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Warum kann mich meine Mutter nicht lieben?

Aydabkz

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Es ist nicht das erste Mal, dass ich sowas wie jetzt hier schreibe.

Ich brauche Ratschläge, wie ich Disatnz kreeire, wie ich mich selber schützen kann, wie ich damit umgehen soll.

Es ist nämlich so, dass ich momentan einfach nicht weiß, wie ich mit meiner Mutter umgehen soll. Für mein Empfinden ist es mehr , als Auseinandersetzungen, die man manchmal hat. Zudem muss ich sagen, ich bin 19, aber da ich jetzt studieren werde, ist ein Auszug vielleicht erst in einem Jahr möglich. Bis dahin Versuche ich mich abzugrenzen, auch wenn ich mir was anderes wünschen würde.

Also, meine Mutter ist eine schwierige Persönlichkeit. Ich weiß garnicht genau, wie ich das beschreiben soll, aber früher oder später findet sie an jedem etwas, was garnicht geht und wird abwertend gegenüber den Personen , die nunmal eine andere Meinung oder ein anderes Leben führen , als sie für richtig hält.

Selbst und fremd Wahrnehmung sind Gegensätze wie Tag und Nacht. Sie sagt, sie kann alles am besten, ja fast schon narzisstisch, fühlt sich schlauer und besser als alle anderen die Ahnung haben aber kriegt selbst nichts auf die Kette. Sie ist auch automatisch immer auf Abwehr Haltung gegenüber vielen Menschen und ja, leider ist es mir unangenehm wenn wir zusammen draußen sind, denn sie wird manchmal halt böse zurück angeschaut. Sie schaut Menschen nämlich grundlos böse an, fremde , ich kann es nie verstehen.

Ich bin eine positive Person und es ist messbar, dass diese Energien die man ausstrahlt, auch wieder zu dir zurück kommen. Deswegen hatte ich auch schon unglaublich positive Erfahrungen machen können, besonders im letzten Jahr .

Ich könnte hier noch zig Situationen aufzählen,aber das bringt nichts. Es gibt genau einen Grund, einen wirklich banalen Grund , der gestern ein Auslöser für ihren "Ausbruch" oder was auch immer war.

Ich habe ihr von meinem Buch erzählt. Schreiben begleitet mich schon seit meiner Jugend und ich liebe es einfach. Habe schon etliche Gedichte oder Kurzgeschichten geschrieben und seit einem halben Jahr bin ich an einem Roman dran, mein größtes Werk wo ich viel Arbeit rein gesteckt habe. Ich mache die Kapitel öffentlich und kann somit schon einige Leser begeistern.

Als ich ihr das erzählt habe, wie weit ich schon bin, reagierte sie mit "Halt Mal deine Klappe, schaffe erstmal was vernünftiges" daraufhin habe ich dann gesagt , dass es aber mein größter Traum ist, es bald zu veröffentlichen und sie meinte allen Ernstes, ich soll lieber ganz aufhören mit dem Schreiben. Und ich solle mir bloß keine Hoffnungen machen. Dabei weiß ich, dass ich Talent habe und daraufhin hat mich das so angespornt, dass ich noch ein Kapitel veröffentlicht habe.

Heute morgen habe ich eine Mail bekommen , ich kann an einem Wettbewerb teilnehmen, indem man seine Werke Einsendet. Als sie das erfahren hat, meinte sie "denk nicht ich habe Zeit dahin zu gehen " .

Ja, es macht mich sehr traurig. Ich weiß nicht ob es sogar eifersucht ist, denn sobald ich Erfolge habe, reagiert sie mit Ignoranz, wohl ganz bewusst, weil es mir immer weh getan hat. Wie schaffe ich es bloß mich davon abzugrenzen?

Und meine kleine Schwester wird natürlich vergöttert, sie bekommt alles und egal was sie macht, es ist richtig und wundervoll. Irgendwie ist sie zu allen Menschen eine Hexe außer zu meiner kleinen Schwester.

Ich war gestern mit ihr draußen, ich habe direkt gemerkt, dass sie dieses negative geschafft hat auf mich zu übertragen. Das passiert nicht oft aber gestern hat sie es tatsächlich geschafft, dass ich mich naja hässlich gefühlt habe. Zum Glück ging es schnell vorüber aber wie kann es sein, dass eine Person so toxisch ist, um wohl ihr eigenes schlechtes leben auf andere zu übertragen.

