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Wann Antrag stellen wegen Erhöhung des Grades der Behinderung

Hallo,

ab wann kann ich für eine schwere Depression einen schwerbehindertenantrag stellen? Als ich den Herzschrittmacher implantiert bekommen habe, wurde mir GdB 10 vom Versorgungsamt bestätigt und weil ich meine Depression jahrelang verschwiegen habe und jetzt eine schwere Depression durchlebe, ab wann ich den Antrag auf Erhöhung beim Versorgungsamt stellen kann.

Meine Hausärztin hat für die Krankenkasse „Verordnung von medizinischer Rehabilitation“ letzte depressive Episode 2015, wo ich vier Wochen Arbeitsunfähigkeit hatte und nicht länger konnte, wegen angst um meinen Arbeitsplatz hatte. Seit Dez. 2016 wieder eine schwere Depressive Episode mit Arbeitsunfähigkeit und nach sechs wochen die Kündigung vom Arbeitgeber bekommen. Ich hatte im meinem ganzen Leben depression gehabt aber nie in Ärztliche behandlung begeben und dadurch keine Ärztliche befunde vorliegen.

Mir geht es darum, wenn ich die Kündigungsschutzklage gewinnen sollte, das die Kündigung zurück gezogen werden muss, das ich ein Antrag auf gleichstellung am Arbeitsamt stellen kann, wenn ich eine Erhöhung vom Versorgungsamt bekomme und mich dadurch vor der nächste Kündigung schützen kann.

Gruß

milzie

02.02.2017 19:44 • #1


Albarracin
Hallo,

für einen Antrag auf Schwerbehinderung benötigt man zuerst einmal eine gesicherte ärztliche Diagnose. Der Arzt, der die Diagnose gestellt hat, sollte auch auf Anfrage des Versorgungsamt die konkreten Teilhabeeinschränkungen (sowohl privat als auch beruflich) beschreiben können. Außerdem sollte für die geltend gemachte Einschränkung auch eine Therapie stattfinden. Gibt es keine Therapie, darfdas VA mangels "Leidensdruck" die Einstufung herabsetzen bzw. komplett ablehnen.
Seitenlange Selbsteinschätzungen des Antragstellers sind in aller Regel völlig überflüssig und interessieren das VA nicht die Bohne.

03.02.2017 11:21 • #2


Hallo Wolfgang,

danke für die Auskunft.

Gruß

milzie

03.02.2017 12:53 • #3


Antrag auf Erhöhung des Gdb

Seit 2009 habe ich 30 % Gdb und die Gleichstellung mit Schwerbehinderung. Fast seit einem Jahr leide ich unter Depressionen und möchte jetzt den o. g. Antrag stellen. Im Oktober werde ich 61 Jahre alt und als Schwerbehinderte könnte ich dann mit 10,8 % Abschlag in Rente für Schwerbehinderte einreichen. Soll man in dem Antrag neben aller meiner gesundheitlichen Einschränkungen auch diese soziale Situationen erwähnen? Bin seit März 2017 arbeitslos (Schließung der Firma) und zur Zeit seit fast einem Jahr krankgeschrieben. Habe jetzt schon wieder Angst vor dem Antrag und der Ablehnung. Ist das alleine zu schaffen?

23.05.2019 21:18 • #4


Alexandra2
Liebe Eva, herzlich willkommen.
Ich habe damals den Tipp bekommen, den Alltag schriftlich zu schildern. Das habe ich mit Umschreibung der Symptome eines ganzen Tages eingereicht. Die soziale Situation fällt da mit hinein.
Konkret schrieb ich bspw von der Schwierigkeit morgens aufzustehen, Kraftlosigkeit etc. Mir war wichtig die neue Diagnose Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom im Zusammenhang mit der Depression zu beschreiben. Weil sich beides gegenseitig beeinflusst. Die Entscheidung des Amtes fällt nicht auf Grundlage von mehreren Krankheiten, sondern der schlimmsten. Das sieht bei der Depression wegen ihres hohen Einflusses auf die Lebensqualität etwas anders aus. Die Depression lässt sich nicht isoliert betrachten.
Und das Amt ist auf Informationen angewiesen, aus denen deutlich die gegenseitige Beeinflussung der Depression mit anderen Störungen/Erkrankungen hervorgeht.
Du kannst ja noch nach den sog versorgungsmedizinischen Grundsätzen schauen, um heraus zu bekommen, was wichtig ist.
Ich hatte die Bewilligung von GdB 30 auf 50 erhalten.
Liebe Grüße
Alexandra

24.05.2019 02:45 • x 2 #5


sundancere20j
Guten Morgen in die Runde,

ich denke auch, dass es erforderlich ist, neben einer ausführlichen eigenen Beschreibung des Alltagserlebens, fachärztliche/therapeutische Begleitung zu haben, die über die eigene Beschreibung hinaus den Leidensdruck gesichert bestätigen. Habe das zusammen mit der Sozialarbeiterin der Tagesklinik durchgesprochen und meinen Antrag im April eingereicht.

Gestern bekam ich nun den Bescheid mit einem GdB von 40 bei PTBS und rezidivierender Depression.

Habe vorsorglich mal Widerspruch eingelegt, weil ich mindestens 50 für angemessen halte. Werde aber dennoch schon aufgrund dessen auch die Gleichstellung beantragen, falls der Widerspruch ins Leere läuft.

Nur den Hausarzt zu konsultieren halte ich für eher problematisch, aufgrund der fehlenden Kenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten. Und ich bin bei meinem Hausarzt schon seit 20 Jahren und habe volles Vertrauen. Dennoch koordiniert er eher meine Behandlungsoptionen, zumindest in Hinsicht auf notwendige Facharztbehandlung bei meiner psychischen Erkrankung.

Viele Grüße
S.

02.07.2019 04:36 • x 1 #6


Albarracin
Hallo sindance,

ich hoffe, Du hast noch keine Begründung geschrieben und erst mal Akteneinsicht verlangt ?

02.07.2019 16:13 • #7