Was ist los mit mir? Traurig und Depression

kleinermann
Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob mein Beitrag hier wirklich richtig ist, also bitte ggf. an die passende Stelle verschieben...

Keine Ahnung, ob ich 'depressiv' bin, oder was auch immer. Aber irg.wie stimmt etwas nicht mit mir, habe ich so das Gefühl. Anfangs dachte ich, na ja, das ist wohl heutzutage schlicht normal, der alltägliche Wahnsinn sozusagen. Aber irg.wie geht es etwas darüber hinaus, habe ich inzwischen das Gefühl. Was mich dabei verwirrt, ist irg.wie eine gewisse "Vielfalt". Ich beschreibe im folgenden einfach mal ein paar Punkte. Sorry, falls es etwas ungeordnet erscheinen sollte, aber in mir drin ist gerade auch nicht allzu viel Ordnung:

1. ich bin als Mann nicht sonderlich groß geworden (1,69 m) und habe damit seit je her so meine kleineren Probleme gehabt, auch wenn es in letzter Zeit/die letzten Jahre eher besser geworden ist. Allerdings habe ich eine ziemliche Sorge, wenn ich schon so klein bin, dabei irg.wie zu dick zu werden. Akute Sorge ist da zwar wohl nicht geboten (wiege derzeit rd. 57 kg). Vor nem Jahr war ich allerdings noch bei rd. 65 kg, und wäre aber eigentlich gern noch etwas weniger, zumindest mal Richtung 53 kg. Habe zwar schon das Gefühl, dass es langsam etwas zu wenig werden könnte, aber so richtig selbst glauben mag ich das noch nicht... Auch wenn heute eine Kollegin meinte, ich würde "aber auch immer weniger"...

2. Seit nem guten halben Jahr ungefähr habe ich angefangen, verstärkt Sport zu machen. Insbesondere joggen, inzwischen meist 3x die Woche, mit der Tendenz auf 4x. Aber da muss ich etwas aufpassen, da es immer mal Probleme beim Knie gibt. Aber derzeit mache ich meist 3 Läufe pro Woche über rd. 15 km jeweils. Da frühstücke ich meist normal, esse zu Mittag und gehe Abends joggen. Da aber meist nur ne Banane o.ä., um die positiven Effekte nicht zu verlieren.

3. Im Gegensatz zu insb. Nr. 2, verlässt mich dann an manchen Tagen wieder jegliche Selbstdisziplin. Beispiel: Gestern Abend war ich bei Schneeregen abends rd. 14 km joggen gewesen. Heute Abend habe ich warm zu Abend gegessen und mir ca. 2/3 Flasche Rotwein dazu genehmigt... Das ist von der Menge vielleicht noch nicht soo extrem bedenklich, aber die Richtung gibt mir irg.wie schon zu denken, zumal es in letzter Zeit häufiger dieses Muster gibt: entweder mache ich relativ viel Sport, oder ich trinke mir was. Das scheint mir auch irg.wie nicht so die glückliche Kombination zu sein...

4. Ganz allgemein ist der Kontakt zu anderen Menschen nicht so meine Stärke. Je nach Tagesform, gehe ich dem Kontakt sogar aus dem Weg. Ein gewisses 'spezielles/seltsames' Verhalten ist dabei in meinem Beruf sogar halbwegs normal oder fällt zumindest nicht weiter auf. Am WE habe ich aber z. B. einen Kletterkurs gemacht. In der Kletterhalle fand sich dann eine recht offensichtliche Ansammlung von Menschen, die auch diesen Kurs oder andere Kurse gebucht hatten. Aber ich habe es irg.wie nicht fertig gebracht, einfach mal zu fragen, wer denn den gleichen Kurs hat wie ich. Letztlich hat es funktioniert, und alle waren total nett. Aber sowas gibt mir schon irg.wie zu denken... Am liebsten möchte ich in solchen Momenten auf einen einsame Insel, ohne einen einzigen (anderen) Menschen... Diese Neigung zu "Insel-Tagen" hat in letzter Zeit ebenfalls stark zugenommen...

