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Umgang mit Gedanken

_abcdef2

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Hallo ihr Lieben!

Habe mich heute zum ersten Mal in so einem Forum angemeldet, da ich mir einen Austausch erhoffe der mich weiterbringt.

Ich habe 2018 die Diagnose mittelschwere Depression mit Angstvorläufer erhalten. War 4 Monate im Krankenstand. Danach ging es eigentlich ganz gut. Habe leider meine Strategien sehr vernachlässigt, das fiel mir aber nicht auf. Ich habe einen ziemlich nervenaufreibenden Job, sehr konfliktbehaftet und viele negative Leute um mich herum. Ich darf meist die schlechten Nachrichten überbringen. Bin also oft umgeben von Frust und Unverständnis.

Da ich so sehr leide darunter habe ich gekündigt. Ich starte demnächst in einer neuen Firma. Ich habe aber seit Monaten Gedankenkreisen - ich komme zu keinem Ergebnis - sobald ich aufwache denke ich über Situationen nach die schon längst vorbei sind. Alle Gedanken sind mit der Arbeit in Verbindung.

Ich denke zb "habe ich hier und dort was falsch gemacht", "habe ich diese Person vl verletzt mit meinem Verhalten?" "bin ich schuld an dies und das", "was denkt diese Person von mir jetzt?" "lasse ich die Kollegen im Stich?" "wie soll ich das alles schaffen?"

Ich fühle mich total neben der Spur. Ich höre auch kaum mehr zu. Es erzählt jemand etwas und ich beame mich irgendwie komplett weg. Ich bin eigentlich sicher dass derjenige nichts gesagt hat, hat er aber.

Bin ständig in Therapie aber irgendwie wir das gerade so schlimm, dass ich das Gefühl habe nicht mehr ich zu sein und wahnsinnig zu werden. Diese nie endenden Gedanken machen mich komplett fertig. Ich bin dann auch stundenlang damit beschäftigt und mache nichts anderes mehr als darüber nachzudenken. Ich befasse mich vor allem mit Dingen aus der Vergangenheit und in der Zukunft - Szenarien wo mich andere ablehnen und mich nicht mehr mögen…

Morgen habe ich Termin beim Psychiater denn ich denke dass meine Depression zurück ist.

Hat das jemand von euch was ich beschrieben habe? Wie geht ihr damit um?

Liebe Grüße und alles Liebe.

20.06.2022 22:19 • x 3 #1


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Mira1985

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Hallo, ich kenne dieses endlose Gedankenkreisen immer wieder um das gleiche Thema nur zu gut, es kostet sehr viel Kraft und belastet einen sehr. Leider habe ich auch noch keinen Ausweg gefunden. Du bist nicht alleine damit, leider weiß ich dir auch keinen Rat

20.06.2022 22:30 • x 1 #2



Hallo _abcdef2,

Umgang mit Gedanken

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_abcdef2

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@Mira1985 ja es ist so ein massiver Kraftaufwand. Man hat kaum Energie für die schönen Dinge. Mein Freund hat so eine Lebensfreude und genießt alles und ich bin ständig mit meinem Grübeln beschäftigt.

20.06.2022 22:33 • #3


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Lost111

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Zitat von Jasmin1990:
Bin ständig in Therapie aber irgendwie wir das gerade so schlimm, dass ich das Gefühl habe nicht mehr ich zu sein und wahnsinnig zu werden. Diese nie endenden Gedanken machen mich komplett fertig. Ich bin dann auch stundenlang damit beschäftigt und mache nichts anderes mehr als darüber nachzudenken. Ich befasse mich vor allem mit Dingen aus der Vergangenheit und in der Zukunft - Szenarien wo mich andere ablehnen und mich nicht mehr mögen…

Hallo @Jasmin1990 ,

erstmal willkommen hier.

Ich kenne dieses Gedankenkreisen auch nur zu gut. Es ist schwer, da wieder raus zu kommen. Das kennen ganz sicher Viele hier auch.
Was sagt/rät denn deine Therapeutin/dein Therapeut dir?

Ich habe mal dazu gehört: die Vergangenheit ist vergangen, das Morgen noch nicht da. Versuche, im Hier und Jetzt zu leben!
Das sagt sich allerdings einfacher als getan...

