Zitat von aves:Danke für Eure Antworten. Ich bin jetzt ein bißchen beruhigter. Bezüglich Konsequenzen beim Abbruch wollte ich meine Krankenkasse anrufen und fragen. Soweit ist es aber noch nicht.
Ich frage mich nur, was ist in die Therapeutin gefahren. 2 Jahre lang war es gut und jetzt auf die letzten Stunden kramt sie nach weiteren Problemen. Und das mit einer Vehemenz und einem Druck! Ich habe recherchiert und nirgendwo einen Hinweis gefunden, dass Voraussetzung für eine Psychotherapie der Einbezug des Partners ist. Das ist ja auch keine Paartherapie, was ich mache!
Es gilt jetzt für mich, das auszuhalten, wenn sie wieder bestimmt, dass der Freund mit kommt. Außerdem wollte sie von mir, dass ich aufschreibe, weshalb ich die Therapie verlängern will - ich muß dazu sagen, ich wurde nie gefragt, OB ich das überhaupt will.
Liebe Aves,
hast du deiner Therapeutin rückgemeldet, dass sie dich tief verletzt hat? Ich denke es ist wichtig, klar Stellung zu nehmen, welche Themen du besprechen möchtest und welche nicht. Und vor allem ist es ganz allein deine Entscheidung, ob du weiterhin die Therapie machen möchtest bzw einen Folgeantrag stellst. Die Therapeutin kann eine Empfehlung hierzu geben und diese sollte sie dann meines Erachtens dann auch Begründen. Darf ich fragen, welcher therapeutischen Richtung deine Therapeutin angehört? Und was der grundlegende Anspruch an die Therapie war (verhaltenstherapeutisch, tiefenanalytisch,...) und ob das Thema Missbrauch für dich eine Motivation war, die Therapie zu machen? Ich kann nur von mir ausgehen - bei mir hat es zwei Jahre Therapie benötigt, bis ich überhaupt in der Lage war diese Thematik auch nur anzudeuten und warte aktuell auf die Fortsetzung der Therapie. Ich kann gut nachvollziehen, dass du deine Beziehung nicht mit Aufwühlen dieser Thematik in Gefahr bringen willst. Aber ich sehe zum Beispiel für mich, dass solche erlebten Verletzungen viele Folgen für das eigene Erleben haben: wieviel Nähe kann ich zulassen und was übertrage ich ungewollt und von mir nicht steuerbar auf Personen, die mir (zu) nahe kommen, zu tun haben. Und wieviel Lust an Nähe versagt man sich eventuell selber - aus Angst, Misstrauen,...
Ich habe das Gefühl, dass deine Therapeutin ihre Empfehlung in einer sehr unverblümten und wie auch ich empfinden würde, verletzenden und in keinster Weise wertschätzenden Art geäußert hat. Aber ich finde es nicht verwunderlich, dass sie einen Zusammenhang zwischen dem Missbrauch, deinem Erleben von Nähe (die wie du beschreibst, im Bereich S. nicht immer einfach ist) und was das für eure Beziehung bedeuten könnte zieht. Ihre Schlussfolgerung über die Qualität eurer Beziehung finde ich aber absolut daneben. Das ist schlicht und einfach eine unverblümte Unverschämtheit. Dass sie eine Teilnahme von deinem Freund an der Therapie davon abhängig macht, ob sie überhaupt einen Folgeantrag stellt (den, wenn ich dich richtig verstanden habe, gar nicht stellen willst), ist meines Empfinden nach völlig kontraproduktiv - dein Therapietempo bestimmst du und niemand sonst. Und auch, wen du wann und in welchem Umfang über dein Seelenleben in Kenntnis setzt.
Liebe Grüße,
Alzira