Tja, keine Ahnung, was mit mir los ist... einerseits (noch weiter) abnehmen wollen, andererseits sich einen trinken, teilweise kräftig Sport machen, gewisse Probleme sich 'sozial kompatibel' zu verhalten...

Ich wäre dankbar für Hinweise jeder Art oder auch nur den Hinweis, nicht der Einzige zu sein, dem es so geht...

LG
Danny

27.03.2013 00:47 • #1


Katie
Hallo kleinermann,

gut, dass du wachsam bist und möglichst achtsam für dich sorgst.

Als ich dein Posting las, hatte ich schon das Gefühl ein gewisses Ungleichgewicht könne sich bemerkbar machen, das du durch verschiedene Aktionen
versuchst auszugleichen. Es ist schon ein guter Schritt, dass du dich hier etwas informierst.
Es ist allgemein bekannt, dass durch Sport treiben Endorphine vermehrt ausgeschüttet werden.
Du bemerkst an deinem Verhalten ein intensives, sich steigerndes Bedürfnis, Ausdauersport zu treiben.

In Bezug auf Alk., so wie du es beschreibst, hat Harald einen interessanten Absatz verfasst. Er erklärt, dass geringe Mengen Alk. den Seretonin-
spiegel anheben, der bei Menschen mit Depressionen ja erniedrigt ist und weist auf weitere Zusammenhänge hin.

Auch der Aspekt, dass du dein Gewicht reduzierst und an weiteres Abnehmen denkst, obwohl du gewiss keinesfalls mehr abnehmen müsstest, oder solltest,
passt hier her, denn auch beim längeren Fasten werden Endorphine (Glückshormone=Serotonin) freigesetzt.

So wie du es umschreibst, ein Rückzugsverhalten zu bemerken, sind für mich bereits vier Signale erkennbar, dass sich ein Ungleichgewicht bemerkbar macht,
oder dass Belastungen und Ängste bestehen vielleicht, zu denen du noch keine Handlungskompetenz entwickelt hast.
Ratsam ist auf jeden Fall, als erstes abklären zu lassen, ob eine körperliche Störung ausgeschlossen werden kann.

Liebe Güße

27.03.2013 02:20 • #2


kleinermann
Danke euch beiden schon mal für die beiden Antworten!

Gründe dafür, wie es mir aktuell so geht... Naja, so rein dem Bauchgefühl nach könnte es da ein bisschen was geben... Bis vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich ne Freundin, die ein kräftiges Alk. hatte. Ich habe es erst nicht gemerkt oder vielleicht auch nicht merken wollen. Aber dann doch, und habe ihr da auch helfen wollen. Son Jahr lang ungefähr, dann konnte ich nicht mehr so wirklich. Hatte dann was zu Co-Abhängigkeit gelesen, und mich erschreckend wieder erkannt. Hätte ja vorher gedacht, das bedeutet, dass man selbst mit der Sauferei anfängt, aber so ist es ja doch nicht. Naja, nach verschiedenen letzten Chancen habe ich es dann beendet.

Seit ein paar Monaten habe ich eine neue Freundin, aber so wirklich gut läuft es nicht... Mal sehen, was das noch gibt.

Naja, aus beruflicher Sicht ist eigentlich alles in Ordnung bei mir. Gehalt passt, mit Cheffe läuft es auch sehr gut. Tätigkeitsbereich könnte besser sein, aber mal sehen, was sich da tun lässt. Das ist insgesamt jedenfalls noch die Konstante in meinem Leben. Hin und wieder arg stressig, aber insgesamt ok. Immerhin sind in meiner Branche (Steuerberatung) die Freaks nicht so eng gesät, da fällt man nicht so schnell auf... ;)

Das Privatleben ist eher das Problem... ;) habe ich mich inzwischen schon fast mit abgefunden. Aber eben nur fast, sonst wäre ich ja nicht hier... Morgen gehts zu den Eltern, mit Freundin. Schaun wir mal. Familie ist auch so ein Thema. Nicht umsonst bin ich in Bayern und sie in NRW... Vermutlich ist es erstmal ein Drama, dass ich seit Weihnachten ja soo schlimm abgenommen habe. Aber letztens noch Halbmarathon in 1:48 h.... So schlimm kann es also noch nicht sein... ;)

Näheres zu Privatleben und Jugend folgt in Kürze...

