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Arztbesuch Angst keine Arbeitsunfähigkeit zu bekommen

Dini86

Dini86

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Guten Morgen zusammen,

Ich mal wieder.
Kennt ihr auch das Gefühl?
Ihr habt einen Arzttermin und habt Angst das er euch nicht weiter krank schreibt?
Das er sagt, so langsam müssen sie aber mal wieder ran?
Ich habe eigentlich einen super Arzt mit mega viel Verständnis usw. Er hat auch gesagt das ich es selbst bestimme wann es bei mir soweit ist. Trotzdem habe ich jedesmal Angst davor das er sagen könnte, jetzt ist Schluss, es muss weiter gehen usw.
Was kann ich am besten dagegen tun?
Habt ihr irgendwelche tipps?

Wünsche euch einen schönen Tag

Dini

14.08.2020 08:26 • x 3 #1


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Mayke1

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Zitat von Dini86:
Was kann ich am besten dagegen tun?


Guten Morgen, liebe Dini!
Bleibe so ehrlich und authentisch wie möglich! Sage, dass du noch nicht so weit bist, um arbeiten zu gehen UND auch durchzuhalten. Die erste neue Arbeitswoche ist vielleicht machbar, das habe ich selbst erlebt. Doch dann fing meine Zählerei der Tage an, "puh, gut, wieder einen Tag geschafft", immer in der Angst, erneut auszufallen. Und genau SO kam es. 8 Wochen hielt ich durch, dann war ich von einem Tag auf den anderen weg von dem redensartlichen Fenster.
Soll dir dein Arzt doch erst einmal beweisen, dass du arbeitsfähig bist.
Oft kommt solch ein Druck, ich müsste doch endlich wieder fit sein usw. aus uns selber.
Höre offen und kritisch in dich hinein, spiele ohne zu katastrophieren, das berufliche Szenario durch. Du kennst deine Arbeitsbedingungen. Mit diesem Wissen teste, ob du durchhalten kannst.
Magst du denn deine Arbeit oder ist sie eher eine Mischung aus Angst und Pflicht?
Wann hast du denn deinen Arzttermin?
LG von Mayke

14.08.2020 09:07 • x 3 #2


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Kürsche

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Liebe Dini,

ich kann dich sehr gut verstehen, mir ging und geht jedesmal wieder so. Ich schätze, du hast wie ich auch schon Momente erlebt, in denen ein Arzt eben keine Arbeitsunfähigkeit rausrücken wollte und was von am Riemen reißen oder sowas gefaselt hat.
Stell Dich mit möglichst breiter Brust der Siutation. Du bist diejenige, die Deine Lage am besten einschätzen kann. Und wenn Du fühlst, es geht nicht, dann geht es nicht. Und trotzdem, selbst, wenn ich erfolgreich war, quält mich das Gefühl, ich hätte mich ja mal zusammenreißen und zur Arbeit gehen können. Der Innere Antrei
ber ist ein echt fieses Schwein.
Ich drück Dir die Daumen, dass Du es packst.

14.08.2020 09:15 • x 3 #3


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Heideblümchen

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Guten Morgen Dem schließe ich mich an. Ein guter Arzt erkennt, wenn der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist. Natürlich ist es auch für einen selber schwer, diesen zu erkennen. Man zweifelt, hat Bedenken....alles völlig nachvollziehbar. Ich denke auch, dass es das Beste ist, in sich hinein zu hören. Macht es mir wirklich sehr viel Angst, wieder arbeiten zu gehen oder bin ich "nur" unsicher? Schaffe ich das? Hab ich - tief in mir drin - irgendwo Spaß an dem Gedanken, wieder tätig zu werden? Oder stresst und lähmt mich allein der erste spontane Gedanke daran schon? Dann wäre es besser, ehrlich zu sich und zu seinem Arzt zu sein und mit Überzeugung zu sagen: ich schaffe das nicht! Und dann muss er tätig werden und eine Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, dass der Arzt Möglichkeiten der Unterstützung aufzählt, was es für Alternativen gibt. Wie Mayke schon geschrieben hat: es bringt nichts, wenn man in ein paar Tagen/Wochen wieder am Boden ist, weil man sich überschätzt hat.....das muss echt abgewogen werden, genau überdacht werden. Und letztlich: keiner kann einen zwingen, etwas zu tun, was man sich nicht zutraut! Ich wünsche alles Gute und drücke die Daumen, eine vernünftige Lösung zu finden!

