Sertralin absetzen - Dosis verringern

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Fast 10 Jahre hatte ich täglich Sertralin zu mir genommen und dabei sukzessive die Dosis verringert. Im letzten halben Jahr war ich nur noch bei 50 mg, die ich allerdings auch immer wieder vergaß. Im November wurde bei mir eine latente schilddrüsenunterfunktion festgestellt und seitdem nehme ich täglich L-Thyroxin. Irgendwie kam ich mit zwei medis, die am besten auch noch zeitversetzt eingenommen werden sollten, nicht zurecht, so dass ich das sertralin irgendwann ständig vergaß. Anfang Dezember hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater, der mir dann auch sagte, ich solle sertralin ganz weglassen (ich hatte sie da schon 3 Wochen nicht mehr genommen) und mal schauen wie es läuft.

Jetzt kommt die krux: mir geht es gut, ich bin nicht ängstlich, habe keine Panikattacke, fühle mich nicht depressiv. Aber, ich bin total nah am Wasser gebaut. Immer wenn ich etwas trauriges lese oder im Fernseher sehe, heule ich wie ein Schlosshund. Letztens sah ich ihr die Neuverfilmung von Winnetou an und am Ende konnte ich mit dem Weinen gar nicht mehr aufhören. Wie gesagt ich fühle mich nicht depressiv, sondern psychisch gut, stabil und positiv. Ich muss auch bei der heulerei eigentlich lachen, da es mir zum Teil so absurd vorkommt.

Kennt das jemand von euch? Gehört das noch zum absetzen dazu und geht das auch wieder weg? Es ist mir schon manchmal etwas peinlich, vor allem da jeder gleich denkt, es ist was schlimmes passiert (da ich normalerweise eher wenig weine).

Achso, bei der SDU bin ich noch nicht richtig eingestellt, da bin ich noch in der einschleichphase und in 2 Wochen habe ich die nächste Blutuntersuchung. Wahrscheinlich wird dann die Dosis noch einmal erhöht.

05.01.2017 12:03 • #1


Mona 1

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Hallo ,

Heulereien sind ganz normal nach dem Absetzen, weil sich im Hirn erst ein neues Gleichgewicht einstellen muss. Ich kenne das auch nur zu gut aus meiner Absetzzeit. Es bessert sich im Laufe der Zeit in aller Regel. Sei froh, wenn du keine anderen Absetzerscheinungen hast, aber noch froher, dass du ohne Antidepressiva auskommen kannst.

Näheres über Absetzerscheinungen kannst du im Antidepressivaforum Deutschland nachlesen. Mir hat es seinerzeit sehr geholfen, dort schreiben nur Betroffene und man bekommt immer eine Antwort.

Alles Gute dir, Mona

08.01.2017 18:53 • #2


bekn

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Hallo zusammen,
ich nehme seit etwa 1,5 Jahren Sertralin. Der Auslöser, weshalb ich diese Medikamente verordnet bekommen habe, ist eine lange Geschichte, die ich im LAufe der Zeit sehr gut verarbeitet und daraus gelernt habe. Nach Rücksprache mit meinem Psychater habe ich, gerade in der dunklen Jahreszeit die Dosis etwas erhöht.
Anfangs täglich 50mg, dann 100mg.
Er gab mir auch den Tipp, Antidepressiva besser im Mai als im Dezember abzusetzen.
Fakt ist, ich möchte von den Medikamenten weg kommen.
Jetzt meine Frage: ausschleichen oder von heute auf morgen absetzen.
Es kam auch schon vor, dass ich die Medikamente zwei bis drei Tage in Folge vergessen hatte. Dadurch hat sich ein unruhiger Schlaf bemerkbar gemacht und gegen nachmittag hatte ich Dauerschwindel, was gerade bei der Teilnahme am Straßenverkehr mitunter sehr gefährlich sein kann.
Kann mir jemand helfen?
Vielen Dank.

02.01.2019 19:24 • #3


Tabea93

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Hey, ich habe mir gerade die Nachrichten mal durchgelesen und dachte selbst mal was dazu zu schreiben.

Ich nehme Sertalin 50mg seit ca 4Monaten und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich habe seit dem 7kg zugenommen und habe jede Nacht intensive Träume. Manchmal sogar 3 oder 4 Träume in einer Nacht die sich über den Tag als Balast erkennen. Da ich über sie nachgrübel und versuche mich an was zurück zu erinnern.
Ich habe das Medikament durch meine Therapeutin bekommen, da ich seit ca 2Jahren in einer Tiefen Psychologischen Therapie bin, Kindheits Erlebnisse verarbeite und meine Familienverhältnisse (Heimzeit, meine Muttergefühle zu meinen Geschwistern die selbst in Heimen o Pflegefamilien sind, der ablehnende Kontakt meiner Mutter ect.) und es in mir nur noch schlimmer wurde.