29.03.2013 01:46 • #3


kleinermann
So, jetzt hat es doch etwas länger gedauert, bis hier fortsetze. Bin krankheitsbedingt etwas aus dem Tritt geraten. Hatte mir ne kräftige Erkältung eingefangen, zwei Wochen kein Sport. Kein joggen, gar nichts. Das hat mich schon arg genervt, denn allzu wenig essen ging ja auch nicht. Jetzt geht es langsam wieder, da werde ich auf jeden Fall wieder mehr Sport machen und etwas weniger essen. Zwischendurch war ich ja mal so bei rd. 57 Kilo, jetzt sind es schon fast wieder 60 und ich fühle mich nicht wirklich wohl damit. :(

Wenn ich mich nach dem duschen oder so im Spiegel ansehe, gefällt mir in letzter Zeit noch weniger als sonst was ich sehe... Ich meine, ich weiß ja, dass ich irg.wie etwas ein seltsames Verhältnis zu meinem Körper habe. Aber zuletzt ist es schon stärker geworden irg.wie. Habe sogar schon überlegt, ob ich meine Freundin mal fragen kann/soll, ob sie mich körprlich überhaupt halbwegs ok findet. Ich denke zwar schon, schließlich weiß sie ja durchaus, wie ich so aussehe. Naja, ich weiß einfach nicht. Wo Frauen doch üblicherweise einen starken Mann an ihrer Seite wollen, und nicht einen 'Psycho mit Selbstzweifeln"... :(

22.04.2013 09:16 • #4


Knoten
Hallo kleinermann,

deine Achtsamkeit ist gut und wichtig. Viele müssen diese erst lernen (mich einbezogen).
Deine Körpergröße gesehen zu deinem Gewicht ist sehr gut. Du musst da nicht noch mehr abnehmen. Manchmal braucht ein Körper auch Reserven und die sind bei dir nahezu nicht vorhanden. Vielleicht wirst du zu stark von der Werbung beeinflusst wie so manche Frau.
Versuch doch mal dein Körperfett Messen zu lassen. Danach wird dir sicher wohler sein.

Was deine 169cm anbelangt, es gibt und gab sehr viele Männer, die eher "klein" gewachsen sind. Tom Cruise, Tobias Sammet, Charles Chapplin, Silverster Stalone, um mal ein paar zu nennen, die mir innerhalb von Sekunden einfallen. Die Meisten besitzen mehr "Biss" und Willenskraft etwas zu schaffen. Müssen wir ja auch, um für "Voll" genommen zu werden. Du bist also in einem illusteren Kreis. Übringens, die Größe eines Menschen bestimmt die Geschichte und nicht das Maßband!

Meine Schwester 152cm und ich 160cm sagen immer: Wie sind zwar klein Gewachsen, aber dafür besitzen wir mehr Erfindungsreichtum. Es ist echt manchmal eine Herausforderung Einkaufen zu gehen. Der Versuch bei Regalen an die obersten Fächer zu kommen, oder in der TK nach hinten zu greifen... Da dürftest du nicht ganz so die Probleme haben, oder?
Versuch mal mit Schuhgröße 34 / 35 vernünftiges Schuhwerk zu bekommen oder eine Hose die passt, ohne in der Kinderabteilung zu landen.
Hier ist Humor gefragt.

