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Wieder arbeiten?

sonnenbarke

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Hallo, ich bin neu hier.

Ich möchte mich gerne kurz vorstellen und etwas über meine Situation schreiben. Ich bin Mitte 40 und arbeite in der Pflege in einer 30 Stunden Stelle. Vor 7 Wochen erlitt ich einen Bandscheibenvorfall in der HWS, welcher in die Hand ausstrahlte.
Zuerst dachte ich an eine Sehnenscheidenentzündung, ich bin seitdem krankgeschrieben. In der ersten Woche ging es mir noch recht gut, ab der zweiten Woche jedoch fühlte ich mich wie erschlagen, so als ob ich eine schwere Grippe bekomme (jedoch ohne Husten,Fieber etc.)
Besonders morgens fing ich an zu weinen, den Rest des Tages lag ich dumpf auf dem Sofa.
Ich muss dazu sagen, dass Energielosigkeit sowieso schon lange zu meinem Leben gehört, ich habe auch seit 30 Jahren Hashimoto, der Endokrinologe fand auch eine schwache Cortisolproduktion.
Mein Hausarzt war zunächst sehr verständnisvoll, bei meinem letzten Besuch kam er jedoch ins Behandlungszimmer gestampft mit dem Satz So, wie soll es denn jetzt mit ihnen weitergehen?
Er sagte der MDK würde bald Druck machen und ich solle mir einen Psychotherapeuten suchen.
Meine Hand wird langsam besser, ich habe mir Laif 900 gekauft, konnte z.B. schon
gestern 1 Stunde spazieren gehen.
Ich bin mir sehr unsicher, ob ich wieder arbeiten gehen soll, da ich momentan sehr stressempfindlich bin und auch Kritik sehr stark runterzieht. Vielleicht stabilisiert mich die Arbeit ja auch?
Ich glaube ich traue mich garnicht nochmal zu meinem Hausarzt.
Ich wäre dankbar für Tips und Erfahrungen.

04.09.2020 12:19 • x 1 #1


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Heideblümchen

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Hallo und willkommen, @sonnenbarke !

Ich denke, es ist ein weit verbreitetes Problem, dass Hausärzte den Zustand einer möglichen Depression nicht immer gleich einschätzen können. Aber dafür gibt es Fachärzte. Lass dich vor allem wegen dem Hinweis auf den medizinischen Dienst (MDK) nicht verunsichern. Wenn du dich psychisch nicht in der Lage fühlst, arbeiten zu gehen, wenn du Anzeichen hast, dass du nicht mehr "hoch" kommst, dann lass dich umgehend zu einem Facharzt überweisen. Einem Neurologen, einem Psychologen....es ist DEINE Gesundheit und somit auch DEINE Entscheidung, wem du erzählst, was dich plagt und wer dich weiter behandelt. Deinem Hausarzt müsste eigentlich klar sein, dass er dich mit diesem Druckmittel MDK nicht unterstützt, sondern dir sogar noch mehr Druck und Angst macht. Keine professionelle Aktion, wie ich finde.
Ich bin keine Fachfrau für Depressionen, sondern "nur" eine selber davon Betroffene und Kranke, aber ich kann aus diesem Satz "ich glaube, ich traue ich gar nicht nochmal zu meinem HA", denke ich, schon heraus lesen, dass es Zeit ist, dir Unterstützung für deine Psyche, dein Selbstwertgefühl, dein Ego zu holen.
Schätzungsweise bist du auch mit weiteren Fragen hier im Forum genau richtig, falls du deine angesprochene Instabilität nicht selber einschätzen kannst und Fragen an die Mitglieder hier hast und Unterstützung (oder vielleicht hin und wieder Zuspruch) suchst. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, du bleibst noch ein bisschen im Forum, damit dir von verschiedenen Seiten geholfen werden kann. LG Heideblümchen

04.09.2020 12:46 • x 6 #2


sonnenbarke

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Ich danke dir für deine Rückmeldung.
Ich wollte heute in eine psychiatrische Notfallsprechstunde gehen, dort werden jedoch nur die ersten 3 Patienten angenommen, am Montag gehe ich nochmal früher hin.
Was ich noch vergessen habe zuschreiben ist: ich habe in letzter Zeit Probleme mit meinem Gedächtnis, ich mache Fehler und muss mich stark selbst kontrollieren um niemandem zu schaden, ich fühle mich wie blockiert in meinem Wattegehirn.
Kennt das irgendwer?