14.08.2020 09:21 • x 2 #4


Dini86

Dini86

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@Mayke1

Hallo Mayke

Zitat von Mayke1:
Bleibe so ehrlich und authentisch wie möglich! Sage, dass du noch nicht so weit bist, um arbeiten zu gehen UND auch durchzuhalten


Ja das aufjedenfall, eigentlich brauch ich auch keine Angst haben weil mir mein Arzt ja selbst gesagt hat das ich das entscheide wann es wieder so weit ist. Trotzdem hab ich immer so ein Kopfkino, was wenn er doch aufeinmal sagt. Es reicht!
Das sind alles Hirngespinste und immer dieses Kopfkino ist grausam.
Bin schlichtweg einfach noch nicht im Stande die ganzen Anforderungen auf der Arbeit durch zu stehen.

Zitat von Mayke1:
Oft kommt solch ein Druck, ich müsste doch endlich wieder fit sein usw. aus uns selber.


Ja das stimmt ich mache mir selbst manchmal viel zu viel Druck. Hab ja auch schon versucht mich mit der Arbeit auseinander zu setzten (in meinem Thread letzte Tage) aber ich bin einfach noch nicht bereit. Habe zuviel Baustellen auf einmal im Moment.

Zitat von Mayke1:
Magst du denn deine Arbeit oder ist sie eher eine Mischung aus Angst und Pflicht?


Ich habe immer gedacht das ich meine Arbeit mag aber zur Zeit weiß ich nicht ob das auch wirklich so ist. Habe träume und das ständig. Wie ich zb meinen Job kündige und allen in der Firma die Meinung geige usw.

Zitat von Mayke1:
Wann hast du denn deinen Arzttermin


Heute um 10 Uhr und dann habe ich um 12 Uhr zum Glück eine Therapiestunde. Irgendwie hat sich bei mir in den letzten Tagen verdammt viel angesammelt was mich irgendwie nicht klar denken lässt.

14.08.2020 09:25 • x 1 #5


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Mayke1

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Dann viel Glück und Erfolg heute und berichte mal, was du erreichen konntest!
Bin gespannt!
LG von Mayke

14.08.2020 09:53 • x 1 #6


Dini86

Dini86

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@Kürsche

Zitat von Kürsche:
Ich schätze, du hast wie ich auch schon Momente erlebt, in denen ein Arzt eben keine Arbeitsunfähigkeit rausrücken wollte und was von am Riemen reißen oder sowas gefaselt hat.


Ja ein Psychiater der das alles gar nicht verstehen konnte.

Zitat von Kürsche:
Stell Dich mit möglichst breiter Brust der Siutation. Du bist diejenige, die Deine Lage am besten einschätzen kann. Und wenn Du fühlst, es geht nicht, dann geht es nicht. Und trotzdem, selbst, wenn ich erfolgreich war, quält mich das Gefühl, ich hätte mich ja mal zusammenreißen und zur Arbeit gehen können.


Habe mich schon probiert mit der Situation Arbeit auseinanderzusetzen aber sofort Panik, Brustkorb schnürt sich zu, innere Unruhe, komische Träume bekommen. Das war ne Zeit lang weg und da ich dachte gut ich setzte mich mal wieder mit dem Thema auseinander da war alles wieder da.

Danke für deine Nachricht

@Heideblümchen

Zitat von Heideblümchen:
Macht es mir wirklich sehr viel Angst, wieder arbeiten zu gehen oder bin ich "nur" unsicher?


Nein unsicher würde ich nicht sagen. Ich merke einfach das ich noch nicht soweit bin. Das macht mich selbst fertig weil ich denke. Ich muss es doch einfach bald wieder schaffen.

Zitat von Heideblümchen:
Und letztlich: keiner kann einen zwingen, etwas zu tun, was man sich nicht zutraut! Ich wünsche alles Gute und drücke die Daumen, eine vernünftige Lösung zu finden!


