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Konzentration auf Gedanken - wie auf Neues fokussieren?

In den letzten Tagen habe ich viele Mediationsvideos gehört und mich neu mit meinen Lebenszielen auseiandergesetzt, um so wieder selbstbewusst genug zu werden meine Angst- und Zwangsgedanken in den Griff zu bekommen.

Vorhin habe ich bei dem schönen Wetter mal einen Spaziergang gemacht

Eigentlich kamen mir dabei immer solche Gedanken des Typs hoch, wie ich auf anderen Menschen wirken könnte, dass ich falsch eingeschätzt werde etc.

Heute aber habe ich beim laufen, immer an meine Ziele gedacht (also was ich in meinem Leben erreichen will). So habe ich meine gedankliche Aufmerksamkeit sehr dorthin gelenkt.

Aber ich spürte gleichzeitig, dass mich dass viel Kraft und Konzentration kostet. Ich hatte das Gefühl, dass jederzeit wieder ein irrationaler Gedanke hochsteigen könnte und spürte manchmal leicht bestimmte Gedankenmuster die mir sonst so durch den Kopf schießen. Daraufhin habe ich dann aber sofort wieder an meine Ziele gedacht und meinen Blick nach vorne fokussiert.

Manchmal versuche auch mich auf die Umgebung zu konzentrieren und die Natur zu genießen. Dass kostet zwar weniger Anstrengung, allerdings tritt dabei meist ein ähnlicher Effekt ein. Und man kann ja auch nicht "nichts denken"

Mir ist bewusst, dass sich die irrationalen Denkmuster über Jahre in meinem Kopf so verfestigt haben und dass das nicht mal eben von heute auf morgen verschwinden kann.
Aber ist es der richtige Weg sich stetig im Kopf neu auf seine Ziele zu fokussieren? Und werde ich dann mit der Zeit wieder locker durch die Straßen gehen können, ohne mich gezielt darauf fokussieren zu müssen?

21.06.2019 13:22 • #1


Jedi
Hallo Neutral2019 !

Rene Descartes meinte einst, "Ich denke, also bin ich" !

Gedanken entwickeln sich zudem was sie sind durch unsere Prägung u. später entwickeln wir daraus, eigene Gedanken über uns, über unser Leben.
meist unbewusst u. durch das etablieren vom inneren Kritiker, dem Vermeider, dem Katastrophierer, uvm., laufen durch unseren Verstand tägl. eine Menge an unwahren Gedanken.
diese entstammen zu meist unseren eigenen Schöpfungen !

Ich gebe dir mal ein paar anregungen, wie ich diesen unwahren Gedanken auf die schliche gekommen bin.
Möglichkeit 1., werde zum Beobachter deine Gedanken.
schreibe sie frei weg, so wie sie dir durch den Kopf laufen einmal auf, ohne selbst weiter darüber nachzudenken.
wenn du feststellen solltest, dass diese Gedankenflut abnimmt, dann überprüfe diese Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt, die du aufgeschrieben hast.
dies machst du so punkt für punkt. (wenn ein Gedanke dir sagt, die/der Andere hält dich für dumm, dann stelle dir die Frage, "stimmt das wirklich" ?, "kann ich es mit gewissheit wissen, dass die/der Andere das über mich denkt" ? ).
dies wäre eine Methode, diesen unwahren Gedanken auf die schliche zu kommen.
Gedanken mögen es nicht, beobachtet zu werden !

Möglichkeit 2., eine Akuthilfe, wenn Gedanken, Ängste auslösen.
versuche wenn möglich die Augen zu schließen u. stelle dir einen Himmel voller weißer Wolken vor.
nun setze in jede vorbeiziehende Wolke einen Satz, "Andere denken ich bin dumm" u. beobachte die Wolke wie sie langsam vor deinen Augen vorbei zieht.
so besetze jede Wolke mit irgendetwas, was dich beunruhigt, dich ärgert oder dich unsicher, wütend
oder traurig macht.
am anfang schafft man es meist, villt. 5 bis 10 min, doch mit mehr Übung, schafft man die Zeit zu verlängern.

Betrachte diese Übungen ganz entspannt, denn es gibt dafür keine Noten, sondern, sie sollen dir helfen, unwahres von wahren Gedanken zu unterscheiden.
denn unsere Gedanken beeinflussen maßgeblich unsere Gefühle u. Emotionen.