Ich habe noch eine sehr lustige Geschichte... Vor nicht allzu langer Zeit, sind meine Schwester mit Freund und ich mir Freund in den Zoo gegangen. Die Dame an der Kasse sagte: 3 Erwachsene und 1 Kind? Wir haben uns fast weggeschmissen vor Lachen! Und die Dame..., dazu brauch ich wohl nichts zu sagen

Deine Selbstzweifel darfst du gerne über Bord werfen, sie sind völlig unnötig!

Grüße,
Knoten

23.04.2013 07:21 • #5


kleinermann
Hallo Knoten,

ja, mit der Achtsamkeit und so ist das so eine Sache. Wie sagt man so schön - Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung? Das funktioniert bei mir bisher eher so mäßig. Irg.wie merke ich zwar, dass da ein paar Dinge nicht so laufen, wie sie es sollten. Und die rationale Seite von mir weiß auch, dass sich das ändern sollte. Aber die nicht so rationale Seite gewinnt regelmäßig, und ich habe mich heute morgen zum Beispiel wieder erwischt, dass ich mich doch gefreut habe, als die Waage wieder < 58 kg zeigte... Oder wenn ich mich abends soweit unter Kontrolle habe, nichts mehr zu essen, obwohl ich ein leichtes Hungergefühl habe. Vielleicht kommt diese Achtsamkeit auch nur daher, dass meine vorherige Freundin ein kräftiges Alk. hatte, das ich ziemlich lang nicht bemerkt hatte. Und jetzt schaue ich vielleicht zu genau hin, mich selbst eingeschlossen...

Jetzt wird das Wetter ja wieder was besser und eine langwierige Erkältung ist auch endlich fast wieder weg, dass ich wieder joggen kann. Im Winter war ich mitunter im Schneegestöber spät abends nach der Arbeit noch unterwegs, zuletzt 2-3 Mal pro Woche. Das kam mir dann auch schon etwas arg vor, und ich habe es teilweise nicht mal meiner Freundin erzählt.

Nun ja, aber auch wenn das vielleicht etwas bedenklich ist, einen positiven Aspekt kann ich immerhin feststellen. Da ich zur Zeit einen starken Blick aufs Gewicht habe, trinke ich nur noch ziemlich wenig Alk.. Mit meiner Freundin mal ein oder zwei B. oder Wein, aber allein ist es deutlich weniger geworden. Immerhin. Wie es sonst weitergeht, muss man mal sehen. Meine Freundin ist bisher noch nicht in größerem Umfang "alarmiert" oder so. Ob ihr da mal irg.wann etwas komisch vorkommt, ist auch mal abzuwarten. Aber ich vermute, zumindest bis dahin wird die nicht so rationale Seite in mir erstmal die Oberhand behalten.

Und die Selbstzweifel entsorgen... ja, da arbeite ich schon länger dran. Aber irg.wie scheinen die an einem Gummiband zu hängen und kommen gerne immer wieder zurück...

25.04.2013 06:28 • #6


Knoten
Hallo kleinermann,

Selbstzweifel zu überwinden ist nicht leicht. Was dir helfen könnte, ist bleibende Dinge zu "erschaffen".
Viele Frauen Handarbeiten - Stricken, Sticken, Nähen... - Diese Arbeit können wir in die Hand nehmen und sehen. Immer wieder. Diese Arbeit löst Selbstzweifel ein Stück weit auf.
Mein Nachbar z.B werkelt ständig an seinem Haus, hier ein kleiner Anbau, dort ein kleiner Balkon... Es macht Spaß ihm zuzusehen und es bringt mich auf Ideen, die ich an unserem Haus werkel.
Vielleicht findest du ein Hobby, aus dem solche bleibenden Dinge entstehen. Holz vielleicht, Peddigrohr macht meinem Schatz Spaß... Es gibt so viele Materialien, aus denen etwas bleibendes, zum Aufbau und erhalt des Selbstbewusstseins, entstehen kann.

