Stressfrei mit der Familie feiern?

Weihnachten ist für viele der Höhepunkt des Jahres.
Doch gerade die hohe Erwartung, die Tradition, romantische Filme,
führen zu Enttäuschungen und Konflikten.
Die Vorstellung vom ungetrübten familiären Beisammensein in perfekter Atmosphäre bleibt oft ein Trugbild.
„Die Illusion fängt schon bei der weißen Weihnacht an,“
sagt Fritz Propach, Diplom-Psychologe und Vorsitzender von „Pro Psychotherapie e.V."

Dabei ist die Hektik meist hausgemacht.
Schließlich ist es keine Pflicht, bei jeder Weihnachtsfeier dabei zu sein,
mindestens zehn Sorten Plätzchen zu backen oder an alle Freunde und Verwandte Weihnachtsgrüße zu schicken.
Ein Anruf nach den Feiertagen oder eine Karte im neuen Jahr freut die anderen nicht weniger
und verschafft ein bisschen Luft in der Vorweihnachtszeit.

Wie verbringt ihr Weihnachten oder verweigert ihr euch ?
Kann man den Stress minimieren oder habt ihr gar keinen Stress zu der Zeit ?

15.11.2015 15:25 • #1


Hallo Martina!

Früher war Weihnachten sehr, sehr stressig für mich.
Am heiligen Abend und am ersten Weihnachtstag war meine Schwiegermutter an beiden Tagen da und am ersten noch die Patentante mit Anhang von meinem Sohn.
Ich habe dann nur den Morgen von heilig Abend, gekocht, gebacken geputzt usw. Dann, wenn alle da waren bedient und wieder alles sauber gemacht.
Am zweiten _Weihnachtstag geht es immer zu meinen Eltern. Meine Mutter macht auch immer sehr viel, aber sie kann körperlich nicht mehr so. Also bin ich da auch immer nur am wuseln. Die Frauen meiner beiden Brüder mit Kids, machen fast gar nichts. Die haben stehts Stress und lassen sich gerne bedienen.
Seit ca. 2 Jahren, haben wir das mit heilig Abend und erstem Weihnachtstag sein gelassen. Mein Schwiegermutter war sehr sauer, aber das ist ein anderes Thema. Die Patentante fand es O.K., da sie sonst auch immer sehr viel unterwegs war.
Bei meinen Eltern ist allerdings weiterhin voll der Stress und wir fahren nur wegen meiner Mutter noch hin um ihr zu helfen und allein schon wegen der Kids.

L.G.

15.11.2015 15:51 • #2


Ich hoffe auch immer auf so tolle Weihnachten wie in den Lieder und Filmen. Jedes Jahr hoffe ich darauf, aber es kommt nie.
Ja die Koordination wer, wann und wo ist auch immer schwierig. Ich komme besser klar wenn das schon frühzeitig geplant wird und fest steht.
Ich habe ab dem 22.12. Urlaub und muss dann erst wieder am 5.01. arbeiten gehen. Die Zeit genieße ich dann auch immer so gut es geht.

16.11.2015 08:49 • #3


Albarracin
Hallo Martina,

als ich meine jetzige Frau kennengelernt habe (1992), habe ich Ihr gleich gesagt, daß bei mir "christbaumfreie Zone" herrscht.

Schon lange, bevor ich an Psychotherapie oder Reha dachte, war mir instinktiv klar, daß mir dieser stressige Familienaufmarsch einschl. eingebauter Falschheit nicht gut tut. Zuerst konnte ich nicht in vollem Umfang dazu stehen und machte noch einige Kompromisse oder entzog mich ( "leider, leider") durch Arbeit - freiwilliger Diensttausch mit Kollegen, die Kinder hatten.

Mit der Zeit konnte ich immer mehr offensiv dazu stehen und merkte dabei, daß fast alle Verwandten und Freunde, an denen mir etwas lag, dafür Verständnis hatten und daß sie oft den Druck ähnlich empfunden haben. Und an denen, die kein Verständnis hatten, lag mir nichts.