Das stimmt und mein Arzt würde das auch nicht machen. Trotzdem habe ich dieses kopfkino und Male mir alles aus was passieren könnte wenn ich aufeinmal müsste usw
Schlimm. Ich denke mir warum kann mir nicht auch mal alles am Ar. vorbei gehen. Warum mache ich mir unnötige Gedanken. Wieso kann ich es einfach nicht abstellen.
Ärgere mich so sehr über mich selbst

14.08.2020 09:58 • #7


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Heideblümchen

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Zitat von Dini86:
das ich noch nicht soweit bin


das ist doch eine ganz klare Asage! Ich merke, DASS ICH NOCH NICHT SOWEIT BIN. Du hast nicht geschrieben, ich GLAUBE.....
Und warum ärgerst du dich über dich und deine Gedanken? Sie sind doch völlig NORMAL und nachvollziehbar! Jeder in dieser Situation, wirklich jeder macht sich Gedanken über das "wie geht es weiter", hat Versagens-, Zukunfts-, Existenz-Ängste. Das ist völlig okay, Dini! Das Hauptproblem dabei ist immer, dass man nicht in die Zukunft schauen kann. Dass man unsicher ist, ob man den richtigen Weg wählt. Man hofft auf Zuspruch, Verständnis und Unterstützung von außen (Arzt), weil man (niemand!) nicht vorher weiß, ob alles so (gut) wird, wie man es sich erhofft. Hör auf dich und dein Bauchgefühl, Dini. Wenn du spontan das Gefühl hast: bäh, will ich nicht, dann willst du nicht. Der Moment wird kommen, wo du wieder genug Kraft und Antrieb verspürst, dass du sagen kannst: jap, jetzt bin ich bereit, es zumindest zu versuchen!

14.08.2020 10:07 • x 1 #8


Dini86

Dini86

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@Kürsche
@Mayke1
@Heideblümchen

Mein Arzt hat mich natürlich weiter krank geschrieben. Auf der einen Seite ein gutes Gefühl aber auf der anderen Seite denk ich mir, warum musste ich nur wieder so ein Drama machen. Mein Arzt findet auch gut das ich mich mit der Arbeit auseinandersetzte bzw es versuche und er sagt auch solange ich noch so eine Abneigung habe hat es auch keinen Sinn eine Wiedereingliederung zu machen.

Danke für euren Zuspruch
Jetzt mache ich mich auf dem Weg zu meinem Therapeuten

14.08.2020 10:47 • x 1 #9


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Heideblümchen

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Sehr gut, Dini! Und jetzt hast du Zeit und Gelegenheit, darüber zu sprechen und dich mit den positiven und negativen Gedanken, ob Arbeit ja oder nein, auseinander zu setzen. Mach dir eine Liste, + und -
Und denk gut darüber nach, was dir an der Arbeit generell gefällt, wo deine Stärken sind, die bald wieder gefordert werden wollen. Such nach deiner Energie, zu einer Entscheidung zu kommen. Und achte darauf, wann das erste Mal der Gedanke an das wieder-arbeiten-gehen keine negativen (Angst-) Gefühle auslöst, sondern, wann du diesen Gedanken wieder zulassen kannst. Er wird kommen, wenn vielleicht auch noch nicht jetzt....Alles Gute!

14.08.2020 10:52 • x 1 #10


Dini86

Dini86

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@Heideblümchen
Dankeschön.
Das ist auch ein guter Tipp mit der +- Liste
Da werde ich mich am Wochenende mal mit beschäftigen.

Vor ein paar Wochen musste ich einige Sachen in die Firma bringen (Firmenhandy, Schlüssel usw)
Meine Family hat mich unterstützt und die Sachen weggebracht.
Als die Sachen weg waren hatte ich ein unglaublich befreiendes Gefühl.

Naja alles andere wird die Zeit zeigen.

DANKE

14.08.2020 11:31 • #11


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Heideblümchen

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Immer einen Schritt nach dem anderen, Dini! Und du siehst, dass sich bei einigen Entscheidungen jetzt schon ein gutes Gefühl einstellt. Hör drauf! Das ist ein sehr guter Anfang!