LG, Knoten

29.04.2013 09:08 • #7


kleinermann
Hallo Knoten,

nun, es tut mir schon mal gut, dass ich hier einfach mal so schreiben kann, was in mir vorgeht. Ich meine, insbesondere als Mann irg.welche Selbstzweifel zu haben und irg.wie "seltsam" zu sein, ist ja jetzt nicht unbedingt soo toll...

Insbesondere im Hinblick aufs Privatleben habe ich das Gefühl, schon irg.wie ziemlich verkorkst zu sein. Weiter oben hatte ich mal geschrieben, mich dazu etwas näher zu äußern. Werde ich auch bald mal machen. Aber ich weiß noch nicht so genau, was ich hier so schreiben soll. Wenn ich so drüber nachdenke, kommt mir manches doch etwas...na ja, reichlich komisch vor. Also mal sehen, da bastel ich gerade noch etwas dran herum.

Heute konnte ich aber jedenfalls mal wieder joggen gehen, nach 1 Monat Zwangspause wegen Erkältung usw., das wird hoffentlich auch etwas Entspannung bringen.

Also, erstmal eine gute Nacht. :-)

LG,
kleiner Mann

01.05.2013 23:24 • #8


Knoten
Hallo kleinermann,

Irgenwie komisch zu sein, dass haben bestimmt viele hier gefühlt und gedacht. Mir wurde es auch gesagt und gezeigt. Aber das Berührt mich heute nicht mehr.
Im Gegenteil, so filtern sich die echten Freunde von den Begleitfreunden aus. Mein Schatz liebt mich trotzdem und dass ist das Wichtigste!

Übringens mach ich heute so meine Witze über das Anderssein. Ich habe es schließlich schriftlich und das nicht nur Einmal.
Das hat nicht jeder

Ich schreibe, was mir in den Kopf kommt. Mein Tagebuch ist Zeuge von vielen Stimmungsschwankungen, die meine Krankheit mit sich bringt. Doch Bipolarität ist auch ein Geschenk. Nur Bipolare haben ein so weit gefächertes Gefühlsleben.
Es kommt halt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel etwas betrachtet wird. Es gibt Tage, da versinke ich in Zweifeln an allem und es gibt Tage, da kann mich nichts aus der Ruhe bringen. Und dann sind da noch die Tage, an denen ich Bäume ausreissen könnte. So lebe ich, mal Depressiv, mal "Normal", mal Hypoman. Es ist die Kunst sich selbst zu akzeptieren wie wir sind.

Du Klein und beinahe Magersüchtig, ich Bipolar mit vielen Facetten. Was solls? Ändern können wir es nicht, doch das Beste daraus machen, dass können wir. Wenn erst einmal das "Problem" erkannt ist, lässt sich damit Arbeiten und auch gut Leben.
Wir werden geprägt von den Ereignissen unseres Lebens, von den nicht so Guten und von den Schönen. Das Thema Alk. des Partners habe ich auch hinter mir. Es hat viele Spuren hinterlassen, doch diese Spuren verlieren immer mehr an Deutlichkeit.

Übrings, meine Vita (Dalamtinermix auf 3 Pfoten) lehrt mich gerade das Joggen. Madame hat mich gestern Abend aber sowas von aufgefordert mit ihr zu joggen, dass habe ich bisher nicht bei ihr erlebt. Man war ich aus der Puste. Auch sie hat etwas "Anderes" und gerade deshalb ist sie bei mir.

Also, nur raus mit dem "komischen" Kram!

LG, Knoten

P.S.: Der Name Knoten bezeichnet mein Inneres, dass sich, als ich anfing mich kennenzulernen, genauso angefühlt hat.

