Piloten die entspannteste Person an Bord.
Mir geht es nur derzeit darum, dass diese Art von Urlaub immer meines war - und das möchte ich irgendwie nicht aufgeben.

Derzeit habe ich 5 Flüge absolviert OHNE Angst aber mir einer ausgewaschenen Angst vor der Angst davor.
Deshalb dreht es sich gedanklich auch darum, zu fliegen oder lieber nicht. Ich habe unterschwellig den DRUCK es machen zu müssen, nicht erst wieder in 1 - 2 Jahren - ich habe das Gefühl, AM BALL bleiben zu müssen - also auch wieder Druck.

Trotzdem nochmal vielen lieben Dank für Eure Antworten.

Viele Grüße!

#14


A


Hallo Inga1971,

x 4#15


S
hi Inga,
Zitat von Inga1971:

die PA kam, als ein Kollege sagte: Hoffentlich passiert Dir nichts, z. BS. eine Gesichtslähmung.


schonmal eigenartig solch eine Bemerkung zu machen wenn jemand zum Zahnarzt muss? Was ist denn das für ein komischer Kollege ;D

Zitat von Inga1971:
Damit fing alles an. Irgendwann begann dann die Flugangst.

Zitat von Inga1971:
bin ich im Gate habe ICH ÜBERHAUPT KEINE ANGST - ich bin mit Sicherheit nach dem Piloten die entspannteste Person an Bord.


aha, also du hast da schon konkret Angst vor "Gesichtslähmung", "Flugzeugabsturz" und dergleichen. Wenn du aber im Zahnarztstuhl sitzt oder im Gate bist, ist die Angst dann völlig verflogen, das widerspricht sich irgendwie ;D Weil wenn es so wäre dass du bei der Vorstellung "Gesichtslähmung" oder "Flugzeugabsturz" Panik kriegst, was eigentlich völlig normal wäre nur so nebenbei gesagt, dann wäre die Angst ja während dem Flug am GRÖSSTEN. Oder fühlst du dich plötzlich sicher wenn du auf dem Flugplatz bist? Und es wird dir auf dem Flugplatz irgendwie klar dass die Wahrscheinlichkeit abzustürzen gleich null ist?

wenn es so ist, dann wäre es eine gute Therapie wenn du gelegentlich auf den Flugplatz gehst und dort einen Kaffee trinkst. Bist du schon mal auf die Idee gekommen?

Zitat von Inga1971:
Derzeit habe ich 5 Flüge absolviert OHNE Angst aber mir einer ausgewaschenen Angst vor der Angst davor.


ehrlich wenn ich mir dich so anhöre dann sehe ich keine Person die Angst vor der Angst hat. Ich bin jemand der das hat aber du, nee, ziemlich sicher nicht.

Zitat von Inga1971:
Deshalb dreht es sich gedanklich auch darum, zu fliegen oder lieber nicht. Ich habe unterschwellig den DRUCK es machen zu müssen, nicht erst wieder in 1 - 2 Jahren - ich habe das Gefühl, AM BALL bleiben zu müssen - also auch wieder Druck.


ich finde du kannst das absolut machen. Du hast sone Art wie ne "Spinnenphobie" wenn du verstehst was ich meine, das kann man ohne Weiteres therapieren. Das geht auch wieder weg, wie beim Zahnarzt. Ich hab das etwas missverstanden mit den flukturierenden Ängsten. Was ich in meinem letzen Beitrag gesagt habe gilt nur für echt traumatisierte Leute und das bist du mit Sicherheit nicht.

guten Flug ;D

Sanduhr

#15

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