04.09.2020 13:27 • x 3 #3


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Heideblümchen

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Auch das solltest du zur Sprache bringen, @sonnenbarke , weil das natürlich viele Ursachen haben kann. Nebenwirkungen von Tabletten, Hashimoto (Schilddrüse), Durchblutungsstörungen, was auch immer. Ich kann zumindest deine Frage mit "JA" beantworten, weil ich diesen Zustand sogar sehr gut kenne. Bei mir hat das aber andere Ursachen und hat in dem Fall nichts mit der (meiner) Depression zu tun (was allerdings nicht heißt, dass es mich nicht genauso belastet wie dich!). Alles Gute!

04.09.2020 13:32 • x 3 #4


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Eis

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Hallo Sonnenbarke

Zitat von sonnenbarke:
Was ich noch vergessen habe zuschreiben ist: ich habe in letzter Zeit Probleme mit meinem Gedächtnis, ich mache Fehler und muss mich stark selbst kontrollieren um niemandem zu schaden, ich fühle mich wie blockiert in meinem Wattegehirn.
Kennt das irgendwer?


Ich kenne das sehr gut. In meiner wirklich schlimmen Phase konnte ich mir nichts mehr merken, ich konnte mich nicht konzentrieren und hatte auch extreme Schwierigkeiten, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Zeitweise hatte ich furchtbare Angst davor, dement zu werden. Es ist ein mögliches Symptom einer Depression, die sich ja bei jedem Patienten anders äußert.

LG Eis

04.09.2020 13:38 • x 6 #5


sonnenbarke

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Danke für eure Antworten!
letztens habe ich mit einer Freundin telefoniert, ich hatte den Eindruck mein Hirn verarbeitet nur einige Worte, ich musste mich anstrengen überhaupt den Sinn zu erfassen.
Es klang wie ein Singsang oder als wäre im Hintergrund das Radio an und hätte mit mir nichts zu tun.
Auch mir macht das Angst.
Der HA sagte letztens Ich glaube sie verstehen mich garnicht, wahrscheinlich weil ich vor mich hin gestarrt habe und nur langsam reagierte.
Auch wenn ich länger auf einen Punkt schaue z.B. auf eine Person werden die konturen unscharf und verschwimmen.

04.09.2020 14:01 • x 3 #6


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Eis

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Mach bitte einen Termin bei einem Psychiater. Die Wartezeiten sind oft lang. Nur er kann beurteilen, ob es tatsächlich eine Depression ist. Wir können nur anhand unserer Erfahren Tipps geben, aber es sollte wirklich ein Fachmann ran, und damit meine ich nicht deinen Hausarzt. Meine Hausärztin hätte meine Depression schon lange vorher diagnostizieren können, aber sie hat nur die Frage gestellt, ob ich mich überhaupt noch freuen kann. Das war alles. Es kam auch prompt ein ja von mir, denn auch als Depressiver heult man nicht den ganzen Tag und es gibt auch Momente der Freude. Dass sie anders sind als vor der Depression fällt lange nicht auf.

Zitat von sonnenbarke:
Auch mir macht das Angst.


Das kann ich absolut nachvollziehen, aber auch wenn du dir das im Moment nicht vorstellen kannst, es wird besser!

04.09.2020 14:19 • x 6 #7


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Eis

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Hallo Sonnenbarke

Zitat von sonnenbarke:
Der HA sagte letztens Ich glaube sie verstehen mich garnicht, wahrscheinlich weil ich vor mich hin gestarrt habe und nur langsam reagierte.
Auch wenn ich länger auf einen Punkt schaue z.B. auf eine Person werden die konturen unscharf und verschwimmen.


Das ist ein typisches Symptom einer Depression. Ich hab gar nichts mehr verstanden und musste mir die einfachsten Sachen erklären lassen. Z.T. musste ich es mir aufschreiben, weil ich es mir nicht merken konnte. Ich konnte auch keine komplexen Sachen mehr verstehen. Beim Einkaufen stand ich mal vor einem Regal mit Speisestärke und hab gar nichts mehr verstanden. Ich hab mir dann 2 Packungen angeschaut und wollte sie vergleichen und konnte es nicht. Ich hab gar nichts mehr wahrnehmen können und hab dann direkt eine Panikattacke bekommen. Aber es wird besser!