14.08.2020 11:35 • x 1 #12


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Mayke1

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Zitat von Dini86:
warum musste ich nur wieder so ein Drama machen.


DAS kenne ich aber auch sowas von gut bei mir! Selbst bei einer Kleinigkeit mache ich ein Lamento darum, dass ich später, wenns vorbei ist, nur noch den Kopf schütteln kann. Es ist sicherlich aber auch ein Zeichen unserer Erkrankung, dass wir dieses Drama entfachen.

14.08.2020 11:38 • x 1 #13


Dini86

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@Mayke1

Zitat von Mayke1:

DAS kenne ich aber auch sowas von gut bei mir! Selbst bei einer Kleinigkeit mache ich ein Lamento darum, dass ich später, wenns vorbei ist, nur noch den Kopf schütteln kann. Es ist sicherlich aber auch ein Zeichen unserer Erkrankung, dass wir dieses Drama entfachen.


Ja das ist einfach nur schlimm. Ich weiß jetzt schon das das nächste Drama die Krankenkasse sein wird. Hab unglaubliche Panik wenn die anrufen um sich zu erkundigen und habe schiss das die mir aufeinmal das Geld streichen oder mich zum MDK schicken und weiter geht immer und immer wieder dieses kopfkino und ich kann es einfach nicht abstellen.

14.08.2020 11:49 • #14


Dini86

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@Heideblümchen
Ja ein Schritt nach dem anderen. Ich setze mich selbst unter Druck weil ich einfach immer alles sofort will oder von mir erwarte.

14.08.2020 11:51 • #15


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Heideblümchen

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DAS kennen wir, denke ich, alle @Dini86

14.08.2020 11:52 • #16


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Heideblümchen

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Zitat von Dini86:
Hab unglaubliche Panik wenn die anrufen um sich zu erkundigen und habe schiss das die mir aufeinmal das Geld streichen


Oh, das kenne ich allerdings auch aus eigener Erfahrung sehr gut! Und ich habe das, nachdem mir das passiert ist, umgehend mit meinem Neurologen und meiner Psychotherapeutin besprochen, damit sie das zu ihren Akten und Aufzeichnungen nehmen. Es war in meinem Fall wichtig, weil sich der MDK bei mir eines Tages freundlich und im Plauderton telefonisch gemeldet hatte und als ich erzählte, wie es mir aktuell geht (ganz mies!), hat mir die Mitarbeiterin am Telefon gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen und erst mal wieder in Ruhe gesund werden. 3 Tage später hatte ich postalisch die Aussteuerungs-Mitteilung im Briefkasten. Das hat bei mir einen sofortigen Krankenhausaufenthalt ausgelöst. Da wusste ich noch nicht, dass ich das "nur" hätte mit meinem Neurologen besprechen müssen, der wäre dann tätig geworden! Danach, wo es zu den Akten genommen und auch der Krankenkasse mitgeteilt wurde, dass mir solche Anrufe den Boden unter den Füßen wegzieht, haben sie mich in Ruhe "gesund" werden lassen......Ich hätte sonst eine Beschwerde eingelegt (was immer das bewirkt hätte....)

14.08.2020 11:58 • x 1 #17


Dini86

Dini86

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@Heideblümchen
@Mayke1

Meine Therapiestunde war super. Ich habe immer ein mega Gefühl wenn ich da raus bin. So befreiend. Wie ich schon geahnt habe hat der MDK meinen Therapeuten angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Mein Therapeut hat bestätigt das ich nicht arbeitsfähig bin und er meinte zu mir das es dieses Jahr wohl auch nichts mehr wird mit arbeiten. Anfang nächstes Jahr soll ich dann in eine Reha um dann wieder gestärkt ins Berufsleben einzusteigen. Da werde ich einfach mal abwarten wie es jetzt weiter geht und wo mich die Reise hin führt. Jetzt werde ich versuchen alles etwas gelassener zu sehen.
Danke für eure Unterstützung

Lg Dini

14.08.2020 16:32 • x 2 #18


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Mayke1

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Liebe @Dini86 , dankeschön für deine Rückmeldung.
Fühlt es sich stimmig für dich an, dass es mit Arbeiten dieses Jahr nichts mehr wird? Vielleicht sogar erleichternd, so dass du aufatmen kannst und du Zeit hast, um zu Ruhe zu kommen? So habe ichs zumindest verstanden!
Liebe Grüße von Mayke

