DownTown
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Danke für die Eröffnung dieses Themas. Bei mir kam die Krankheit plötzlich von jetzt auf gleich. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, was gerade mit mir geschieht...und bis heute bekomme ich immer wieder diese eine Frage gestellt: "Woher kommt das denn? Warum geht es dir jetzt wieder schlecht? Ist etwas passiert? Es muss doch was geschehen sein, sonst würdest du doch nicht so durchhängen. Medikamente lösen das Problem ja nicht, hast du dir darüber schonmal Gedanken gemacht? "
Diese Fragen bedrängen mich jedes Mal, weil sie für mich auch immer Vorwürfe beinhalten. Du hast nicht richtig auf dich aufgepasst-du musst etwas in deinem Leben ändern-die Behandlung deiner Depression ist nix-du müsstest dich mehr um Alternativen kümmern-vielleicht musst du mal in die Klinik und alles hinter dir lassen.
Eine richtige Antwort gibt es da wohl nicht. Ich habe über die Jahre gelernt mich persönlich da erstmal völlig rauszunehmen und die Depression als Krankheit ernst zu nehmen. Ich hasse sie, aber ich versuche sie anzunehmen, wie andere ihren Diabetes, ihren Blutdruck, wie auch immer. Es ist eine Krankheit für die ich nichts kann. In meinem Fall ist sie wohl weitgehend endogen und ich habe überwiegend Macht über sie.
Aber gerade die aktuelle Zeit spielt ihr in die Hände. Die Pandemie macht, dass ich vieles nicht mehr unter Kontrolle habe und es nicht mal in meiner Hand liegt.
Mir selbst hilft es nicht nach Antworten zu suchen. Was bringt mir eine Antwort, wenn ich trotzdem nicht mit der Krankheit leben kann.
Ich suche eher nach Antworten auf die Frage wie ich damit leben kann...