05.09.2020 18:21 • x 4 #8


sonnenbarke

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Ich hatte heute Post von der Krankenkasse im Briefkasten, ich dachte schon es wäre der MDK.
Aber nein, ich bin für eine Studie gegen Rückenschmerzen mit Krankengymnastik uns manuelle Therapie etc. vorgeschlagen. Mal schauen, vielleicht melde ich mich da mal an.
Am Montag versuche ich nochmal mein Glück beim Psychiater.

LG
Sonnenbarke

05.09.2020 22:14 • x 3 #9


sonnenbarke

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Hallo,
ich wollte nochmal berichten:
ich war bei einem Psychiater; der Arzt war sehr nett und hat sich viel Zeit genommen.
Auf meine Frage ob ich nun bald wieder arbeiten gehen solle meinte er, wenn der Antrieb langsam wieder kommt sei man noch nicht über den Berg und ich soll mir noch mehr Zeit lassen. Zu früh wieder anzufangen könne auch wieder einen Rückschritt bedeuten. Er würde mich auch weiter Arbeitsunfähigkeit schreiben.
Schmerzen im Arm und in der Hand werden besser. Jetzt kommt langsam die Ungeduld und ein schlechtes Gewissen, da es bezgl. der Psyche alles sehr langsam zu gehen scheint. Nach einem Spaziergang bin ich schon körperlich erschöpft und auch irgendwie psychisch ermattet.
Habt ihr noch Tips; was hat euch aus dem Loch geholfen?

LG
Sonnenbarke

08.09.2020 15:27 • x 2 #10


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Betse66

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Hallo Sonnenbarke,

was hilft dir, dass du aus dem Loch rauskommst? Zeit, viel Zeit! Bei jedem ist es anders.
Ich bin seit Ende Februar zu Hause, anfänglich noch nicht mit der Diagnose "schwere Depression". Es ist ein Auf und Ab, wohlgemerkt bei mir. Bin zwischenzeitlich sogar ins Krankenhaus, weil ich plötzlich SVV gezeigt habe.
Wenn dich schon ein Spaziergang erschöpft, bist du auf jeden Fall noch nicht so weit. Versuch deine Tage zu strukturieren, nicht auszufüllen (!). Du musst nicht jeden Tag saubermachen und einkaufen können. Es kann schon eine Leistung sein, eine Seite in einem Buch zu lesen. Vielleicht kennst du auch Entspannungstechniken - progressive Muskelentspannung, Qigong o.ä..
Ich kann mich beim Sport entspannen, aber eine Stunde wöchentlicher Hausputz entzieht mir jegliche Kraft. Es wird Tage geben, da glaubst du, es sei wieder alles bestens ... und dann ist das schlechte Gewissen natürlich besonders stark. Vorsicht!
Auch ich weiß noch nicht, wann ich es wieder zurück schaffe. Ich hoffe, es ist bald soweit. Aber ich habe unendlich viel Angst davor, Angst zu versagen, Angst, dass es zu früh ist ... keine Ahnung.

Gut ist auf alle Fälle, dass du einen Psychiater gefunden hast. Er wird dir sicherlich helfen. Ich wünsche es dir.
LG Betse