14.08.2020 16:58 • x 1 #19


Dini86

Dini86

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@Mayke1

Ja es fühlt sich wirklich für mich erleichternd an, irgendwie als wenn mir ne Last abgenommen wird. Aber war auch irgendwie erschreckend für mich als er mir sagte das bei mir einfach zuviel los ist und es dies Jahr wahrscheinlich nix mehr mit arbeiten wird. Ich muss einfach mal gucken wie es weiter geht. Die Therapie tut mir aufjedenfall gut. Jetzt hoffe ich nur das das schriftliche zwischen meinem Therapeuten und dem MDK reicht und ich nicht noch persönlich hin muss. Das wäre irgendwie mein Untergang.
Schönen Abend

14.08.2020 20:23 • x 1 #20


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Eis

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Hallo Dini,
Wie lange bist du denn schon krank geschrieben?

VG Eis

14.08.2020 23:35 • x 1 #21


Dini86

Dini86

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@Eis
Bin seit Februar krank geschrieben

15.08.2020 07:03 • #22


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Eis

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Das sind ja erst 6 Monate, da solltest du dir keinen Stress machen. Mich hat mein erster Psychiater nach 9 Monaten in die Wiedereingliederung gedrängt und wollte mich innerhalb von 4 Wochen eingliedern. Nach der 1. Woche, in der ich mit 10 Std/Woche anfing, hab ich schon gemerkt, dass das gar nicht geht. Er hat mir dann nicht geholfen, sondern meinte, dann muss ich halt meine Arbeitsstunden reduzieren oder meinem Arbeitgeber sagen, dass ich nicht mehr schaffe. Das hat mich massiv unter Druck gesetzt und ich wusste erst gar nicht, was zu tun ist. Dann habe ich mit meiner Krankenkasse telefoniert und gesagt, dass ich den Arzt wechseln muss. Sie haben dann empfohlen, dass ich die Wiedereingliederung beim Hausarzt verändern lassen soll, bis ich einen Termin beim neuen Psychiater habe. Das ging also auch problemlos. Der neue Psychiater hat die WE dann auf die maximale Dauer von 3 Monaten verlängert.
Dein Arzt macht mir nicht den Eindruck, dass er dich unter Druck setzt, das hat meiner allerdings die ersten Monate auch nicht getan, da war er sehr verständnisvoll. Aber du siehst ja bei mir, dass es trotzdem geht. Man muss dann halt eine andere Lösung finden.

15.08.2020 08:50 • x 1 #23


Dini86

Dini86

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@Eis

Zitat von Eis:
Das sind ja erst 6 Monate, da solltest du dir keinen Stress machen. Mich hat mein erster Psychiater nach 9 Monaten in die Wiedereingliederung gedrängt und wollte mich innerhalb von 4 Wochen eingliedern.


Mir kommt das alles schon wie eine Ewigkeit vor. Deswegen setzte ich mich selber immer wieder zu sehr unter Druck. Hab anfangs gedacht gut ich Fall 2,3,4 Monate aus und dann ist wieder alles wieder so wie es immer gewesen ist. Anfangs hab ich auch nicht verstanden wie es soweit kommen konnte, ich habe immer funktioniert und hab egal wie stressig alles war immer alles unter einen Hut bekommen. Nur mir selbst hab ich nie eine Auszeit gegönnt.

Zitat von Eis:
Sie haben dann empfohlen, dass ich die Wiedereingliederung beim Hausarzt verändern lassen soll, bis ich einen Termin beim neuen Psychiater habe.


Bei mir ist das so ich habe keinen Psychiater. Mein Hausarzt und mein Psychotherapeut regeln das alles mit mir. Also beim Hausarzt schreibt mich krank und ist auch immer mega Verständnisvoll (deswegen weiß ich auch nicht warum ich vor dem nächsten Termin immer so einen Film fahre)


Zitat von Eis:
Der neue Psychiater hat die WE dann auf die maximale Dauer von 3 Monaten verlängert.