Ich versuche, mich irgendwie abzulenken von den vielen - oft sehr negativen! - Gedanken: lesen (wenn das die Konzentration zulässt), eine Serie gucken, Malen nach Zahlen (was noch auf mich wartet), ein angenehmes Bad nehmen, die Gedanken aufschreiben und wegschließen. Was ich auch mal gehört habe: man soll sich eine bestimmte Zeitspanne zum Grübeln nehmen und danach was angenehmes machen.

Keine Ahnung, ob ich dir da jetzt irgendwie weiterhelfen konnte. Aber ich wollte dir von meinen Erfahrungen erzählen und sagen: du bist nicht alleine.

20.06.2022 22:46 • x 6 #4


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Mit180gen0

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Hast du es mal mit Meditation versucht? Mit einer geführten?

21.06.2022 10:26 • x 1 #5


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aurora333

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Auch ich kenne das Gedankenkreisen in der Regel dann, wenn ich etwas Unangenehmes vor mir habe, das erledigt werden MUSS.

Helfen tut mir in so Momenten mich so gut es geht abzulenken. Etwas lesen oder Filme, Talkshows etc. schauen oder Rätsel machen usw.

Vergangenes Unverarbeitetes thematisiere ich auch in der Psychotherapie. Vorzugsweise bei einem Psychotherapeuten.

Psychiater sind in erster Linie für Medikamente zuständig, die bei Depressionen / Angsterkrankungen als Basis notwendig sein können. Auf dem Sektor benötigt man jedoch Geduld bis das richtige Mittel und die Dosis gefunden sind. Die wünsch ich Dir !

Alles Gute !

21.06.2022 16:44 • #6


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bones

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was macht ihr denn in der therapie? gibt dir dein therapeut genug , dass su daraus was mitnehmen kannst? oder redet ihr nur?

was erhoffst du dir denn vom psychiater, dass er dir helfen tut?

21.06.2022 19:13 • x 1 #7


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@Mit180gen0 ja habe ich. Muss man aber wahrscheinlich täglich machen. Falle leider immer wieder in meine alten Muster zurück…

21.06.2022 19:26 • #8


_abcdef2

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@bones hi! Also mein Psychiater hat mir jetzt mal was pflanzliches verschrieben. Halt ich für sehr gut, siehe Anhang. Vl hilft es ja noch wem

Ja ich rede mit meiner Therapeutin eigentlich nur. Aber sie tut mir gut. Ist eine integrative Gestalttherapie. Wahrscheinlich wäre kognitive besser…

21.06.2022 19:28 • #9


_abcdef2

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@aurora333 hallo! Danke für deine Worte. Therapeut hat mir das hier empfohlen. Vl auch für dich interessant?

21.06.2022 19:29 • x 1 #10


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Mit180gen0

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Zitat von bones:
@Jasmin1990 was macht ihr denn in der therapie? gibt dir dein therapeut genug , dass su daraus was mitnehmen kannst? oder redet ihr nur? was erhoffst du dir denn vom psychiater, dass er dir helfen tut?

Ein Facharzt ist immer aussagekräftiger, wenn es mal hart auf hart kommen sollte.
Ich wurde gerade dafür gelobt, dass ich schon da war.

21.06.2022 20:33 • #11


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bones

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Zitat von Mit180gen0:
Ein Facharzt ist immer aussagekräftiger, wenn es mal hart auf hart kommen sollte. Ich wurde gerade dafür gelobt, dass ich schon da war. ...

inwiefern aussagekräftiger? was soll deiner meinung nach hart auf hart kommen? es ist schön wenn man gelobt wird. nur weiß ich nicht, in welch zusammenhang? aber freut mich für dich.

21.06.2022 20:50 • x 1 #12


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Mit180gen0

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@bones Ich habe eine Reha beantragt. Sollte die abgelehnt werden, kann ein Facharzt schneller etwas bewirken.

Mir wurde gesagt, das sei gut, dass ich schon da war. Was zufällig war, der Termin war zuerst frei.

21.06.2022 20:53 • #13


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bones

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nun das ihr redet ist schon mal gut. nur allein, bringt das wenig. es müssen sachen aufgearbeitet werden, auch wenn sie unsngenehm sind. natürlich schritt für schritt. und sollte lösungen gefunden werden.