08.09.2020 16:56 • x 3 #11


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Heideblümchen

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Guten Morgen an alle und hallo @sonnenbarke,
deine Symptome, die du hier erzählt hast, kenne ich tatsächlich auch sehr gut. Vor allem das Thema Vergesslichkeit. Ich habe es eher unter der Rubrik "Reizüberflutung" verbucht. Ich starre etwas an, kann es aber nicht zuordnen, weil mein Kopf einfach dicht macht. Es hat schon Momente gegeben, da musste ich einen Laden (z.B. Aldi, wenn es ganz viele neue Ware gab) verlassen, weil ich es einfach nicht mehr ertragen habe. Zu viele Reize, zu bunt, zu hell.....nach dem 2. Regal bin ich wieder gegangen. Was ich kaufen wollte, habe ich nicht gekauft. Einfach raus!
Diese Vergesslichkeit kenne ich auch. Schlimm wurde und wird es immer, wenn ich mit meinem Partner etwas plane und wir reden kurz danach über weitere Alternativen. Dann mischt sich plötzlich alles, was wir besprochen und geplant haben und ich bekomme den zeitlichen Ablauf und die einzelnen Punkte nicht mehr auf die Reihe. Ich habe das ausführlich mit meinem Partner besprochen, wie sich das anfühlt, dass er nicht denken soll, ich hätte kein Interesse an dem, was er gesagt hat, sondern dass es mich verwirrt, wenn ich in diesen Phasen viele verschiedene Gedanken zeitlich und logisch "auf die Reihe" bringen soll. Auch für meinen Partner und meine Umwelt ein Problem, denn ich komme dann total durcheinander, bin frustriert und muss mich oft erst mal wieder sammeln.
Das ist aber nicht immer so und vielleicht ist gerade DAS das Schlimmste. Es gibt auch gute Phasen und die machen natürlich Hoffnung, nur um dann plötzlich wieder in sich zusammen zu fallen.
Außerdem neigt man (ich) dazu, wenn es wieder besser wird, sich tatsächlich viiiiiel zu viel zuzumuten, Pläne zu machen, die einen hinterher einfach nur ermüden, weil man irgendwann wieder an den Punkt kommt, wo einem alles zuviel wird. Man will, ganz verzweifelt WILL man. Aber man weiß, dass man es nicht schafft. Und das mit dem schlechten Gewissen ist mir auch nur zu sehr bekannt. Aber es nutzt nichts. Wenn sich der Kopf erholen soll, muss man sich Ruhe gönnen. Allein, dass einem der Kopf schon Signale gibt, ist ein wichtiges Zeichen, auf das man unbedingt hören soll.
Gleichzeitig ist die Betreuung und Begleitung eines guten Arztes sehr sehr wichtig. Gut, wenn du eine/n gefunden hast. Und wie ich hier schon gelesen habe, ist die Unterstützung durch einen Hausarzt nicht immer befriedigend. Das sind meist Allgemeinmediziner und die erkennen weder die Dringlichkeit noch haben sie genug Zeit (oder nehmen sich die gar nicht erst). Und da man sowieso in diesen Phasen oft schwach und angreifbar ist, wehrt man sich nicht, nickt das, was er sagt, einfach so ab, bekommt oft nur die Hälfte mit......und geht genauso ratlos nach Hause.....
Du bist auf einem guten Weg. Hast dir Hilfe gesucht, sie auch scheinbar im Ansatz gefunden, kannst dich hier austauschen (was ich auch sehr wichtig finde), solltest dir alle Ruhe antun, die du brauchst und ausprobieren, was dir gut tut. Und wenn du dazu mal nicht in der Lage bist: dann sei´s drum. Dann machst du mal NIX! Aufpassen musst du nur, wenn aus diesem Nix-Tun eine Phase wird, wo du zu gar nichts mehr in der Lage bist. Dann wird es Zeit, dass du auch in der Familie/im Freundeskreis um Hilfe anfragst, bevor du nicht mehr hoch kommst. Diese Phase fand ich, für mich, die Schlimmste und ich bin froh, dass mein Partner so toll reagiert hat und mir die Entscheidung (Klinik oder nicht) abgenommen hat. Ich wünsche dir alles Gute und ich lese weiter mit, wie es dir geht, falls du das hier schreibst.

09.09.2020 09:37 • x 2 #12


sonnenbarke

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Hallo nochmal,
ich berichte gerne weiter, da es mir auch gut tut.
ich musste immer funktionieren, schon von Kindheit an. Meine Mutter hatte MS und in den 90ern mehrere schwere Schübe, so daß sie im Rollstuhl saß. Also musste ich viel auffangen und ihr helfen.
In der Zeit habe ich auch Hashimoto entwickelt.
Das ich belastbar und patent bin ist sehr mit meinem Selbstbild verbunden; so daß es jetzt echt schmerzhaft ist nicht mehr rundzulaufen und an einer Grenze angekommen zu sein. Ich glaube ich habe lange Zeit ganz viel Trauer unterdrückt, auch schon aus früherer Kindheit. In meiner Familie war quasi mein Vater das Kind.Ich war immer ein ganz liebes, braves Kind, das nie Probleme gemacht hat; anders als er.
Der größte Teil meiner Familie ist inzwischen verstorben; also eigentlich alles Schnee von gestern.
Kommt jetzt aber gerade hoch, habe wohl zu viel Zeit zum nachdenken.