Jetzt nutzen wir die Tage für uns selbst, lassen die Zeit verrinnen, machen Spaziergänge mit unserem Hund, kuscheln und wenn ich meine Süsse bekoche, ist das positiver Stress. Wer mal vorbeikommen will, kommt vorbei und wer nicht vorbeikommen will, läßt es bleiben. Es fühlt sich gut an !

16.11.2015 14:59 • #4


Vor unserer Familienkrise war Weihnachten echt stressig. Heiligabend habe ich für uns und meine Eltern gekocht, dann fuhren wir am 1. Weihnachtstag zu meinen Eltern. Mein Mann fuhr dann am 2. Tag zu seinen Eltern. Da mein Mann und mein Vater noch immer zerstritten sind, haben wir jetzt folgende Regelung: Heiligabend wir beide alleine, 1. Weihnachtstag jeder jeweils zu seinen Eltern und 2. Tag ganz entspannt wieder bei uns, Vlt. auch Essen gehen. Mir ist das so sehr recht und entspannt. Hat aber ach viele Tränen gekostet

16.11.2015 15:02 • #5


Knoten
Weihnachten....


Das Fest wurde im Ursprung als Saturlina noch vor Christi Geburt gefeiert. Es war ein Fest zugunsten des Gottes Saturns und wurde als Opfertag am 17.Dezember gefeiert. Wichtig zu Wissen ist, das an diesem Tage die Standesunterschiede zwischen Sklaven und Herren aufgehoben wurden.
Dieses Fest fand schon weit vor Christi Geburt statt.

Später wurde das Fest als Fest zur Wintersonnenwende Julfest am 25.Dez gefeiert.
Ich habe nicht alle Daten im Kopf, habe es aber für mich mal recherchiert und der Werdegang von Weihnachten ist noch weitaus länger als das.
In der Bibel gibt es keine Zeitangabe für Chrisi Geburt, warum Weihnachten als Fest zu Christi Geburt gefeiert wird, ist mir persönlich schleierhaft. Es wurde von den Christen so eingeführt.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum Juden z.B. das Fest nicht in dieser Art feiern. Und möglicherweise liegt auch hierin der Grund, warum es so viele Kriege wegen des Glaubens gibt. Das ist aber nur meine Vermutung.

Was später noch kommt ist die Legende, dass über Coca Cola den Santa Claus erfunden wurde. Santa Claus haben die Amis von unseren Freunden in den Niederlanden. Der Look war schon in den 1830er in etwa der heutige. Auch die Farben waren schon immer rot/ weiss.

Bis zum Tod meines Vaters haben wir jedes Jahr im kleinen Kreis der Familie Weihnachten gefeiert. Eigentlich war es eine Zusammenkunft der Familie, in der wir die Tage einfach nur genossen haben. Später, als ich verheiratet war, ist diese Tradition von meiner Mutter aufgebrochen worden. Seitdem sind diese Tage für mich und für meinen Steffen einfach nur Tage der Ruhe.
Geschenke zwischen uns Erwachsenen gibt es schon lange keine mehr, wozu auch? Einzig Franziska erhält ihre Geschenke, sie ist 9 Jahre alt. Das der Weihnachtsmann nicht existiert weiß sie aber bereits. Mit der Familie von Steffen Essen wir an einem Tag zusammen, aber das war es auch.
Einen Weihnachtsbaum gibt es nicht, unsere Katzen hätten eh ihren Spaß und ich finde es Schade, dass jährlich so viele Bäume deshalb gefällt werden. Kann es aber auch auf der anderen Seite verstehen. Gerade wenn Kinder im Spiel sind.

Zwischen meiner Schwester und mir gibt es allerdings zum Anfang Dezember immer ein kleines Päckchen in dem wir Kekse und so etwas austauschen.
Dennoch kommt ab November bei mir immer ein wenig Dekoration in die Wohnung. Kleine Amigurumi Schneemänner sind es dieses Jahr und aus dem Berchtesgadener Land haben wir Baumschmuck, der ist etwas anderer Art. Den habe ich aber auch nicht aufgrund von Weihnachten gekauft, sondern weil mir die kleinen Holzmöbel gefallen. Ich habe auch ein Puppenhaus bei mir stehen. Ich liebe in der dunklen Jahreszeit das Licht, dass von Lichterketten stammt, es wird in den Fenstern drapiert und bleibt meist bis Ende Februar oder auch Mitte März.

