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Aktuelle WHO-Entscheidung - Burnout ist Krankheit

maya60

maya60
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Hallo, habe heute in verschiedenen online-Artikeln gelesen, dass die WHO für den ab 2022 gültigen neuen Klassifikationskatalog von Krankheiten Burnout als eigenständige Diagnose (Syndrom) aufgenommen hat.

Soweit - so überfällig!

Die 3 Kernkennzeichen sollen sein:
Voraussetzung: Durch chronischen Stress im Beruf erzeugt, der nicht verarbeitet werden kann
(andere Lebensbereiche gelten n i c h t )
1) Verminderte Leistungsfähigkeit im Beruf
2) Erschöpfung
3) Innere geistige Distanz zum Beruf bis Negativhaltung zum Beruf


Also, das Ganze hat wie alles Vor- und Nachteile, oder?

x 5 #1


41 Antworten ↓
Jedi

Jedi
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Hallo Eis !

Zitat von Eis:
ich arbeite "offiziell" nur 21 Stunden, hatte aber "nebenbei" ein paar Jahre Angehörige gepflegt, Haus & Garten, Kind und mehrere Ehrenämter.

da brauchst du nicht zu schreiben, nur 21 Stunden.
die pflege Angehöriger u. das für ein paar jahre zu übernehmen, dafür mein großen Respekt !
ich habe einen solch hohen respekt vor der Arbeit von pflegekräften, ob im krankenhaus, altenheim oder amb. pflegestation.
besonders für die menschen, die nun keine fachkräfte sind u. zu hause ihre zum teil schwerstpflegebedürftigen angehörigen, oft rund um die uhr versorgen müssen.
dann noch selbst haus & garten u. kinder, alle achtung !
wenn dann noch ehrenämter angenommen werden, was in unserer gesellschaft, ohne solche menschen, nur noch wenig funktionieren würde daumen hoch
Zitat von Eis:
Wo endet hier die "Arbeit" und wo beginnt die Freizeit?

eine erwerbsbsarbeit, deine 21 Stunden gehören zur arbeit , um damit den lebensunterhalt zu bestreiten.
angehörige zu pflegen, wird oft als eine pflicht betrachtet, je nach verhältnis zu diesen angehörigen.
allerdings ist dies auch arbeit, eben nicht im klassischen sinn, eine erwerbsarbeit,
die nicht minder schwer, nicht minder anspruchsvoll, wie eine erwerbsarbeit zu bewerten ist.
ehrenamt würde zur freizeit für mich zählen, da ich sie mir freiwillig auswähle.
schön wäre es, wenn man die gartenarbeit als ein hobby, als erholung betrachten kann.
hausarbeit u. kinder sind schon pflichtaufgaben, die man sich nicht so einfach entledigen kann.

mir hat hausarbeit auch mal freude gemacht, aber ich fand sie auch manchmal zum schlecht
kinder in ihren jeweiligen altersstufen, fand ich immer klasse, aber mal ehrlich, sie haben einen auch schon mal den letzten nerv gekostet.

Zitat von Eis:
Wo endet hier die "Arbeit" und wo beginnt die Freizeit?

villt. liegt es an unserer einstellung oder gar an unserer haltung zu den unterschiedlichen tätigkeiten ?
schwierig zu sagen, wie wir was erleben, ob es uns besonders schwer fällt, ob wir freude daran haben,
ob es uns wohlmöglich an schlecht ?
äußere umstände nehmen sicher auch einfluss darauf, wie wir zu den tätigkeiten uns verhalten.
Zitat von Eis:
War es ein Burnout, Erschöpfungsdepression oder einfach die Endstufe des Burnout?

oder
Zitat von Eis:
Einfach eine Depression?

ich glaube, dass dies nur wirklich festzustellen geht, durch Psychotherapie.
in den geschichten, in den wahrnehmungen, in dem erleben, was die klienten berichten, lassen sich gesicherte hinweise erkennen, um welche diagnose es sich handelt.

