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Die ersten Tage Sertralin, Frage zu Dosis und S.

samto

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Hallo zusammen, ich bin neu hier. (M/20)

Wegen einer generalisierten Angststörung zu der noch einige depressive Symptome dazugekommen sind, hat mir mein Psychiater Sertralin Bluefish 100mg verschrieben.

Ich soll 6 Tage eine halbe Tablette morgens, und eine halbe Mittags nehmen und dann auf jeweils eine ganze erhöhen, also 2 Tabletten pro Tag.

Das scheint die Höchstdosis zu sein, die möglich ist.

Da ich keine schweren Panikattacken oder schwere Depression habe, kommt mir das für den Anfang etwas hoch vor, oft ließt man dass anderen eher 50mg etc. verschrieben werden. Der Psychiater hat sicher Ahnung was er macht, aber wie seht ihr das?

Entgegen meiner Erwartungen und vielen Erfahrungen habe ich kaum Probleme mit Nebenwirkungen, am ersten Tag einmal erbrochen und leichter Schwindel, seit dem 2. Tag (gestern) fühle ich mich allgemein körperlich sehr schwach, ähnlich wie z.B. bei einer Grippe oder so, und schwitze stark. Abgesehen davon merke ich nichts - scheint Glück zu sein. Allerdings gibt es ein Problem. ich bekomme seit dem ersten Tag der Einnahme keinen Orga. mehr hin, egal wie lange ich es versuche, keine Errektionsstörung o.ä, aber es geht nicht mehr.
Meine Frage: hat da jemand Erfahrungen? Wenn ich das noch eine Weile nehme ,ist das halt nicht so schön, außerdem frage ich mich: ist das vielleicht ein Alarmzeichen dass die Dosierung falsch ist? Der Psychiater meinte ich soll ohne Termin vorbei kommen wenn es Probleme mit Nebenwirkungen gibt, ansonsten habe ich in ca. 3 Wochen wieder einen Termin. Reicht es, die S./nebenwirkung dann anzusprechen oder sollte ich da sofort reagieren?

Denkt ihr, die Nebenwirkungen verstärken sich, wenn ich von 0,5 dann auf eine jeweils eine ganze Tablette erhöhe?

Danke im Voraus

16.08.2022 20:46 • #1


Tealight

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Zitat von samto:
Hallo zusammen, ich bin neu hier. (M/20) Wegen einer generalisierten Angststörung zu der noch einige depressive Symptome dazugekommen sind, hat mir ...

Ich würde sofort reagieren.
Viele Psychopharmaka gehen auf die S.. Die Libido ist dann eingeschlafen...

Ein Bekannter nahm auch welche und hat abgesetzt. Die Libido war bei ihm eingeschlafen...

16.08.2022 20:51 • #2



Hallo samto,

Die ersten Tage Sertralin, Frage zu Dosis und S.

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samto

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Zitat von Tealight:
Ich würde sofort reagieren. Viele Psychopharmaka gehen auf die S.. Die Libido ist dann eingeschlafen... Ein Bekannter nahm auch welche und hat abgesetzt. Die Libido war bei ihm eingeschlafen...


Nun, die Lust ist nicht weg...nur geht kein Orga. mehr. Andererseits ist das ja eine normale Nebenwirkung von SSRI soweit ich weiß, und das ist erst der dritte Tag. Ich will da nicht ohne Termin beim Psychiater antanzen nur damit er dann sagt dass das eine normale Nebenwirkung ist, daher hab ich hier gefragt.

16.08.2022 21:01 • #3


Tealight

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Zitat von samto:
Nun, die Lust ist nicht weg...nur geht kein Orga. mehr. Andererseits ist das ja eine normale Nebenwirkung von SSRI soweit ich weiß, und das ist erst ...

So deutlich wollte ich es nicht sagen. Aber richtig, es ist eine Nebenwirkung. Die Orga. Schwierigkeit ist dann da ...

Ob du erneut zum Arzt gehst und es schilderst, liegt an Dir.

16.08.2022 21:04 • #4


samto

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Zitat von Tealight:
So deutlich wollte ich es nicht sagen. Aber richtig, es ist eine Nebenwirkung. Die Orga. Schwierigkeit ist dann da ... Ob du erneut zum Arzt gehst und es schilderst, liegt an Dir.


