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Will in einer Klinik nicht allein sein

Hallo ihr Lieben,

ich habe mich entschlossen, eine stationäre Therapie anzugehen. Habe das Gefühl, ich stehe bis zur Brust im Treibsand und komme ohne Hilfe nicht mehr raus. Muss mich einfach ein bisschen "ausheulen".

Eines meiner größten Themen ist die Angst vor'm Alleinesein. Ich habe sowieso nur zwei wirkliche soziale Kontakte hier. und dann so weit weg. Ganz alleine. Der Gedanke ist furchtbar.
Nun ist es so, dass mein bester Freund schon mehrfach Klinikaufenthalte hatte. Immer mit dabei war ein kleines Buch, in das jeder reinschreiben konnte, was er wollte. Und in eben diesem Buch stehen so viele so schöne Sachen über ihn drin. Zu Recht, denn er ist ein wundervoller Mensch.
Ein anderes großes Thema ist, dass ich Angst davor habe, nicht angenommen zu werden. Mich falsch zu fühlen. Ausgeschlossen zu werden. Mit meinen Problemen alleine dazustehen. Ich weiß natürlich (rational), dass das sehr unwahrscheinlich ist, aber Ängste sind eben nicht rational.
Das ist ein Horrorszenario, das ich momentan nicht loswerde: Ich hätte so ein Buch und niemand würde etwas schreiben wollen; es gäbe über mich nichts zu schreiben.

Ich kann mit diesem Gedanken nicht umgehen.

Vielleicht habt ihr ein paar Gedanken dazu. Wenn nicht, dann danke ich einfach für's Lesen.


undefined.

08.02.2019 11:25 • #1


Axel61
Der Witz an einer Klinik ist ja grade: Du bist NICHT alleine.

Ich war noch in keiner, weil es mir noch nie so schlecht ging, dass man mich hätte einweisen wollen. Aber nach allem was ich so höre, von Leuten die schon dort waren, ist es nach meiner Meinung entscheidend auf die Vorschläge der Ärzte auch einzugehen und alles 'mitzunehmen', as angeboten wird. Die Leute, die ich kennen, die ohne einen Effekt heraus gekommen sind haben sich verweigert: 'brauche ich nicht, will ich nicht, bringt eh nix, tut zu weh,.'. Das ist dann Self-fullfilling-Prophecy. Entscheidend ist die Einsicht, es für sich selbst zu tun, und nicht weil Andere es wollen.

08.02.2019 11:32 • x 1 #2


Wie gesagt: rational weiß ich das.

Ich bin absolut pro Klinik, ich freue mich auch irgendwo tief in mir darauf und ich bin mir fast sicher, dass es mir helfen wird. Dennoch habe ich Angst.

08.02.2019 11:37 • x 1 #3


Luna1985
Hallo undefined,

die Angst ist das Alarmsystem des Menschen. Und bei manchen Menschen ist dieses Alarmsystem "kaputt" und meldet sich ständig, selbst wenn gar keine Gefahr besteht. Sobald du andere Erfahrungen integrieren kannst, zB während der Erfahrung in der Klinik, kann dieses Alarmsystem ein Stück weit "repariert" werden. Die Angst wird sich weniger melden.

Vielleicht findest du einen Weg, der Angst weniger zu glauben, sie mehr loszulassen und dich für die positiven Erlebnisse in der Klinik zu öffnen. Lenk dich ab, schau dir schöne Filme an, höre Musik, die deine Stimmung positiv beeinflusst, etc.

LG Luna

08.02.2019 11:50 • x 3 #4


Pilsum
Hallo undefined,

dass Du Dich für eine stationäre Therapie entschieden hast finde ich sehr gut.
Hast Du schon einen Termin, wann es los geht?
Zitat:

Eines meiner größten Themen ist die Angst vor'm Alleinesein. Ich habe sowieso nur zwei wirkliche
soziale Kontakte hier. und dann so weit weg. Ganz alleine. Der Gedanke ist furchtbar.


Ein wenig kann ich verstehen, wie es Dir geht.
Du hast jedoch grundsätzlich immer die Möglichkeit, Dein "Alleinesein" zu beenden.
Nur wirst Du mich heute noch nicht verstehen.
Die Lösung besteht drin, dass Du lernst, auf andere Menschen zuzugehen und dadurch neue Kontakte aufzubauen.
Zitat:
Ein anderes großes Thema ist, dass ich Angst davor habe, nicht angenommen zu werden.
Mich falsch zu fühlen. Ausgeschlossen zu werden.


Ich finde, dies ist kein anderes Thema. Dies alles hängt eng zusammen.
Zitat:
Ich weiß natürlich (rational), dass das sehr unwahrscheinlich ist, aber Ängste sind eben nicht rational.


Ob Ängste rational sind, darüber könnten wir uns lange unterhalten.
Die meisten Ängste finde ich sehr rational. Deswegen kann man daran auch etwas verbessern, sie abschwächen
und manchmal sogar ganz beseitigen.
Andere Ängste erscheinen sehr irrational zu sein. Das werden aber nur wenige sein.

Viele Grüße

Bernhard

08.02.2019 12:22 • x 1 #5


Zitat:
Hast Du schon einen Termin, wann es los geht?


Nein, bisher noch nicht. Die Wartezeit liegt aktuell bei 2-8 Wochen.

Danke für deine Worte, sie geben mir doch ein wenig zu denken.

08.02.2019 12:28 • x 3 #6




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