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Starke Unruhe und Angst

Lost111

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Morgen steht erneut ein Termin bei meinem HA an. Es geht um die weitere Krankschreibung und noch 2 weitere Themen, die ich mit ihm besprechen muss/sollte.
Tut mir leid, wenn ich mich wiederhole, aber ich weiß gerade nicht, wohin mit mir!

Ich bin den ganzen Tag schon angespannt und unruhig, was mir auch auf den Magen schlägt. Ich kratze mich ständig.
Ich fühle mich hilflos und wertlos. Die Angst hat mich voll im Griff! Ich versuche, mich mit online-Spielen abzulenken, das funktioniert aber nur bedingt. Musik hören hilft auch gerade nicht. Rausgehen bei Gewitter und Sturm mag ich auch nicht.
Letzten Endes weiß ich, worauf es hinauslaufen wird. Das ist schon den ganzen Tag in meinem Kopf, ich werde es nicht los. Das kann doch echt alles nicht wahr sein!
Steht dahinter etwa die Befürchtung, keine weitere Krankschreibung zu erhalten? Aber wenn ich sage, wie es ist, dass ich mich immer noch schlecht und erschöpft fühle und mir nicht vorstellen kann, so bald wieder arbeiten zu gehen, was soll er da anderes tun, als mich weiter krank zu schreiben?
Mir geht alles mögliche und unmögliche durch den Kopf. Ich kann mich einfach nicht beruhigen!
Es ist gerade schwer auszuhalten.

19.05.2022 22:31 • x 1 #1


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Uerdinger

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Du wirst 100% wieder eine Krankschreibung erhalten.
Alles Gute Morgen, Toi Toi toi....

19.05.2022 23:03 • x 2 #2



Hallo Lost111,

Starke Unruhe und Angst

x 3#3


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Ziva

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Hallü Lost,
ich stimme Uerdinger zu.

Niemals nie wird dein Hausarzt sagen, dass er/sie dich nicht weiter krankschreibt. Zumal deine(r) ja auch viel von dir weiß. Ich kenne aber die Gefühle, die dich begleiten.

Ich musste damals, bevor ich in die Klinik gekommen bin, jeden Monat erneut dorthin und mich krankschreiben lassen. Und jedes Mal zum Ende des Monats hin bin ich durchgedreht, aus lauter Panik sie könnte sagen, dass sie es nicht mehr tut. Ich hatte vorher Durchfall oder musste brechen, hatte Verstopfung und Heulanfälle. Ja, hier kann man das ja ruhig sagen.. Dabei hat sie es jeden Monat wieder getan, ohne mich schief anzusehen, ohne mich zu bewerten und ohne über mich zu urteilen. Und jedes Mal beim verlassen der Praxis ist eine so riesengroße Last von mir gefallen, die man hätte kilometerweit hören können.

Leider fällt mir auch nicht ein, was du tun könntest um dich abzulenken. Darin war ich auch nie gut. Ich hatte schon Tage vorher Angst. Ein ganz grausiges Dasein in so Zeiten.

Aber ich möchte dir gern sagen, dass du damit nicht allein bist. Und ich finde es schön, dass du es hier aufschreibst. Somit zeigst du mir, dass ich damit eben auch nicht alleine war. Und darum geht es ja ab und zu auch.

Ich lasse dir einen Drücker da liebe Lost. Halte durch. Es wird gut gehen.

Viele Grüße,
Ziva*

19.05.2022 23:20 • x 8 #3


Lost111

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Zitat von Ziva:
Ich hatte vorher Durchfall oder musste brechen, hatte Verstopfung und Heulanfälle. Ja, hier kann man das ja ruhig sagen.. Dabei hat sie es jeden Monat wieder getan, ohne mich schief anzusehen, ohne mich zu bewerten und ohne über mich zu urteilen. Und jedes Mal beim verlassen der Praxis ist eine so riesengroße Last von mir gefallen, die man hätte kilometerweit hören können.