All das hat aber eher mit der dunklen Jahreszeit und dem Julfest für mich zu tun.

20.11.2015 10:43 • #6


Hallo,
für mich hat Weihnachten vor vielen Jahren an Bedeutung verloren,es kam plötzlich,aber ich bin nicht unglücklich darüber. Wenn ich Lust habe,werde ich mir dieses mal einen kleinen Baum auf den Tisch stellen und schmücken - ansonsten werde ich die freie Zeit für;s Luft holen nutzen. Kein Stress,keine Hektik,kein Geschenkestress. Ich will möglichst vieeeeeeeeel lesen,ausschlafen und faulenzen. Ich muss keine Besuche machen und ich muss keinen Besuch bekommen -für mich ist es am schönsten,wenn ich einfach keinerlei Verpflichtungen habe. Es gibt auch kein typisches Festessen,es wird etwas schönes gekocht,aber nur das auf was ich Lust habe,es muss kein Festtagsbraten sein. Ich verkrümmele mich früh in mein Bett und lese,
es grüßt
Kämpfer

21.11.2015 16:53 • #7


Nogua
Wie ich dieses Jahr Weihnachten feier ist noch völlig unklar. Alles ist im Umbruch. Familienstrukturen verändern sich. Die Mutter im Altenheim, der Vater verstorben, die Tochter auf großer Reise. Meinetwegen kann das ganze Theater ruhig komplett ausfallen.
Einfach ein paar freie Tage genießen und gut is.

21.11.2015 18:44 • #8


Eigentlich ist weihnachten mein lieblingsfest. Ich mag diese bedächtige Stimmung und die Dekoration. Ja, ich steh auf Kitsch Weihnachtsbäume habe ich aber bisher nur 1mal gehabt. Die Katze kraxelte dann den Stamm hoch, Baum fiel um, spitze kaputt. Seitdem lass ich mir Dekos einfallen und das finde ich viel schöner. Z.b. Hole ich mir beim Weihnachtsbaumverkaeufer tannenzweige, die bleiben ja immer übrig. Im Zweifelsfalle drücke ich dem 5 Euro in die Hand, häufig bekomme ich die auch umsonst. Die kommen zu Hause jeweils in einer grosse Vase, die ich vorher mit eisspray hübsch gemacht habe. Dann werden die Zweige mit Holzfiguren und kleinen Kügelchen bestückt, Lichterkette drauf, fertig.

Letztes Jahr war Weihnachten für mich sehr traurig, da mein Kater in den letzten Lebenszügen lag. Er starb dann am 6.1. ich werde sicherlich diesmal daran denken müssen. Ich glaube ich mach noch 2 Kerzen für die Süßen (Mina starb schon ein Jahr vorher) an und denk ein wenig an sie.

22.11.2015 09:54 • #9


Katie
Hallo ihr Lieben,
ja, bei mir ist es genau anders herum als ich es in den überwiegenden Erfahrungen hier lese, denn während meiner Ehe feierten wir kein Weihnachten.
Ich habe dem insgeheim nachgetrauert, weil es für meine Eltern, meine Verwandten und mich kaum Schöneres gab, als gemeinsam Weihnachten zu feiern.
Wir lebten ein sehr schlichtes, bescheidenes Leben als ich klein war, aber religiöse Traditionen waren das Gerüst des gesamten Familienlebens.
Wir machten zu Weihnachten keine Besuche, und erhielten auch keinen Besuch. Statt dessen trafen sich alle aus der Familie meines Vaters am 1. Weihnachtstag in der Kirche
und wir wanderten alljährlich durch ein kleines Waldstück zu einem Kloster.
Ich habe nur sehr schöne Erinnerungen an diese Zeit, weil diese Tage eine besondere Feierlichkeit durch den Rahmen in Kirchen und dem Kloster hatten.
Die Eltern meins Mannes gehörten zu den Zeugen Jehovas und seine Erziehung war davon geprägt, dass Weihnachten ein heidnischer Brauch ist, den man nicht feiern darf.
Ich war traurig, nicht zuletzt wegen meiner Kinder. Meine Eltern versuchten das wohl etwas aufzufangen und die Kinder freuten sich auf Weihnachten bei den Großeltern.
Mich tröstete das ein wenig.