Das wollte ich davon abhängig machen ob die Leute hier antworten dass das normale Nebenwirkungen sind, die man eben hinnehmen muss, oder ob sie sagen dass das ein Zeichen für Probleme ist. Nun, ich warte mal ab

16.08.2022 21:12 • x 1 #5


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Catalie

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Es ist eine normale Nebenwirkung. Trotzdem würde ich dir raten zu deinem Psychiater zu gehen und das schnellstens zu besprechen, bevor du die Dosis erhöhst. Nur weil es eine bekannte Nebenwirkung ist, ist es deshalb nicht harmlos. Bzw. wie man es halt nimmt. Die Orgasmusstörung ist meist eine Nebenwirkung, die auch bei längerer Einnahme nicht verschwindet. Die Übelkeit z.B. ist auch eine normale Nebenwirkung, die lässt aber zumeist mit längerer Einnahmedauer nach und verschwindet, wenn sich der Körper an das Medilament gewöhnt hat, deshalb beginnt man auch mit einer geringeren Dosis und steigert dann nach und nach bis zur gewünschten Wirkung. Bei den Orgasmusstörrungen ist es aber zumeist so, dass diese auch bei Gewöhnung an das Medikament bestehen bleiben, was, wenn man ein solches Medikamten ja nicht nur ein paar Tage einnehmen wird, für einige nicht hinnehmbar ist. Da muss man wohl gut überlegen, wie gut einem das Medikament hilft und wie sehr einen das andere stört... Vielleicht wäre für doch also ein Medikamentenwechsel erstrebenswert? Dann ab zum Arzt, oder du kannst damit gut leben (was ich eher nicht glaube, wenn du dieses Thema hier ansprichst, oder?) dann hat es wohl auch Zeit bis zum regulären Termin

16.08.2022 21:14 • x 1 #6


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Stromboli

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Hallo samto
Ich sehe, du bist 20, stehst also quasi am Anfang deines Lebens auf eigenen Beinen.
Für mein Empfinden spielt das Alter auch eine gewisse Rolle, inwieweit man mit NW dieser Stärke leben kann und möchte.
Ich kann da nur für mich reden, aber dauerhaft ohne die Möglichkeit eines Orga. zu leben, würde ich gravierend erleben. Selber habe ich Erfahrung mit diversen Psychopharmaka die sich unterschiedlich auf die Libido ausgewirkt haben. Die jetzige Medikation schränkt mich nicht stark ein. Es gibt schon Unterschiede in dieser Hinsicht. Allein deshalb würde ich das unbedingt beim Psychiater ansprechen, und warum 3 Wochen warten, wenn er angeboten hat, sofort zu kommen? Denn wenn du eh ein anderes Medi möchtest, besser gleich reagieren, auch das wird wieder seine Zeit brauchen, dich daran zu gewöhnen.
Einen Aspekt möchte ich allerdings aus meiner Erfahrung gerne noch anfügen: die emotionale Beziehungsqualität spielt für mich eine mindestens so grosse Rolle für einen Orga. wie ein Medi. Beziehungsstress ist ein größerer Libidokiller als ein Medi, bei mir jedenfalls. Aber vielleicht stellst du deine Frage unabhängig von einer Beziehung, also fürs Selbermachen? Dann umso mehr gleich reagieren.
Ich wünsche dir alles Gute und dass es einen guten Weg gibt für dich.

17.08.2022 06:44 • x 1 #7


samto

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Danke für eure Antworten, da ich bald einen Therapieplatz bekomme, will ich das Medikament sowieso relativ zeitnah wieder absetzen, in erster Linie nehme ich es gegen die Angststörung und war soweit auch ohne stabil. Für die paar Wochen will ich nicht diverse Medikamente ausprobieren.

Ich hoffe sehr dass diese Nebenwirkung nach absetzen wieder verschwindet und nehme sie dann halt für die Zeit der Einnahme hin.

18.08.2022 18:19 • x 1 #8


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bones

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@samto nun du schriebst dass du eine angststörung hast aber ohne medi gut klar kommst. Wenn dies so wäre, dann macht eine medi Einnahme kein Sinn. Warum sollte man das sich den Körper antun? Ich bin kein medi Gegner, aber hier ist es definitiv fehl am Platz.

Medi machen erst Sinn wenn eine Beeinträchtigung bzw. das Leid der Psyche enorm ist.

