Widerspruch bei Ablehnung der beruflichen Rheha

Lisbeth

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Hallo!

Seit Mitte April bin ich wegen mittelschwerer Depression & Burnout krankgeschrieben und bereits aus der Entgeltfortzahlung raus und beziehe Krankengeld von der Krankenkasse.

Da ich selbst in einem Therapeutischen Beruf arbeite weiß ich, wie wichtig es ist sich frühzeitig um Hilfe zu bemühen. Ich habe mich also direkt nach meinem Zusammenbruch um einen Ambulanten Psychotherapieplatz gekümmert, eine Kurzzeittherapie ist von der Krankenkasse genehmigt und in vollem Gange. Gleichzeitig habe ich über meine Hausärztin einen Rehaantrag gestellt, eine Wunschklinik (Heiligenfeld/Gruppe für soziale und helfende Berufe) ausgesucht und entsprechend begründet. Außerdem war ich inzwischen beim Facharzt (Psychiater) der meine Vorgehensweise voll und ganz unterstützt und mich zusätzlich noch mit einem Antidepressiva versorgt hat.

Heute kommt nun die Absage von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Begründung: die Diagnosen erforderten eine Facharztbehandlung und ambulante Therapie, außerdem wären meine Funktionseinschränkungen nicht so gravierend, dass eine medizinische Rehabilitation erforderlich sei...

Gerade habe ich darüber mit dem sehr netten Rehaberater der Krankenkasse gesprochen. Der rät mir nun KEINEN Widerspruch einzulegen, da ein Widerspruchsverfahren in der Regel mehr Zeit in Anspruch nähme (er sprach da von mehren Monaten), als die Widerspruchsfrist (4 Wochen) verstreichen zu lassen und dann einen neuen Antrag zu stellen, den dann allerdings direkt vom Facharzt und nicht vom Hausarzt.

Ich bin zur Zeit ratlos und verzweifelt, weil ich eigentlich nicht erst wochenlang arbeitsunfähig sein möchte bevor endlich eine Reha genehmigt wird, von der ich jetzt schon weiß, dass sie mir helfen würde...

Vielleicht weiß jemand hier Rat?

Gruß, Lisbeth

17.06.2008 14:29 • #1


steenie

Hallo Lisbeth,
wenn ich so etwas lese, dann kann ich immer wütend werden. Da bemühst Du Dich schon, möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu werden, werden Dir noch solche Steine in den Weg gelegt. Aber es will eben heutzutage jeder erst einmal Geld sparen.

Was hast Du für Möglichkeiten ?

Spontan hätte ich gesagt, leg sofort Widerspruch ein. Den Gedanken hattest Du ja auch gleich und finde ich richtig. Was der Mann von der Krankenkasse meinte, weiß ich nicht, ob das wirklich so wäre. Du könntest doch auch in Deinem Widerspruch gleich einen Facharztbericht mit dazulegen. Das würde die Angelegenheit schliesslich auch sehr beschleunigen, denn sonst müssten die ja erst nach Deinem Widerspruch einen Facharztbericht anfordern, was die lange Zeit kostet. Wenn Du allerdings da gleich einen FA-Bericht zulegen willst, wirst Du den Bericht wahrscheinlich selber zahlen müssen, was sonst der Antragsteller übernehmen würde.

Du könntest auch zu Deinem FA gehen und ihm das schildern und ihn bitten, sich direkt mit dem Kostenträger in Verbindung zu setzen. Aber beim Deutschen Rentenversicherungsbund den zuständigen Sachbearbeiter ans Telefon zu kriegen, dürfte sehr schwer für Deinen Doc sein. Und er müsste ohnehin etwas Schriftliches bei denen vorlegen. (Bei einer Krankenkasse anzurufen, wäre für einen Arzt leichter, und er könnte alles direkt mit denen besprechen, aber die sind ja man leider nicht zuständig.)

Evtl. könntest Du auch selber direkt beim Deutschen Rentenversicherungsbund anrufen und denen sagen, daß Du bereits bei einem FA in Behandlung bist und der die Reha auch befürworten würde, Du gerne schnell wieder af werden möchtest und denen dann die Frage stellen, was sie Dir an weiterem Vorgehen empfehlen würden. Ob neuer Antrag durch den FA oder Widerspruch mit FA-Bericht. Mit Chance verhalten die sich fair Dir gegenüber.