21.06.2022 20:54 • x 1 #14


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bones

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@Mit180gen0 dann drück ich dir die daumen. ob das schneller was bewirken kann, kann ich nicht beurteilen. es kommt drauf an, wie lange du schon beim facharzt in behandlung bist und was alles schon unternommen wurde. aber dennoch schön, dass du eine reha in erwähnung ziehst.

21.06.2022 20:57 • x 1 #15


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Uriel

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@Mit180gen0 Ich kenne das auch mit dem Grübeln.

Mir hatte er Psychater dringen abgeraten von der Meditaion. Bei mir sind es die Psychosen, die die Art der Behandlung verbieten.
Da ich oft außerhalb meines Körpers bin (So sehe und empfinde ich das). Könnte es sein, dass ich nicht wieder zrückkomme.
Also vor Meditationen erst des Arzt fragen. Ich frage meinen Psychiater bei vielen Gelegenheiten. Ich glaube der macht sich lustig über mich, bei den ständigen Fragen. Aber damit muss er leben

Ich möchte, dass es mior besser geht und das ohne diese Gedanken. Oft denke ich über Situationen nach und dann merke ich selbst, was ich falsch gemacht habe.

Dann denke ich immer an die selbe Situation nach, stundenlang, ständig. Gruselig

28.06.2022 09:53 • x 1 #16


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Mit180gen0

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@Uriel Mir ging es speziell um Selbstliebe. Dass man lernt, sich selber (wieder) zu mögen.

28.06.2022 09:54 • #17


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Uriel

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Das Problem ist, dass ich irgendwo mit 16 Jahren lebe. Warum? das möchte ich euch gerne erzählen, ich weiß nur noch hin in welches Thema. Muss ich mal die Admins fragen

28.06.2022 09:56 • x 1 #18


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gwendolin

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Hallo,
ich kann gut nachempfinden, wie es dir geht. Habe drei Jahre in einer Firma gearbeitet, die mich krank gemacht hat. Ein cholerischer Chef, Kündigungen an der Tagesordnung, überlastete Mitarbeiter:Innen. Irgendwann fing das bei mir auch an mit diesen Grübeleien, dann kamen Schlafprobleme hinzu, meine Augen fingen an zu zucken, die ständige Angst, Fehler zu machen usw. usw. Die erste Therapeutin meinte, so könne sie gar nicht mit mir arbeiten, ich müsse erst mal in eine Klinik. Die drei Wochen haben mir gut getan, ich habe mich beschützt gefühlt. Eine Ärztin meinte, dass ich diese negative Arbeitsatmosphäre zu lange ausgehalten habe. Und ja, ich habe Jahre gebraucht, bis ich diese beruflichen Erlebnisse aus dem Kopf hatte.

Leider haben sich durch diesen BurnOut damals auch Depressionen entwickelt. Ich bin total unkonzentriert, unaufmerksam und mache ständig Fehler. Bin vergesslich, habe Selbstzweifel und fühle mich innerlich unruhig und getrieben. Meine Gedanken drehen sich auch immer wieder um die Vergangenheit, auch um länger zurückliegende Zeiten. Vor einem Jahr kamen noch Angststörungen und Panik-Attacken dazu. Ich bin dadurch aus dem Berufsleben ausgeschieden, könnte mich jetzt also richtig erholen. Aber ich glaube, bei mir ist es schon chronisch.

So wie du deine Grübeleien beschreibst, könnte ich mir auch vorstellen, dass es sich um Depressionen handeln könnte. Darf ich mal fragen, welche Strategien das waren, die du ganz am Anfang erwähntest? Ich bin ja auch ständig auf der Suche nach Lösungen, die mich weiterbringen. Habe von der Krankenkasse kürzlich einen 8 Wochen Meditations-Kurs absolviert und nehme mir vor, täglich an diesen Meditationen via App teilzunehmen. Aber manchmal muss ich sie mittendrin abbrechen, weil ich so unkonzentriert bin und gar nicht mitbekomme, was geredet wird.