02.05.2013 06:46 • #9


kleinermann
Hi Knoten,

"Du Klein und beinahe Magersüchtig" - ja, wenn ich das so lese... kann ich das irg.wie gar nicht so recht glauben. Ich meine, rechnen kann ich schon ganz gut, und kenne auch in etwa irg.welche Grenzwerte. Aber das dann so wirklich auf mich zu beziehen - ich weiß auch nicht, als wenn da ne Barriere im Kopf ist oder so. Ich meine, mein BMI ist derzeit bei rd. 19,5. Geht also noch, denke ich mal?

Wie weiter oben schon mal erwähnt, nun noch ein paar Dinge zu Kindheit/Jugend und so. Wobei ich gar nicht so recht weiß, womit ich anfangen soll. Und vermutlich ein wenig unstrukturiert diverses Zeug durcheinander erzähle. Aber mal sehen. :-)

Ich war schon immer irg.wie eher klein, in der Schule also durchgängig der Kleinste in meiner Klasse. In Sport war auch immer am unteren Ende angesiedelt. Insbesondere letzteres hat dazu geführt, dass ich nicht unbedingt der Liebling war. Naja, und dann kam noch dazu, dass meine Eltern sehr religiös waren. Nicht evangelisch/katholisch, sondern so eine kleinere eher konservative christliche Gruppierung. Wohl keine echte Sekte oder sowas, dazu war das alles nicht extrem genug, aber es reichte auch so. Naja, damit bot man in der Schule aber auch so schon genug Angriffsfläche. Echte Freunde hatte ich dort eher keine, und wurde auch eher häufig geärgert wg. Größe, Sport und so. Das mit den Freunden hat sich auch bis heute nicht so wirklich geändert. Wenn es irg.wie schwierig wird, ziehe ich mich lieber von allen zurück, als mit jemand drüber zu reden.

Naja, und aufgrund dieser kirchlichen Geschichte sind in meiner Kindheit/Jugend doch ein paar Dinge auf der Strecke geblieben. Es war einfach alles etwas arg "gottes-/glaubenslastig". Es hat auch ziemlich lang gedauert, bis ich mich endlich davon lösen konnte. Aus heutiger Sicht erscheint es mir zwar relativ absurd, aber wenn man seit jüngster Kindheit eine bestimmte Denkweise vorerzählt bekommt, hält man alles andere erstmal für schwer bedenklich. Aber auch wenn es lang gedauert hat, immerhin bin ich nun weg davon. In Sachen Glauben/Kirche bin ich für dieses Leben ausreichend bedient. :-) Na ja, es hat jedenfalls dazu geführt, dass ich mich auch derzeit (mit Mitte 30) hin und wieder immer noch so fühle, als würde ich gerade irg.wie "aufwachen" oder so. Sonntags gab es immer nur Kirche, während andere Kinder mit ihren Vätern beim Fußball waren oder sonst etwas unternommen haben. Und eine leicht seltsame Weltsicht gab es gratis dazu...

Dass meine Gedanken und so irg.wie nicht ganz so ticken, wie das vielleicht mainstream ist, habe ich dann auch irg.wann in der Zeit so langsam gemerkt. Wenn sich mal jemand in der Richtung zu mir geäußert hat, war ich aber erstmal beleidigt und habe gar nicht verstanden, was das sollte. Irg.wann habe ich dann kapiert, dass die wohl doch recht haben könnten. Das macht es zwar nicht unbedingt besser, aber zumindest ist man schon mal drauf vorbereitet, wenn jemand anderes etwas überrascht reagiert oder sowas.

In Behandlung gewesen bin ich noch nicht bis jetzt, und habe das auch nicht vor. Ich meine, irg.wie geht in meinem Kopf schon einiges durcheinander. Aber meine Arbeit oder so kriege ich schon noch ganz gut hin. Hin und wieder habe ich mal einen Tag, an dem ich nichts geregelt bekomme, aber den hat wohl jeder mal. Und bis jetzt kann ich ganz gut damit leben, eben einfach 'speziell' zu sein. Hier das einfach mal aufzuschreiben, hat auch irg.wie eine positive Wirkung, hätte ich gar nicht so gedacht vorher.