LG
Sonnenbarke

09.09.2020 11:15 • x 1 #13


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Heideblümchen

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Liebe Sonnenbarke,
es muss nicht schlecht sein, darüber nachzudenken und vieles zu verarbeiten. Vielleicht kommt auch daher der Druck und deine Erkrankung. Manchmal wird einfach vieles zu viel, auch unterbewusst.
Du kannst jedenfalls davon ausgehen, dass ich - und sicher auch die meisten hier - das alles abnicken können, was du erzählst. In der einen oder anderen Form haben wir das alle schon erlebt oder sind mitten drin. Willkommen also im Club.....
Und es ist schön, dass dir das Schreiben gut tut. Wenn es dir Erfüllung, Bestätigung, manchmal auch Antworten gibt....dann ist es doch super! Weiter so und alles Gute....ich schau die Tage hier wieder vorbei....(Liebe Grüße auch an die Stammkundschaft hier )

09.09.2020 13:57 • x 2 #14


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Jedi

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@sonnenbarke !

Zitat von sonnenbarke:
Der größte Teil meiner Familie ist inzwischen verstorben; also eigentlich alles Schnee von gestern.

Frühe Kindheitsprägungen sind niemals Schnee von gestern u. leben in uns noch sehr lange weiter.
Diese Erfahrungen nenne ich "das innere Kind" = unsere Kindheitserfahrungen !

Wenn wir nicht in Frieden kommen, mit unserem "inneren Kind" oder "Kindheitserfahrungen",
dann passiert das, was Du richtig beschreibst:
Zitat von sonnenbarke:
Kommt jetzt aber gerade hoch,

und nicht, weil Du:
Zitat von sonnenbarke:
wohl zu viel Zeit zum nachdenken.

sondern, weil Du/ Wir noch nicht im Frieden mit diesen Erfahrungen u. Erlebnissen sind !
So wirst Du immer mal wieder bemerken, dass da etwas bei Dir hochkommt u. möchte von Dir die heutige Erwachsene,
wahrgenommen u. angenommen werden.
Dies sind oft ungestillte Bedürfnisse, aus der Kindheitsprägung, die Dir aus den verschiedensten Gründen,
möglicherweise nicht erfüllt wurden oder werden konnte.

10.09.2020 15:07 • x 4 #15


sonnenbarke

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Hallo,
herzlichen Dank euch allen für eure Rückmeldungen!
Heute habe ich bei herrlichem Sonnenschein einen langen Spaziergang gemacht, ich fühlte mich fast normal, hatte aber natürlich gleich wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich noch nicht wieder arbeiten gehe.
ich hatte seit langem wieder eine Idee davon wie das Leben sich auch anfühlen kann.
Später war ich dann doch sehr erledigt und brauchte ein langen Mittagsschlaf.
Auch Musik hören macht mir seit einigen Tagen wieder Freude; vielleicht kickt das Johanniskraut ja jetzt voll rein?
Morgen muss ich nochmal zum Psychiater bezüglich der Arbeitsunfähigkeit.

LG
Sonnenbarke

10.09.2020 20:41 • x 1 #16


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Caro60

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Hallo Sonnenbarke,
Zitat von sonnenbarke:
einen langen Spaziergang gemacht, ich fühlte mich fast normal, hatte aber natürlich gleich wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich noch nicht wieder arbeiten gehe.


Schön ,dass du Freude an dem Spaziergang hattest ..ich habe erstmal gelesen bei dir .
Vergiss das schlechte Gewissen ganz schnell.
Bin ich froh, dass du dem Druck des HA entflohen bist (ging mir ähnlich und man fühlt sich elend schlecht dabei) !
Ich sag`s mal direkt ,vorübergehende Pseudodemenz ein Total RESET ,so habe ich es erlebt an mir ,nach etwa 4 Wo.
konnte ich wieder etwas anderes als aus dem Fenster in den Himmel schauen , spazieren gehen allein durch die Weinberge
(danach völlig erschöpft, müde).

Diese Erschöpfung hat sich lange aufgebaut(über Jahre),dauert entsprechend auch, um wieder besser zu werden,
man muss ständig daran arbeiten, nicht in alte Strickmuster wieder zu verfallen U N D man sollte unbedingt achtsam sein,
auf sich aufpassen !