Habe schon mit meinem Therapeuten über die Wiedereingliederung gesprochen, er hat mir auch schon gesagt das wenn es soweit ist ich auch aufjedenfall eine lange Wiedereingliederung machen soll von mindestens 8 Wochen. Er meinte da sprechen wir aber dann noch drüber wenn es soweit ist. Jetzt soll ich erstmal zur Ruhe kommen bzw das wir in der Therapie alles aufarbeiten.

Ich mein als er mir gesagt hat das ich dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr Arbeitsfähig sein werde war ich einerseits etwas schockiert aber andererseits auch etwas erleichtert.

Mein Problem ist noch das ich zb Angst habe:
-Arbeitskollegen zu begegnen
-Wenn das Telefon klingelt schrecke ich immer zusammen und denke es könnte die Krankenkasse oder meine Arbeitgeber sein (beide habe mich schon ziemlich zur Sau gemacht)
-Habe Angst zum Arzt zu gehen (ist Quatsch er ist der verständnisvollste Arzt den ich bisher kennengelernt habe)
-habe Angst an den Briefkasten zu gehen (könnte ja Post vom Arbeitgeber oder MDK drin liegen)
- hab Angst wenn es an der Tür schellt, denke zb es könnte mein Chef oder so sein

Alles eigentlich so unnötige Dinge, die mich immer wieder durchdrehen lassen.

Kennst du das auch?

15.08.2020 09:19 • #24


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Eis

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Warum hast du ein Problem, Arbeitskollegen zu begegnen? Was wäre das Schlimmste, was dabei passieren kann?

Telefonanruf der Krankenkasse: "Mir geht es im Moment nicht so gut, für genauere Infos wenden Sie sich bitte an meinen Arzt". Oder: "Haben Sie gute Vorschläge für mich, was ich noch machen könnte, damit ich schneller gesund werde? Das ist mein größter Wunsch, ich würde alles tun was zielführend ist."

Arbeitgeber: wenn er dich schon "zur Sau" gemacht hat, dann entweder nicht rangehen, du siehst die Nummer ja im Display. Falls möglich kannst du die Nummer auch sperren. Oder dem AG klar sagen, dass es dir nicht gut geht und er möchte bitte von Anrufen absehen solange du krank geschrieben bist. Das darf er nämlich auch nicht machen.

Briefkasten: Post vom MDK? Du bist krank, warum sorgst du dich dann? Ich habe die ganze Dauer der Krankmeldung keine Post vom MDK bekommen.
Arbeitgeber: Angst vor Kündigung? Oder Warum?

Türglocke: Das darf dein AG nicht machen. Sollte das tatsächlich der Fall sein, sofort zum Anwalt gehen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er das macht.

Besprich das alles mit deinem Therapeuten und überlege dir Strategien, was du machen kannst falls eines der Probleme eintritt. Meine PT hat immer die Frage gestellt: "Was wäre denn das Schlimmste was passieren kann?" und dann haben wir daraus eine Strategie entwickelt. Danach ging es mir immer besser.


Evtl. solltest du mal überlegen, einen Facharzt hinzuzuziehen. Das kann bei längerer Krankmeldung die Krankenkasse beruhigen. Besprich das mal mit dem Hausarzt, was er meint, ob es notwendig ist.

VG Eis

15.08.2020 10:55 • x 2 #25


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mutmacher

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Ja und kannst Du Dir keine andere Stelle suchen ?

15.08.2020 11:05 • x 1 #26


Dini86

Dini86

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@Eis
Zitat von Eis:
Warum hast du ein Problem, Arbeitskollegen zu begegnen? Was wäre das Schlimmste, was dabei passieren kann?


Das weiß ich auch nicht. Ich denke dann das das getrasche losgeht. Von wegen ich hab die Dini gesehen, keine Ahnung warum die krank ist, sah ganz normal aus oder so.

Zitat von Eis:
Telefonanruf der Krankenkasse: "Mir geht es im Moment nicht so gut, für genauere Infos wenden Sie sich bitte an meinen Arzt". Oder: "Haben Sie gute Vorschläge für mich, was ich noch machen könnte, damit ich schneller gesund werde? Das ist mein größter Wunsch, ich würde alles tun was zielführend ist."