Ich muss zwar noch etwas 'üben', zu schreiben, was in mir so vorgeht, deswegen hört sich hier manches vielleicht noch etwas oberflächlich an, weil ich irg.wie der Meinung bin, dass in mir einfach so seltsames Zeug vor sich geht, dass man es hier nicht schreiben kann. Aber mal sehen.

Soweit erstmal. Eine gute Nacht!

LG
kleiner Mann

02.05.2013 23:25 • #10


Knoten
Hallo Danny,

ich hatte nicht viel Zeit, darum erst jetzt eine Antwort.


Also, so außergewöhnlich ist deine Art doch gar nicht. Es gibt viele die sich genauso verhalten. Vielleicht bist du ein wenig zu selbstkritisch veranlagt?

Ich war auch immer die Kleinste, die Jüngste und die, die gerne gehänselt wurde. Mein Bruder ist schwerbehindert und Kinder können grausam sein.
Aber das liegt lange zurück.

Über das was die Seele bewegt zu reden oder zu schreiben, tut den meisten Menschen gut. Darum besteht eine Psychotherapie in den meisten Fällen aus Gesprächen, die oft auch in Gruppen durchgeführt werden. Vieles relativiert sich dadurch oft und manches erscheint durch Gespräche gar nicht mehr so schlimm.

Das Schreiben wird dir gut tun. Also nur drauflos, lass deinen Gedanken freien lauf!
In dieser Gemeinschaft wirst du mit der Zeit feststellen, dass du gar nicht so speziell bist, sondern schlicht ein Individuum.

LG, Bettina

05.05.2013 19:15 • #11


kleinermann
Hi Knoten,

ja bei mir war es die letzten Tage auch etwas stressig. Manchmal auch gar nicht so schlecht, man denkt nicht so viel nach. :) aber so wirklich ohne geht es trotzdem nicht, irg.wie fange ich doch immer wieder damit an, über irg.welchen Dingen rumzugrübeln...

Wenn ich gute Laune habe, sehe ich die ganze Sache ja auch oft eher entspannt und denke mir, dass es doch fast langweilig sein muss, völlig "normal" zu sein und gar nicht "speziell". Aber das ist leider eher selten der Fall. Und manchmal frage ich mich einfach, wie meine Freundin mich eigentlich überhaupt lieb haben kann. In solchen Momenten bin ich so ziemlich mit gar nichts an mir zufrieden. In letzter Zeit kommt das auch wieder verstärkt, weiß auch nicht warum. Dass das nicht so vollständig normal ist, merke ich zwar selbst (komme mir mit derzeit 57 kg bei 1,69m bisweilen zu dick vor, sehe einen "Rettungsring" etc.). Komme aber nicht wirklich los davon und versuche mal wieder, ein paar Kilo weniger zu werden. Dass das nicht wirklich sinnvoll ist, weiß ich auch. Aber wenn mir meine Freundin erzählen würde, dass ich doch langsam zu dünn werde, wäre das irg.wie ein großes Kompliment für mich. Nur dauert es wohl noch, bis es mal soweit ist.

Ok, erstmal wieder genug krause Dinge geschrieben...

13.05.2013 14:28 • #12


kleinermann
Hallo,

der Titel hier passt heute mal wieder besonders gut. :( Einerseits weiß ich sehr gut, dass es nicht gesund sein kann, zuviel abzunehmen, und gerade als Mann das auch wohl dem Aussehen nicht unbedingt förderlich ist. Aber trotzdem hat es mich heute Morgen sehr gefreut, als ich auf der Waage eine eher niedrige Zahl gesehen habe, die schon länger nicht mehr dort war und langsam das bisherige mindestgewicht in Reichweite kommt. Das ist zwar als absolute Zahl nicht gerade bedrohlich (BMI immernoch deutlich >19), aber nun ja. Andererseits erklärt es wohl auch das Vorhandensein diverser Speckpölsterchen, die mich gerade in letzter Zeit sehr stören. :(

Naja, mal sehen, wie es weitergeht.

