Zitat von Lost111: Ich erwäge, mich bzgl. Rente beraten zu lassen. Aber auch das ist ein Schritt, der mir
nicht einfach fällt.
Wenn Du einen Kühlschrank kaufen möchtest, gehst Du nicht in ein Geschäft und lässt Dich beraten? Nur mal ein Beispiel von unzähligen die es gibt, wenn es um Beratung geht.
Würdest Du eine unverbindliche Beratung bekommen, bezüglich einer EM Rente, (was aber auch eigentlich auf den Webseiten der DRV schon gegeben sein kann um sich in die Materie einzulesen) in Anspruch nehmen, so könnte Dir beispielsweise gesagt werden, dass es auch eine Teil EM Rente geben kann, wenn man „einfach“ nicht mehr Vollzeit arbeiten kann, aber wenigstens noch Teilzeit arbeiten will. Trotzdem ist ja die Beratung nicht gleich dass, was man dann gegebenenfalls beantragt, falls man überhaupt etwas beantragt. Und ungeachtet dessen was sich aus einem Antrag ergibt, es geschieht ja nichts, dem man nicht zustimmen möchte.
Es gibt ja auch nicht unendlich viele Szenarien, die man sich aufmalen könnte, wie eine finanzielle (und darum geht es ja primär) Absicherung aussehen kann, wenn man tatsächlich garnicht mehr arbeiten kann und es auch nicht tut.
Krankschreibung bis zur Aussteuerung ist möglich. ALG1 bis zum Ende des Leistungsbezugs ist möglich. Schon während einer längeren Krankschreibung würde man ziemlich sicher aufgefordert werden einen Reha oder sogar EM Rentenantrag zu stellen. EM Rente ist somit auch möglich. Und wenn man sonst keine Absicherung erhält, wäre Grundsicherung möglich, sofern man einen Anspruch darauf hätte. Da käme es auf den Zustand oder das Vorhandensein einer Bedarfsgemeinschaft, beispielsweise einer Ehe, an und wieviel Einkommen generiert wird. All diese Maßnahmen würden aber an der Erkrankung, die man hat, ja nichts ändern und wenn die ein „normales“ Arbeiten nicht mehr möglich macht, dann ist das ja so. Selbst eine Beratung, wie man eventuell genesen könnte, bedeutet nicht unbedingt, dass das passieren muss. Trotzdem kann man auch so eine Beratung bekommen. Der Schritt, eine Beratung in Anspruch nehmen zu können, ist lediglich der, eine zu wollen. Wie sich das anfühlt, ist etwas anderes und was man aus der Beratung für sich mitnimmt ist wieder was anderes.
Zitat von Herbstlicht2025: Es ist vielleicht unter anderem deshalb nicht leicht, weil Arbeiten auch das Selbstwertgefühl stärkt und aus gesundheitlichen Gründen aufzuhören kann sich wie eine Niederlage anfühlen. Und es ist bei uns auch unterschwellig verpönt, nicht zu arbeiten.
Auch das mag so sein, aber wessen Sichtweise ist das denn? Eine Niederlage fühlt sich nicht gut an, aber worin man eine Niederlage sieht, ist rein subjektiv, so wie das, was man aus ihr generiert. Es mag auch verpönt sein nicht zu arbeiten, aber von wem? Der Milliardär, der nichts mehr macht, außer seinen Luxus zu leben, wird es nicht verpönen, selbst nichts zu arbeiten. Was tut man denn nicht auch alles, das Andere verpönen, trotzdem? Es tut mir leid, aber das Argument, es könnte oder wird von Anderen verpönt und deswegen tue ich es nicht, zieht bei mir nicht, schon alleine aus dem Grund, dass es ja Menschen gibt, die Dinge tun, die ich verpöne. Mit Jogginghosen in der Öffentlichkeit rumlaufen, ohne zumindest den Anschein zu erwecken, man wäre in der Lage zu joggen, beispielsweise und was lediglich mich dazu bewegt, es eben nicht zu machen. Etwas zu verpönen ist also auch nur Geschmacksache und überwiegend wird verpönt, dass man deswegen selbst nicht tut, weil es dem eigenen Gusto nicht entspricht. Das entscheidende ist doch die Selbstwirksamkeit, die ich habe, aber auch erkennen muss. Ohne die, machen Gedanken an Selbstfürsorge oder bezüglich einem Selbstwert nämlich keinen Sinn. Sogar etwas zu verpönen erfordert die entsprechende Selbstwirksamkeit.
Warum also nicht tatsächlich einfach mal beraten lassen, denn das ist es ja, Einfach. Es kostet einen Anruf oder Besuch bei einer Beratungsstelle der DRV um eine Beratung in die Wege zu leiten. Man muss es tatsächlich lediglich wollen und dann im Rahmen der Selbstwirksamkeit tun.
Zitat von Lost111: Aber was ist schon einfach ?!
Warum gebe ich nicht "einfach" auf ? Aber "einfach" ist es nicht
Einfach ist etwas, dass nicht schwer ist und es gibt einfache Dinge die einem nicht schwer fallen. Es ist aber ein subjektives empfinden und dementsprechend eine subjektive Beurteilung. Wenn etwas nicht einfach ist, kann es schwer sein, aber deswegen trotzdem nicht unmöglich. Und selbst wenn vieles schwer ist, so wird es trotzdem auch einfaches geben. Das Leben ist sowohl einfach, als auch schwer. Etwas davon aufzugeben, kann nicht passieren, aber man kann eventuell lernen, mit beidem angemessen umzugehen, egal ob das mal leicht und einfach, oder mal schwierig oder schwer empfunden wird.
Wenn es darum geht, aufzugeben, spielt es keine Rolle ob das dann einfach oder schwer ist. Das Ergebnis, wie es auch immer aussehen würde, wäre eines, das sich daraus ergibt, wenn man aufgegeben hat. Aufgeben muss man aber trotzdem selbst tun. Und wenn man irgendetwas tun kann, könnte man eben auch nicht aufgeben, was ja lediglich ein entsprechendes Tun benötigt.