Bin da nicht so schlagfertig. Am Anfang waren die von der Krankenkasse ganz nett zu mir mit der Beantragung zum Krankengeld usw und dann hat mich mal ein Mann angerufen: der hat mich richtig runter gemacht.
Mein Arzt hat sich daraufhin bei meiner Krankenkasse gemeldet und gesagt das die sich mit ihm und nicht mit mir in Verbindung setzen sollen, weil mich sowas direkt wieder zurück wirft. Paar Wochen später hat sich trotzdem jemand von der Krankenkasse gemeldet...
Hab immer Angst das ich was falsches sage oder in dem Moment einfach nicht weiß was ich sagen soll.

Zitat von Eis:
Arbeitgeber: wenn er dich schon "zur Sau" gemacht hat, dann entweder nicht rangehen, du siehst die Nummer ja im Display. Falls möglich kannst du die Nummer auch sperren. Oder dem AG klar sagen, dass es dir nicht gut geht und er möchte bitte von Anrufen absehen solange du krank geschrieben bist. Das darf er nämlich auch nicht machen.


Mein Arbeitgeber meinte nach ein paar Wochen zu mir ich soll in eine Klinik gehen dann bin ich in ein paar Wochen wieder arbeitsfähig, ansonsten müssen die jemand anderem meinen Job geben.

Zitat von Eis:
Briefkasten: Post vom MDK? Du bist krank, warum sorgst du dich dann? Ich habe die ganze Dauer der Krankmeldung keine Post vom MDK bekommen.


Hab Angst das ich nen Termin bekomme wo ich hin muss und die dann sagen. Sie sind arbeitsfähig, obwohl ich nicht in der Lage dazu bin.

Zitat von Eis:
Arbeitgeber: Angst vor Kündigung? Oder Warum?


Ne vor der Kündigung eigentlich gar nicht. Ich denke mir wenn es so ist dann ist es eben so.
Ich mache mir einfach zuviel unnötige Gedanken.

Ja ich werde das mal bei meinem Therapeuten ansprechen.


@mutmacher
Ich könnte mir ne andere stelle suchen, habe eigentlich soviel Möglichkeiten.
Ich weiß aber nicht ob das der richtige Weg ist.
Im Moment hab ich auch noch gar keine richtige Kraft dafür.

15.08.2020 12:25 • x 1 #27


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Eis

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Zitat von Dini86:
Das weiß ich auch nicht. Ich denke dann das das getrasche losgeht. Von wegen ich hab die Dini gesehen, keine Ahnung warum die krank ist, sah ganz normal aus oder so.


Du solltest dir überlegen, was du deinen Kollegen erzählen willst. Ich bin relativ offen damit umgegangen, aber das muss jeder für sich in der eigenen Situation entscheiden. Manchmal ist es besser, nichts zu sagen. Ich hatte oft Angst vor der Frage "Wie geht es Dir?" Da wusste ich immer nicht, interessiert es das Gegenüber wirklich oder ist es eine Floskel und möchte ich demjenigen offen gegenüber sein oder nicht. Ein Vorschlag meiner Therapeutin war ein Standardsatz: Es ging mir schon mal besser, aber es ist ok. Dann sieht man schon, ob eine Nachfrage kommt.

Zitat von Dini86:
Bin da nicht so schlagfertig


Das hat nichts mit Schlagfertigkeit zu tun, sondern mit Vorbereitung. Ich habe das immer mit der Therapeutin oder dem Arzt besprochen und mir dann ein paar Sätze dazu gemerkt.

Zitat von Dini86:
Mein Arbeitgeber meinte nach ein paar Wochen zu mir ich soll in eine Klinik gehen dann bin ich in ein paar Wochen wieder arbeitsfähig, ansonsten müssen die jemand anderem meinen Job geben.


Hast du denn schon mal über eine Reha nachgedacht? Und nimmst du Tabletten, oder willst du es ohne medikamentöse Therapie versuchen?

