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Burnout und keine Hoffnung mehr auf Besserung

Hallo,
um kurz mein Problem zu beschreiben:
Ich bin 16 Jahre alt. Seit ca. 6 Jahren leide ich an Depressionen, welche vor ca. einem halben Jahr in ein Burnout übergegangen sind.
Mich begleiten täglich sämtliche Ängste wie z.B. Angst vor Menschen, vor Ablehnung, vor Verlusten, vor dem Alleinsein usw.
,Panikattacken und das dadurch verursachte Reizdarm-Syndrom.
Ich bin sehr schüchtern und introvertiert und bin mit mir auch sehr unzufrieden, was aber wahrscheinlich mit meinem Charakter zusammen hängt.

Seit dem Burnout bin ich permanent Zuhause, da ich mich vor Angst nicht traue raus zu gehen und Freunde habe ich auch alle dadurch verloren.
Ich habe keinen mehr zum reden und fühle mich einfach nur leer.
Ich habe das Gefühl ich drehe durch wenn das so weiter geht, sobald ich alleine bin strömen diese ganzen Gedanken in meinen Kopf und ich bin einfach nur Überfordert und Wütend und muss ununterbrochen gegen die Tränen kämpfen, welche einfach ausbrechen wollen.
Die kleinsten Aufgaben im Alltag sind für mich unmöglich, da ich es einfach nicht kann.
Ich setze mich hin, möchte etwas machen und verliere sofort die lust. Wenn ich dann jedoch versuche weiterzumachen wird das von der Überforderung sofort blockiert und ich fühle mich als hätte ich garkeine ahnung was ich überhaupt tue.
Ständig tue ich mir weh oder lasse etwas fallen weil ich so verpeilt bin.
Oft brauche ich mehrere Stunden um einzuschlafen, schlafe nicht durch und nicht länger als 6 Stunden.

Das Leben macht mir einfach keinen spaß mehr und ich sehe auch keinen Sinn mehr darin, da ich das nicht mehr länger aushalte.
Ich explodiere noch.

In ca 2 Monaten fange ich eine Therapie in einer Tagesklinik an.
Aber ich habe einfach keine Hoffnung mehr das sich etwas bessern wird, da ich selber keine Kraft mehr habe um etwas zu ändern oder mich für etwas Anzustrengen und genauso weiß ich nicht ob ich es diese 2 Monate überhaupt noch aushalte.

Suizid ist für mich eigentlich keine Option aber so weiterleben leider auch nicht.

Ich habe mich schon lange Zeit damit Auseinandergesetzt und mich informiert, aber ich komme einfach nicht zu einer Lösung.

Ich kann nichts mehr machen ohne Angst aber diese Angst verursacht zu schlimme Schmerzen als das ich mich ihr noch einmal stellen könnte.

Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr

Meine Frage ist jetzt: Was soll ich tun?

Danke schonmal im Voraus

04.09.2019 17:05 • #1


LittleWing
Es geht Dir schon sehr lange schlecht aber das bedeutet NICHT,dass es Dir nicht bald auch wieder besser gehen kann.

Momentan hast Du jedgliche Hoffnung verloren,verständlich bei einer so langen Zeit des Leidens.

Du hast einfach bisher noch nicht die richtige Hilfe gefunden und bekommen,eine Tagesklink ist eine sehr gute Idee!
Dort bekommst Du wieder eine Tagesstruktur,kommst unter Menschen und es kann an einer medikamentösen Einnahme gearbeitet werden.

Nicht aufgeben!
Das Ziel ist nicht mehr fern!

04.09.2019 17:14 • x 2 #2


Zitat von LittleWing:
Es geht Dir schon sehr lange schlecht aber das bedeutet NICHT,dass es Dir nicht bald auch wieder besser gehen kann.

Momentan hast Du jedgliche Hoffnung verloren,verständlich bei einer so langen Zeit des Leidens.

Du hast einfach bisher noch nicht die richtige Hilfe gefunden und bekommen,eine Tagesklink ist eine sehr gute Idee!
Dort bekommst Du wieder eine Tagesstruktur,kommst unter Menschen und es kann an einer medikamentösen Einnahme gearbeitet werden.

Nicht aufgeben!
Das Ziel ist nicht mehr fern!



Danke Ich habe anfangs auch darauf gehofft.
Meine Hoffnungslosigkeit kommt wahrscheinlich auch daher das ich schon 4 Therapien durch habe und auch schon einmal in der selben Tagesklinik war, es mir aber nicht weitergeholfen hat sondern der erste Besuch der Tagesklinik mich sogar noch weiter in die Probleme reingeritten hat.

Ich kann mir schon vorstellen das es eine gute Möglichkeit ist und wahrscheinlich auch die einzige, habe nur Angst das es mir wieder nicht weiterhilft und ich das ganze nie los werde oder es sogar noch schlimmer wird

04.09.2019 17:22 • x 1 #3


Juju
Ja. HALLO.
GIB NICHT AUF!
Du kannst so toll schreiben, Dich und Deine Situation.
Hast Du mal überlegt, ob es eine Option für Dich wäre ein Buch über Dich und die letzten 6 Jahre zu schreiben?
Die Gefühle der Angst sind wirklich soooooo schlimm, aber jeder kann es schaffen.
Schreib soviel Du willst und kannst hier ins Forum bis zur Tagesklinik.
Alles Liebe Dir .