Wie kann ich mich selber schützen? Wie lasse ich es nicht an mich heran?

Übrigens , meine damalige Therapeutin hat auch beim Gespräch zu dritt vermutet, meine Mutter sei eifersüchtig. Aber natürlich hat mich meine Mutter dann beleidigt Zuhause und mir klar machen wollen, dass diese erfahrene Therapeutin garkeinr Ahnung hat und sie dann auch beleidigt.

17.07.2020 14:13 • #1


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Kürsche

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Liebe @Aydabkz
die Vermutung der Therapetuin teile ich - gleich von Anfang an Deiner Erzähling dachte ich mir, da ist jemand wohl neidisch auf die Möfglichkeiten einer nachrückenden Generation.

Sei stolz auf das, was Du schaffst und verfolge Deinen Traum unbedingt weiter, ohne Dir reinreden zu lassen. Du bist 19, also schon erwachsen und brauchst Dir von niemandem mehr etwas sagen zu lassen.

Du bist niemandem Rechenschaft schuldig außer Dir selbst gegenüber.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

17.07.2020 14:27 • x 2 #2


dumbo

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Hallo aydabkz,

ich habe schon einige Beiträge von dir gelesen. Leider weiß ich immer nicht genau, was ich antworten soll. Bzw. fällt mir schon viel ein, ich kann mich aber nicht aufraffen. Das tue mir leid. Ich finde es so unfassbar traurig, wie deine Mutter und auch Schwester mit dir umgeht. Ich stimme auch zu, dass deine Mutter eifersüchtig scheint. Vielleicht hätte sie selbst gern etwas anderes gemacht, wurde aber durch irgendwas daran gehindert, bzw. Hat sich hindern lassen. Ist selbst unfähig etwas zu ändern. Man fühlt sich halt eben besser, wenn man jedem in seiner Umgebung was schlechtes anhängen kann, dann wirkt das eigene Elend nicht so riesig und man kann es besser ignorieren als erwas daran zu ändern. Denn sich zu ändern ist immer schwer und mit Arbeit verbunden. Deine Mutter erinnert mich ein klein wenig an meinen Vater, zumindest was den Teil angeht, in jedem Menschen, was schlechtes zu finden. Mein Vater kann andere loben, aber er zählt vorher immer erst auf, was der andere nicht kann. Z.b. der Andreas der kann ja wirklich überhaupt nicht mit Geld umgehen, aber die Feier letztens, die hat er toll organisiert. Bloß niemandem zu viel zugestehen, sie könnten ja besser sein als er. Er ist, meiner Meinung nach, narzisstisch veranlagt. Ist schnell bockig, wenn man Kritik übt, geht keine Diskussionen ein etc. Ich hab vor 3 Jahren (Ich werde jetzt 40) den Kontakt abgebrochen, weil ich die Beziehung mit ihm furchtbar fand. Keine Emotion, nichts. Ich hab mir ein "Ich hab dich lieb" gehört. Ich war entweder das brave oder das böse Kind. Letzteres in seinen Augen wohl öfter. Er hat vor Jahren mal fallen lassen, dass er uns ja doch ganz gut hinbekommen hat mit seiner Erziehung. Annehmbar. Dabei hat er nichts getan, es blieb alles an meiner Mutter hängen.

Zurück zu dir und deiner Mutter. Ich kann nachvollziehen, wie schwer es für dich sein muss. Das Einzige, was man möchte, ich einfach mal zu hören "wow, das hast du toll gemacht, ich bin so stolz auf dich, weiter so, ich liebe dich". Aber egal, was man tut, man bekommt es nicht. Ich glaube, es ist auch egal, woran es liegt. Man muss sich klar machen, dass dieser Mensch einen dass, was man am nötigsten braucht, einfach nicht geben KANN.

