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Was tut ihr gegen Gefühllosigkeit?

Die Angst beschleicht mich auch täglich!

15.09.2019 16:39 • #31


Ich habe einen kleinen Sohn, für den ich nicht da sein kann wegen der Erkrankung. Das tut so weh. Weißt du denn, was der Auslöser für deine Depression war? Wir dürfen der Angst nicht so viel Raum geben. In gewisser Weise bin ich immer noch mit der Akzeptanz der Schwere der Krankheit beschäftigt.

16.09.2019 07:04 • #32


Eis
Hallo Skygirl

Deine Beschreibung klingt nach Nebenwirkungen der Medikation. Bitte sprich mal beim Arzt DEUTLICH an, dass das erst seit der Medikation so schlimm ist und VORHER NICHT da war.

Ich hatte in der Reha jemanden kennengelernt, der etwa 1,5 Jahre mit dieser Gefühllosigkeit gelebt hat, kaum ansprechbar war, nicht gelacht hat, sich nicht freuen konnte, wenn ihn die Familie besucht hat. Durch Umstellen der Medikation ging es ihm so viel besser. Er hat sich zum Kaffee trinken zu uns an den Tisch gesetzt und geredet und gelacht.

Also gib nicht auf und bleib bei den Ärzten HARTNÄCKIG. Es gibt so viele verschiedene Antidepressiva. Dann sollen sie ein anderes ausprobieren.

Geduld ist leider eine der wenigen "Stärken", die man in der Depression lernen muss.

LG Eis

16.09.2019 07:27 • x 1 #33


Danke, liebe Eis. Ich komme gerade vom Arztgespräch. Er sieht die Symptome mit der Leere bei der Depression und nicht bei der Medikation. Ich habe so Angst, da nicht mehr raus zu kommen. Meine Persönlichkeit liegt irgendwo begraben und ich bin so hoffnungslos.

16.09.2019 09:10 • x 2 #34


Leider habe ich keinen echten Auslöser für meine Symptome feststellen können. Es ist wohl ein Mix aus Angst und Überforderung. Du denn bei dir?
Bei mir wurde auch immer betont dass das Gefühl der Gefühllosigkeit ein depressives Symptom sei.
Die Sorge, sich davon nicht mehr befreien zu können macht schlichtweg wütend! Trauer darüber funktioniert auch nur bedingt.
Kopf hoch und gib nicht auf. Unsere Persönlichkeit wird gestärkt daraus hervor gehen!

Gruß
bk82

16.09.2019 11:50 • x 2 #35


Es ist ein sehr belastendes Symptom dieser Krankheit. Emotionales Vakuum. Ich habe zurzeit arge Probleme mit dieser Benommenheit. Da weiß man ja auch nicht so genau, was Grunderkrankung und was Nebenwirkung der Medikation ist. Macht Dir das auch so zu schaffen? Verträgt Du die Medis gut?
Wenn nur irgendwie ein Ende dieser Phase absehbar wäre. Bin ganz oft verzweifelt.

16.09.2019 15:10 • #36


Ist diese dauernde Benommenheit vielleicht sowas wie Depersonalisation aufgrund der Depression?

16.09.2019 18:28 • #37


Eis
War die Benommenheit vor der Medikation auch schon da @Skygirl77 ?

Bleibt einfach dran, du auch @bk82 , gebt euch nicht zufrieden, wenn die Medikation nichts ändert. Manche Ärzte warten viel zu lange mit der Umstellung der Medikation. Wenn sich nach 4-6 Wochen keine deutliche Besserung einstellt muss laut Leitlinie umgestellt werden. Es gab hier mal einen Thread mit einer Studie zur noch früheren Umstellung der Medikation. Ich weiß nicht, ob ich sie noch finde. Ich schau mal.

LG Eis

16.09.2019 21:44 • #38


Die Medikamente vertrage ich gut, glaube ich. Keine bis kaum Nebenwirkungen. Bin aber auch erst seit 2 Wochen auf Zieldosierung so dass der Wechsel gem. Leitlinie noch warten darf. Ausserdem habe ich schon einen Wechsel hinter mir!

Diese Benommenheit musst du nochmal näher beschreiben. Oder meinst du damit, dass sich die Welt nicht real anfühlt? Egal wo du hinsiehst, es ist unwirklich!?