Ja, genauso geht es mir auch! Es tut gut zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin!
Ich bin auch immer so erleichtert, wenn ich es hinter mir habe, das ist echt krass. Das kann ich gar nicht beschreiben.
Keine Ahnung, warum ich mich immer so verrückt mache. Denn hinterher denke ich: das war doch total unnötig!
Zitat von Ziva:
Leider fällt mir auch nicht ein, was du tun könntest um dich abzulenken. Darin war ich auch nie gut. Ich hatte schon Tage vorher Angst. Ein ganz grausiges Dasein in so Zeiten.

Ist gar nicht schlimm, in manchen Situationen geht es einfach nicht. Ja, ich bin auch schon die ganze Woche über unruhig und in Erwartung dessen, was da wohl kommen möge. Irgendwie gaga von mir, aber es ist einfach so.
Zitat von Ziva:
Ich lasse dir einen Drücker da liebe Lost. Halte durch. Es wird gut gehen.

Das ist so lieb von dir, dankeschön! Du machst mir Mut.

19.05.2022 23:37 • x 2 #4


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Ziva

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Ich hab hinterher auch immer gedacht "man, wie blöd! Der ganze Stress um nichts!" aber ich fand es nicht nur schwer anzurufen für einen neuen Termin, sondern auch die Vorstellung im Kopf zu haben, was die anderen Mitarbeiter von mir denken.
- die schon wieder!
- immer noch keinen Job!
- wieder Tränendrüse?
- wird wohl nie besser.
Ich hab immer gleich gedacht, dass mich alle dort nicht mögen, weil ich ja eh immer mit dem gleichen Gedöns dort hinkomme. Dabei sind sie dort alle wirklich sehr freundlich.
Ein Termin war immer mit Druck verbunden, den ich mir aber auch irgendwie selbst gemacht habe.

Schon merkwürdig, oder?
Wenn man mal so darüber nachdenkt..

Wenn es wenigstens mit der Zeit besser werden würde.. bei mir blieb das leider aus. ):

Ich denk morgen fest an dich.

20.05.2022 00:12 • x 3 #5


Lost111

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Zitat von Ziva:
Der ganze Stress um nichts! aber ich fand es nicht nur schwer anzurufen für einen neuen Termin, sondern auch die Vorstellung im Kopf zu haben, was die anderen Mitarbeiter von mir denken.

Ja! So nach dem Motto: die Heulsuse schon wieder! und: immer das gleich mit der! Aber das hat mich auch nie Jemand spüren lassen. Ist schon seltsam, was da so im Kopf vor sich geht, oder? Einen Termin zu machen war für mich nie ein Problem. Und da sagst du was: man macht sich den Druck selbst. Warum auch immer.

Zitat von Ziva:
Wenn es wenigstens mit der Zeit besser werden würde.. bei mir blieb das leider aus. ):

Da kann ich dir nur die Hand reichen... Da kann ich noch 100 x hingehen, die Angst wird immer da sein.

Zitat von Ziva:
Ich denk morgen fest an dich.

Danke! Um 9.15 Uhr klingelt der Wecker.

20.05.2022 00:23 • #6


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Ziva

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Zitat von Lost111:
Um 9.15 Uhr klingelt der Wecker.

Ich zünde meine Kerze für dich in der Zeit an. Also, .. nicht dass es komisch klingt - ich mache das auch, wenn jemand eine Prüfung hat oder wenn ich ein schwieriges Telefonat führen muss oder so. Ich finde, das gibt dem Ganzen nochmal eine andere, vielleicht auch schöne Bedeutung. Also liebe Lost, morgen Früh brennt und leuchtet meine kleine Kerze nur für dich.

20.05.2022 00:51 • x 3 #7


Lost111

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Zitat von Ziva:
Ich zünde meine Kerze für dich in der Zeit an. Also, .. nicht dass es komisch klingt - ich mache das auch, wenn jemand eine Prüfung hat oder wenn ich ein schwieriges Telefonat führen muss oder so. Ich finde, das gibt dem Ganzen nochmal eine andere, vielleicht auch schöne Bedeutung. Also liebe Lost, morgen Früh brennt und leuchtet meine kleine Kerze nur für dich.