Bin auch schon lange und immer wieder in Therapie. Gebessert hat sich dadurch nicht viel, aber immerhin habe ich jemanden, mit dem ich meine Probleme besprechen kann und ich bekomme Feedback. Das alleine tut gut!

Ich hab sogar schon an eine Hypnose-Sitzung gedacht, um diese Erschöpfungs-Depressionen in den Griff zu kriegen. Vor über 20 Jahren hatte ich mal eine Rückführung bei einem Therapeuten. Seitdem sind meine Würgegefühle am Hals, die ich viele Jahre hatte, wie weggeblasen.

Wie war dein Termin beim Psychiater?

05.07.2022 14:41 • #19


_abcdef2

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@gwendolin danke für deine Offenheit - das was du beschreibst könnte 100% meine Situation sein. ich habe enorme Schuldgefühle entwickelt - fühle mich für alles verantwortlich. Ich hätte jetzt 4 Wochen noch in dieser Firma bleiben müssen - war Samstagnacht in einer Klinik, in der psychiatrischen Abteilungen. Die Psychiaterin meinte: dringend mindestens 4 Wochen Krankenstand empfohlen. ich hab jetzt seit Sonntag auch noch Corona, die nächsten 1- 2 Wochen bin ich jetzt sowieso krank. einerseits gut, andererseits fühle ich mich verantwortlich - dass ich eventuell jemanden angesteckt habe in meiner firma. ich hatte keine Symptome, erst Samstagabend. ich habe eine Übergabe vorbereitet für meine Arbeitskolleginnen - Dokumentiert, ich fühle mich sehr schlecht. habe vieles einfach nicht mehr geschafft, es war zu viel Arbeit. Ich fühle mich so so so extrem schlecht weil ich ihnen das jetzt weitergebe und dass sie jetzt so viel Mehrarbeit haben. außerdem hatte ich mein eigenes System und ich kannte mich drin aus - meine Psychiaterin ratet mir aber: NIE wieder in diese Mails reinzuschauen - NIE wieder diesen Laptop aufzudrehen. Die Sachen würde mein Freund in meiner Firma abgeben.

ich habe jetzt wieder Fluoxetin verschrieben bekommen und ein Beruhigungsmittel - welches ich aber nur kurz nehmen darf weil man ansonsten davon abhängig wird. Ich breche trotzdem ständig ein und weine und alles erscheint hoffnungslos. jetzt hab ich mein handy abgedreht damit ich endlich RUHE haben kann. mir ist einfach alles zu laut, zu viel, ich weine sobald ich ein to do machen muss.

Strategien damals waren zB Meditation, Gedanken aufschreiben.. das muss man halt regelmäßig machen, wenn man das vernachlässigt ist man wieder fast bei 0...

05.07.2022 14:54 • x 1 #20


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gwendolin

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Hallo, es tut mir leid, dass es dich jetzt auch noch mit Corona erwischt hat. Denk jetzt bitte mal nur an dich. Da du keine Symptome hattest, kannst du auch nicht verantwortlich dafür gemacht werden, jemand anderen angesteckt zu haben.

Deiner Arbeitsbelastung nach zu urteilen, herrscht bei euch in der Firma eine ähnliche Situation, wie ich sie erlebt habe. Horche in dich hinein, ob es dir wirklich gut tut, in die E-Mails reinzuschauen. Du bist krank und es ist jetzt nicht mehr deine Sache, die Dinge zu regeln! Nimm dich selbst wichtig und kümmere dich jetzt um dich. Du hast dich selbst viel zu lange vernachlässigt, denkst immer nur an andere. Da ist Stress, Erschöpfung und Überlastung vorprogrammiert. Ich schätze, dass du dich auch nicht gut abgrenzen kannst. Das wird deine Aufgabe in der Zukunft sein, dies zu lernen, wenn du nicht zugrundegehen willst. Versuche loszulassen, was dich herunterzieht. Ich weiß, einfacher gesagt, als getan. Aber du musst ab heute lernen, deine eigenen Bedürfnisse wichtig zu nehmen.

Zu den Medikamenten ... ich habe in den letzten Jahren bestimmt acht verschiedene Antidepressiva ausprobiert mit den übelsten Nebenwirkungen, keine haben so richtig geholfen. Am besten habe ich ein Medikament mit dem Wirkstoff Doxepin vertragen, das nehme ich seitdem, um gut einschlafen zu können. Weitergehende Wirkungen kann ich nicht erkennen.