Kopf hoch! Wir schaffen das!
bk82

17.09.2019 14:57 • x 1 #40


Ja ich fühle mich irgendwie getrennt von dem Geschehen um mich. Als wäre ich in einer Käseglocke. Und nicht richtig dabei.

17.09.2019 17:00 • #41


Hallo, liebe Teilnehmer an diesem Thread,
ich bin ganz neu hier.
Ich muss endlich etwas gegen meine Depression in Angriff nehmen und schaue mich hier um.
Das Stichwort "Gefühllosigkeit" hat mich hier angesprochen. Eine Gefühllosigkeit nehme ich bei mir in vielen Momenten sehr stark war.
Und (abgesehen von einem kurzen Versuch mit Fluoxetin) habe ich bisher keine Medikamente genommen. Daher scheint das zumindest bei mir direkt ein Symptom der Depression zu sein.

Ich finde mich tatsächlich genau in der Beschreibung von Skygirl77 ("Ja ich fühle mich irgendwie getrennt von dem Geschehen um mich. Als wäre ich in einer Käseglocke. Und nicht richtig dabei.") wieder. Mit eigenen Worten hätte ich geschrieben "Irgendwie fühle ich mich wie ein Zuschauer, der auf das Geschehen um mich herum keinen Einfluss hat".

Euch allen einen lieben Dank für eure Beiträge. Ich schaue hier weiter, finde es aber jetzt schon sehr hilfreich, hier einen ermutigenden Austausch zu finden!

Viele Grüße
TRx-M

30.12.2019 20:24 • x 1 #42


Lachmalwieder
@bk82 auch mir geht es ähnlich wie dir. Würde zu gern, wenn mich mal wieder etwas bedrückt weinen können. Hilft mir unwahrscheinlich. Seit ich jedoch Antidepressiva nehme, kann ich leider keine Gefühle mehr zeigen, weder positiv, noch negativ.
Mal schauen, wie ich die letzten Stunden im alten Jahr rum bekomme.

31.12.2019 19:37 • #43


111Sternchen222
Hallo @Lachmalwieder bist du sicher dass das von den Medis kommt und nicht ein Symptom der Grunderkrankung ist? Seit ich das Venlafaxin nehme kann ich endlich auch mal wieder herzhaft lachen wenn es was zu lachen gibt. Vorher hatte ich einfach immer nur Angst, fast permanent! Jetzt ist die Angst auch noch da ich kann aber dann und wann Abstand nehmen.im Urlaub vor einigen Tagen hab ich sogar tiefe Zufriedenheit gespürt, trotz bzw.meiner Meinung nach auch dank der Medikamente die den nötigen Abstand bringen.
Lg Sternchen und Knispel

31.12.2019 22:54 • #44


Hallo zusammen,
Jetzt aktualisiere ich die Sachlage einmal. Ich hänge nun 1 Jahr in dieser depressiven Erkrankung und hatte zwischenzeitlich neben der Gefühllosigkeit auch mit Taubheitsgefühlen und Kribbeln in den Beinen sowie gestörter Kälte und Wärmeepfindung zu tun. Außerdem habe ich einen extremen Kopfdruck der oft schwankt und wenn er dann da ist, sich so anfühlt als spalte er meinen Kopf. Es ist eher ein Druck, kein Schmerz, ein ätzendes Symptom!
Ich war im September sechs Wochen in einer Klinik und konnte wenigstens den Antrieb etwas verbessern. Die Medikation wurde auf 100mg Milnaneurax/Milnacipran eingestellt und zusätzlich eine kleine Dosis Seroquel/Quetiapin ergänzt. Ich war jetzt lange krank geschrieben und gehe immerhin wieder stundenweise arbeiten, da auch meine Konzentration sich verbessert hat.
Leider geht es mir noch nicht wieder richtig gut, ich leide weiterhin und lebe ohne große Gefühle und Freude. Auch die Trauer darüber ist mir nicht vollständig möglich. Meine Verzweiflung wächst wieder und ich frage mich, ob das jemals wieder an Normalität herankommt. Ich kann einfach nicht mehr! Mein Leben ist grds. gut, es gibt keine Baustellen oder Traumata. Ich bin hier ärztlich und therapeutisch gut begleitet, frage mich aber was ich noch tun kann und wie lange ich noch leiden muss!? Ich will doch nur wieder der Alte sein.

Gestern 20:32 • #45





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