Du bist vom Fach und wirst es einordnen können-ich wünsche dir die Kraft und Zeit aus dem Tal heraus und nicht zu früh bitte.
Ich werde weiter bei dir lesen ,wie es geht (schreiben und der Austausch im Forum hat mir auch sehr geholfen )
LG Caro60

11.09.2020 00:03 • x 2 #17


sonnenbarke

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Hallo, grüßt euch,
ich habe am Freitag dem Psychiater ganz froh erzählt, daß ich schon drei Tage durchgeschlafen habe.
Nun aber schon wieder zwei Tage das frühe Erwachen und ganz wenig Schlaf.
Durch den wenigen Schlaf fühle ich mich kraftlos und dumpf. Ich hatte heute Nacht die Idee, daß mein Leben in den letzten Jahren so lief wie bei einem Grubenpferd, daß in ewiger Dunkelheit schwere Lasten zieht und vom Leben außerhalb der Grube schon gar nichts mehr weiß.
Dabei hatte ich doch schon Morgenluft geschnuppert und dachte es wird langsam besser.
Geduld ist nicht meine Stärke.

LG
Sonnenbarke

13.09.2020 08:30 • x 3 #18


sonnenbarke

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Hallo, grüßt euch

habe heute ganz gut Antrieb, ich war schon spazieren, habe dann ein bisschen geputzt und gesaugt und war gerade einkaufen.
Habe dann plötzlich mit starken Frustgefühlen, Unlust und Wut an die Arbeit gedacht, besonders an die Kollegen. Ich weiß im Moment garnicht ob ich dahin zurück will.
Oberflächlich sind alle nett und freundlich und hinter dem Rücken wird schlecht gesprochen.
Das war früher mal ganz anders; hat sich jedoch in den letzten Jahren so negativ entwickelt.
Mit meiner Gehirnreude würde ich mir jedoch garnicht zutrauen etwas anderes anzufangen, ich wüßte auch garnicht was.

Ratlose Grüße
Sonnenbarke

15.09.2020 15:28 • #19


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Caro60

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Zitat von sonnenbarke:
Mit meiner Gehirnreude würde ich mir jedoch gar nicht zutrauen etwas anderes anzufangen, ich wüßte auch gar nicht was.

Du denkst über dich nach und was du ändern könntest /solltest, das ist doch schon ein guter Schritt.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es gut wäre, jetzt die Arbeitsstelle zu ändern, wichtiger ist, sich auszukurieren .
Dein Psychiater hat dir die Frage gestellt, ob du s c h o n bereit bist arbeiten zu gehen .
Du bist ein Teil der Behandlung, entscheidest das mit, je nach deiner eigenen Einschätzung.
Die Gedanken zu den Kollegen sind verständlich, wenn es keinen Spass macht mehr im Job.
Die primäre Situation scheint mir zu sein, daß du erst einmal etwas Zeit haben solltest, neue Kraft zu schöpfen
und nicht verfrüht aus schlechtem Gewissen heraus wieder arbeiten gehst.

Mit etwas Ruhe und Abstand kannst du vielleicht die Situation auf der Arbeit später anders beurteilen oder gart relaxter sehen-
das Wichtigste bist erst einmal du selbst !
Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur raten, nicht gleich 2..3 Schritte nach vorn ,das geht sonst evtl. gravierend rückwärts,
langsam und in kleinen Schritten, die eigene Erwartungshaltung zum "Funktionieren" zurück bauend.

Nimm dir die Zeit ,die du brauchst, dazu gehört auch Zeit zum Nichtstun, mal mit sich selbst sein, später zum Nachdenken über die nächsten Schritte.
Einen sonnigen Abend wünsch ich Dir
LG Caro60

16.09.2020 18:45 • x 1 #20


sonnenbarke

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Hallo Caro,
Danke für deine Anregungen, vielleicht hast du Recht damit, das ich die Arbeit mit Abstand anders betrachten kann. Ich komme momentan mit meinen Gefühlen gar nicht klar. Meist fühle ich gar nichts.
Alles taub und leer, dann plötzlich Tränen ohne wirklich Traurigkeit zu empfinden. Gespickt mit Wut und trüben Gedanken.
September war eigentlich immer mein Lieblingsmonat.

LG
Sonnenbarke

17.09.2020 19:08 • #21


sonnenbarke

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Hallo, grüßt euch
ich hatte gerade einen Termin bei einer Therapeutin (Erstgespräch); sie hatte zig Ideen zu welchen Ärzten ich mit meinen Gebrechen gehen könnte. Ich fühle mich schon überfordert wenn ich nur daran denke. Denn die Ärzte machen meiner Meinung nach zwar gerne Untersuchungen, bei den Lösungen lassen sie jedoch stark nach. Ich habe nochmal ein Gespräch mit ihr, da es heute nur um Körper und Vorerkrankungen ging.
Sie hat vielleicht auch Recht bezüglich der weiteren Untersuchungen, nur viel Hoffnung mache ich mir nicht.