20.05.2022 00:54 • #8


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Anneklatsche

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Krass ey, @Ziva du sprichst mir aus der Seele, genauso denke ich, fühle ich mich auch.. jeden Monat aufs neue.. in 10 Tagen muss ich auch wieder hin und ich hab jetzt schon Bauchschmerzen.. dabei sind die Bedenken unbegründet, irgendwo ganz hinten in meinem Hirnchen weiß ich das, aber trotzdem..
Liebe @Lost111, ich werde nachher auch an dich denken..

20.05.2022 04:16 • x 2 #9


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Ziva

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@Anneklatsche
Dein Name hier ist immer noch ein Knaller, muss immer schmunzeln, wenn ich dich lese.
Ich find´s auch krass, dass du und auch Lost genauso fühlt wie ich. Mir war nie bewusst, dass es anderen auch so gehen könnte. Aber das war auch etwas, was ich niemandem gesagt habe. War mir schon peinlich..

Habe immer mal wieder hin und her überlegt, warum das so ist. Wovor genau haben wir eigentlich Angst, wenn es doch bisher immer so war, dass wir weiterhin - ohne Mucken - krankgeschrieben wurden? Also - ich meine, es war nicht ein einziges schlechtes Erlebnis dabei. Es heißt doch, dass es Erfolgserlebnisse braucht. Aber in diesem Zusammenhang fruchtete das einfach schlichtweg nie.

Eigentlich könnten und sollten wir eher stolz auf uns sein. Wir gehen jeden Monat wieder dorthin und stehen für uns ein. Wir sagen laut, offen und ehrlich, dass wir noch nicht wieder bereit sind. Selbstfürsorge zu 100%. Und trotzdem lässt uns etwas in uns wackeln. Selbst die Erwartung ist - zumindest bei mir - nicht groß gewesen. Ich hatte bei jedem Mal Sorge, dass ich mich einen Tag später arbeitslos melden müsste und habe mich auch mit dem Gedanken jeden Monat einmal angefreundet, damit das Handeln hinterher nicht ganz so ausartet. Alle Individualitäten einmal durchgespielt, damit ich bereit war. Gefühlt. Wirklich war ich das nie. Aber das Gefühl war, dass ich so damit besser umgehen könnte.

20.05.2022 08:45 • x 2 #10


Lost111

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Zitat von Anneklatsche:
Liebe @Lost111, ich werde nachher auch an dich denken..

Danke dir!

Puh, was war das für ein Tag! Nach knapp 6 Stunden Schlaf kam ich um 10.30 Uhr bei meinem HA an. 45 Minuten warten. Nein, Lost, du bist nicht die Geduldigste! Dann ging alles ganz schnell: wir sprachen kurz, und auch das andere Thema, welches mir auf dem Herzen lag, konnte ich zur Sprache bringen. Weitere 4 Wochen Krankschreibung kein Problem.
Dann musste noch ein EKG gemacht werden. Danach war ich so dermaßen erschöpft! Und sowas von erleichtert!
Warum muss ich daraus immer so ein machen?

Zitat von Ziva:
Habe immer mal wieder hin und her überlegt, warum das so ist. Wovor genau haben wir eigentlich Angst, wenn es doch bisher immer so war, dass wir weiterhin - ohne Mucken - krankgeschrieben wurden? Also - ich meine, es war nicht ein einziges schlechtes Erlebnis dabei. Es heißt doch, dass es Erfolgserlebnisse braucht. Aber in diesem Zusammenhang fruchtete das einfach schlichtweg nie.

Das habe ich mich auch schon so oft gefragt! Und keine Antwort darauf gefunden.
Ich habe diesbezüglich auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht, ganz im Gegenteil. Aber irgendwas in meinem Kopf ist da wohl falsch verdrahtet.