Ich selbst würde wahrscheinlich mit der Ablehnung zum FA gehen und mit dem die verschiedenen Möglichkeiten durchsprechen, fragen was er empfiehlt. Schliesslich soll er das befürworten und Dir dabei helfen.

Ich wünsche Dir Kraft dafür !
Erzähl mal wie's weitergeht.

Liebe Grüsse
von steenie

17.06.2008 15:33 • #2



Hallo Lisbeth,

Widerspruch bei Ablehnung der beruflichen Rheha

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Albarracin

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17.06.2008 18:00 • #3


Lisbeth

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Schon mal ganz lieben Dank euch beiden für die Rückmeldungen.

Der Berater der Krankenkasse meinte, es sei eben noch nicht absehbar für die DRV, ob nicht doch die ambulanten Maßnahmen (Facharzt, Psychotherapie) greifen würden und ich alleine dadurch bereits wieder ausreichend arbeitsfähig werde.
Leider ist es bei mir so, da ich möglicherweise "verbrannt" bin für meine alte Arbeitsstelle und die mitverantwortlich war für meine Depression. (Ich arbeite als Therapeutin in einer Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin)

Ich brauche diese Reha so dringend um die Frage zu klären, wo die Reise hingehen könnte...

Ach und nochwas: der KK-Berater meinte, dass sich die DRV nicht tage- oder wochenweise um Widersprüche kümmert, sondern das es sich hierbei um Monate handeln könnte, bis die überhaupt bearbeitet würde.

17.06.2008 18:09 • #4


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Albarracin

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17.06.2008 19:59 • #5


Lisbeth

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Darf ich fragen was ein GdB-Antrag ist? Habe ich noch nie gehört.

Dank und Gruß, Lisbeth

17.06.2008 20:37 • #6


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Albarracin

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17.06.2008 20:54 • #7


Alannis

Hallo Lisbeth!
Sorry, wenn ich hier auch meine Frage reinschreibe, hab das gerade gelesen und hoffe, Du hast nichts dagegen?


Hallo Wolfgang!
Habe auch n Brief von meiner FÄ für Psychiatrie aus der TK erhalten, worin steht, dass ich eine WB in ein
"pflegeferneres Feld" machen sollte und aufgrund meines "Störungsbildes" nicht mehr in meinem Beruf als ex. AP arbeiten kann..

Ist es da für mich auch wichtig diesen GdB-Antrag zu stellen?
Hatte leider kein Abschluss-Gespräch in der TK, wo ich hätte Fragen stellen können und steh sozusagen wie "Ochs vorm Berg".

Danke und
LG, A.

17.06.2008 22:27 • #8


Lisbeth

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Hallo Alannis, selbstverständlich habe ich nichts dagegen. AP=Altenpflegerin? Dann kennst du die Arbeit mit dem Klientel, das ich auch viele Jahre therapeutisch betreut habe bestens...

Hallo Wolfgang, püh, ob ich zu dem jetzigen Zeitpunkt einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen möchte, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich möchte mir damit auch nichts "verbauen". Trotzdem Danke für den Tipp.

Mir kam noch ein anderer Gedanke: Wäre es nicht auch möglich sich von der Fachärztin akut in eine Klink einweisen zu lassen, und wenn ja, hätte ich dann auch Wunschrecht. Heiligenfeld hat auch eine Akutklinik, zumal vielleicht sogar meine private Zusatzversicherung greifen könnte (freie Arztwahl etc..)) *grübel*

18.06.2008 12:47 • #9


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Albarracin

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18.06.2008 14:29 • #10


Alannis

@ Lisbeth
Ja - Altenpflege, Schwerpunkt Demenz und viel Sterbebegleitung (am liebsten im Hospiz)
Das beides ist auch mein "Steckenpferd" in der Pflege - nur kann ich das in der Form nicht mehr weitermachen

Muss mal sehen, was sich anderes findet für mich.