LG Jedi

29.05.2019 14:04 • x 5 #35


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A


Hallo maya60,

Aktuelle WHO-Entscheidung - Burnout ist Krankheit

x 3#3


Jedi

Jedi
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Zitat von Eis:
nicht medikamentös eingestellt worden wäre, dann könnte ich heute noch nicht arbeiten.

da stimme ich dir völlig zu !
also ich bin u. das aus eigener erfahrung, durchaus für eine medikamentöse behandlung.
abhängig davon ist die schwere der erkrankung u. auch das leiden, was der klient für sich empfindet.
habe schon des öfteren versucht, die oft falschen vorstellungen von Antidepressiva, die sich immer noch hartnäckig halten, einer anderen eher wissenschaftlich fundierten erfahrung gegenüber zu stellen.
ist mir mal mehr u. mal weniger gut gelungen.
zu meiner ganz persönliche erfahrung, gehört eine evtl. medikamtöse behandlung u. Psychotherapie zusammen.
scheitert in der regel aber an den langen wartezeiten, auf einen therapieplatz.
in eine klinik zu kommen, scheint da eher möglich zu sein.
ist aber wohl auch vom wohnort her, sehr unterschiedlich.
Zitat von Eis:
Manchmal braucht es leider - natürlich zusätzlich zur Psychotherapie - auch Medikamente.

da bin ich ganz bei dir u. würde sogar sagen, nicht leider, sondern oft Gottseidank, dass wir die Antidepressiva der neuen Generation haben.
Zitat von Eis:
aber ich fühl mich mit den Tabletten jetzt wieder wie ein (fast) vollwertiger Mensch.

das finde ich toll !
mich haben in meiner anfangszeit, meines psychischen u. physischen zusammenbruchs, Antidepressiva geholfen, überhaupt therapiefähig zu werden u. ich konnte mir so eine einigermaßen tagesstruktur schaffen.

LG Jedi

28.05.2019 23:09 • x 4 #22


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E
Endlich.

x 2 #2


maya60
Oder doch nicht? kopf gegen die wand

In den Spon-Kommentaren verlinkte jetzt gerade jemand eine Gegendarstellung der WHO in der tagesschau?
Danach bliebe Burnout ein Einflussfaktor auf Gesundheit, aber nicht eigenständig?

Grrrrrr anbeten Ja, was denn jetzt?

Ich lese davon seit Stunden und jetzt stimmt es nicht oder doch oder wie oder was?

x 1 #3


W

E
Es kommt auch auf "ZEIT-online", also da muß schon ebbes dran sein!

x 1 #5


ZeroOne
Ich habe das aber auch so im Netz mehrfach in unterschiedlichen Quellen heute gelesen, wie du in deinem ersten Post geschrieben hast @maya60 !

Die WHO verweist sogar deutlich darauf, dass der Begriff "Burn-Out" ausschließlich im beruflichen Zusammenhang verwendet werden darf (genauer: Gefühl von Erschöpfung, zunehmende geistige Distanz / negative Haltung zum eigenen Job und verringertes berufliches Leistungsvermögen) und nicht für sonstige Lebensbereiche.

Wie ich das werten soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. durcheinander

Was ist z.B. mit einer nicht berufstätigen Mutter die "ausgebrannt zusammenbricht", weil sie einfach mehrere Kinder, einen komplexen Haushalt, Haus, Garten, fordernden Gatten, etc. trotz vollem Einsatz nicht mehr gewuppt bekommt und deshalb runtergebrannt ist? Für mich war das bisher ganz klar auch "Burn-Out".

Eigentlich fand ich es bisher über Z73 (ICD-10-GM) gar nicht sooo schlecht abgebildet, wo es heißt ".Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung.Inkl.: Akzentuierung von Persönlichkeitszügen. Ausgebranntsein [Burn-out]."

Schwieriges Thema.

LG
ZeroOne

x 3 #6


W
ich vermute, es hat versicherungsrechtliche bzw arbeitsrechtliche Gründe.

siehe auch:

https://www.nzz.ch/meinung/burnout-als-.ld.1476934

x 3 #7


maya60
Also, wenn die WHO selber einen Rückzieher von ihrer ersten Krankheitsentscheidung gemacht hat, wie es dein erster link, Wallis, nahelegt, dann womöglich wirklich wegen der enormen Konsequenzen für die Arbeitswelt. Mr. Green
Versicherung, Krankmachende Arbeitsverhältnisse en masse, die keine Arbeitsmedizin mehr vertreten dürfte - das wäre ja schrecklich für die Wirtschaft und auch für die ganze Folgenwirtschaft, die uns Burnoutler behandelt und das bisjetzt alles individualisieren. Mr. Green Berufskrankheit Burnout, Arbeitsunfähigkeit weia, der gesamte Pflegebereich, Pädagogische, Sozialpädagogische Bereich, wo kämen wir denn da hin? Mr. Green