Erst seit 15 Jahren habe ich mir diese schöne Zeit wieder zurück in mein Leben geholt und wir haben in der Hinsicht unbeschreiblichen Nachholbedarf.
Meine Kinder sind ja längst erwachsen, aber wir zelebrieren die gesamte Vorweihnachts- und Weihnachtszeit geradezu und es ist jedes Mal anders, aber jedes Mal wunderschön.
Ich bereue es rückblickend total, dass mich von dem verkrampftem "Miesmachen" so unterkriegen liess.
Es ist zwar kein religiös begründbares Fest, - das ist klar, aber eine wunderschöne Tradition, aus der man wirklich eine sehr behaglich, schöne Winterzeit machen kann.
Ich liebe es, jetzt gerade nach Büchern für meine Kinder und Enkel zu stöbern, nach Filmen zu gucken, oder nach anderen Kleinigkeiten.
Wir kommen uns dadurch tatsächlich in jedem Jahr wieder auf besondere Weise näher, die Geheimniskrämerei geht schon wieder los, Tipps werden ausgetausch, meine Jüngste hat
bereits zum zweiten Mal Plätzchen gebacken.
Am kommenden Wochenende binde ich die Adventskränze wieder und freue mich schon echt darauf.
In diesem Jahr möchte ich meine gesamte Familie am 1. Feiertag bei mir zum Essen haben, auch meine Mutter, die im Februar 92 Jahre alt wird. Das fünfte Enkelkind ist unterwegs und
wir freuen uns alle sehr darauf. Meine Jüngste wird das nächste Weihnachtsfest in ihrer gemeinsamen Wohnung bei ihrem freund feiern und es ist jetzt bereits abgesprochen, dass die
ganze Familie am 1. Feiertag dann bei ihr sein wird.

So gesehen, gibt es bei uns keinerlei Stress.
Ich wünsch euch allen auch eine möglichst schöne Zeit.

22.11.2015 23:09 • #10


So viele Parallelen.....

Als ich Kind war, hatten wir immer wunderschöne Weihnachten. Meine Eltern haben das immer wunderschön inszeniert. Das Essen war aus Tradition immer gleich, es gab Geschenke und es war sehr harmonisch.

Als bei mir und meinem Bruder dann die künftigen Ehepartner dazu kamen, veränderte sich alles langsam und mit der Zeit artete es in ziemlichen Stress aus. Mit den Eltern feiern, mit den Schwiegereltern feiern und daheim Besuch empfangen. Ich war meistens unterwegs und es war sehr hektisch.

Ich habe dann begonnen, das alles etwas einzuschränken. Meine Mutter nimmt mir das bis heute übel. Damit hätte ich die Familie kaputt gemacht. Besteht eine Familie nur aus dem Weihnachtsfest?

Mit meinem jetzigen Mann bin ich zu Weihnachten allein zu Hause. Es wird nur ganz wenig geschmückt, bis jetzt ist noch nichts gemacht. Wir kochen uns etwas, worauf wir Appetit haben und wenn es Erbsensuppe sein sollte. An einem der Feiertage werden die Enkel besucht, sie bekommen natürlich auch Geschenke. Wir Erwachsenen schenken uns nichts mehr. Und ansonsten machen wir ein paar Tage einfach nur, wonach uns der Sinn steht.

04.12.2015 08:54 • #11


Die letzten Wochen waren sehr stressig für mich und hätte mir beinahe die Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten durchtrieben.
Ich hab nun die Bremse gezogen, Plätzchen backt die Tante mit den Kindern, denn sie liebt es zu backen - ich nicht.
Ein paar Termine habe ich nun in den Januar verlegt und den Weihnachtsfeiern bleibe ich fern.
Mir gehts mit diesen Änderungen schon viel besser und ich freue mich nun wieder auf Weihnachten im Kreis meiner Familie.
An Weihnachten selbst haben wir wenig geplant, was mir gut behagt.
Am 24.12. sind wir für uns und am 25.12. haben wir Familie hier zu Besuch aber im kleinen Kreis. Der 26.12. ist noch komplett offen

11.12.2015 16:41 • #12




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