14.05.2013 09:14 • #13


Knoten
Hallo Danny,

dein Problem könnte eine Essstörung zur Folge haben. Ich hoffe du bist dir dessen bewusst!
Ich denke auf das "Kompliment", dass du zu dünn wirst kannst du lange warten von mir würdest du das ganz sicher nicht erhalten!

Mein Schatz versucht auch gerade etwas leichter zu werden, er hat durch Medikamente einiges draufgelegt. War auch lange Zeit depressiv und findet nun aber - zum Glück - wieder hinaus. Ich hingegen liebe jedes Gramm an ihn, ermuntere ihn eher zum Muskelaufbautraining, welches er in der Depression sehr vernachlässigt hat. Er hatte mal einen sehr definierten muskulösen Körper, kein al la Silvester Stallone, sondern wirklich jeder Muskel gut trainiert. Unter seinem "Speck" ist das alles noch vorhanden, also warum "Hungern" wenn das Gewicht eigentlich eine Nebenrolle spielt?

Was denkst du über ein ordentliches Sportprogramm mit guter Ernährung, anstatt deines "Magerwahns"? Ich denke, dann könntest du tatsächlich irgendwann mit einem Kompliment von deiner Freundin rechnen

17.05.2013 15:01 • #14


kleinermann
Hallo,

ja, danke für den Tipp mit dem Sportprogramm. Ich meine, die Idee hatte ich ja auch schon. Und sogar öfter mal. Aber wie es dann so ist, denkt man nicht mehr dran. Oder will irg.wie nicht mehr dran denken. Dass das eigentlich gut wäre für mich, weiß ich ja auch (oder ein Teil von mir). Aber häufig kann ich mich dann nicht aufraffen dazu. Obwohl ich es auch durchaus erstrebenswert finde, mal ein paar Muckis an Armen und Oberkörper insgesamt zu bekommen. Und ich habe mir auch schon mal ein kleines Programm gebastelt, Liegestütze, Situps und so Kram, den man zu Hause mal zwischendurch machen kann. Aber ok, ich nehme das hier jetzt mal zum Anlass, das wirklich zu machen.

Und was das liebe Thema "Gewicht" angeht... Naja, ich finde es ja selbst etwas erschreckend, wenn das scheinbar schon etwas in Richtung Essstörung geht. Es ist doch was anderes, wenn einem das mal durch die Gedanken geistert, wenn man sich bei irg.welchen seltsamen Gedanken erwischt. Oder es dann tatsächlich hier mal steht. Aber dann sehe ich mich wieder im Spiegel an und denke "nee, kann ja gar nicht sein, da ist noch ein langer Weg". Aber ich meine, wenn man sich dauernd Gedanken ums Essen, Gewicht etc. macht, wohl tatsächlich oft etwas arg wenig isst und so, kann das wohl nicht mehr so ganz richtig sein. Aber bei Männern ist es ja doch so etwas wie ein Tabu, und da will man es sich selbst ggü. auch nicht zugeben.

Nach dem, was man hier so lesen kann, weiß ich schon auch, dass es von eher leichten Problemen in dieser Richtung (so würde ich das bei mir schlimmstenfalls sehen) zu den etwas größeren Problemen ein eher schleichender Prozess ist und man irg.wann die Kontrolle verliert. Aber in manchen Augenblicken finde ich das gar nicht erschreckend (was ich dann bei 'klarerem' Verstand wiederum erschreckend finde).

Ohje, ich bin schon ziemlich verkorkst, fürchte ich... Und sorry, wenn ich hier gefühlt jedes Mal das gleiche schreibe. Aber irg.wie ist es einfach das, was mir so im Kopf rumgeistert...

So, das reicht erst mal wieder an dummem Zeug für heute, glaub ich...

19.05.2013 10:31 • #15




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