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Ab wann bekommt man einen Pflegegrad ?

Sifu

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Hallo, ich bin seit meiner Kindheit in Therapie wegen Depressionen und Angstzustände (ca. 50 Jahre). Mittlerweile bin ich unbefristet 50 Grad schwerbehindert und Frührentner. Dazu kommen internistische und orthopädische Probleme. Durch die Depressionen mache ich fast gar nichts mehr außer herum liegen und schaffe nicht einmal die allgemeine Körperhygiene.

Reicht das um einen Antrag auf Pflege zu stellen ?

#1


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Dakota

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Heute morgen war der Termin. Generell lasse ich ja niemanden gerne rein und nun sah es hier auch alles andere als ordentlich aus... Aber ich muss sagen, die Dame die kam war sehr professionell. Sie gab mir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich mich schämen muss. Insg. dauerte der Termin etwa 40 Minuten. Sie stellte Fragen, die ich schon von dem Pflegegradrechner kannte aber lange nicht alle. Vieles schrieb sie direkt mit in ihr Laptop und sagte mir auch vorher, dass ich mich nicht irritieren lassen soll dass sie mitschreibt, so wäre es effektiver. Das fand ich auch nett, dass sie mir das alles erklärte.
Ich zeigte ihr alle Berichte, den Schwerbehindertenausweis wollte sie sehen und sie fragte auch, ob ich Psychotherapie mache.
Wie nun ihr Gutachten an die Pflegekasse aussehen wird, kann ich nicht einschätzen. Sie sagte, ich bekäme in 1 bis 2 Wochen Post von der Pflegekasse. Sie fragte auch noch, was ich mit dem Geld machen würde, wenn ich Pflegegeld bekäme.
Unabhängig davon, was nun dabei herauskommt, war der Termin positiv, denn die Dame war sachlich, höflich, professionell und ließ mich nicht spüren, in welcher Situation ich bin, dass es hier dreckig ist etc. Ich denke auch bei dem Job hat sie schon alles gesehen.
Ich werde ein Update geben, wenn die Post kommt.

10.03.2026 15:24 • x 4 #36


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A


Hallo Sifu,

Ab wann bekommt man einen Pflegegrad ?

x 3#3


Dys

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Zitat von Dakota:
Den Termin hätte ich mir sparen können. Ich habe mehrfach den Pflegegradrechner probiert, immer kam voraussichtlich Pflegegrad 2 raus. Jetzt steht in allen Punkten (!) im Gutachten 0. Nichtmal Plegegrad 1. Das ist ein Witz, oder?

Hi,
ich hab mir mal den Pflegegrad Rechner beim VDK runtergeladen und angeschaut. Ganz ehrlich, für quasi Laien ist das kein geeignetes Tool um treffsicher den eigenen Pflegegrad zu ermitteln. Die Antwortmöglichkeiten sind ja noch überschaubar aber bei der Gewichtung hat einiges durchaus Potenzial für Fehlkalkulationen.

Alleine die Fragen die sich nur mit psychischen oder kognitiven Fähigkeiten beschäftigen wären schon ein „Fallstrick“ wenn man in der Lage ist, sie selbstständig auszufüllen, was ja schon in sich widersprüchlich gedeutet werden kann, wenn jemand selbstständig einen Fragebogen über kognitive Fähigkeiten ausfüllt und sagt, dass er das ja eigentlich nicht kann und dabei schlüssige Antworten geben würde. Auch die Fragen zur eigenständigen Einnahme von Medikamenten sind insofern schwierig, wenn man tatsächlich selbst seine Medikamente zurecht macht und selbst nimmt, ungeachtet dessen, dass man die Einnahme auch mal vergisst. Da wäre die Notwendigkeit, das jeden Tag jemand kontrolliert, dass sie regelgerecht eingenommen werden wohl nachzuweisen, ungeachtet dessen ob es dann jemand gäbe, der eben kontrolliert. Denn wenn man lediglich sagen würde, ich muss mir beispielsweise einen Wecker stellen, der mich erinnert das ich Pillen nehme, so ist das auch nichts anderes als wenn jemand einen Wecker braucht um morgens aufzustehen, damit er pünktlich zur Arbeit kommt.

Das Gehirn kann einem bei diesem Fragebogen wirklich ein Schnippchen schlagen, wenn eine Frage nach der tatsächlichen Fähigkeit zu etwas gestellt wird und man eher gewillt ist zu glauben, diese Fähigkeit nicht mehr zu besitzen. Erstrecht wenn es keine gesicherte Diagnose gibt, die etwas belegen könnte. Beginnende Demenz z. B. oder Rheuma das immer wieder Schübe hat, die eine Bewegungsfähigkeit weiter einschränkt.