Damals habe ich auch oft geweint, habe mich völlig überfordert gefühlt mit allem. Konnte keine laute Musik hören, keine Menschenmassen um mich herum ertragen ... ja, kommt mir alles bekannt vor. Als ich aus der Klinik entlassen wurde, hatte ich einen kleinen Heulanfall und bekam Beruhigungsmittel. Ich hatte solche Angst, aus der beschützten Umgebung wieder nach draußen zu müssen. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Es ist besser geworden, aber noch nicht so, wie es sein sollte. Aber ich arbeite daran.

Das mit den Gedanken aufschreiben, ist bestimmt eine gute Strategie. Für mich ist das nichts Fremdes, da ich schon Tagebuch schreibe, seit ich Kind war. Ich glaube, du bist um einiges jünger als ich und kannst das Ruder noch herumreißen. Versuche bitte, liebevoller mit dir umzugehen und höre auf deine Seele und deinen Körper, denn DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

05.07.2022 15:46 • x 2 #21


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@gwendolin danke für die lieben Worte. Meine Familie ist gerade dabei im Hintergrund irgendetwas für mich zu organisieren, ich glaube sie hören sich um welche Möglichkeiten es für eine ambulante Reha usw gibt. ich fühl mich einfach so irrsinnig einsam, auch wenn alle rundherum für mich da sind. ich fühle mich einfach in mir gefangen. ich bin so müde vom Leben und diese Schuld macht mich krank.

Ich muss jetzt Schritt für Schritt wieder zurück in ein normales Leben, mein Freund meinte heute: das 1. was du jetzt tust ist gesund zu werden, also von Corona.

und ich hab jetzt mal nur Essen und Trinken zu tun. ich esse kaum etwas, habe schon 3 kg abgenommen. Habe überhaupt keinen Appetit. Ich zwinge mich regelrecht dazu.

Wie ist es denn bei dir besser geworden? Welche Maßnahmen kannst du mir empfehlen?

Liebe Grüße

05.07.2022 15:57 • x 1 #22


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gwendolin

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Hallo liebe @Jasmin1990,

dass deine Familie und dein Freund sich um dich kümmern, ist Gold wert. Das freut mich für dich

Ja, ich kann verstehen, dass du dich sehr müde fühlst und keinen Appetit verspürst. Das ist ja auch alles sehr viel auf einmal. Ruh dich aus und werde erst mal wieder Corona-Frei. Alles andere wird sich finden ... gib dir Zeit, es drängt dich keiner mehr. Du hast auch keine Schuld, mach dich frei von dem Gedanken.

Tja, was kann ich dir empfehlen? Also mir hat die Therapie ein Stück weit geholfen, weil ich mich dort verstanden fühlte. Dann die Tabletten, dank denen ich seitdem gut schlafen kann (aber wehe, ich vergesse sie mal, dann liege ich die ganze Nacht wach). Am meisten geholfen hat mir aber, dass meinem Antrag auf Voll-Erwerbsminderung nach drei Jahren Kampf stattgegeben wurde und ich mich jetzt in Ruhe darum kümmern kann, wieder gesund zu werden. Ich darf mich keinem Stress mehr aussetzen und mich nicht mehr unter Druck setzen, denn das führt zu einer Erschöpfung, die mehrere Tage anhält. Oft bin ich dann sehr weinerlich, mein ganzer Körper wird schwer, ich liege viel auf der Couch und bekomme Ohrenschmerzen. Letztere hatte ich damals in der Firma ganz oft, weil mein Chef täglich seine Mitarbeiter:Innen angeschrien hat. Ich bin seit dem BurnOut nicht mehr belastbar, leider.

Kürzlich habe ich von einem Online-Kurs bei Depressionen und Angststörungen gelesen (Selfapy), den man wohl verordnet bekommt. Da will ich meine Psychiaterin demnächst mal dazu befragen. Ansonsten versuche ich täglich meine Meditation bei 7Mind zu absolvieren und hoffe, dass das irgendwann fruchtet. Vorhin habe ich mal wieder von der Klopftechnik gelesen, vielleicht sollte ich mir das auch mal angewöhnen.

