5

Weshalb kommen bei mir immer Zweifel ?

Pessimist

Pessimist

207
16
207
Hi zusammen !

Ich frage mich nach wie vor, weshalb in mir immer wieder Zweifel und Schuldgefühle hochkommen, nur weil ich mich jetzt ENDLICH mal um meine eigene Gesundheit und mein Wohlbefinden kümmere !

Irgendwie habe ich ständig das Gefühl, dass ich mich bei Ämtern (AfA z.B.) o.ä. dafür rechtfertigen und erklären muss ! Laut Arzt soll ich mich jetzt endlich mal um meine Reha kümmern, weshalb ich dadurch eher nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe wie es eigentlich erwünscht und erforderlich ist und auch erwartet wird von mir !

Ja, da ist es wieder dieses "erwartet wird von mir" ! Wieso eigentlich erwartet ? Ach Leute . was mir schon wieder durch die Birne geht . mannomann

Andere machen das nur so ohne weiter darüber nachzudenken ! Die ziehen ihr Ding durch wobei ausschließlich nur ihre EIGENEN Interessen im Vordergrund stehen ! Und ich mache mir schon wieder Gedanken, ob das auch so in Ordnung ist was ich da mache ! Schrecklich

14.09.2020 21:43 • #1


Avatar

sinje

17
1
17
Auch damit bist du wohl nicht allein. Ich denke bereits nach dem Arztbesuch an den nächsten Termin. Bin ich wirklich nicht in der Lage zu arbeiten. Wie kann ich meinen Kollegen bloß die zusätzliche Arbeit zumuten. Dann sind die überlastet und erreichen die Vorgaben meinetwegen nicht. Meine letzte Depression hat lange gedauert... Ich habe das Gefühl, mich für alles rechtfertigen zu müssen und kontrolliere deshalb alleso und dadurch dauert bei mir auch alles länger.

15.09.2020 08:53 • x 1 #2


Avatar

Heideblümchen

422
2
774
Guten Morgen,
wenn ich mich auch mal einklinken darf: diese Schuldgefühle sind völlig normal, auch wenn sie sich völlig falsch anfühlen. Wir sind es jahrelang gewohnt, zu funktionieren. Der Gesellschaft durch unsere Arbeit eine Stütze zu sein. Anderen zuzuarbeiten und/oder ihnen Arbeit abzunehmen. Und eines Tages können wir dann nicht mehr so, wie gewünscht. Und dann heißt es: umdenken lernen. Denn eins ist Fakt: wir nutzen niemandem was, wenn wir nicht gesund genug für unsere Schaffenskraft sind. Deswegen ist es so schwer, sich von jahrelangen Gewohnheiten zu verabschieden und auch mal andere "machen" zu lassen.
Natürlich gibt es Menschen im Umfeld, die es einem krumm nehmen, wenn man plötzlich ausfällt. Aber man kann lernen, auch mal an sich zu denken. Daran, dass das Leben nicht unendlich ist, sondern dass man Kraft dafür braucht, zu "funktionieren". Und dafür ist es wichtig, sich auch mal eine Auszeit zu gönnen, den Körper und den Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Wenn es hilft: ich habe auf diese Zeichen nicht geachtet, immer weiter gemacht, auch immer gedacht. Himmel, ich bin unentbehrlich, muss aber die ganze Arbeit schaffen, um niemandem zur Last zu fallen, um alle anderen zu unterstützen. Und was war? Ich war jetzt 16 Monate krank, konnte gar nichts mehr machen und bin zum Dank dafür entlassen worden. Anfangs hat mich das unheimlich geärgert. Aber dann kam die Erkenntnis, dass das Leben auch für den AG und die Kolleg*innen weiter gehen muss. Und es geht auch ohne mich. Und ich kann mich erholen. Es war ein langer Weg bis zu dieser Erkenntnis. Mit sehr (!) viel Selbstzweifel. Heute, und ich arbeite seit 2 Monaten wieder, weiß ich, dass es niemand wert ist, dass ICH mich für ihn aufarbeite. Dass ich MICH dafür völlig verausgabe. Ich habe früher 120 % gegeben. Heute reichen 100 und das ist auch okay. Und wenn ich mal nicht kann, dann reichen auch 80, um meine Kraft für die nächsten großen Aufgaben zu sammeln. In diesem Sinne: Lerne, auf dich zu achten, teil deine Kräfte gut ein und fahr auch mal einen Gang langsamer. Niemandem ist damit geholfen, so viel Gas zu geben, dass am Ende gar nichts mehr geht! Alles Gute!

