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Seit drei Jahren unglücklich verliebt

Darkwood77

Darkwood77

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Hallo zusammen,

ich habe mich auf dieser Plattform jetzt einfach mal angemeldet, um hier etwas nach Rat zu suchen. Kurz zu mir: Ich stecke jetzt schon seit acht Jahren in einem endlosen Tief und sehe einfach keinen Ausweg mehr. Ich habe jetzt zwar keine konkrete, psychische Krankheit, leide aber schon seit ich 14 Jahre alt bin an Depressionen und Suizidgedanken auf Grund traumatischer Erlebnisse und Mobbing in der Schule. Wie die Überschrift ja schon betont, bin ich seit drei Jahren sehr unglücklich "verliebt" und spiele aktuell mit dem Gedanken, mein Leben irgendwann zu beenden [keine Ankündigung]. Ich bin jetzt nach acht Jahren an meinem persönlichen "Endpunkt" angelangt und wurde vor drei Jahren obdachlos, weshalb ich in eine Notunterkunft ziehen musste. In dieser Zeit (Anfang des Jahres 2018) habe ich mich in einen amtlichen Angestellten "verliebt", bei dem ich ca. vier bis fünf Gesprächstermine hatte. Ich füge meinen empfundenen Liebesgefühlen allerdings zwei Anführungszeichen bei, da ich mich im Grunde genommen eher auf einer zwischenmenschlichen/sympathischen Ebene zu den Mitarbeiter hingezogen und "verguckt" gefühlt habe - und trotz dessen leide ich sehr darunter, da mit mir im Nachhinein auch nicht mehr ganz "fachlich" umgegangen wurde.

Schon bei dem ersten Termin ist er mir "direkt ins Auge gestochen", habe das vorerst allerdings eher billigend zur Kenntnis genommen und mir eben gedacht: "Der ist halt sympathisch". Im Verlauf aller weiteren Gespräche habe ich dann aber immer mehr ein zwischenmenschliches Interesse entwickelt und konnte ihm dadurch auch einfach nicht mehr direkt ins Gesicht schauen, vor allem weil ich mich auch immer sehr unangenehm gemustert gefühlt habe. Beispiel: Als eines der Termine zu Ende gewesen war, wurde ich fast eine Minute lang durchgehend angelächelt und fast schon angestarrt. Ich fühlte mich bei ihm auch schon immer sehr wenig ernst genommen, wurde mehr be- oder angelächelt - vielleicht weil aber auch das zu behandelnde Thema etwas aussichtslos gewesen war (dazu möchte ich aber nichts näheres hinzu fügen). Irgendwann musste ich dann einfach über meinen eigenen Schatten springen, da mich meine Gefühlslage zu dem Mitarbeiter einfach sehr beschäftigt hat und ich mir gegenüber einfach etwas mehr Klarheit verschaffen wollte, da ich mit gewissen Unklarheiten (insbesondere diese welche mich beschäftigen) eher weniger zurecht komme. Ich habe ihn dann per Email meine empfundene Sympathie übermittelt und auch gefragt, was er von einer zukünftigen "Freundschaft" halten würde, aber auch gleich hinzu gefügt, dass ich mir keine Antwort darauf erhoffe - allerdings aus meiner eigenen Unsicherheit heraus. Nach vier Tagen habe ich aber dann doch noch irgendeine "Reaktion" erhalten und wurde zu einem weiteren Gesprächstermin eingeladen, den ich allerdings auf Grund zu vieler Gedanken und Unsicherheiten abgesagt habe.

Da meine Enttäuschung irgendwann zur Kenntnis genommen wurde, wollte mich der Mitarbeiter vorerst an dessen Kollegin weiterleiten - im Nachhinein wurde die Kollegin dann allerdings einfach mit in die Arbeit involviert. Das nächste Gespräch fand dann auch bei ihr im Büro statt, wo ich dann fast eine viertel Stunde lang darauf warten musste, bis er dann zum abgemachten Termin erschienen ist. Ich wurde dann mit einer sehr "gestellten" und hochfrequenten Stimme gegrüßt und im weiteren Verlauf des Gesprächs hat er dann immer an einen Schlüssel gespielt und zur Seite geschaut - nur einmal als ich ihn dann kurz zufällig in das Gesicht geschaut habe, sah es so aus, als ob er sich kurz "erschreckt" hat. Ich habe dann auch irgendwann gefragt, warum ich jetzt plötzlich in einem anderen Büro sitze und als Antwort von dessen Kollegin nur erhalten, dass ich eine "Frau" und er ein "Mann" sei, und sich bei ihm etwas verändert hat, worauf ich aber keine weiteren Antworten mehr bekommen habe.

Ich habe gerade diesen letzten Termin auf Grund der seltsamen Antworten als so beschäftigend empfunden, dass ich dann irgendwann bei dem Mitarbeiter angerufen habe um mich etwas zu erkundigen, wurde dann aber nur noch am Telefon angeschrien und darauf hingewiesen, dass er mit mir "nicht mehr in einem Raum sitzen kann", und mich gewisse Dinge einfach nicht zu interessieren haben. Zwei Wochen später bin ich ihm dann auch noch rein zufällig während einem Spaziergang gegen Mittag auf der Straße begegnet, er hat mich dann natürlich gleich gesehen und ist sehr "herab würdigend" an mir vorbei gelaufen.