04.09.2019 17:24 • x 1 #4


Zitat von Juju:
Ja. HALLO.
GIB NICHT AUF!
Du kannst so toll schreiben, Dich und Deine Situation.
Hast Du mal überlegt, ob es eine Option für Dich wäre ein Buch über Dich und die letzten 6 Jahre zu schreiben?
Die Gefühle der Angst sind wirklich soooooo schlimm, aber jeder kann es schaffen.
Schreib soviel Du willst und kannst hier ins Forum bis zur Tagesklinik.
Alles Liebe Dir .


Oh wie lieb. Vielen dank, das muntert mich direkt wieder ein bisschen auf
Daran habe ich sogar schon gedacht, ich finde es ist auch garkeine schlechte Idee.
Ich denke ich versuche es einfach mal, habe ja jetzt noch 2 Monate für mich und vielleicht tut es mir ja sogar etwas gut.

04.09.2019 17:30 • x 1 #5


LittleWing
@clairesdy

Vielleicht ist es auch tatsächlich nicht die passende Klinik für Dich.
Falls Dir dieser Aufenthalt erneut nicht weiterhilft,würde ich eine andere Klinik in Betracht ziehen.

Darf ich fragen,welche Medikamente Du nimmst bzw. schon probiert hast?

04.09.2019 17:32 • x 2 #6


Zitat von LittleWing:
@clairesdy

Vielleicht ist es auch tatsächlich nicht die passende Klinik für Dich.
Falls Dir dieser Aufenthalt erneut nicht weiterhilft,würde ich eine andere Klinik in Betracht ziehen.

Darf ich fragen,welche Medikamente Du nimmst bzw. schon probiert hast?



Antidepressiva habe ich schon früh probiert aber hat mir leider auch nicht geholfen.

Ich habe es einmal probiert mit Canna., habe es bei einer Bekannten versucht und es hat mir tatsächlich geholfen, das erste was mir hilft, mein Kopf ist einfach leer gewesen und ich habe mich manchmal verhalten wie ich es mich normalerweise garnicht trauen würde und ich hab mich nach langer zeit wieder ein bisschen frei und erleichtert gefühlt.

Nur komme ich da leider nicht legal dran, mit 16 ist es ja sowieso sehr schwierig von einem arzt dafür ein Rezept ausgestellt zu bekommen und da ich es mit Blüten probiert habe (wofür man ja eh erst ab 18 ein rezept bekommt) weiß ich nicht ob die anderen Produkte genauso helfen würden und je nachdem ob es von der Krankenkasse übernommen wird oder nicht kann ich es mir auch nicht wirklich leisten.
Außerdem habe ich Angst das es zu Nebenwirkungen kommen könnte.

04.09.2019 17:49 • x 1 #7


Mindfuck
Hi!
Gib nicht auf! In deinem Alter (bin jetzt 26) ging's mir genauso. Ich hatte eine Essstörung und schwere Depressionen, das hat nur leider niemand wahr- bzw. ernstgenommen.
Erst nach meinem ersten S*izidversuch mit 19 war ich dann kaputt genug und kam in die Klinik.

Vllt ist diese TK gar nicht die richtige für dich? Und wenn es dir wirklich so schlecht geht, wie du dich hier liest, solltest du vielleicht in Erwägung hiehen, bis dahin einige Zeit zur Krisenintervention stationär zu gehen. Alleine schon die Tatsache, dass man sich um (fast) nichts kümmern muss und immer jemand zum Reden da ist, hat mir sehr geholfen. Ich empfand es immer als "Urlaub vom Alltag".

06.09.2019 16:34 • x 3 #8


Hallo,

wenn du so einen Text zusammenbekommst, bist du noch nicht am unteren Ende der Fahnenstange angekommen.
Du bist 100% ig noch nicht austherapiert und daher gibt es für dich noch jede Menge Hoffnung. Kann deine Hoffnungslosigkeit sehr gut nachfühlen, aber sie ist bei dir rational unbegründet. Reserviere in deinem Kopf eine kleine Windung für die Hoffnung, auch wenn es Phasen gibt, in denen man einfach nur irgendwie durchhalten muss.

LG Johannes

Gestern 18:10 • x 3 #9


Juju
Zitat von Johannes1958:
Hallo,

wenn du so einen Text zusammenbekommst, bist du noch nicht am unteren Ende der Fahnenstange angekommen.
Du bist 100% ig noch nicht austherapiert und daher gibt es für dich noch jede Menge Hoffnung. Kann deine Hoffnungslosigkeit sehr gut nachfühlen, aber sie ist bei dir rational unbegründet. Reserviere in deinem Kopf eine kleine Windung für die Hoffnung, auch wenn es Phasen gibt, in denen man einfach nur irgendwie durchhalten muss.

LG Johannes



Sehr schöner Beitrag und sehr wahr!

Gestern 19:17 • x 1 #10


Ich kann auch Positives bei dir sehen: 6 Stunden Schlaf! Viele schwer Depressive schlafen gar nicht oder nur 2 oder 3 Stunden. Sei dankbar, dass du 6 Stunden schlafen kannst.
Bin zwar kein Arzt, aber hast du schon Trimipramin oder Mirtazepin zu Schlafen ausprobiert? Hilft den meisten schon in kleinen Dosen. Falls du diese Medis noch nicht genommen hast, sprech deinen Arzt darauf an.
Dir wird mit Sicherheit auch eine gute Psychotherapie weiterhelfen. Es gibt auch viele schlechte oder nicht passende Psychotherapeuten. Daher ist es nicht leicht, einen guten oder sehr guten zu finden. Vermutlich hattest du einfach schlechte Therapeuten.

Vor 56 Minuten • #11




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