Mehr Ideen hab ich momentan leider nicht ... aber vielleicht bekommt du noch ein paar Vorschläge von anderen.
Ich wünsche dir erst mal gute Besserung und auch wenn ich mich wiederhole: denk jetzt mal nur an dich und lass alles los, was dich belastet.

Alles Liebe von Gwendolin

05.07.2022 16:42 • x 1 #23


_abcdef2

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Hallo ihr Lieben. Ich melde mich mal wieder.

Leider ist es nicht besser geworden mit meinen Gedanken - ich denke bis spät in die Nacht an meine Arbeit. Es macht mich verrückt - ich weiß nicht wie das endlich aufhört. Es ist zum verzweifeln mit mir ️

13.07.2022 00:31 • #24


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Mit180gen0

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@gwendolin
Zitat von gwendolin:
Online-Kurs bei Depressionen und Angststörungen gelesen

Ich habe mir das Rezept dafür geben lassen, habe allerdings erst Woche eins fertig...

13.07.2022 07:56 • #25


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gwendolin

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@_abcdef2 ... hab mehr Geduld mit dir und verurteile dich nicht dafür. Das Gedankenkreisen lässt sich nicht in ein paar Wochen einfach ausschalten. Nimm es an und akzeptiere, dass es jetzt im Moment so ist - damit nimmst du dir selbst den Druck etwas raus und kannst liebevoller mit dir selbst sein. Übe dich in Gelassenheit, die Dinge dürfen jetzt einfach mal ruhen.

Es gibt verschiedene Strategien gegen das Grübeln ... in der Reha / Klinik wird man dir auch verschiedene Methoden dazu vorstellen. Ich habe in meinem Kurs gelernt, dass Achtsamkeitstraining - den Fokus nach innen richten - oft eine große Hilfe ist, um mit den eigenen Gedanken besser umzugehen und ich übe mich noch heute - 5 Jahre nach meinem BurnOut - darin, Dinge mit Abstand zu betrachten und sie zu akzeptieren. Ich muss nichts tun oder lassen, um zu sein. Den ganzen Druck lege ich mir meistens selbst auf.

14.07.2022 10:04 • x 1 #26


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gwendolin

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Zitat von Mit180gen0:
@gwendolin Ich habe mir das Rezept dafür geben lassen, habe allerdings erst Woche eins fertig...

Sehr gut, halt uns bitte auf dem Laufenden ...

14.07.2022 10:09 • #27


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Mit180gen0

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@gwendolin Witzigerweise bin ich grad mit Woche 2 gestartet. Aber ich lasse mich unglaublich von allem ablenken.

Das muss die leidige Konzentrationsschwäche sein. Ich kann 23 Sachen ´gleichzeitig machen... und am Ende ist Chaos.
Aber jetzt der Anfang von Woche 2 mit Novego ist ganz interessant.

14.07.2022 10:19 • #28


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danke für deine Antwort. Ja - Geduld ist momentan nicht meine Stärke, war sie auch nie ehrlicherweise. Vl ist das jetzt eines der Dinge die ich lernen muss. Yoga und Meditation tut mir unheimlich gut, nur habe ich momentan noch nicht so die Konzentration - aber das wird schon wieder.

14.07.2022 10:32 • #29



Hallo _abcdef2,

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gwendolin

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Zitat von Mit180gen0:
@gwendolin Witzigerweise bin ich grad mit Woche 2 gestartet. Aber ich lasse mich unglaublich von allem ablenken. Das muss die leidige Konzentrationsschwäche sein. Ich kann 23 Sachen ´gleichzeitig machen... und am Ende ist Chaos. Aber jetzt der Anfang von Woche 2 mit Novego ist ganz interessant.

Ja, das kenne ich nur zu gut, habe auch Konzentrationsstörungen ... die Liste meiner Missgeschicke ist lang. Ich muss mich wirklich intensiv auf die eine Sache konzentrieren, sonst gibts Murks

Bin gespannt, ob dir der Kurs hilft ... hat dir deine Ärztin anstandslos ein Rezept dafür gegeben? Kannte sie den Kurs?

14.07.2022 10:36 • #30

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