Sohn leidet an Burnout, lässt keine Unterstützung zu

belissima
Unser 29 jähriger Sohn leidet seit März d.J. unter Burnout. Vor 6 Jahren hat sich seine Freundin umgebracht und sein jetziger Zustand hat wohl auch damit zu tun, dass ein Opa dieses Jahr gestorben ist. Seitdem hat er sich mit Arbeit nur so zugedonnert. Er lebt alleine und hat sich von seinen zahlreichen Freunden, die ihn schon viele Jahre begleitet haben, zurückgezogen. Zur Arbeit geht er seit März nicht mehr, hat aber auch sich um keine Krankmeldungen etc. gekümmert. Nun hat er vor 4 Wochen auch zu meinem Mann und mir den Kontakt abgebrochen, da er meinte, er würde sich schämen und uns erst wieder sehen wollen, wenn er wieder "erfolgreich" ist. Nachdem wir per WhatsApp nur noch in Kontakt standen, er auf keinen Anruf von uns reagiert, oder uns die Türe öffnet, hat er vor 4 Wochen uns angedroht, dass er uns vollkommen aus seinen Kontakten löscht, da er auf "die Psychosch." keinen Bock mehr hätte. Nun haben wir seit 2 Wochen wieder losen Kontakt, wir schreiben ihm nur noch, dass wir z.B. am WE wegfahren etc. Er hat auch darauf unverbindlich geantwortet. Wir sind vollkommen ratlos. Sein Arbeitgeber hat die letzte Krankmeldung im Juni erhalten. Wir wissen nicht, wovon er nun lebt. Wir wissen nicht, wie wir ihn noch unterstützen können, hat jemand ähnliche Erfahrungen machen müssen? Ich möchte noch hinzufügen, dass unser Verhältnis immer sehr gut war und wir diesen massiven Ton von ihm gar nicht kennen. Danke für Rückmeldungen.

24.08.2018 15:32 • #1


Lajosh
Hallo Belissima

Ich komme von der anderen Seite her, sprich von der eures Sohnes.

Lasst ihm viel Freiraum, keine Ratschläge, keine Fragen, keine Bücher über Depressionen, keine mitleidenden Blicke, etc. Das wird er im Moment sowieso nicht annehmen. Den Link auf diese Seite würde ich im aber angeben.

Seid einfach für ihn da und schreibt ihm gelegentlich (Schreiben ist angenehmer als telefonieren).
Ich habe nicht vertragen, wenn man mich fragte 'wie geht es dir', da ja klar war, dass es mir nicht gut ging oder aber auf keinen Fall 'Du tust mir leid' oder 'kann ich etwas für dich tun'. Das wird in auf die Palme bringen.
Um eine Rehaklinik und Medikamente wird er nicht herumkommen, aber der Zeitpunkt muss er bestimmen.

Bei uns in der Schweiz gibt es Vorträge für Angehörige von depressiv erkrankten Menschen, oder ihr könntet bei einem Psychologen nachfragen, ob ihr 1-2 Termine vereinbart könnt, damit ihr euren Sohn besser versteht und selber auch etwas zur Ruhe kommen könnt, das ist sehr wichtig.

Ich hatte auch eine sehr lange Reise hinter mir, bis ich endlich einen Klinikaufenthalt zuliess. Mit dem Wissen von heute, hätte ich damals schon längst einem Klinikaufenthalt zustimmen müssen.
Heute geht es mir etwas besser, aber die Reise wird noch lange andauern.

Wie bereits erwähnt, habe ich das Übel so erlebt bzw. empfunden.

Vielleicht kann ich euch hiermit etwas unterstützen.

Alles Gute
Lajosh

24.08.2018 18:12 • #2


Lajosh
Nachtrag: In diesem Forum gibt es auch ein Thema 'Hilfe für Betroffene und Angehörige'!

Gute Nacht
Lajosh

26.08.2018 20:41 • #3


belissima
Lieber Lajosh, Danke für Deine Unterstützung. Nachdem Du noch dieses Forum besuchst, denke ich, es ist auch für Dich noch nicht abgeschlossen. Wir haben wieder lösen Kontakt per whats app. Treffen lehnt er ab. Wir schreiben nur noch pos. Nachrichten, fragen nichts. Dann bekommen wir kurze Rückmeldungen, auch nur sehr allgemein. Wir tauchen auch immer weiter in dieses Thema ein, suchen uns auch selbst Hilfe
Das waren sehr gute Informationen von Dir. Würde gerne wieder von Dir hören. Alles Gute für Dich. LG Belissima

31.08.2018 09:25 • #4




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