Alles Liebe Dir und Dank an Wolfgang!

18.06.2008 17:59 • #11


Lisbeth

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Es gibt Neuigkeiten:
Heute hatte war ich bei meiner Fachärztin. Sie rät mir UNBEDINGT, schon alleine für meine Psychohygiene, Widerspruch einzulegen, den allerdings sehr gut zu begründen. Den Bericht, den sie meiner Hausärztin geschickt hat, hat sie mir kostenlos nochmal ausgedruckt und mitgegeben. Außerdem schreibt mir meine Psychotherapeutin für morgen einen Bericht. Beide befürworten die Reha ausdrücklich.... Drückt mir also mal die Daumen, ja?
Außerdem habe ich bei der Rehaberatung der BVA angerufen. Die Dame meine es könne seher wohl 4 Monate dauern, bis der Widerspruch bearbeitet wird. Wenn ich den Widerspruch per Telefax sende, sparte ich 7 Tage (!), so lange dauere alleine der Postweg innerhal der BVA vom Eingang bis zu Sachbearbeiter. Hammer, oder?!

4 Monate.. ich mag nicht daran denken, wie lange das ist..


Gruß, Lisbeth

23.06.2008 19:00 • #12


Alannis

Also ich bin dabei - und drücke gaaaaaaaaanz fest all meine Däumchen, versprochen

Wünsche Dir viiiiiiiiiiiiiiiiel Glück!

23.06.2008 23:07 • #13


Lisbeth

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Nach längerer Zeit mal wieder Grüße und Neuigkeiten von mir:

Heute kam doch (nachdem ich zwischenzeitlich noch so den ein oder anderen Bericht von Facharzt und Therapeutin brauchte) der positive Bescheid für meine Reha. Der Widerspruch hat sich also doch gelohnt und "nur" 3 Monate gebraucht.
Soviel zur guten Nachricht...

Nun hat man mir leider nicht meine Wunschklinik genehmigt (Heiligenfeld) sondern einen "Betten-Bunker" in dem es neben der Psychosomatik leider auch noch eine Neurologische Rehabilitation gibt. Dort wiederum sitzt nun leider genau mein ehemaliges Klientel mit am Tisch, wegen dem ich unter anderem krank geworden bin (besser gesagt, wegen meines Mangels an Abgrenzungsmöglichkeit). "Klinikzentrum Lindenallee" nennt sich das Teil, kennt das vielleicht wer?

Ich würde nun gerne um Umstellung bitten, fragen, betteln, beantragen, ja was eigentlich?

Hat jemand einen Tipp wie ich das am besten mache und vielleicht noch eine Empfehlung was ich als Kllinikwunsch angeben könnte, da Heiligenfeld wohl bei der BVA-Bund KEINE Chance hat...
Gegend ist mir egal, ich fahre von Nord nach Süd und umgekehrt, nur taugen muss der Laden was!

Lieben Gruß, Lisbeth

18.09.2008 22:57 • #14


Alannis

Denke, Wolfgang wird Dir sicher antworten wie das rechtlich mit dem Mitbestimmungsrecht ist.
Leite Deine Frage mal an ihn weiter

Schönen Abend noch!

Grüßle, A.

19.09.2008 00:01 • #15


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Albarracin

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20.09.2008 09:19 • #16


Lisbeth

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Vielen Dank für eure Hilfe!

Wolfgang, angerufen habe ich bei der DRV bereits. Begründung war, dass mit Heiligenfeld kein Vertrag abgeschlossen ist und die Störungsbilder ebenso gut in den von der DRV belegbaren Kliniken behandelt werden können. Gut, damit habe ich mich schon abgefunden. Wichtig war mir vor allem nun Alternativen zu bekommen. Dein Link scheint so eine Alternative zu sein. Hört sich für mich passend an, auch wenn auf Klinikbewertungen nicht sooo positive Berichte zu finden sind zu dem Haus. Kennst du diese Klinik aus eigenen Erfahrungen?

Lieben Gruß, Lisbeth

20.09.2008 19:59 • #17



Hallo Lisbeth,

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Albarracin

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21.09.2008 14:51 • #18

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