VG Eis

15.08.2020 15:30 • x 2 #28


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Resi

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Zitat von mutmacher:
Ja und kannst Du Dir keine andere Stelle suchen ?

ist generell schwierig zur Zeit und schwierig in einer Depression oder depressiven Phase.
Zitat von Dini86:
Ja das ist einfach nur schlimm. Ich weiß jetzt schon das das nächste Drama die Krankenkasse sein wird. Hab unglaubliche Panik wenn die anrufen um sich zu erkundigen und habe schiss das die mir aufeinmal das Geld streichen oder mich zum MDK schicken und weiter geht immer und immer wieder dieses kopfkino und ich kann es einfach nicht abstellen.

Das habe ich auch durch.
Bei mir riefen sie nach vier Monaten das erste Mal an, nach 6 Monaten war ich das erste mal beim MdK.

Dini, mach dir keinen Streß was werden könnte und was nicht- es ist bei jedem anders und es ist nie das Ende, sondern eine Situation, die man lösen kann.
Ich war immer kooperativ mit meiner Krankenkasse, bis auf eine Situation, die ich über einen Anwalt klären mußte.

Meine Ärztin hat mich immer und weiter krank geschrieben, war aber dann nach fast 12 Monaten doch froh, daß ich wieder arbeitsfähig war.

15.08.2020 15:47 • x 2 #29


Dini86

Dini86

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@Eis

Zitat von Eis:
Du solltest dir überlegen, was du deinen Kollegen erzählen willst. Ich bin relativ offen damit umgegangen, aber das muss jeder für sich in der eigenen Situation entscheiden.


Ich habe 3 Kolleginnen die über meine Situation Bescheid wissen. Würde auch offen darüber mit anderen Kollegen sprechen, allerdings hab ich trotzdem irgendwie bammel jemanden zu begegnen, obwohl ich niemals mit irgendwem aus meiner Firma Probleme hatte. Ich bin einfach so ein Typ Mensch der mit jedem klar kommt und für alles immer Verständnis hat.

Zitat von Eis:
Hast du denn schon mal über eine Reha nachgedacht? Und nimmst du Tabletten, oder willst du es ohne medikamentöse Therapie versuchen?


Ja mein Therapeut hatte mir das mit einer Reha schonmal vorgeschlagen, aber da war ich nicht so begeistert von.
Als er mich dann gestern gefragt hat ob ich denn zb eine Reha machen möchte bevor ich wieder ins Berufsleben zurückkehre, einfach um wieder fitter usw zu werden, hab ich gesagt das ich es mir vorstellen könnte.

Ich nehme am Abend Mirtazipin 45mg
Für den Notfall hab ich Tavor

Wir hatten auch die escitalopram ausprobiert, aber da ist bei mir keinerlei Wirkung eingetreten.


@Resi

Zitat von Resi:
Das habe ich auch durch.
Bei mir riefen sie nach vier Monaten das erste Mal an, nach 6 Monaten war ich das erste mal beim MdK.


Mein Therapeut hat vom MDK einen Brief bekommen zur schriftlichen Stellungnahme. Er hat auch gesagt das es trotzdem dazu kommen kann das ich vorstellig werden muss. Das werden wir dann aber alles genauestens besprechen wenn es soweit ist.

Zitat von Resi:
Dini, mach dir keinen Streß was werden könnte und was nicht- es ist bei jedem anders und es ist nie das Ende, sondern eine Situation, die man lösen kann.
Ich war immer kooperativ mit meiner Krankenkasse


Ich weiß das eigentlich das ich mir keinen Stress machen sollte mit dem was sein könnte und was nicht, trotzdem hab ich immer so ein unglaubliches Kopfkino. Kann es einfach nicht abstellen und würde es aber so gerne.
Bin mit der Krankenkasse auch immer kooperativ gewesen, habe alles beantwortet was die wissen wollten usw. auch wenn einige unverschämte Fragen dabei waren bin ich dennoch ruhig geblieben.

Zitat von Resi:
Meine Ärztin hat mich immer und weiter krank geschrieben, war aber dann nach fast 12 Monaten doch froh, daß ich wieder arbeitsfähig war.


Bin auch froh wenn es irgendwann soweit ist das ich wieder arbeitsfähig bin.

Danke euch allen für eure netten und aufbauenden Antworten.

Dini

15.08.2020 16:06 • x 2 #30

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