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Leben ohne Angst vor der Zukunft - Geht das irgendwann?

Hallo zusammen,

ich komme gerade wieder aus meiner depressiven Phase heraus und fühle mich wie erschlagen. Könnte den ganzen Tag nur schlafen. Am schlimmsten sind die Angstzustände, die mit auftauchen. Den ganzen Tag, vom Aufwachen bis zum Einschlafen diese Unruhe. Das macht mich fertig. Unruhe, Kribbeln. Bis vor 2 Jahren habe ich in solchen Zeiten Diazepam genommen, und es war ein wunderbares Gefühl, wenn mein Körper endlich zur Ruhe kam. Ich habe aber bemerkt, dass ich immer abhängiger wurde und habe den Absprung mit Hilfe meines Mannes geschafft. Ich habe ihm die Tabletten mit der Bitte gegeben, sie mir auf keinen Fall wiederzugeben. Zweimal habe ich ihn weinend angebettelt, aber er blieb hart. Mit seiner Hilfe habe ich es geschafft. Heute war es wieder ganz schlimm, ich hätte sonst was gegeben, wenn ich nur zur Ruhe gekommen wäre. Es gibt diesen Film "Angst essen Seele auf", und genauso ist es.
Ich bin nicht mehr ich selbst und die Arbeit ist Horror für mich, weil ich Angst habe, Fehler zu machen. Dabei liebe ich meinen Job. Und immer diese Angst vor der Zukunft, was wird aus mir werden, Existenzängste, Angst vor dem Sterben. Und trotzdem, wenn ich ganz tief unten bin, kommt der Wunsch zu sterben, einfach Ruhe zu haben. Mein Großvater hatte auch schlimme Depressionen und hat sich damals das Leben genommen. Er sprach damals von einer schwarzen Mauer, bei mir ist es das dunkle Wasser, ein Sog, der mich herunterzuziehen droht.
Wird es jemals besser werden, werde ich irgendwann normal leben können, ohne Angst vor dem Morgen??

Liebe Grüße an euch!

14.04.2016 21:49 • #1


achtsamkeit
Hallo Lisa, versuchst du jetzt völlig ohne Tabletten klar zu kommen? Mein Rat wäre, dass du die Medikation mit einem Psychiater/Psychotherapeuten besprichtst.
Ich habe auch Medis und seitdem geht es mir viel besser. Zudem diese Medis nicht abhängig machen.
Absetzen oder Einnahme von Medis solltest du umbedingt mit Rücksprache eines Facharztes machen.
LG Achtsamkeit

15.04.2016 10:52 • #2


Hallo Achtsamkeit,

vielen Dank für deine Nachricht. Ich nehme seit 13Jahren Sertralin, damit komme ich gut zurecht. Mein Therapeut war froh, dass ich das Diazepam abgesetzt habe. Das Präparat hat halt ein hohes Suchtpotenzial. Und ich fing schon an, Rezepte bei verschiedenen Ärzten zu bestellen. Seit Januar bin ich aus meiner 3-jährigen Psychotherapie raus.
Heute geht es mir auch schon besser, aber die letzten Tage waren Horror. Wie gesagt, Unruhe, Angst und Chaos im Kopf. Und da weiß ich nicht, wie ich das in den Griff bekommen kann.

Liebe Grüße

15.04.2016 12:06 • #3


achtsamkeit
Hallo Lisa,
vielleicht könntest du es ja mit einem nicht süchtigen Medikament probieren.Vielleicht schafft es dir Erleichterung.
War es für dich okay, dass die Therapie beendet ist, oder hättest du sie noch als "Tankstelle". Ich finde es sehr beruhigend, dass ich weiter zu meiner Thera gehen kann.

LG Achtsamkeit

16.04.2016 11:17 • #4


Knoten
Hallo lisa64,

um deine Unruhe, Angst und Chaos in den Griff zu bekommen, kann ich dir zu einem Tagebuch raten. Einfach immer dabei haben, es reichen ja schon die kleinen Vokabelhefte aus, um Gedanken einfach "abzulegen". So verlierst du dich nicht in deinem Chaos und kannst darüber deine Angst "an den Kragen packen". Du erkennst darüber, wann und warum die Angst entsteht.

16.04.2016 12:57 • #5


schokoherz

Werde ich jemals leben ohne Angst?

Hallo, bin die Neue hier. Ich bin verzweifelt, nehme seit 3 Jahren Escilatopram 20 mg. Es wird irgendwie nicht besser. Phasenweise gehts, dann wieder so am Boden. werde ich jemals gesund?
Psychotherpie auch schon genau so lange und immer noch, das muss doch irgendwann Mal aufhören.
Habe schwere Depressionen, generalisierte Angststörungen und Panickattacken,
Ich will das einfach alles nicht mehr ertragen. . .

09.03.2019 00:18 • x 1 #6


schokoherz
Vielleicht habe ich die falsche Medizin, deshalb frage ich.

09.03.2019 00:30 • #7


Acon
Hallo Schokoherz,

Erst mal herzlich Willkommen im Forum.
Das Du ungeduldig bist und Du den Wunsch hast, dass es Dir wieder besser geht kann ich verstehen. Es ist ermüdend immer wieder gegen dieselben Dämonen zu kämpfen und es macht kraftlos. Bitte gib aber nicht auf, Du schreibst ja, dass es auch bessere Phasen gibt. Vielleicht magst Du ein bisschen mehr über Deine Therapie erzählen? Hast Du in Dich reingehört, um die Auslöser Deiner Störungen und Deiner Attacken zu erkennen? Was ist es, was Du mit Dir rumschleppt und was Dich runterzieht?
Ich bin seit nunmehr 20 Jahren in einer mehr oder weniger depressiven Phase, musste mich langsam selbst erkennen und akzeptieren dass mir mein Körper einfach Grenzen setzt, wenn ich einfach zu viel will. Im Moment bin ich dabei wieder langsam aus meinen Depressionsloch rauszukrabbeln. Mir helfen dabei Medis und auch Ergotherapie. Ich versuche mit einer Tagesstruktur wieder etwas Stabilität zu bekommen. Meistens klappt das auch, aber manchmal auch nicht, das ist dann eben so und kein Grund gleich wieder ins Grübeln zu geraten, nein mein Körper sagt mir damit Stopp, Du überforderst mich. Dann habe ich mir angewöhnt mehr darauf zu achten, was es für schöne Momente es im Laufe des Tages so gibt und nicht zu schauen was mich wieder belastet hat.
Es gibt so viel schönes im Alltag zu entdecken. Vielleicht erzählst Du etwas mehr von Dir wenn Du magst? Wichtig ist auf alle Fälle mit Deinem Arzt noch einmal die Medikamentation zu überprüfen, denn manchmal macht es Sinn die Dosis zu erhöhen, oder das Medikament zu wechseln. Das kannst Du aber nur mit Deinem Arzt besprechen. Schildere ihm Deine Befürchtungen und wie es Dir geht, sicher wird er Dich gut beraten.

Liebe Grüße
Andrea

09.03.2019 01:01 • x 4 #8




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