Ich denke auch, dass deine Schwester so agiert, weil sie versucht etwas Zuneigung von deiner Mutter zu bekommen und die bekommt sie nur, indem sie deine Mutter darin unterstützt wie sie ist. Ist recht gibt verpflichtet etc. Sie erhofft sich dadurch Zuneigung und Liebe von deiner Mutter. Ggg kommt das böse Erwachen für sie noch, wenn du aus dem Haus bist, weil dann nur noch sie alleine ist und sie es ggf abbekommen könnte, weil deiner Mutter ein Prellbock fehlt.

Bei uns war es so, dass unser Vater uns Kinder (wir sind 4) gegeneinander ausgespielt hat. Er brauchte gar nicht viel tun, wir haben alle um seine Zuneigung gebuhlt. Mir war das als Kind nie bewusst. Und heute tut es mir stellenweise noch extrem weh, wenn ich daran denke, wie ich war, vor allem zu meinem jüngsten Bruder. Aber, wie mein Thera sagt, ich war selber Kind, ich habe nur reagiert, ich habe versucht zu überleben. (Hört sich für mich immer noch verdankt übertrieben an, denn wirklich schlimm war es bei uns nicht, es war eine große Ignoranz/Nichtbeachtung, die bei uns herrschte.)

Ich kann dir leider auch keinen Rat geben, was du machen kannst. Bei mir hat es 35 Jahre gedauert bis ich mein "Problem" erkannt habe und noch mal zwei weitere bis ich für mich eine Lösung hatte, der in Kontaktabbruch mündete, damit es mir besser gehen kann. Das war hart. Es ist doch Familie und man wird so erzogen, dass man immer zur Familie hält. Ich habe es dann mal in Relation gesetzt. Was wäre, wenn das nur ein "Freund" wäre. Ganz klare Antwort, zu dem hätte man seit Jahren bereits keinen Kontakt mehr.

Für dich ist es natürlich noch schwieriger, weil du noch zuhause wohnst. Vielleicht kannst du dir, wenn deine Mutter dich wieder beleidigt, sagen, dass sie es nur macht, weil sie mit sich selber unzufrieden ist, sie aber zu feige ist, es sich einzugestehen. Dass der Grill nicht dir gilt, sondern ihr selber. Dass sie einfach unrecht hat, mit dem was sie sagt und dass du sehr wohl gut bist. Ja sogar besser als sie! Dass du dein Leben meistern wirst, dass du auch das positive siehst und daran festhält und dass du kein Miesepeterleben führen möchtest.

Es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen kann. Ich wollte dir aber gern sagen, dass ich deine Situation nachvollziehen kann und mir das ehrlich furchtbar weh tut zu lesen, wie es dir geht und wie mit dir umgegangen wird. Versuch irgendwie das eine Jahr noch zu überstehen. Wenn du studierenngehst, kannst du ausziehen und dir dein eigenes Reich aufbauen, in dem du bestimmst, wen du hereinlässt und wie mit dir umgegangen wird und alle schlechten Menschen lässt du drausen vorm Burggraben rummeckern und jaulen und kannst sie getrost ignorieren, weil du drinnen Menschen hast, die geben und nehmen und fürsorglich miteinander umgehen.

17.07.2020 18:30 • x 2 #3


Aydabkz

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Danke für deinen Text. Damit hast du mir schon ein wenig geholfen, da ich mir auch jetzt irgendwie bewusst geworden bin, ich bin nicht alleine damit, es gibt wohl noch viele Eltern, die genau so schlimm sind oder Kinder, die sich genau so fühlen.

Du sprichst mir bei fast jeder Zeile aus der Seele. Mittlerweile ist mir bewusst, dass so eine Person nicht glücklich sein kann , wenn sie in allem etwas Schlechtes findet.

In diesem Jahr Versuche ich mich auch total zu distanzieren. Ich werde mit ihr so gut es eben geht nicht sprechen, da egal was ich mache, es falsch sein wird. Und ja du hast Recht, vielleicht wäre ein Kontakt Abbruch danach garnicht einmal so verkehrt. Wie du schon sagtest, wäre sie in meinem Freundeskreis dann hätte ich schon längst den Kontakt abgebrochen. Das einzige was mich daran hindert , ist die Tatsache daß sie meine Mutter ist. Und dann kommen die guten Erinnerungen der Kindheit auf, auch wenn sie da schon extrem hohe Erwartungen an mich hatte.