Also ist es jetzt ein gesundheitsschädigender Einflussfaktor, bei dem diese Fokussierung nur auf den Berufsbereich noch weniger Sinn macht als vorher als Krankheitseinschränkung. Dinge wie Doppelbelastung von Eltern mit Kindern oder zu pflegenden Angehörigen oder von Frauen, die als "Universalpflegerin" für Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Onkel, Tanten usw. Jahrzehnte ausbrennt.

Alles ein bisschen sehr große Stolperei der Fachleute. Irgendwie mit der heißen Nadel das Ganze. Also am Ende eine Verschlimmbesserung? Doch keine Krankheit, dafür aber eine Einschränkung gegenüber zuvor? Den Einflussfaktor bisjetzt fand ich nämlich auch besser und zutreffend beschrieben, Zero!

x 1 #8


Hoffnung21
Ich weiß nicht, ob Burnout und Depression wirklich auseinandergehalten werden kann. Wer ist schon NUR vom Arbeitgeber gestresst und der Rest läuft ohne jegliche Probleme? Also bei mir war das ein Mischmasch. Ich hab mal einen Satz gelesen, der mir persönlich sehr gut gefällt: "Burnout ist der Weg in die Depression". Ich weiß, Burnout klingt einfach schöner, ist anerkannter, aber tatsächlich ist die Endstufe doch die Depression. Ich hab auch am Anfang immer gesagt, ich hab ein Burnout, bis ich mich dann getraut hab zu sagen, "Ich hab eine Depression".

LG Eis

x 3 #9


W
ich habe nicht wirklich ahnung, aber ich dachte immer, es sei umgekehrt? also dass jeder Burnout die Depression enthält?

x 1 #10


ZeroOne
Ich kenne auch Ärzte / Therapeuten, die den Begriff Burn-Out überhaupt nicht verwenden wollen und als Synonym Erschöpfungsdepression verwenden.

LG
ZeroOne

x 3 #11


Hoffnung21
Stimmt @zeroone, mein Arzt hat auch die Erschöpfungsdepression formuliert und nur beim Gespräch mit mir einmal ganz kurz von Burnout gesprochen. Ich finde auch die Abgrenzung Burnout/Depression sehr schwierig. Und in der Reha hat niemand mehr von Burnout gesprochen, sondern klar von Depression.

@Wallis
Die Endstufe eines Burnout ist IMMER die Depression, aber bei "leichten" Formen eines Burnout kann man NOCH nicht von Depression sprechen.

LG Eis

x 1 #12


Nickse
@ZeroOne und @eis:

Ich habe allerdings im Internet auch mehrmals gelesen, dass Erschöpfungsdepression nur ein anderes Wort für BO ist?

Allerdings nicht in jedem Beitrag. Wo wäre der Unterschied?

x 2 #13


Hoffnung21
Ich würde sagen die Endstufe des Burnout ist die Erschöpfungsdepression, wobei es oft gleichwertig benutzt wird. Beim Burnout gibt es ja mehrere Phasen, die ersten Phasen sind mE nur der Weg in die Depression. Ich hab die verschiedenen Phasen aber nicht im Kopf. Anfangs halt enorme Leistungsbereitschaft, dann langsam Leistungsabbau, Erschöpfung und Frust auf die Arbeit usw.

x 2 #14


A


Hallo maya60,

x 4#15


W
Zitat von Eis:

@Wallis
Die Endstufe eines Burnout ist IMMER die Depression, aber bei "leichten" Formen eines Burnout kann man NOCH nicht von Depression sprechen.

also mein BO hatte wohl früher schon Depressionen, nicht wegen Arbeit, sondern aufgrund schicksalsschlägen, jetzt in den letzten Monaten hat er wieder Depressionen, Panikattacken und nun heisst das Ding wohl Burnout.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe.

#15

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