LG
Sonnenbarke

Vor 4 Stunden • #22


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Caro60

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Es findet immer ein Erstgespräch statt,das finde ich persönlich gut.
Der Therapeut muss die Chance haben sich ein Bild vom Patienten zu machen und umgekehrt auch.
Sonst macht es wenig Sinn,denn eine Vertrauensbasis ist wichtig
LG Caro

Vor 4 Stunden • x 1 #23


sonnenbarke

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Hallo Caro,
hast du mit mehreren Therapeuten gesprochen, bis du den richtigen gefunden hast?

LG
Sonnenbarke

Vor 3 Stunden • #24


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Jedi

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Zitat von sonnenbarke:
Denn die Ärzte machen meiner Meinung nach zwar gerne Untersuchungen,
bei den Lösungen lassen sie jedoch stark nach.

"gerne Untersuchungen" - aber wie sollte sonst ein Arzt, dann eine Diagnose stellen können ?

"bei Lösungen -stark nachlassen" - weiß nicht , welche Erfahrungen Du mit welcher Erkrankung gemacht hast,
aber es kann immer sein, dass auch durch Untersuchungen, es nicht zu einer klaren Diagnose
kommt, denn eine Erkrankung u. da gibt es eine ganze Reihe davon, können sich viele Facetten in den
Untersuchungen zeigen u. somit auch schon mal eine klare u. eindeutige Diagnose nicht möglich machen
u. so ergibt sich auch des öfteren, dass eine Lösung (medizinische Therapie) nicht gezielt fstzulegen ist.
Dies mag bei Laien so wirken, als würde der Arzt bei der Lösung stark nachlassen. - natürlich kann ich dies aus meinem Kenntnisstand hier so feststellen.

Doch wenn man einmal betrachtet, wieviele Diagnosen, gar in einem Krankenhaus täglich gestellt werden u.
man so dem Patienten gezielt auch helfen kann, dann sind diese Fälle, wo eine Diagnose nicht so klar
zu ermitteln ist u. eine gezielte Therape dadurch nicht so möglich ist, als selten , bis gering zu beurteilen.
------------------------------------------------
Warum schreibe ich Dir das ? - weil ich Dir gerne Mut machen möchte, doch auch den Ärzten zu vertrauen -
ihnen zuzutrauen, dass sie nicht nur gerne aus kommerziellen Gründen gerne Untersuchungen durchführen,
sondern bestrebt sind, Dir @sonnenbarke u. auch vielen Anderen auch zu helfen !
(natürlich gibt es auch im Ärztlichen Bereich auch immer schwarze Schafe , dass ist mir bekannt)
Aber die Mediziner sind hier durch das Studium sehr gut ausgebildet u. durch die Techniken heute, die sowohl in den Krankenhäusern u. auch Arztpraxen vorhanden sind, sind wir hier inder BRD bestens aufgestellt.

Vor 3 Stunden • x 1 #25


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Caro60

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Zitat von sonnenbarke:
Hallo Caro,
hast du mit mehreren Therapeuten gesprochen, bis du den richtigen gefunden hast?


Bei meinem Sohn war es so ,ich selbst wurde im Krankenhaus von einem Therapeuten direkt angesprochen und hatte grosses Glück = es passte bis heute / 8 Jahre schon
LG Caro

Vor 2 Stunden • x 1 #26


sonnenbarke

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Hallo Jedi,
vertrauen in andere Menschen ist ein schwieriges Thema für mich.
Bei chronischen Erkrankungen kommt unsere westliche Medizin schnell an ihre Grenzen. Meine Hashimoto Erkrankung läßt sich auch z.B. nur mittels Hormonersatz behandeln (immerhin), daß zugrunde liegenden autoimmune Geschehen bleibt unbehandelt. Wenn man sich nicht wohl fühlt aufgrund der chronischen Entzündung heißt es dann an den Hormonen liegt es nicht.
Aber ich danke dir für deine Antwort und gebe die Hoffnung nicht auf.

LG
Sonnenbarke

Vor 7 Minuten • #27

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