Krankschreibung ist auch schon beim Arbeitgeber im Briefkasten, also kann ich mich endlich entspannen.

20.05.2022 19:29 • x 4 #11


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Ziva

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Hallü liebe Lost.
Na, das klingt doch gut!
Jetzt hast du erst wieder Ruhe.

20.05.2022 20:32 • #12


Lost111

Lost111

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Zitat von Ziva:
Jetzt hast du erst wieder Ruhe.

Ja, bis zum nächsten Mal am 17.06.!

20.05.2022 20:34 • #13


Lost111

Lost111

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Was mir am WE andauernd durch den Kopf ging (und auch heute noch): Darf es mir nach 6 Wochen immer noch schlecht gehen? Klingt jetzt vielleicht banal, aber das beschäftigt mich wirklich sehr.
Aktuell bin ich mehr bei mir (und habe auch eine Feier am WE abgesagt), aber ich bin noch nicht wieder fähig, arbeiten zu gehen und am Leben teilzuhaben. Und bei ersterem liegt wohl der Hase im Pfeffer. Ich weiß, was ich meinen Kolleginnen mit meiner Abwesenheit zumute. Und schon ist es wieder da: das schlechte Gewissen!

Ich war heute bereits um 8.30 Uhr auf und dachte: du hättest jetzt auf der Arbeit sein sollen.

Mein Kopf weiß, dass es bei Jedem unterschiedlich lange dauert, bis es wieder besser wird. Meine Gefühle sagen mir da allerdings was ganz anderes...

23.05.2022 23:40 • x 2 #14


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Ziva

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Hallü Lost,

ich kenne diese Gefühle Gedanken sehr gut.
Du bist und wir beide sind damit keinesfalls allein, ich denke, dass es jedem so geht, der länger ausfällt.
Das Problem was ich hier sehe ist, dass du (war bei mir auch so), aus schlechtem Gewissen wohl eher wieder anfangen würdest am Leben teilzunehmen und eben auch arbeiten zu gehen. Aber nicht, weil du dich dazu bereit fühlst.

Ich bin morgens auch aufgestanden, habe den Mini in die Kita gebracht, war wieder zu Hause und dachte jeden Tag Jo Ziva, jetzt könntest du auch weiter zur Schule fahren! Aber Pustekuchen - das hätte nicht geklappt. Ich hab mich schlecht deswegen gefühlt, ich glaube, das ist ein ganz normales Gefühl - aber ich habe mich auch schlecht gefühlt mit dem Gedanken, mich 8 Stunden dem Arbeitsklima, dem Mobbing, den Kolleginnen, dem Stress und dem ganzen furchtbaren Gedöns dort auszusetzen, der mich am Ende krank gemacht hat. Ich konnte greifen, dass ich das nicht ausgehalten hätte. Und wenn - dann eben auch nur mit der totalen Erschöpfung am Ende des Tages, mit viel Heulerei, mit Magenschmerzen, mit Durchfall, mit mit mit allem, was irgendwann unerträglich wurde.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst und versuche, dich nicht vom schlechten Gefühl leiten zu lassen.
Das klingt jetzt sicher total doof, aber - bei mir war es so - ich habe gefühlt, dass ich wieder loslegen kann. Ich war mit einem Mal davon überzeugt, dass es wieder gehen wird. Und so war es auch. Okay, bei mir war es dann ein ganz anderer Job und ich musste nicht zurück ins schlechte Arbeitsklima. Aber ich hätte das nicht durchgestanden - etwas ganz Neues - wenn ich mich nicht bereit gefühlt hätte.

Ich lasse dir einen Drücker da.
Du bist auf dem richtigen Weg.

24.05.2022 09:25 • x 4 #15


Lost111

Lost111

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Hallo liebe @Ziva ,

danke, dass du mir von deinen Erfahrungen erzählt hast. Ich fühle mich verstanden.