-Panikattacken in dem das ich Atemprobleme und Leichtigkeits Gefühle bekam in verschiedenen belasteten Situationen.
-Herzrasen
-extreme Schuldgefühle
-Einsamkeitsgefühl
-Heulanfälle
-Selbstmord Gedanken oder mehr tägliche kein Sinn im Leben Gedanken zu spüren. (Was in den letzten 1 1/2 Jahren dazu kam)

Hauptsächlich das Wohlbefinden in mir zog sich schleichend innerhalb von 4 Jahren zusammen.

Was schwierig ist, das ich in der Zeit als ich das Medikament anfing (September2018) jemand kennenlernte und ich nun nach 5 Jahren Singel das erste mal wieder richtig aufblühe, Nähe zulasse und vertraue.
Er tut mir wahnsinnig gut, nur bemerke ich wenn wir Streit haben setzt es mir ziemlich zu. Weshalb ich schon zwei mal die Tabletten Dosis von 50mg auf 75mg erhöht hatte. (leider ohne Absprache da ich den Neurologen nie ans Telefon bekam) jedoch setzte ich sie anschließend immer wieder auf die normale 50mg Dosis, da ich es als viel empfand und ich nicht noch mehr zunehmen wollte)
Denn dies löst immer mehr das Gefühl der Unzufriedenheit, unattraktivität und blöder Eifersucht gegenüber anderen Frauen aus.

Im vollen und ganzen bin ich derzeit zufrieden und würde gerne das Medikament komplett absetzen und es mit Sport treiben ersetzen.
Meint ihr selbst nach kurzer Einnahmezeit, würde der Schuss nach hinten los gehen? Ich lese hier viel mit den Nebenwirkungen :/

Jedoch will ich nicht noch mehr zunehmen.... anfangs war ich komplett gegen das Medikament und wollte es alleine schaffen da ich noch nie der Tablettenmensch war. Eher trinke ich einen Tee und lasse es so gehen wie es kommt.
Nur bei dieser Situation befand ich mich im Gedankenkreis, weshalb ich das Medikament anfing.

Ich denke ich würde es auch ohne Sertalien schaffen, gerade weil ich jetzt jemanden vertrauen kann und ich mich nicht mehr so alleine fühle.
Was jetzt nicht heißen soll, dass ich alles von meinem Partner abhängig machen will, jedoch fühle ich mich nicht mehr so allein.

War bei euch die Situation ähnlich, wann dachtet ihr Sertalin abzusetzen und nahmt ihr auch so extrem zu?

Danke schonmal für eure Antworten

09.01.2019 10:28 • #4


Ich72

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Also Absetzungserscheinungen kenne ich auch. Bei mir waren das wie Stromstösse die durch mein Körper gingen. Ich habe langsam die Dosis reduziert aber trotzdem hatte ich sie. Durch die Sertralineinnahme war auch mein S. gestört. Aber ihr schafft das. Ich habe es auch geschafft.

Vor 4 Stunden • #5


Zwischenwelt

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Hallo und Moin zum Sonntag,
habe aufmerksam eure Inhalte gelesen. Wir sind alle psychosomatische Individuen. Eine Empfehlung für den einen
kann der Schlüssel sein, für den anderen ein Höllentrip. Sicher steht man alleine da, Entscheidungen zu treffen.
Immer in der Hoffnung aus anderen Erfahrungen, diese zu erleichtern.
Ich darf sagen, wenn ihr den Gedanken habt, es ist eine negative Empfindung unter diesen besagten Medikament
zu leben, versucht es
Wenn dem so wäre... niemals einen Kaltentzug, die Grundregel lautet: 10% Wirkstoff weniger pro Monat. Das kann
individuell verändert werden. Diese Technik begünstigt ein Ausbleiben der so fürchterlichen Absetzsymtome.
Ich spreche aus Erfahrung. Oft werden diese Symptome mit der Grunderkrankung verbunden. Die Folge ist eine
neue Empfehlung des Psychiaters wieder aufzudosieren oder sogar zu erhöhen. Zu dem ein weiteres Medikament
um einzelne Beschwerden, die neu dazukommen zu lindern. Der falsche Weg!
Es gibt gute Fachärzte, die dieses erkennen und euch dabei begleiten.
Hierzu gibt es eine hilfreiche Tabelle. Mir hat diese geholfen, überhaupt zu lernen und sortieren sprich Symptome
der Grunderkrankung und Absetzbeschwerden
https://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html

Gibt auch ein eigenes Forum für dieses Thema: https://www.adfd.org/austausch/

lieben Gruß

Vor 1 Stunde • #6




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