Deswegen würde ich diesem Rechner nicht zu sehr vertrauen, wenn ich ihn alleine nutzen würde. Besser vielleicht mit jemandem zusammen mal machen um die Fragen und was da genau gemeint sein könnte mal unabhängig voneinander zu beurteilen. Vor allem bezüglich was man wirklich nicht alleine kann und entsprechend eine Pflege oder Betreuung braucht.

Die Hürden liegen da wirklich sehr hoch und selbst ein GdB oder eine gewährte EM Rente, sind noch kein alleiniges Indiz um einen Pflegegrad zu erhalten. Bei rein psychischen Erkrankungen ist es noch schwieriger ohne Nachweise durch ärztliche Befunde die eine permanente Einschränkung attestieren, die eine häusliche Pflege erforderlich machen.

11.03.2026 16:33 • x 1 #43


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Albarracin
Experte

x 2 #2


Sifu
Zitat von Albarracin:
Hallo, derartige Einschränkungen in der Alltagsbewältigung können sehr wohl schon einen Pflegegrad begründen. Eine Übersicht mit einem recht zuverlässigen Rechner findest Du zB hier:

Danke ! Welche Vorteile hätte ich denn von einem Pflegegrad ?

#3


Albarracin
Experte

x 2 #4


Oli
Bei Pflegegrad 1 könntest Du Dir beispielsweise eine Haushaltshilfe alle zwei Wochen für 1,5 bis 2 Stunden leisten.

Ich empfehle Dir, einen vertrauten Menschen zu bitten, einen Pflegegradrechner mit Dir auszufüllen, gerade wenn Du im Moment so antriebslos bist.

Das ist meines Erachtens deshalb wichtig, weil die zur Verfügung stehenden Antwortalternativen für Laien ungenau erscheinen. Sie sind aber recht genau definiert. Die Hinweise dazu muss man im Pflegegradrechner durchlesen, um eine einigermaßen realistische Aussage zu erreichen. Auch hier ist eine Unterstützung durch Freunde oder Bekannte hilfreich.

x 4 #5


Albarracin
Experte

x 4 #6


hlena
Da haben @oli+albarracin
vollkommen recht.
Ich würde auf jeden Fall jemanden zur Hilfe nehmen und einen Antrag stellen.
Und falls es nicht klappt,den Antrag nach einem halben Jahr wiederholen.

x 1 #7


Sifu
Danke für dei Tips.

#8


Dakota
Habe jetzt auch mal den Pflegegradrechner ausgefüllt und warte noch auf die Auswertung per E-Mail. War schockiert, wieviele Fragen da auf mich zutrafen...
Habe seit knapp 3 Monaten Fatigue durch Dysthymie und eine weitere Erkrankung und liege oft nur herum bis nachmittags. Immer müde, Körperhygiene durch mangelnden Antrieb vernachlässigt...
Ich warte die Auswertung ab, vielleicht stell ich auch einen Antrag.
Stimmt es, dass Pflegegeld nicht als Einkommen auf die Erwerbsminderungsrente und auf Sozialleistungen angerechnet wird? Das hieße man bekommt es, ohne dass andere Leistungen gekürzt werden?

x 1 #9


Dakota
Habe eine Auswertung erhalten, da steht Pflegegrad 2. Ich fühle mich gerade schlecht damit wie weit es alles mit mir gekommen ist.
Was mache ich jetzt? Antrag stellen?

x 1 #10


hlena
Auf jeden Fall versuchen.

x 3 #11


Dakota
Habe meiner Krankenkasse eine Nachricht geschickt und ich denke, die werden mir nun ein Formular senden.

x 1 #12


hlena
Normal läuft das so ab Very Happyie Krankenkasse leitet das weiter an die Pflegekasse.
Und die Pflegekasse schickt dann den Termin.
Zu diesem Termin kommt dann jemand vom MDK zur Begutachtung.

x 3 #13


Dakota
Ich hab ja noch nichts ausgefüllt. Ich denke die werten meine Mail als formlosen Antrag und senden mir nun noch ein Formular zu und dann alles Weitere mit dem MDK.

x 1 #14


A


Hallo Sifu,

x 4#15


hlena
Ich denke die Mail gilt als Antrag.
Ein Formular bekommt man nicht zugeschickt.
Am Tag des Termins,stellt der Gutachter die Fragen und hält die Antworten schriftlich fest.
Dann wird innerhalb eines Gremiums entschieden und man erhält das Ergebnis schriftlich.
Falls man mit dem Ergebnis nicht einverstanden ist,kann man dagegen Widerspruch einlegen.
Man bekommt den Bericht der Begutachtung mit der Bewertung zugeschickt.
Somit kann man auf jeden Punkt,der einem nicht richtig bewertet erscheint,eingehen.

x 3 #15

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