Zitat von Ziva:
Du bist und wir beide sind damit keinesfalls allein, ich denke, dass es jedem so geht, der länger ausfällt.
Das Problem was ich hier sehe ist, dass du (war bei mir auch so), aus schlechtem Gewissen wohl eher wieder anfangen würdest am Leben teilzunehmen und eben auch arbeiten zu gehen. Aber nicht, weil du dich dazu bereit fühlst.

Damit hast du nicht ganz unrecht. Ich habe jetzt schon im Kopf, dass ich spätestens ab 01.07. wieder arbeiten gehen muss.
Irre, oder? Damit setze ich mich wieder selber unter Druck, was nicht gut ist.

Nächste Woche habe ich einen Termin bei meiner Psychiaterin. Mal sehen, was sie dazu sagt. Da muss ich dann auch noch ein anderes Problem ansprechen. Davor bangt mir. OK, meinem HA habe ich es schon erzählt, dann kriege ich das auch nochmal hin. Warum muss leben so schwer sein?

24.05.2022 19:48 • #16


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EmptyLife

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Zitat von Lost111:
Was mir am WE andauernd durch den Kopf ging (und auch heute noch): Darf es mir nach 6 Wochen immer noch schlecht gehen?

Ich bin mal ganz direkt: JA, dir darf es so lange und auch länger schlecht gehen!
Du darfst jammern, weinen und motzen so viel du möchtest und brauchst. Jeder, der dir diesbezüglich irgendeinen Riegel vorschieben möchte, hat keine Ahnung von Gefühlen.

Zitat von Lost111:
Mein Kopf weiß, dass es bei Jedem unterschiedlich lange dauert, bis es wieder besser wird. Meine Gefühle sagen mir da allerdings was ganz anderes...

Dazu hatte ich dir ja schon was geschrieben. Vielleicht möchtest du einfach nicht wahrhaben, was dir dein Körper schon lange mitteilt: Dass du das Arbeitsleben aufgeben solltest, anstatt dich aus schlechtem Gewissen weiter zu etwas zu quälen, was du nicht mehr kannst. Das kann deiner Psyche nur Zugute kommen und könnte deinen generellen Selbstdruck abmindern.
Das ist jedenfalls das, was ich herauslese.

Ach, liebe Lost, wenn ich dich so lese, würde ich am liebsten immer an deine Seite springen und dich mal knuddel-rütteln

24.05.2022 20:13 • x 2 #17


Lost111

Lost111

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Zitat von EmptyLife:
Ich bin mal ganz direkt: JA, dir darf es so lange und auch länger schlecht gehen!
Du darfst jammern, weinen und motzen so viel du möchtest und brauchst. Jeder, der dir diesbezüglich irgendeinen Riegel vorschieben möchte, hat keine Ahnung von Gefühlen.

Hallo liebe @EmptyLife ,

danke für deine Offenheit! Dein Verständnis tut so gut!

Ich habe noch die Worte meiner Mama von letztem Freitag im Ohr, als ich ihr mitteilte, dass ich noch weitere 4 Wochen lang krank geschrieben bin: Was, so lange?. Da war ich schon wieder bedient. Sie wird es halt nie verstehen. Aber es tut verdammt nochmal immer noch weh, wenn sie so wenig Anteilnahme zeigt. Ich sollte gelernt haben, damit umzugehen.

Zitat von EmptyLife:
Dazu hatte ich dir ja schon was geschrieben. Vielleicht möchtest du einfach nicht wahrhaben, was dir dein Körper schon lange mitteilt: Dass du das Arbeitsleben aufgeben solltest, anstatt dich aus schlechtem Gewissen weiter zu etwas zu quälen, was du nicht mehr kannst.

Das hattest du. Ja, vielleicht will ich es noch nicht wahrhaben. Aber mir das auch einzugestehen ist nochmal eine andere Nummer. Ich falle immer wieder für längere Zeit aus. Das sollte mir zu denken geben. Aber ich fürchte, den Gedanken an Rente kann ich (noch) nicht zulassen. Das müsste ich mal mit meinem HA besprechen.
Im August bin ich 30 Jahre in meinem Job. Krass. Und es waren beileibe nicht immer nur gute Bedingungen, unter denen ich arbeiten musste. Das hinterlässt Spuren.