Ja, ich denke auch dass meine Schwester ihr einfach in allem was sie sagt zustimmt und es irgendwann wahrscheinlich auch so enden wird. Es sei denn, meine Schwester entwickelt nie ihre eigene Meinung.

Ich bin aber auch von der Persönlichkeit anders. Habe nirgends ein Problem meine Meinung zu sagen und halte auch nicht mein Mund, wenn ich was zu sagen habe. Meine Schwester würde sich das nie trauen.

18.07.2020 10:51 • #4


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mrsrobot

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Danke für Dein Thema hier. In vielen Punkten habe ich mich wieder gefunden. Meine Mutter ist mal so, mal so, wie es gerade ist. Sie kann megafreundlich und auch mitfühlend sein und schwenk, sie ist wieder anders. Wie Mr. Jekyll und Dr. Hyde, sehr verwirrend für mich. Da fällt es mir auch meist schwer, mich abzugrenzen, weil es mal so, mal so ist. Ich sage jetzt immer, dass was ich denke und meine und man merkt im Gespräch, ja, sie geht auf manches ein, dann so, ach person xyz hat das auch gesagt oder sie winkt direkt ab.

Das ist dann auch in der Gesprächsführung schwierig und normalerweise kann ich Gespräche gut lenken.

24.07.2020 09:51 • #5


Heideblümchen

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Hallo Aydabkz,
ich schließe mich den Ausführungen der anderen hier an.
Du bist absolut nicht allein mit diesem Problem. Es ist zum einen das "Problem", dass es deine Mutter ist. Eine Mutter macht doch in den Augen eines Kindes immer alles richtig und das Kind - egal, wie alt es ist - ist enttäuscht, wenn von der Mutter nicht diese positiven Signale kommen, die ein Kind braucht. Daher ist es für dich unverständlich, was du denn bitte "gemacht" hast (oder eben nicht), dass sie dich so behandelt.
Dann kann das auch bei deiner Mutter einen tieferen Grund haben. Musste sie ihr eigenes Studium aufgeben, als sie dich bekommen hat? Hat das nicht in ihre Kariere- oder Lebensplanung gepasst? Hat sie was versäumt, was du jetzt für dich erreichen kannst, weil du das Talent und die Möglichkeit dazu hast? Das kann auch unterbewusst zu Eifersucht führen.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir auch nur raten, zu überlegen, ob du nicht die Möglichkeit hast, deinen eigenen Weg, auch räumlich, zu gehen. Du hast das Talent, das ist ein Geschenk, das solltest du dir von niemandem kaputtreden lassen, sondern ausleben! Basta!
Und es ist, wenn man hinter die Fassaden der Menschen schaut, in soooooooo vielen Fällen so, dass zumindest ein Elternteil durch seine "Eingriffe" ein Leben, eine Lebensansicht, eine Erziehung verderben kann.

In meinem persönlichen Fall, ohne hier jetzt weiter darauf einzugehen, hat meine Psychologin von "psychischem Missbrauch" seitens meines Vaters mir gegenüber gesprochen. Als Kind, sorry, wenn ich dich mit 19 noch so betitel, das ist nicht abwertend, kann man noch nicht absehen, was das aus einem machen kann. Was sowas bewirkt. Wie kaputt es einen machen kann. Wie viel Schaden solche Beeinflussungen von den Eltern, die doch eigentlich auf einem goldenen Sockel stehen, anrichten können.

Geh deinen Weg. Vertrau auf dein Talent, auf den Spass, den dir das Schreiben macht, auf das, was du kannst und nabel dich ab. Du bist dafür alt genug und du musst dir das nicht gefallen lassen. Jemand, der das eigene Kind so wenig unterstützt, es sogar manchmal in peinliche Situationen bringt, ist selber ein Fall, der Hilfe bitter nötig hätte. Und, wie das auch hier schon erwähnt wurde: wenn es dir auf Dauer gar nicht gut tut, dann brich bzw. schränke den Kontakt zu deiner Mutter ab/ein. Ja, tut weh, ist so, aber manchmal ist so ein Schritt nötig, um erwachsen zu werden und sich selber zu verwirklichen! Alles Gute dafür!

Vor 1 Stunde • #6

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