Vom Ritzen loskommen - wie schaffe ich das? SVV

Glasscherbe

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Hallo,

seit mehr als 15 Jahren füge ich mir selbst Schmerzen zu. Ich kann nicht aufhören damit. Angefangen hat alles nach einem traumatischen Erlebnis. Damals habe ich mich geschnitten, weil ich nicht mehr hören wollte, dass ich schön aussehe. Das hielt eine ganze Weile an, ernst genommen hat mich nie jemand damit, wenn es raus kam. Alle haben es belächelt. Mein jetziger Freund sagte neulich: „Das beeindruckt mich gar nicht.“ Er versucht mir damit zu helfen, bewirkt aber das Gegenteil. Er tut mir weh damit. Für mich ist dieser Satz gleichbedeutend mit „Deine Probleme interessieren mich nicht.“
Seit einiger Zeit merke ich nun, wie ich vom R**zen weg komme. Dafür schlage ich mich. Mit dem Kopf gegen die Wand, das habe ich früher schon gelegentlich getan. Aber mittlerweile ohrfeige ich mich selbst und schlage gegen meinen Kopf. Teilweise richtig schlimm, letzte Woche habe ich ein Hämatom davongetragen. Ich finde diese Verlagerung nicht gut. Ich weiß nicht, was sie ausgelöst hat. Und ich bekomme es langsam mit der Angst zu tun, weil ich merke, dass ich auch nur noch wenig esse. Das hatte ich auch vor Jahren schon mal, teilweise habe ich dann tagelang nichts gegessen. Jetzt geht es wieder los. Ich wiege mich dauernd, finde mich „zuviel“. Auch das zähle ich unter SVV, weil ich mir bewusst Schaden zufügen möchte. Wie kann ich damit umgehen, dass ich nicht noch tiefer rutsche?

liebe grüße

15.06.2010 13:23 • #1


rennratte

Hallo Glasscherbe,

bist Du in Therapie? Da Du ja weisst, dass es mit einem traumatischen Erlebnis angefangen hat, wäre vielleicht eine Traumatherapie das richtige für Dich.

Gruss rennratte

15.06.2010 20:30 • #2


Glasscherbe

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Hallo rennratte,

nein, ich warte derzeit auf einen Therapieplatz. Letztes Jahr hatte ich mal kurz Kontakt zu einer Psychologin, aus einem anderen Grund (bin damals massiv bedroht worden und konnte meinen Tagesablauf nicht mehr leisten). Die war aber so unspympathisch (nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte, fragte sie mich: Ja, und was soll ich jetzt tun?), dass ich da nicht mehr hin will. Die Therapeutin, die ich mir jetzt ausgesucht habe, hat mich auf die Warteliste gesetzt, dauert ca. bis Ende des Jahres.

Liebe Grüße

16.06.2010 08:00 • #3


rennratte

Hallo Glasscherbe,

mh das ist ja doof dass es noch so lange dauert. Alleine aus dem SVV und so rauskommen ist denkbar schwer. Als sehr hilfreich haben sich die Skills aus dem DBT bewährt. Habe ich auch gemacht. Da findet man einiges zu im Internet. Kannst Dich damit vielleicht beschäftigen und das eine oder andere ausprobieren um die Wartezeit möglichst gut zu überbrücken. Wichtig ist halt das man lernt frühzeitig zu erkennen wann und wodurch die Anspannung so hoch geht, dass man ins SVV geht. Am besten wenn mans frühzeitig merkt Skills anwenden damit die Anspannung nicht weiter steigt oder noch besser sinkt. Das ist auch viel ausprobieren bis man das richtige gefunden hat. Mir z.B. hilft körperliche Anstrengung (Sport) oder kalt duschen. Was Du auch noch machen könntest ist nach einer Selbsthilfegruppe in Deiner Umgebung suchen. Und auch einen Psychiater suchen, der Dir dann die Therapie verschreibt und mit ihm auch mal über die Probleme reden evtl. können auch Medikamente gegen die Anspannung helfen. Und es macht Sinn mehrere Therapeuten auszuprobieren (probatische Sitzungen) damit sich nicht immer wieder neue Wartezeiten aufaddieren wenn man merkt ne das passt doch nicht.

Gruss Rennratte

16.06.2010 10:16 • #4


Glasscherbe

Glasscherbe


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Hallo rennratte,

danke für deine tipps - das mit den skills habe ich gestern erst gelesen, fand auch, dass das ganz gut klingt. ich werde mal sehen, ob ich nicht was ausprobieren kann. muss ich zu den sitzungen eigentlich immer allein hingehen? oder darf ich da auch jemanden mitnehmen? ich hab da irgendwie angst allein, am anfang würde mir das sicher helfen ...

liebe grüße

16.06.2010 10:29 • #5


rennratte

Hallo Glasscherbe,

da musst Du Deine Thera fragen ob Sie mit einverstanden ist, aber ich denke da wird nix gegen sprechen. Beim Arzt kann man ja auch jemanden mitnehmen, man muss nur sagen dass man das so möchte/einverstanden ist.