Zitat von EmptyLife:
Ach, liebe Lost, wenn ich dich so lese, würde ich am liebsten immer an deine Seite springen und dich mal knuddel-rütteln

24.05.2022 20:37 • x 1 #18


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EmptyLife

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Zitat:
Ich habe noch die Worte meiner Mama von letztem Freitag im Ohr, als ich ihr mitteilte, dass ich noch weitere 4 Wochen lang krank geschrieben bin: Was, so lange?. Da war ich schon wieder bedient. Sie wird es halt nie verstehen. Aber es tut verdammt nochmal immer noch weh, wenn sie so wenig Anteilnahme zeigt. Ich sollte gelernt haben, damit umzugehen.

Ich würde dir wirklich wünschen, dass du dich weitestgehend emotional und psychisch von ihr lösen kannst, so wie ich es bei meiner Mutter getan habe. Das ist das Beste, was man für sein Seelenheil tun kann. Egal wie direkt oder subtil die Verletzungen sind, keinem Verwandten darf man das durchgehen lassen.
Natürlich gibt es immer noch ein paar wenige Dinge, womit mich meine Mutter sehr triggert. Dafür sitzt Manches einfach zu tief. Aber ich übe von Mal zu mal ihr klare Ansagen zu machen und dann macht sie es auch meist nicht wieder.
Das schafft man aber nur, wenn man aufhört sich nach Gefühlen/Reaktionen von den Eltern zu sehnen, die man nie bekommen wird.

Zitat:
Aber mir das auch einzugestehen ist nochmal eine andere Nummer. Ich falle immer wieder für längere Zeit aus. Das sollte mir zu denken geben. Aber ich fürchte, den Gedanken an Rente kann ich (noch) nicht zulassen. Das müsste ich mal mit meinem HA besprechen.

Mit deinem HA erstmal nur darüber zu sprechen und dich damit auseinander zu setzen (in kleinen Schritten!), kann schon ein Weg zur Akzeptanz sein. Mach dir deswegen aber bitte keinen Druck, sowas braucht Zeit.

24.05.2022 21:30 • x 2 #19


Lost111

Lost111

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Zitat von EmptyLife:
Ich würde dir wirklich wünschen, dass du dich weitestgehend emotional und psychisch von ihr lösen kannst, so wie ich es bei meiner Mutter getan habe. Das ist das Beste, was man für sein Seelenheil tun kann. Egal wie direkt oder subtil die Verletzungen sind, keinem Verwandten darf man das durchgehen lassen.

Besser wäre das für mich. Die räumliche Distanz ist da, aber auf der psychischen/emotionalen Ebene bin ich (leider) immer noch von ihr abhängig in gewisser Weise. So fühlt es sich jedenfalls an. Sie ist mir auch wichtig. Andererseits: ich bin kein kleines Kind mehr. Ich bin eine erwachsene Frau.

Zitat von EmptyLife:
Das schafft man aber nur, wenn man aufhört sich nach Gefühlen/Reaktionen von den Eltern zu sehnen, die man nie bekommen wird.

Oft kommt da halt auch das kleine Kind wieder hervor... Das Anerkennung und Verständnis haben möchte. Gesehen werden möchte. Ja, das hat mir oft gefehlt in meinen Kinder- und Jugendjahren. Ich war immer ein stilles Kind. Wie es wirklich in mir aussah, hat niemanden wirklich ernsthaft interessiert. Nun ja, das ist Vergangenheit.
Grenzen setzen/Nein-sagen fällt mir auch immer noch sehr schwer. Ich habe dann immer Angst, dass das Gegenüber schlecht von mir denkt und/oder mich ablehnt.
Aber letztes WE habe ich es geschafft, Selbstfürsorge zu betreiben. ich habe eine Feier abgesagt, weil es mir zu viel war. Und das offen und ehrlich persönlich meiner Mama gegenüber gesagt! War das wirklich ich?! Ich habe natürlich gemerkt, dass ihr das nicht gepasst hat, aber das ist nicht mein Problem.