Probier es einfach mal aus, wenn du magst !

LG Jedi

21.06.2019 14:34 • #2


Pilsum
Hallo Neutral,

wenn Du Dich immer wieder mal auf Deine Ziele konzentrierst, kann das schon helfen.
Nur das allein wird aber selten ausreichen.

Es bleibt die Frage.
Was bezeichnest Du als "irrationale Gedanken"?

Viele Grüße

Bernhard

25.08.2019 08:25 • x 1 #3


ZeroOne
Hi!

Mit Fokussieren und Konzentrieren verhält es sich bei mir wie beim Sport: stark von der Tagesform abhängig!

Auch das nähere Ansehen bzw. Reframing der Gedanken ist für mich oft eine Gratwanderung: stehe ich tatsächlich dahinter, bin das ich und kann ich es überzeugt leben, oder ist es nur ein weiteres, vermeintlich wertvolles psychologisches oder therapeutisches Konstrukt, welches mich noch mehr blockiert?!

LG
ZeroOne

25.08.2019 08:40 • x 3 #4


Jedi
Hallo !

Zitat von Pilsum:
Es bleibt die Frage.
Was bezeichnest Du als "irrationale Gedanken"?

Eine sehr spannende Frage, Pilsum, die ich auch schon in anderen Zusammenhängen gehört habe.
Ich würde eher sagen Denkfehler u. so wird in der Psychologie unter Denkfehler, eher die Fehleischätzung, Irrtum oder falsche Schlussfolgerung verstanden !
Wir Alle sind nicht gegen Denkfehler gefeit !
In unsere alltäglichen Erfahrungen suchen wir, wie so Wissenschaftler nach Wahrheiten u. Tatsachen.
Ereignisse bewerten wir gerne auf Grund unseren Erfahrungen u. Sichtweisen !
Wir schauen, wie durch einen Filter auf unsere Erfahrungen u. kommen immer wieder nicht selten zu dem gleichen, eben oft fehlerhaften Ergebnis !

Der Depressiv Erkrankte Mensch u. seine Denkfehler,
- Oft übertreiben wir u. sehen vor uns einen unüberwindbaren Berg,
- Wir schauen nur auf unsere Defizite u. kennen unsere Fähigkeiten nicht mehr,
- Wir nehmen nicht mehr wahr u. übersehen Positives in unserem Leben u. überzeichnen gerne negative Ereignisse,
- Unsere Zukunft sehen wir nur im Grauton u. schätzen sie für uns aussichtslos ein, dass es auch wieder besser werden könnte,
- Gerne verallgemeinern Wir u. schlussfolgern, der Situation nicht angemessen ! (zbspl. bei bestimmten Aussagen anderer Menschen uns Gegenüber, schlussfolgern wir nicht selten, dass wir abgelehnt werden).
- Schwarz-Weiß-Denken behindert unsere Objektivität,
- Wir sind überzeugt von unseren Schlussfolgerungen,
- Wir tun so, als könnten wir Gedanken lesen u. glauben zu wissen, was der/ die Anderen denken,
uvm. !

Wenn wir uns aber dieser Tatsachen bewusst sind, dann finden wir auch zu neuen Perspektiven u. Sichtweisen.
Da erinnere ich gerne an den Film, "Der Club der toten Dichter", wo der Lehrer seine Schüler auffordert auf den Pult zu steigen,
um so eine andere Perspektive auf den Klassenraum nehmen zu können.

LG Jedi

25.08.2019 18:12 • x 3 #5


Jedi
Hi ZeroOne !

Zitat von ZeroOne:
Auch das nähere Ansehen bzw. Reframing der Gedanken ist für mich oft eine Gratwanderung: stehe ich tatsächlich dahinter, bin das ich und kann ich es überzeugt leben, oder ist es nur ein weiteres, vermeintlich wertvolles psychologisches oder therapeutisches Konstrukt, welches mich noch mehr blockiert?!

Villt. verstehe ich es nicht so, wie Du es meinst ?
Finde deine Aussage daher spannend u. möchte einmal Nachfragen, ob Du mir das mal erläutern würdest ?

Aber nur wenn Du magst !

LG Jedi

25.08.2019 18:16 • x 2 #6




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