Kurz: Jetzt habe ich zwei irgendwie "auffällige" Facetten, die ich nicht mehr ganz sinnvoll zusammen fügen kann. Auf der einen Seite wurde ich fast ständig angelacht, einmal als ich bei einem anderen Termin an seinem Büro vorbei gelaufen bin, hat er gerade sein Büro verlassen und mir sofort hinter her geschaut, nach jedem Gespräch (ich habe manchmal eine sehr feine Wahrnehmung) habe ich gespürt wie sich seine Augen von hinten in "meinen Rücken" gebohrt haben, macht Komplimente zu meinen Emails und druckt sie dann alle aus und auf der anderen Seite werde ich dann nur noch angepampt und unterschwellig mit dem Vorwurf konfrontiert, dass der "eigene Beruf zuvor Spaß gemacht hätte". Das ist jetzt alles schon gute drei Jahre her und ich habe auch keine Gespräche mehr bei ihm und weiß auch, dass meine empfundenen "Gefühle" aussichtsloser Natur sind. Ich wurde eigentlich nur noch mit sehr vielen, offen stehenden Fragen zurück gelassen (ohne das Ganze jetzt konkret vorwerfen zu wollen) worauf ich natürlich auch keine Antworten finden werde. Ich kann mir schon vorstellen, dass er genervt oder verunsichert war und mich deshalb dann auf fachlicher Ebene so abgewiesen hat, was aber natürlich nichts daran ändert, dass ich mittlerweile sehr verzweifelt bin - allerdings nicht nur auf Grund dieser hier geschilderten Erfahrung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe irgendwo gemerkt, dass er einfach eine "interessante" Person ist und daraus weitere Sehnsüchte entwickelt, die meine chronische Depression so verstärken, dass ich den ganzen Tag erschöpft bin. Ich stelle mir dann beispielsweise ganz intuitiv vor, mit ihm im Wald spazieren zu gehen oder irgendwo etwas zu trinken - es sind Gedanken, die auf Grund meiner ausgeprägten Fantasie manchmal sehr lebendig sind, aber natürlich keinen großartigen Sinn ergeben. Und damit es auch nicht falsch verstanden wird: Die von mir empfundene Sehnsucht ist ganz klar und subjektiv nur an diesen einen Mitarbeiter angedockt - objektiv und allgemein betrachtet bin ich allerdings eher alleine und sehr gerne für mich. Es sind Gedanken und eine Erfahrung, welche sich für mich schon fast "demütigend" in meiner jetzigen Situation anfühlen, wo ich nicht einmal irgendeinen "Platz" auf dieser Welt habe und Tag für Tag nur noch missverstanden durch eine mir fremde Welt "irre".

Ich entschuldige mich für den doch sehr lang gewordenen Text. Wer ein paar Einschätzungen und Ratschläge hat kann diese gerne vermitteln.

LG Darkwood

26.02.2021 01:49 • #1


Traumwelt

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Ich kann dich sehr gut verstehen. Wenn man seine Bleibe verloren hat, sitzt man in einer kalten Welt fest und wenn man psychisch schon angeschlagen ist, sucht man nach etwas, was einem Halt gibt.
Dann aber so abgewiesen zu werden und nicht als Mensch betrachtet zu werden, sondern lediglich als Teil einer Arbeit und dann so "unprofessionell" und geringschätzend, das ist sehr hart.

Du sitzt jetzt seit 3 Jahren auf der Straße, das ist eine sehr lange Zeit. Uff. Und diese Story beschäftigt dich so, weil dein Leben nichts anderes bietet.
Ich glaube, du hättest schon längst reinen Tisch mit dir machen können, hättest du dein Straßenproblem eliminieren können.

Alles, was mir dazu einfällt: mach dir keinen Kopf, das ist vorbei und zieh folgende Lehre draus: niemandem sagen, dass er sympathisch ist, der gerade beruflich zuständig für dich ist. Wenn es unbedingt sein muss, dann, wenn du weißt, dass keine Termine mehr anstehen.

26.02.2021 02:11 • x 1 #2


Darkwood77

Darkwood77

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Hallo Traumwelt,

ich danke für deine erste Antwort.

Ich bin jetzt zwar nicht ganz "auf der Straße" sondern entsprechend in einer vorübergehenden Notunterkunft. Das Wohnproblem an sich war auch gar nicht mehr anders zu lösen, da ich davor durch Druck von außen in recht seltsame Umstände geraten bin (was allerdings jetzt etwas den Rahmen sprengen würde). Auf der einen Seite bin und war ich natürlich nur ein Teil seiner Arbeit gewesen, auf der anderen Seite hat es sich allerdings trotz dessen für mich so angefühlt, als wäre meine eine Email mit der "Freundschaftsfrage" nur noch eine "Rechtfertigung" dafür gewesen, die amtlichen Anstrengungen wie ich sie jetzt einfach mal so nenne, an mir aus zu lassen.

Ja, deshalb gebe ich dir auch in deinem allerletzten Punkt recht und habe mit gewissen Dingen und Themen d.h. auch so gut wie resigniert.

26.02.2021 02:31 • x 1 #3

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