Nun ja, die nächste Herausforderung kommende Woche naht: der Termin bei meiner Psychiaterin am Donnerstag...

24.05.2022 21:45 • x 2 #20


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EmptyLife

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Zitat von Lost111:
Sie ist mir auch wichtig.

Genau das ist der Knackpunkt, warum es mir leichter fiel, mich von meiner Mutter zu lösen. Sie war mir nie wichtig, aber ich war als Kind leider von ihr abhängig. Ich wäre schon als Kind weggelaufen, wenn ich gewusst hätte wohin.

Zitat von Lost111:
Oft kommt da halt auch das kleine Kind wieder hervor... Das Anerkennung und Verständnis haben möchte. Gesehen werden möchte. Ja, das hat mir oft gefehlt in meinen Kinder- und Jugendjahren. Ich war immer ein stilles Kind. Wie es wirklich in mir aussah, hat niemanden wirklich ernsthaft interessiert. Nun ja, das ist Vergangenheit.
Grenzen setzen/Nein-sagen fällt mir auch immer noch sehr schwer. Ich habe dann immer Angst, dass das Gegenüber schlecht von mir denkt und/oder mich ablehnt.

Exakt genauso geht es mir auch. Zum Glück kann man das üben und jeder noch so kleine Fortschritt ist wertvoll.
Deshalb...
Zitat von Lost111:
Aber letztes WE habe ich es geschafft, Selbstfürsorge zu betreiben. ich habe eine Feier abgesagt, weil es mir zu viel war. Und das offen und ehrlich persönlich meiner Mama gegenüber gesagt! War das wirklich ich?! Ich habe natürlich gemerkt, dass ihr das nicht gepasst hat, aber das ist nicht mein Problem.

...dafür ein ganz großes Lob und Jubel von mir, dass du das geschafft hast. Das hast du toll gemacht und du kannst wirklich stolz auf dich sein für diese Leistung! Großartig, liebe Lost

Zitat:
Nun ja, die nächste Herausforderung kommende Woche naht: der Termin bei meiner Psychiaterin am Donnerstag...

Das schaffst du
Und auch ein oder mehrere Rückschritte in der Zukunft können dir deine bereits erlebten Fortschritte nicht nehmen. Nicht vergessen

24.05.2022 23:52 • x 2 #21



Hallo Lost111,

x 4#22


Lost111

Lost111

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Zitat von EmptyLife:
Genau das ist der Knackpunkt, warum es mir leichter fiel, mich von meiner Mutter zu lösen. Sie war mir nie wichtig, aber ich war als Kind leider von ihr abhängig. Ich wäre schon als Kind weggelaufen, wenn ich gewusst hätte wohin.

Ja, ich verstehe. Es ist ja nicht so, dass meine Mama total lieblos wäre. Aber es hat mich auch nicht umsonst so schnell wie möglich von meinem Elternhaus weg geführt. Ich könnte auch nicht mehr mit ihr unter einem Dach leben, never.

Zitat von EmptyLife:
...dafür ein ganz großes Lob und Jubel von mir, dass du das geschafft hast. Das hast du toll gemacht und du kannst wirklich stolz auf dich sein für diese Leistung! Großartig, liebe Lost

Danke dir. Kommt ja selten genug vor, dass ich mal lichte Momente habe und für mich einstehen kann!

Zitat von EmptyLife:
Das schaffst du
Und auch ein oder mehrere Rückschritte in der Zukunft können dir deine bereits erlebten Fortschritte nicht nehmen. Nicht vergessen


Ja, die Fortschritte vergesse ich viel zu oft, was im Gedächtnis bleibt ist das, was schief gelaufen ist. Das brennt sich ein.
Aber: was habe ich zu verlieren außer mein Leben?!

25.05.2022 00:13 • x 2 #22

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