Einfach mal ausprobieren bis du ein Therapieplatz hast , ist für mich selber quatsch. Erstens medi brauchen seine zeit bis sie wirken und sollte min 6 Monate eingenommen werden. Minimum. In schlimmen Fällen sogar länger oder ein Leben lang.

Was mir auch aufgefallen ist, dass dein Psychiater zuschnallend und viel zu hoch dich einschleichen lässt. Man fängt klein an und geht schritt für schritt hoch. Es ist ein langer Prozess. Find ich fahrlässig von dein Arzt.

Ich rate dir nochmal mit dein arzt zu reden und zu überlegen welche Schritte notwendig sind. Abgesehen von den medi.

18.08.2022 20:35 • #9


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Lilly-18

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Zitat von bones:
Was mir auch aufgefallen ist, dass dein Psychiater zuschnallend und viel zu hoch dich einschleichen lässt. Man fängt klein an und geht schritt für schritt hoch. Es ist ein langer Prozess. Find ich fahrlässig von dein Arzt.

Da gebe ich dir recht. Mein Psychiater hat mir damals auch gleich eine Hammer-Dosis verordnet.
Ich habe dann für mich entschieden, eine wesentlich geringere Dosis zu nehmen. Mit ganz wenig eingeschlichen (ich hatte sofort eine Wirkung, nach ein paar Tagen schon), dann als ich mich daran gewöhnt hatte etwas mehr. Und als ich das Gefühl hatte, die Angst ist weg habe ich es dabei belassen. Das war die Hälfte der Dosis, die mir verordnet wurde.
S. Störungen hatte ich auch, das ist aber glaube ich eine normale Nebenwirkung.
Und wie bones auch meint, ist es schon zu hinterfragen, ob du überhaupt etwas nehmen solltest, wenn du so auch klar kommst.
Grundsätzlich finde ich medikamentöse Therapie - zusätzlich zur Psychotherapie - schon in Ordnung, wenn der Leidensdruck groß ist. Aber ich habe das - subjektive! - Gefühl, dass manche Psychiater über das Ziel hinaus schießen. Nach dem Motte Viel hilft viel. Aber jeder Körper ist individuell, das hängt von so vielem ab, wie gut und schnell und in welcher Dosis die Medikamente wirken. Körpergewicht spielt sicher eine Rolle, der Stoffwechsel, ob du empfindlich reagierst schon bei geringen Mengen oder größere brauchst. Und natürlich spielt auch die Schwere der Beschwerden eine Rolle.
Also denke gut darüber nach, wie groß dein Leidensdruck ist und teste ruhig, ob du vielleicht auch mit einer ganz geringen Dosis auskommst.

18.08.2022 20:52 • #10


samto

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Also, dann will ich mal etwas genauer werden - ich komme soweit ohne Medikamente klar, halbwegs, aber ein normales Leben ist so aktuell nicht möglich, ich hab wegen dieser Beschwerden meine Ausbildung abgebrochen (konnte damals die Symptome nicht einordnen) und habe mittlerweile eine 2 1/2 jährige Lücke im Lebenslauf. Mit klarkommen meinte ich nur, dass ich keine starken Panikattacken, Suizidgedanken o.ä. habe, aber ein normaler Alltag, alleine morgens zeitlich aufstehen, ist unmöglich. Antriebslosigkeit und das mir alles zu viel ist sowie klassische Angstsymptome sind eigentlich das Problem.

Mich stören in erster Linie die Berichte (steht auch im Beipackzettel) dass es auch Fälle gibt wo die S. Störungen nach absetzen bestehen bleiben - abgesehen davon sind die Nebenwirkungen bisher in Ordnung.

Ich bin noch unsicher, wie ich weiter verfahren soll...

18.08.2022 21:01 • #11



Hallo samto,

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bones

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Ok, das ist natürlich hart wenn man so eingeschränkt ist mit den Ängsten. Aber man kann das mit medi und Psychotherapie gut in den Griff kriegen. Ganz weg vielleicht nicht, je nachdem wie stark die Ängste sind.

Aber dennoch sollte man mit einschleichen zart anfangen. Direkt eine zu hohe Dosierung kann kontraproduktiv sein. Ich würde an deiner Stelle erstmal nur eine halbe holen . Mehr nicht. Nach ca 2 Wochen dann zwei mal am Tag usw. Einfach um Nummer sicher zu sein und ach macht man das um zu sehen, ob du gut damit klar kommst.

20.08.2022 01:29 • #12

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