Gruss Rennratte

16.06.2010 12:56 • #6


Glasscherbe

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Es geht wieder los. Seit gestern abend muss ich dauernd dran denken. Das Verlangen, mich zu spüren, wird immer größer. Ich möchte das nicht und doch möchte ich es ... Ich hab Angst vor mir.

08.07.2010 09:42 • #7


elocin

elocin

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Hallo Glasscherbe...

Ich kenne deine Gefühle zu gut, denn ich verletze mich auch selber, seit ca 14 Jahren mit Unterbrechung. Ich gehe jetzt in eine Tagesklinik, wäre das vllt auch eine Möglichkeit für dich? Dort bekommst du Hilfe und hast einen Tagesablauf, oder aber du gehst erstmal stationär in eine Klinik in danach in die Tagesklinik...
Ich war erst 10 Wochen in Bad Bramstedt und jetzt seit einer Woche in einer Tagesklinik....ich muß sagen, dass mich das schon rec ht stabilisiert!!!
Lg

11.07.2010 11:23 • #8


Glasscherbe

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Hallo elocin,

ich wollte erstmal schauen, wie sich die Therapie anlässt. Über Tageskliniken hab ich mich noch gar nicht informiert, muss ich noch machen. Leider (?) kann ich nicht nur auf mich schauen, ich bin alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern, die entsprechend auch versorgt werden müssen und ich habe hier keine kostenfreie Hilfe, die Familie und auch der Vater der Kinder sind weit weg. Soll heißen, dass ich meinen Job brauche, allein schon um die Kinder angemessen zu versorgen - ich hab irgendwie Angst, dass ich meinen Job verliere, wenn ich in eine Klinik gehe. Dennoch danke für den Tipp, ich werd mich informieren.

Liebe Grüße

14.07.2010 07:25 • #9


Glasscherbe

Glasscherbe


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Seit der Trennung von meinem Ex habe ich nichts mehr gemacht. Ich hatte ein paar Mal heftigstes Verlangen, hab es aber abwenden können. Gestern war auch so ein Tag. Einziges Problem dabei: Ich fühle mich während dieser Phasen so "voll", bin wie im Nebel, in Watte gepackt, dass ich hinterher nicht mehr richtig nachvollziehen kann, was genau ich getan habe, damit eben nichts passiert. So lässt sich natürlich schlecht arbeiten.

Was mir außerdem Sorgen macht ist, dass ich weiß, dass es wieder kommen wird. Deshalb kann ich nicht stolz sein auf mich, ich weiß, dass die Hoffnung, dass es vorbei ist, an Selbstvera****ung grenzt. Ich habe derzeit auch den Kopf so voll mit allerlei Dingen, meine Tage haben viel zu wenig Stunden. Ich wünschte, dass die Therapie bald losgeht, denn für alles andere scheint wirklich kein Platz in meinem Leben gerade. Tagesklinik hab ich mich informiert, ich weiß nicht, wie ich das deichseln soll. Schon allein wegen der Kinder.

02.08.2010 13:12 • #10


Glasscherbe

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Es geht besser seit einigen Monaten. Ich hatte zwar um den Jahreswechsel noch einmal ein böses Erlebnis, eine dicke Narbe ist davon geblieben. Aber davor war mein Verhalten schon deutlich besser und seitdem bin ich bis jetzt frei von SVV - ich bin so stolz auf mich. Ich weiß gar nicht so recht, was eigentlich Auslöser ist, dass ich derzeit so vorbildlich agiere. Einige meiner Verhaltensweisen versuche ich derzeit zu ändern, vielleicht liegt es ja daran.
In angespannten Situationen "zwinge" ich mich immer dazu, erstmal zwei Schritte zurück zu gehen und mir alles in Ruhe - quasi auf Entfernung - anzuschauen. Das hilft mir sehr oft. Am Montag habe ich zudem einen Termin bei der Therapeutin - ENDLICH! - ich hoffe, dass dann mein bisher recht guter Weg gefestigt wird.

14.04.2011 14:16 • #11


elocin

elocin

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Ich freue mich sehr, dass von dir zu lesen!! Darauf kannst du auch STOLZ sein!!
Drücke dir die Daumen, dass es mit dir und deiner Therapeutin paßt!
Fühl dich lieb gedrückt.

14.04.2011 16:29 • #12




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