15.09.2020 09:11 • x 2 #3


Avatar

sinje

17
1
17
Bei den anderen fand ich es blöd, wenn sie sich bedankt haben. Jetzt ist mir aber auch danach - tief durchatmen - ICH DANKE DIR

15.09.2020 09:20 • x 1 #4


Avatar

Heideblümchen

422
2
774
@sinje.....meintest du mich?

15.09.2020 09:37 • #5


Pessimist

Pessimist

207
16
207
Euch Alle

15.09.2020 09:51 • #6


Pessimist

Pessimist

207
16
207
Stimmt ... ich habe auch immer 120%! gegeben ! Bin IMMER da gewesen, auch für andere, die ständig wegen Krankheit o.ä. ausgefallen sind ! Und die waren noch viiiiieel jünger als ich ! Die hatten einfach keinen Bock ! Das weiß ich ganz genau, und ich habe das dann SOFORT mit übernommen ... jahrelang ! Bin selber krank arbeiten gegangen !

Tja, und zur Belohnung bin ich dann nach 16 Jahren VOLL-Arbeit von einem Moment auf den anderen rausgeflogen !
Zum einen war da der neue Chef, den ich nur einige Wochen hatte, zum anderen waren da die teils netten Kollegen/-innen die meinen Rauswurf noch mit unterstützt haben ! Sie waren einfach nur neidisch, weil ich sehr gut mit dem "richtigen" Chef als auch mit den Kunden sehr gut zurecht kam ! Und genau das war denen ein Dorn im Auge !

Vor etwa 4 Jahren habe ich das schon einmal erlebt, weil mein "richtiger" Chef wegen Krankheit für eine ganze Weile ausgefallen
ist. Folglich hat man mich bei diesem Ersatz-Chef sofort schlecht gemacht ! Vor allen Dingen war ich in dieser Zeit gerade im Urlaub. Nur, für eine Kündigung hatte es damals noch nicht gereicht ! Ich kann euch Sachen erzählen ...
Wenn ich mal wieder arbeiten sollte, dann bitte nur alleine ! Mit diesen "netten" Kollegen kann und will ich nicht mehr !
Und wegen Corona hat sich das ganze ja noch verschlimmert, weil jeder Angst um seinen Job hat ! Dann werden andere Typen, so wie ich halt schlecht gemacht !

15.09.2020 09:51 • #7


Avatar

sinje

17
1
17
Zitat von Heideblümchen:
@sinje.....meintest du mich?

Ja Heideblümchen. Ich bin noch bei der Eingewöhnung in die Diskussion

15.09.2020 15:42 • #8


Avatar

Heideblümchen

422
2
774
alles gut, @sinje

16.09.2020 09:37 • #9


Avatar

Heideblümchen

422
2
774
@pessimist, ja, so wird mit einem umgegangen, dass ist der Dank und der Lohn. Aber du weißt, was du kannst und das wirst du auch irgendwann wieder unter Beweis stellen können. Erhol dich einfach erst mal, atme tief durch und vor allem: lass dich von niemandem abspreisen, am Wenigsten von den Ärzten. Die sind dafür da, einen ernst zu nehmen und einem zu helfen. Es gibt viele gute davon, nur sind die natürlich erst recht lange Zeit ausgebucht. Und zweifel nicht an dir, sondern höchstens an den anderen und dem System an sich, wenn überhaupt (denn selbst sich-darüber-ärgern ändert ja nichts, sondern kostet nur unnötig Kraft und Nerven)....

16.09.2020 09:42 • x 1 #10


Pessimist

Pessimist

207
16
207
In der Tat, das Problem ist unser System und unsere Gesellschaft ! Damit komme ich nicht so richtig klar, will ich aber auch gar nicht !

Tja, und das man für seine Loyalität und dem Einsatz so erniedrigt und abgestraft wird, das habe ich schon öfter gehört, selber zuvor nie erlebt und auch nicht so recht daran geglaubt, weil das alles einfach nur noch krank ist ! Ja ist es wirklich !

Und tatsächlich wurde ih dann doch eines besseren belehrt !

16.09.2020 11:12 • #11

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag