Verliebt in meinen besten Freund

0815boy

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also ich stell mich mal kurz vor.

ich heiße tim, bin 20 jahre alt und habe grade mein abitur gemacht. ich leide eigentlich schon lange unter depressionen, ich denke es fing mehr oder weniger damit an, dass ich in der 6. - 7. klasse auf dem gymnasium auf übelste weise in der schule fertig gemacht worden bin, woraufhin ich die schule gewechselt habe und ich mich infolgedessen immer mehr von der außenwelt zurückgezogen habe. dazu gab es auch immer noch probleme innerhalb der familie, vor allem mit meinem vater, dem ich es nie recht machen konnte und zu dem ich nie eine bindung aufbauen konnte, ich hab für diesen menschen eigentlich immer nur abneigung und hass empfunden und das zimmer verlassen, wenn er reingekommen is, also so gut wies geht versucht, ihm aus dem weg zu gehen. interesse daran, dass sich dieses verhältnis stabilisiert habe ich keines. in so fern bin ich auch froh, dass ich jetzt zum studium von zu hause ausziehen werde. das ich gleichgeschlechtlich bin, wissen meine eltern übrigends nicht. wegen meiner depressionen war ich einmal stationär und mehrmals ambulant in behandlung.

in meiner pubertät habe ich dann gemerkt, dass ich mit mädchen nicht so richtig was anfangen konnte, weder emotional noch S., stattdessen hab ich mich immer zu jungs hingezogen gefühlt. ich war zwei mal verliebt in der pubertät, allerdings waren das beides jeweils jungs aus der realschule, mit denen ich so gut wie gar nix zu tun hatte und die mir aber einfach imponiert haben von ihrem äußeren auftreten. ich wurde in meinem leben nie wirklich war genommen von anderen menschen, ich hatte immer nur sehr wenige freunde und ich hatte nie das gefühl, dass mich jemand interessant findet oder in irgendeiner weise auf mich zu geht. weder auf dem gymnasium, noch in der realschule, noch in der 11 klasse der fachoberschule, auf die ich anschließend gewechselt bin.

und dann kam ich in die 12. klasse und zum ersten mal in meinem leben hat mir jemand das gefühl gegeben, dass er sich für mich interessiert und dass er auf mich zugeht. ein junge der zu mir gekommen ist, mit mir so richtig geredet hat und der aus irgendeinem grund (freundschaftliches) interesse an mir hatte. ich hab mich dann in diesen jungen verliebt, einerseits weil mich das so beeindruckt hat, andererseits aber auch unabhängig davon, weil er charakterlich einfach absolut ein traum für mich war (und vom äußeren auch). dass er nicht gleichgeschlechtlich ist, wusste ich von beginn an. schon nach kurzer zeit hat er mich das erste mal zu sich nach hause eingeladen zum gemeinsamen lernen, zwei tage später dann das zweite mal. letzenendes haben wir uns dann öfter getroffen und am ende des jahres zusammen fürs fachabitur gelernt. er war mir damals auch sehr dankbar weil ich ein sehr guter schüler war und er es mir mehr oder weniger zu verdanken hatte, dass er den notendurchschnitt für die 13. klasse zum erwerben des vollabiturs erreicht hat. als wir dann das fachabi in der tasche hatten, haben wir uns öfter zum tischtennis spielen oder zum fußball gucken getroffen. dann kamen die sommerferien, in denen ich ihn 6 wochen nicht gesehen habe (was sehr hart war), weil er im urlaub war.

dann kam das letzte schuljahr, wir waren nebeneinander gesessen und die freundschaft ist zwar einerseits gewachsen (er hat mich als seinen "besten freund" bezeichnet), wir haben wieder zusammen gelernt und er hat sich ein motorrad gekauft, mit dem wir oft zusammen gefahren sind, aber andererseits durch diese offenheit und nähe die ich irgendwo gewinnen konnte, habe ich in dem schuljahr auch viel falsch gemacht. ich hab nämlich ein rießen-eifersuchts-problem. und jedes mal wenn seine aufmerksamkeit nicht auf mir lag, sondern auf jemand anderen habe ich innerlich gekocht. wenn es ganz extrem wurde, hab ich ihn dann dumm angemacht und ihm vorgeworfen, dass er mich links liegen lässt obwohl er mir so viel zu verdanken hat (schulisch) und obwohl ich sein bester freund bin usw. das war teilweise wirklich peinlich und kindisch und im nachhinein bereue ich es. er hat sich daraufhin auch tatsächlich wieder sehr um unsere freundschaft bemüht und es gab phasen in denen es gut lief, aber zwischendrin kamen immer diese eifersuchtsanfälle, die immer schlimmer geworden sind und immer mehr ausmaß angenommen haben. dennoch haben wir ende des jahres wieder zusammen fürs abi gelernt und nachdem die prüfung durch war, sind als erstes zusammen zum baden gefahren mit dem motorrad (für einen tag). doch danach hat er sich dann iwie nicht mehr gemeldet so richtig, es kam abstand auf und ich habe darunter sehr gelitten. so stark, dass ich ihn angerufen habe und gefragt habe ob wir etwas zusammen machen wollen, was wir dann auch gemacht haben und dann noch zwei weitere male (auf seinen wunsch hinaus). dann war wieder funkstille und als ichs nicht mehr ausgehalten hab, hab ich wieder die initiative ergriffen und wir haben wieder etwas gemacht.

Fortsetzung im anderen Beitrag, bitte Kommentare auch im zweiten teil

29.06.2011 16:54 • #1


0815boy

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Fortsetzung (bitte erst teil 1 lesen)

gestern habe ich dann zwei dinge erfahren, die mich umgehauen haben. einmal, dass er mit jemand anderen aus der klasse, den wir beide eig. richtig sch ... fanden, weil er u. a. mich auch immer verarscht hat, sich einmal getroffen hat, weil der andere was mit ihm machen wollte. gestern war das. da hab ich ihn danach wieder ziemlich die meinung gegeigt und gemeint, er solle sich entscheiden auf welcher seite er steht. er hat sich da mehr oder weniger immer mehr rausgeredet und mir zwar gesagt dass ers nicht nochmal machen würde, aber woher weiß ichs obs stimmt. und das zweite, ich habe erfahren, dass es ein mädchen gibt, mit dem sich etwas anbahnt bei ihm, also für das er offenbar gefühle hat, was mich natürlich fertig macht. das is der aktuelle stand der dinge.

dieser junge war das beste was mir in meinem leben jemals passiert is, er war der erste der mir gezeigt hat, dass es dinge an mir gibt, die interessant sind und der erste, der so richtig auf mich zugegangen is, der beste freund den ich in meinem leben hatte. ich hatte diese rießen chance, dass es eine traumfreundschaft zwischen uns wird, letzendendes sind wir zwar gute freunde geworden, aber ich habe mir viel verbaut durch meine schei. aktionen. dennoch hat er immer zu mir gehalten. zwei dinge, haben mich viel gekostet bei ihm. einerseits eben diese schei. (freundschaftliche) eifersucht, die eben aus meinen gefühlen für ihn (von denen er nichts weiß) resultieren, die mir alles kaputt macht. andererseits konnte ich ihm auch nie so viel entgegenbringen wie er mir. er hat mich oft zu sich nach hause eingeladen, seine eltern und geschwister waren unglaublich freundlich zu mir, das konnte ich ihm bei meiner drecksfamilie nicht bieten. wenn wir mal bei mir waren, was deutlich seltener der fall war, dann haben wir uns immer in mein zimmer verkrochen, wie ichs ja sonst auch mache. und ich habe auch deutlich seltener die initiative ergriffen und ihn gefragt, ob wir etwas machen, was ich im nachhinein total bereue.

jetzt ist die schule vorbei und es geht ins studium und damit zu dem problem, welches mich in eine der größten löcher meines bisherigen von depressionen geprägten lebens, stößt. er hat mir wirklich sehr mit meiner krankheit geholfen (unbewusst) ich habe ihm niemals gesagt dass ich unter depressionen leide, aber allein die tatsache, dass dieser wundervolle mensch (der tollste, den ich in meinem leben jemals kennengelernt habe) und ich sehr gut befreundet sind, hat mich unlaublich gepuscht und meine depression vergessen lassen. und nun kommt sie wieder, weil ich angst habe ihn zu verlieren.

denn ich kann mir nicht vorstellen, ohne ihn zu sein, ihn nicht regelmäßig zu sehen. deswegen überlege ich, auf die gleiche hochschule zu gehen wie er. mir ist klar, dass es nicht mehr so sein wird, dass wir 6 stunden am tag nebeneinander sitzen (wie in der schule), auch weil wir unterschiedliche studiengänge anstreben, aber zumindest würden wir uns regelmäßig sehen und der kontakt würde nicht gänzlich abbrechen. vielleicht wäre das ja schon abstand genug. auch unabhängig von meinen gefühlen für ihn, will ich den staus seines "besten freundes" nicht verlieren, ich fühle mich so zu ihm hingezogen. bei seinen anderen freunden, sind die kontakte immer sehr schnell abgebrochen, ich will aber weiterhin mit ihm in kontakt sein und die freundschaft weiterhin ausleben. allerdings wird mir jetzt schon schlecht, wenn ich daran denke, wie ich mit ansehen muss, dass er neue freunde findet in seinem studiengang (stichwort eifersucht wieder) und ich wie immer niemanden finden werde. das wäre sehr frustrierend für mich. soll ich mir das ersparen?

andererseits wäre das natürlich die chance endlich von ihm loszukommen und von dem damit verbundenen liebeskummer und leid. wenn ich auf einer anderen hochschule studiere als er, dann würde der kontakt sehr stark zurückgefahren werden (fast komplett). das würde mich anfänglich richtig fertig machen, weil ich ihn unglaublich vermissen würde, aber vielleicht könnte ich ihn irgendwann vergessen und bin zumindest von dem liebeskummer befreit. nur dann würde meine depression wieder stärker hochkommen, weil ich dann wieder niemanden habe und mich sehr einsam fühle (wie es auch war bevor ich ihn kennengelernt habe). ich bin nämlich abgesehen von ihm sehr alleine. es gibt noch einen weiteren freund, mit dem ich mich auch gut verstehe und eine freundin aber die beiden haben in meinem leben bei weiten nicht so eine große bedeutung wie er.

mein ziel ist, dass ich es schaffe, emotional von ihm loszukommen, aus dieser gefühls-abhängigkeit rauszukommen, nicht mehr jeden tag 24 stunden an ihn zu denken und was er grade machen könnte, aber andererseits die freundschaft aufrechtzuerhalten und nach wie vor den status "bester freund" bei ihm inne zu haben.

was soll ich machen? ich dreh mich im kreis ...

29.06.2011 16:56 • #2


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Glasscherbe

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hallo 0815boy,

herzlich willkommen erstmal bei uns. ich habe deine beiträge gelesen - das ist wirklich eine unangenehme situation, in der du dich befindest. ich verstehe, dass dieser freund eine wirklich ganz besondere rolle in deinem leben hat, eben aus den gründen, die du beschreibst. andererseits machst du dich natürlich sehr abhängig von ihm, wie du ja auch selbst schon erkannt hast. das ist weniger gut.
dass du ihm nicht erzählt hast, dass du gleichgeschlechtlich bist, resultiert sicher auch aus der angst, ihn dann zu verlieren ... aber weshalb hast du ihm nicht von den depressionen erzählt, wenn ihr so ein enges verhältnis habt? auch aus angst? oder aus mangelndem vertrauen in die stärke der freundschaft? nicht falsch verstehen - kein vorwurf. aber dennoch hatte ich beim lesen diese frage im kopf - immerhin seid ihr ja beste freunde, was schon etwas besonderes ist.

ich denke, du solltest tatsächlich versuchen, etwas abstand rein zu bringen. nicht unbedingt räumlich, aber vor allem vom kopf her. ob das für dich nur gemeinsam mit räumlichem abstand geht, kann ich nicht 100prozentig beurteilen. aber ich denke, es ist nicht gut (auch nicht für eure freundschaft), wenn du dich so abhängig von ihm machst. du beschreibst ja deine eifersucht selbst als hinderlich und schreibst auch, dass er sich distanziert hat ... vielleicht wünscht er sich ja ein wenig mehr von dem unbeschwerten zusammensein, was ihr früher hattet, vielleicht verwirren ihn deine reaktionen auch, vielleicht fühlt er sich eingeengt. dinge, die du sicher nicht möchtest, die aber zwangsläufig entstehen - letztlich auch, weil er zwei wesentliche dinge über dich nicht weiß.

schade finde ich im übrigen, dass du von vornherein ausschließt, dass du andere kontakte knüpfen wirst. überleg doch mal: er ist ja auch recht unverhofft in dein leben getreten - wieso soll es solche menschen, die sich für dich interessieren, nicht noch einmal geben? es muss ja nicht zwangsläufig eine so innige beziehung sein, aber dennoch ist es doch möglich, dass du menschen triffst, mit denen du ebenso dinge unternehmen kannst und vielleicht auch schöne erinnerungen pflegen wirst. enttäuschungen und verletzungen machen die kontaktaufnahme nicht leichter, das weiß ich auch. aber verschließ dich nicht zu fest, sicher entgehen dir damit auch einige chancen. manchmal muss man eben doch über seinen (angst-)schatten springen und sich was trauen - um hinterher festzustellen, dass es genau die richtige entscheidung war ...

ich würde mir wirklich gut überlegen, die gleiche hochschule zu wählen wie er. denn wie du schon sagst, wenn er neue freundschaften knüpft und sich nicht alles so entwickelt, wie du jetzt glaubst, wirst du sicher nicht glücklicher werden. meiner meinung nach zeigen sich wahre freunde übrigens genau in solchen situationen: sind sie noch da, wenn nicht mehr alles "einfach" ist - bspw. eine große räumliche distanz besteht? oder man sorgen/probleme/schwere krankheiten offenbart? wenn eure freundschaft so tief ist, dann wirst du ihn nicht verlieren. die kontakthäufigkeit wird sich sicher ändern, vielleicht auch der kontakt an sich ein wenig. aber echte freunde verliert man nicht wegen sowas. glaub mir.

was meinst du denn, wie würde er reagieren, wenn du etwas offener wärest und ihm erzählst, dass du depressiv bist? bist du eigentlich derzeit in behandlung?

29.06.2011 18:22 • #3


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Steffi

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Hallo 0815boy,

Du hattest für jeden der beiden postings jeweils einen neuen Thread eröffnet. Ich habe beide zusammengeführt. Schreib doch bitte - was dieses Thema betrifft - einfach hier weiter. Okay ?

29.06.2011 19:49 • #4


0815boy

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Zitat von Glasscherbe:
hallo 0815boy,
aber weshalb hast du ihm nicht von den depressionen erzählt, wenn ihr so ein enges verhältnis habt? auch aus angst? oder aus mangelndem vertrauen in die stärke der freundschaft? - immerhin seid ihr ja beste freunde, was schon etwas besonderes ist.

naja beste freunde is halt so eine sache bei ihm. er selbst hat zwar viele obeflächliche bekanntschaften, jedoch richtig enge freunde auch nicht mehr als ich. er versteht sich zwar mit allen gut und kennt viele leute weil er auch aktiv ist sportvereinsmäßig und so, aber das sind halt nur oberflächliche bekanntschaften, von denen war beispielsweise keiner an seinem geburtstag, also so richtig enge freunde hat er kaum. seine familie bedeutet ihm dafür alles. wenn ich bei ihm bin und den umgang der familienmitglieder untereinander sehe, dann merke ich auch, wie sehr mir das selbst gefehlt hat. aber außerhalb seiner familie, gibt es halt nur wenige menschen, die ihm wirklich was bedeuten, ich gehör(t?)e dazu. das mit den depressionen konnte ich ihm nicht sagen. ich hab meine ausraster immer mit ausreden begründet, lernstress, stress in der familie usw. er selbst erzählt mir ja auch nicht alles, was seine problem angeht, im gegenteil, aber das macht er bei keinem anderen, weil er grundsätzlich immer alles gerne mit sich selbst ausmacht. von daher fällt mir es auch schwer, ihm dieses vertrauen entgegenzubringen, zumal mir das auch peinlich ist.


Zitat von Glasscherbe:
schade finde ich im übrigen, dass du von vornherein ausschließt, dass du andere kontakte knüpfen wirst. überleg doch mal: er ist ja auch recht unverhofft in dein leben getreten - wieso soll es solche menschen, die sich für dich interessieren, nicht noch einmal geben? es muss ja nicht zwangsläufig eine so innige beziehung sein, aber dennoch ist es doch möglich, dass du menschen triffst, mit denen du ebenso dinge unternehmen kannst und vielleicht auch schöne erinnerungen pflegen wirst. enttäuschungen und verletzungen machen die kontaktaufnahme nicht leichter, das weiß ich auch. aber verschließ dich nicht zu fest, sicher entgehen dir damit auch einige chancen. manchmal muss man eben doch über seinen (angst-)schatten springen und sich was trauen - um hinterher festzustellen, dass es genau die richtige entscheidung war ...

gerade weil ich mich ablenken will von meinem liebeskummer, bin ich gerade dabei dies zu tun. mit meinem anderen guten freund, den ich noch aus der realschule kenne (für den ich aber nie was empfunden hab) mach ich derzeit auch wieder deutlich mehr beispielsweise. außerdem habe ich mich in einem gleichgeschlechtlich angemeldet und treffe mich am samstag mit einem aus dem chat. ich versuche wirklich mich abzulenken, aber es is schwierig. außerdem habe ich in meinem leben bisher noch niemanden kennegelernt, bei dem alles so gut gepasst hat wie bei ihm (und er hat ja abgesehen von mir wie gesagt auch nicht viele). ich würde echt sagen wir passen so gut zusammen wie die faust aufs auge. ich bin nunmal auch sehr speziell und kann nicht mit jedem. aber bei ihm passt einfach alles.


Zitat von Glasscherbe:
ich würde mir wirklich gut überlegen, die gleiche hochschule zu wählen wie er. denn wie du schon sagst, wenn er neue freundschaften knüpft und sich nicht alles so entwickelt, wie du jetzt glaubst, wirst du sicher nicht glücklicher werden. meiner meinung nach zeigen sich wahre freunde übrigens genau in solchen situationen bspw. eine große räumliche distanz besteht? wenn eure freundschaft so tief ist, dann wirst du ihn nicht verlieren. die kontakthäufigkeit wird sich sicher ändern, vielleicht auch der kontakt an sich ein wenig. aber echte freunde verliert man nicht wegen sowas. glaub mir.

seine früheren freundschaften habe soetwas aber auch nicht standgehalten. als ein sehr guter freund von ihm (und mir) vergangenes jahr weggezogen ist wegen studium, ist der kontakt völlig abgebrochen. ein jahr ist dies nun her und seitdem gab es lediglich ein treffen und eine an einer hand abzählbare anzahl von telefonaten. er ist da irgendwie nicht so hartnäckig, lässt es irgendwie immer so schleifen, eben weil er keinen sozialen mangel verspürt, weil in seiner familie alles so gut läuft und er kaum langeweile verspürt.

Zitat von Glasscherbe:
was meinst du denn, wie würde er reagieren, wenn du etwas offener wärest und ihm erzählst, dass du depressiv bist? bist du eigentlich derzeit in behandlung?

ich war in den letzten jahren immer mal wieder in behandlung und immer mal wieder nicht. als ich gemerkt habe, dass sich mit ihm was anbahnt freundschaftlich, habe ich mich nach 1 jahr wieder bei meiner therapeutin gemeldet, weil ich unbedingt selbstbewusst und vor allem offener werden wollte. dies hat durch medikation und gespräche auch ganz gut geklappt. als unsere freundschaft dann sozusagen übern berg war, hab ich den kontakt zu der therapeutin wieder abgebrochen.

29.06.2011 22:38 • #5


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JeanLucca

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Hallo 0815 Boy.

Du schreibst ja erfrischend offen. Respekt. Für mich als "Leser" kann ich mich dadurch gut in Deine Situation reinfühlen.

Ich finde Du stellst Dich ganz gut Deinem Problem und Du bist schon ganz wichtige Schritte gegangen. Besonders auch das Du Dich um Neue Kontakte kümmerst. Denn ich glaube ganz fest, dass es nicht nur einen Menschen auf der Welt gibt (so wie Dein Freund) der Dich mag. Der Dich so nimmt wie Du bist. Die "Kunst" ist sie zu entdecken. Und das funktioniert wohl nur dadurch, das wir uns zeigen. Und das machst Du ja schon ein bisschen.

Zitat von 0815boy:
.... als unsere freundschaft dann sozusagen übern berg war, hab ich den kontakt zu der therapeutin wieder abgebrochen.
Darf ich Dich zu einem kleinen Gedankenspiel einladen?
Wie wäre es den Kontakt zu Deiner Therapeutin wieder aufzunehmen? Ihn deshalb aufzunehmen um Dir Fragen stellen zu lassen die Dich selbst betreffen und nicht an eine andere Person gekoppelt sind? Damit Du in einer möglichen ähnlichen Situation souveräner reagieren kannst. Denn ich kenne es von mir - wenn ich mein Verhalten das mich Leiden lässt nicht hinterfrage dann falle ich immer wieder in mein altbekanntes Verhaltensmuster - bei nächster Gelegenheit.

Lieben Gruß, JeanLucca

30.06.2011 09:45 • #6


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Glasscherbe

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Zitat von JeanLucca:
Wie wäre es den Kontakt zu Deiner Therapeutin wieder aufzunehmen? Ihn deshalb aufzunehmen um Dir Fragen stellen zu lassen die Dich selbst betreffen und nicht an eine andere Person gekoppelt sind? Damit Du in einer möglichen ähnlichen Situation souveräner regieren kannst. Denn ich kenne es von mir - wenn ich mein Verhalten das mich Leiden lässt nicht hinterfrage dann falle ich immer wieder in mein altbekanntes Verhaltensmuster - bei nächster Gelegenheit.


dem schließe ich mich an. wenns gut geht, ist es leicht, auf die therapie zu verzichten. aber vielleicht tut es dir ja dennoch (oder gerade) in solchen "hoch"zeiten gut, weiter daran zu arbeiten - um rückfälle abfedern zu können beispielsweise. außerdem "arbeitet" es sich doch etwas leichter, wenn man positiv eingestellt ist, als wenn es einem ohnehin nicht gut geht. das ist zumindest bei mir so.

Zitat von 0815boy:
er selbst erzählt mir ja auch nicht alles, was seine problem angeht, im gegenteil, aber das macht er bei keinem anderen, weil er grundsätzlich immer alles gerne mit sich selbst ausmacht.


vielleicht ist ja bei ihm auch ein tieferliegendes problem vorhanden, was das vertrauen angeht? vielleicht seid ihr euch ja gar nicht so unähnlich, wie du glaubst, was eure äußeren lebensumstände angeht. sicher hat er den vorteil, menschen um sich zu wissen, die ihn offenbar auffangen (familie). dennoch scheinen mir seine beziehungen, nach dem was du beschreibst, auch eher oberflächlicher zu sein.... vielleicht ergibt sich der eindruck aber auch unbegründet. so richtig offen zueinander seid ihr jedenfalls beide nicht.

Zitat von 0815boy:
er ist da irgendwie nicht so hartnäckig, lässt es irgendwie immer so schleifen, eben weil er keinen sozialen mangel verspürt, weil in seiner familie alles so gut läuft und er kaum langeweile verspürt.


das ist dein eindruck. ich wäre mir allerdings nicht so sicher, ob das tatsächlich die gründe dafür sind ...

Zitat von 0815boy:
ich würde echt sagen wir passen so gut zusammen wie die faust aufs auge. ich bin nunmal auch sehr speziell und kann nicht mit jedem. aber bei ihm passt einfach alles.


stimmt das wirklich? immerhin scheint er dich mit seinem verhalten auch sehr zu verunsichern ...

30.06.2011 09:57 • #7


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achtsamkeit

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Hallo 0815boy,

du hast ja schon hier eine Reihe Gedankenanstöße bekommen.
Ich würde gerne noch einen <Aspekt ansprechen. Meinem Eindruck nach, idealisierst du deinen Freund! Dadurch wächst in dir eine Erwartungshatung und Anspruchshaltung, die er gar nicht erffüllen kann, oder will.
Vielleicht ist dein Freund mit seinen, aus deiner Sicht oberflächlichen KOntakten, zufrieden. Das ist sein Leben und vielleicht fühlt er sich auch sehr von die eingeengt?
Du schreibst ja auch, dass sich mit einem Mädchen etwas anbahnt. Schmerzt dich das? Er wird sich dann seiner neuen Liebe widmen
und auch das musst du akzeptieren, du kannst die Freundschaft nicht erzwingen!!!
Ich finde es sehr gut, dass du dich in einem gleichgeschlechtlich angemeldet hast. Weiterhin solltest du auf jeden Fall an eine andere Hochschule gehen und, wie hier schon von Glasschebe geschrieben, offen sein für neue Kontakte.
Gut auch, dass du in der Lage bist deine Eifersucht zu reflektieren, allerdings eben noch nicht zu beherrschen. Auch daran schließe ich mich den anderen an ist eine langfristige Therapie von Nöten, denn auch deine Gefühle auf dein Elternhaus bezogen und gerade das Vaterverhältnis solltest du in einer Therapie be-verarbeiten.
Ich hoffe sehr, dass du zu dir selber findest und frei bist fürFreundschaften.
Pelle

Liebe ist wie ein Glas das zerbricht, wenn man es unsicher oder zu fest anfasst!

30.06.2011 13:38 • #8


0815boy

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ich weiß, dass ich es schaffen muss, mich von ihm zu "entlieben", aber gleichzeitig will ich auf diese tolle freundschaft nicht verzichten. ich habe in meinem leben vorher niemals begriffen, was wahre freundschaft bedeutet, bis er kam. ich habe nie jemanden gefunden der wirklich zu mir gepasst hat, iwie konnte ich oft nicht mit anderen und die anderen nicht mit mir. bei ihm ist das zumindest aus meiner einschätzung heraus ähnlich, denn wie gesagt er hat auch so gut wie keine anderen freunde und es gibt auch ein paar dinge an ihm, die von vornherein freundschaftliche beziehungen zu manchen anderen ausschließen. aber wir beide sind einfach auf einer wellenlänge. ich will das nicht missen.

aber ich bin mir absolut sicher, wenn ich auf eine andere hochschule gehe, dann wird der kontakt abbrechen von heute auf morgen und das wäre einfach ein zu starker cut. ich denke sowas sollte schleichend von statten laufen, dass man sich immer ein stückchen mehr von der person, die für einen (emotional) unerreichbar ist, entfernt, aber wenn das von heute auf morgen rums ganz plötzlich geschieht, dann tut das glaube ich einem nicht wirklich gut. außerdem wäre ich völlig alleine, wenn ich woanders studieren sollte, in einer fremden stadt, niemand dort, den ich kenne und ich habe ja wie gesagt solche schwierigkeiten mit dem kennelernen von neuen leuten. andererseits kennt er in seiner neuen stadt auch niemanden und würde sozusagen erstmal alleine ankommen.

da diese hochschule etwas weiter entfernt liegt, werden wir beide wohl auch dort im studentenheim, in dem jeder student sein eigenes zimmer hat, wohnen müssen. es ist ein gebäude mit 100 einzelwohnungen, es ist aber auch eine recht kleine hochschule mit nur etwa 2.500 studenten, wobei die lerngruppen auch mit etwa 50 stundenten klein sind. es gibt zwei fakultäten, wir beide wären in der selben fakultät, werden also auch im gleichen gebäude unterrichtet, aber eben in unterschiedlichen studiengängen. nebenbei würde ich in dieser stadt eine psychologin aufsuchen, um über meine sorgen sprechen zu können und auch eine medikamentöse behandlung zu gewährleisten und mich in einem sportverein anmelden, sowie mich regelmäßig in dem gleichgeschlechtlich aufhalten und mich mit anderen gleichgeschlechtlich zu verabreden, wenn jemand passendes dabei ist (so wie jetzt am samstag).
was meint ihr, sind das voraussetzungen, um abstand zu ihm zu gewinnen, sich ein wenig zu entfernen, ihn aus dem kopf zu kriegen, aber gleichzeitig ihn dennoch in der nähe zu haben und keine angst vor endgültigem cut zu haben, einfach die gewissheit, ich behalte diesen wunderbaren freund? ich bin momentan so leer und ratlos.

30.06.2011 18:42 • #9


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JeanLucca

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Hallo 0815Boy.

Zitat von 0815boy:
... einfach die gewissheit, ich behalte diesen wunderbaren freund?
Wie sieht denn Deine Gewissheit aus? Was ist mit Deiner Eifersucht? Wirst Du an der anderen Hochschule anders fühlen?

Ich finde es wichtig das Du nicht einfach für ihn Dinge aufgibst die Du eigentlich willst. Von daher ist gegen die andere Hochschule ja erstmal nichts einzuwenden - Du machst den Studiengang den Du sowieso machen würdest, Du übernimmst Verantwortung für Deine Krankheit (Dr., Medikamente, Sport), versuchst soziale Kontakte herzustellen (Sport, gleichgeschlechtlich). Und auch so ein Studentenwohnheim bietet jede Menge Kontaktmöglichkeiten wenn Du es zulässt. Von daher ist das zumindest eine Überlegung wert ob Du in die Uni gehst.

Allerdings - und jetzt kommt das aber - kann es sein das Du Dein Verhalten ihm gegenüber mitnimmst. Nicht loslassen kannst weil die Eifersucht stärker ist. Was machst Du wenn Du Dir vorstellst Abends etwas mit ihm zu unternehmen und er schon etwas mit jemand anderen macht?

Ich frage jetzt extra etwas direkter. Vielleicht hilft es ja das Du eine mögliche Illusion rechtzeitig entdeckst - aber das kannst halt nur Du selbst herausfinden.

Lieben Gruß, JeanLucca

30.06.2011 21:01 • #10


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Glasscherbe

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Hallo,

deine Gedanken, Abstand zu gewinnen, die Freundschaft aber aufrecht zu erhalten, finde ich nachvollziehbar und auch positiv. Immerhin bedeutet er dir ja auch als Freund was. Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall auch das Gespräch mit ihm suchen - was spricht dagegen, ihm zumindest zu offenbaren, dass du diese Freundschaft wirklich schön findest und gern den Kontakt bewahren möchtest, egal wie es weiter geht? Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn mir eine Freundin/ein Freund sowas sagen würde.

Zitat von 0815boy:
da diese hochschule etwas weiter entfernt liegt, werden wir beide wohl auch dort im studentenheim, in dem jeder student sein eigenes zimmer hat, wohnen müssen. es ist ein gebäude mit 100 einzelwohnungen, es ist aber auch eine recht kleine hochschule mit nur etwa 2.500 studenten, wobei die lerngruppen auch mit etwa 50 stundenten klein sind. es gibt zwei fakultäten, wir beide wären in der selben fakultät, werden also auch im gleichen gebäude unterrichtet, aber eben in unterschiedlichen studiengängen. nebenbei würde ich in dieser stadt eine psychologin aufsuchen, um über meine sorgen sprechen zu können und auch eine medikamentöse behandlung zu gewährleisten und mich in einem sportverein anmelden, sowie mich regelmäßig in dem gleichgeschlechtlich aufhalten und mich mit anderen gleichgeschlechtlich zu verabreden, wenn jemand passendes dabei ist (so wie jetzt am samstag).


Dieser Teil deiner Gedanken stimmt mich nachdenklich, weil du doch sehr genaue Vorstellungen hast, wie das alles läuft. Es scheint so "durchgeplant" - zu sehr, wenn du mich fragst. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Situation mit dem Studieren für euch beide neu ist und ihr euch dort erstmal in den Alltag einfinden müsst. Wie das abläuft, weiß derzeit sicher kaum jemand von euch zu sagen, oder?

Zitat von 0815boy:
was meint ihr, sind das voraussetzungen, um abstand zu ihm zu gewinnen, sich ein wenig zu entfernen, ihn aus dem kopf zu kriegen, aber gleichzeitig ihn dennoch in der nähe zu haben und keine angst vor endgültigem cut zu haben, einfach die gewissheit, ich behalte diesen wunderbaren freund? ich bin momentan so leer und ratlos.


Von mir ein klares Nein. Du wirst ihn nicht aus dem Kopf kriegen, wenn du immer Kontakt zu ihm suchst. Wie soll das gehen? Sei ehrlich zu dir selbst: Ist er wirklich der wunderbare Freund oder stellst du ihn auf einen Sockel, weil du verliebt bist/ihn liebst und er doch unerreichbar ist? Wie realistisch ist sein nahezu makelloses Bild, welches du da hoch hältst? Wie würdest du reagieren, wenn er von "deinem" Plan vor Ort abweicht? Wie sehr würde es dich treffen, zu sehen, dass es eben nicht so läuft?
Denk mal nur an dich: Kannst du wirklich die Gefühle so mir nichts, dir nichts abstellen, weil es grad so an der Tagesordnung steht? Willst du wirklich an diese Hochschule oder nur wegen ihm? Wenn er da nicht wäre, wie würde deine Entscheidung im Hinblick auf das Studium dann aussehen? Egal, wie sich alles weiter entwickelt: Klammer dich nicht an ihn - du weißt nie, was morgen passiert. Und je mehr du alles auf ihn ausrichtest, desto mehr schmerzt ein eventueller Verlust.

30.06.2011 22:13 • #11


0815boy

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mir geht es diese tage grade richtig schlecht. am dienstag hab ich ihn wie gesagt das letzte mal gesehen und da eben erfahren, dass er einerseits mit diesem anderen jungen etwas unternommen hat und andererseits sich etwas mit einem mädchen anbahnt. wegen der sache mit dem jungen, hab ich ihn richtig zusammengestaucht, gemeint er solle sich entscheiden, auf welcher seite er steht usw. er hat zum schluss gemeint er meldet sich, ich dann so motzig, ja in 4 wochen, und daraufhin gingen wir so auseinander. ich hab angst, dass ich ihn endgültig verloren habe, schließlich war es nicht das erste mal, dass ich so ausgeflippt bin. ich könnte platzen, wenn ich daran denke, dass er vll gerade etwas mit dem anderen jungen wieder unternimmt und mich hier so links liegen lässt. ich würde mich so gerne bei ihm entschuldigen, warte immer auf einen anruf von ihm, warum mach ich mit meiner verdammten eifersucht alles kaputt? jedes mal, wenn er jemand anderem als mir aufmerksamkeit schenkt, kommt sie hoch. ich dräng ihn damit in eine ecke das weiß ich. in meinem kopf ist einfach der gedanke, je mehr freunde er hat, desto geringer ist die aufmerksamkeit für den einzelnen, also auch für mich. hätte ich mich das letzte jahr anders verhalten, wäre jetzt alles ganz anders. seitdem bin ich in einem loch. dienstag abend hab ich ziemlich viel getrunken (sonst trinke ich nie Alk.), seitdem so gut wie nix gegessen.

01.07.2011 11:37 • #12


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Glasscherbe

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Zitat von 0815boy:
ich würde mich so gerne bei ihm entschuldigen, warte immer auf einen anruf von ihm,


Warum warten? Ruf ihn doch an, wenn dir die Entschuldigung so wichtig ist. Ich denke, dass er diese Geste zu schätzen weiß - trau dich, mach den ersten Schritt. Wenn ich versuche, mich in seine Lage zu versetzen, wäre ich wohl recht irritiert über deine Reaktion wegen des anderen Typen. Vielleicht wäre ich sogar irgendwie sauer oder wütend oder was auch immer. Jedenfalls würde ich mich auch erstmal nicht melden und auf deine weitere Reaktion warten.

Seien wir ehrlich: Es war ein Fehler, so zu reagieren und das weißt du selbst ja auch. Nun sind wir eben alle nur Menschen und wir machen Fehler. Größe zeigt sich jedoch, wenn wir unsere Fehler auch eingestehen können. Für mich wäre es ein wirkliches Zeichen, dass dir die Freundschaft was bedeutet, wenn du dich entschulidgen würdest. Bitte ihn um ein Gespräch an einem neutralen Ort und darum, dass er sich Zeit nimmt. Und dann redet doch mal ganz offen (so offen es eben geht).

Zitat von 0815boy:
in meinem kopf ist einfach der gedanke, je mehr freunde er hat, desto geringer ist die aufmerksamkeit für den einzelnen, also auch für mich.


Warum so negativ? Kann man denn mit Freunden immer nur einzeln was unternehmen? Warum denkst du nicht einmal an deinen Freund - vielleicht ist er ja glücklich, wenn er Freunde hat - vielleicht profitierst ja auch du davon, wenn er glücklich ist? Es gibt doch nicht nur Schwarz und Weiß.

Und zum Schluss hab ich noch eine Frage - sicher nicht ganz angenehm: Kannst du wirklich eine "bloße" Freundschaft akzeptieren? Oder belügst du dich selbst, wenn du dir vorstellst, dass du irgendwann nicht mehr verliebt bist und die wunderbare Freundschaft bleibt übrig? Ich stell mir das grad nicht so einfach vor, wie du hier teilweise schreibst.
Ich würde dir auch dringend raten, wieder mit der Therapeutin zu sprechen. Und zwar nicht für ihn, sondern für dich. Und letztlich auch für alle Freundschaften/Beziehungen, die sich in deinem Leben noch ergeben. Apropos: Freust du dich auf Morgen, auf das Treffen? Davon schreibst du gar nichts ...

01.07.2011 11:49 • #13


0815boy

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du hast geschrieben, ich soll nicht auf einen anruf seinerseits warten, sondern selbst die initiative ergreifen. aber ich habe angst, dass ich ihn zu sehr einenge. vll braucht er auch erstaml etwas abstand. ich hab ihm auch vorgeworfen, dass wir viel zu wenig machen in unserer freundschaft und dass er sich zu wenig bemüht und mich links liegen lässt usw. und will nicht, dass er mich als nervig ansieht, deshalb lass ich ihn erstmal in ruhe und hoffe darauf, dass er sich schnellstmöglich meldet.

naja für die therapeutin bin ich mittlerweile zu alt, es is nämlich ne jugend-psychaterien und ich bin mittlerweile 20! ich will mich aber auf alle fälle wieder in psychatrische behandlung begeben, aber ich weiß ja noch garnicht wo ich ab oktober wohnen werde, sprich wo ich studieren werde, denn davon ist ja auch abhängig, zu welcher psychologin (ich kann mir nicht vorstellen mit einem männlichen therapeuten über meine gleichgeschlechtlich zu sprechen) ich gehe.

was das treffen angeht, so habe ich gemischte gefühle. einerseits freue ich mich darauf, andererseits kann ich mich darauf momentan nicht so sehr konzentrieren aufgrund der anderen problematik, aber ich werde das treffen auf alle fälle wahrnehmen.

und zu deine letzten frage: ich weiß nur, dass ich auf diese freundschaft nicht verzichten kann. und ich denke schon, dass ich emotional von ihm loslassen könnte, wenn ich jemand anderen, gleichgesinnten kennelernen würde, mit dem es passt und klappt (was schwer zu finden ist). denn auch, wenn ich in ihn verliebt bin, ich hab mich eig. schon lange damit abgefunden, dass aus uns nie was werden wird und mich auf die freundschaft fokussiert. und seit ich mich in dem gleichgeschlechtlich angemeldet habe (vor ein paar wochen) hab ich den eisernen willen, es zu überwinden.

01.07.2011 12:10 • #14


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Glasscherbe

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NIcht falsch verstehen bitte, ich möchte dich nicht entmutigen, nur Denkanstöße geben.

Ich versteh deine Bedenken wegen des Anrufs. Aber es geht doch nur um eine Entschuldigung ... Das kannst du ihm ja auch so sagen. Ich denke, dass das wirklich eine schöne Geste wäre. Wenn du magst, kannst du ja nochmal "in dich gehen" dazu.

Hey, vielleicht wird das Treffen am Samstag ja ganz unterhaltsam, wer weiß? Lass dich halt drauf ein - schon allein dem Menschen zuliebe, mit dem du dich triffst. Vielleicht ist er ja ganz nett und ihr habt einen schönen Abend, den du genießen kannst - ganz ohne Zwänge.

01.07.2011 12:28 • #15


Sonnenblume20

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Hallo 0815boy,

wenn ich Deinen Thread hier so lese, dann fühlt es sich für mich so an, dass Dein Freund für Dich "DEIN LEBENSELEXIER" ist, ohne das Du nicht überleben kannst. Ich habe das zur Konfrontation extra mal in Großbuchstaben geschrieben.
Zitat von 0815boy:
ich weiß nur, dass ich auf diese freundschaft nicht verzichten kann.

Das sagt schon alles.

Auch möchte ich mich da Pelles Beitrag ein bisschen anschließen.

Zum einen bist Du in ihn verliebt und zum anderen möchtest Du unbedingt seine Freundschaft.
Sprich, wenn Du schon keine Liebesbeziehung führen kannst, dann wenigstens Freundschaft, nur um gewährleisten zu können, dass er immer irgendwie bei Dir sein kann.
Meiner Meinung nach wird das aber nur unter großen Schwierigkeiten funktionieren.
Denn, dazu müsstest Du Dich quasi "entlieben" und das stelle ich mir schwierig vor, wenn Du weiterhin Kontakt zu ihm hast.

Denn so, WIE du an ihm hängst und anhaftest, wirst Du Dich keinen Millimeter lösen können. Ich habe das Gefühl, dass Du sehr sehr abhängig von ihm bist. Klar, weiß Dein Kopf, dass es wahrscheinlich unmöglich sein wird, eine Liebesbeziehung zu ihm zu führen, aber in Deinem Herz ist das noch nicht angekommen.
Es dreht sich bei all Deinen Überlegungen, was die Zukunft angeht, nur um ihn. Du willst auf die Hochschule, wo er ist, Du hoffst, ihn so immer mal wieder sehen und treffen zu können, weil Du Dir überhaupt nicht vorstellen kannst, ohne ihn leben und existieren zu können. Das ist jetzt auf keinen Fall ein Vorwurf, denn es ist erst mal das, was da ist.

Eine Freundschaft hält diese Art von Abhängigkeit eines Partners auf Dauer aber nicht aus. Ich habe gelernt, dass, wenn man den anderen nicht los und frei lässt, er sich immer weiter von einem weg bewegt, weil es einfach zu dicht und zu eng wird.Und das gilt nicht nur für Liebesbeziehungen, sondern gerade auch für Freundschaften.

Du wirst lernen müssen, dass es für Deinen Freund auch noch andere Menschen außer Dich in seinem Leben gibt.

Zitat von 0815boy:
und ich denke schon, dass ich emotional von ihm loslassen könnte, wenn ich jemand anderen, gleichgesinnten kennelernen würde, mit dem es passt und klappt

Das glaube ich nicht, denn Du haftest noch so sehr an ihm, bist ja der Überzeugung, dass es nur mit so einem Menschen wie ihm klappt, dass Du gar nicht richtig frei bist, um anderen Menschen eine Chance zu geben. Du wirst immer vergleichen.
Es wird nie mehr wieder so jemanden geben, wie Deinen Freund, denn alle Menschen sind einzigartig.

Ich kann Dir nur empfehlen, Dich so schnell wie möglich in eine therapeutische Behandlung zu begeben, damit Du ergründen kannst, warum Du Dich von einem Menschen so abhängig gemacht hast und damit Du Wege findest, aus dieser Abhängigkeit heraus zu kommen.

01.07.2011 23:15 • #16


0815boy

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das LEBENSELIXIER von allen menschen sind kontakte zu anderen. ein mensch braucht bezugspersonen, um glücklich zu sein und er ist nunmal eine der ganz wenigen bezugspersonen, die ich habe und derjenige, der mich am meisten aufbaut. was wäre die alternative? ich breche den kontakt zu ihm ab, gehe auf eine andere hochschule, finde dort wie sonst auch immer niemanden, bin einsam und alleine, meine depression kommt wieder richtig zum tragen.

bevor ich ihn kennengelernt habe, war ich in einem loch, hatte keine ziele vor augen, es gab nichts, was mich interessiert oder begeistert hat, ich bin irgendwie so durchs leben geschlendert. ich hatte so gut wie keine freunde und niemals das interesse von anderen leuten an mir erfahren. bis er in mein leben trat. er war der erste, der mir das gefühl gegeben hat, an mir (freundschaftlich) interessiert zu sein. er hat mich so gepuscht, ich habe zwar unter meiner eifersucht auch stark gelitten, jedoch hat die freude, diesen tollen menschen als freund zu haben, überwogen und ich habe niemals wieder daran gedacht, depressiv zu sein.

das eine therapie auf jeden fall notwendig ist, das weiß ich selbst und das werde ich auf jeden fall angehen (wenn ich weiß wo studieren *verzweifel*?)

ich will von ihm emotional loskommen, ich hab schon lange eingesehen, dass nicht mehr als freundschaft drin ist, aber zumindest das möchte ich wahren. ich will mich bei sportvereinen anmelden und vielleicht (hoffentlich) sind ja in meinem studiengang zumindest ein zwei wenige dabei, mit denen ich einigermaßen auskomme und sich etwas anbahnt. und wie gesagt therapeutische hilfe, aber ein kompletter und endgültiger cut (kontaktabbruch) das wäre einfach zu hart. auch wenn ich nicht weiß, ob es so richtig ist oder nicht.

02.07.2011 10:27 • #17


Sonnenblume20

1688
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Zitat von 0815boy:
das LEBENSELIXIER von allen menschen sind kontakte zu anderen. ein mensch braucht bezugspersonen,

Da geb ich Dir vollkommen recht. Ohne menschliche Kontakte vereinsamen Menschen und die Seele hätte kaum Nahrung.

Es ist aber das eine, zu sagen, ich suche persönliche Kontakte, um mich auszutauschen und um zwischenmenschliche Nähe zu erleben oder "ich habe eine Person gefunden und auf die projeziere ich nun all meine Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Zuwendung. Und diese Person darf bitte nicht mehr von mir gehen".

Ich habe das jetzt wieder mal überspitzt formuliert, aber dem Sinn nach ist es das, was Dich in Bezug auf Deinen Freund beschäftigt.

Ich kann Dich schon verstehen, Du hast bisher so etwas kaum erlebt und es ist nur allzu menschlich, dass man etwas schönes, was man bisher nicht kannte, auch nicht mehr hergeben will.

Auch wenn es noch so schön wäre, wenn das so funktioniert, es wird auf Dauer aber nicht gut gehen.

Deine Sehnsüchte, die in Deinem Leben nicht erfüllt wurden, die kann kein einzelner Mensch tragen.
Denn das würde ihn völlig einengen und überfordern.

Ich schreibe Dir das, weil ich es aus eigener Erfahrung kenne. Ich habe mich auch mal emotional an einen Menschen gehängt.
Er hatte all das, was ich mir schon immer gewünscht habe, er ging so wertschätzend mit mir um, wie ich es noch nie erlebt habe, aber er wollte und konnte mir all das, was ich von ihm gerne gehabt hätte, nicht geben.
Das musste ich akzeptieren, ich habe mich, weil ich selbst erkannt habe, dass es so niemals funktionieren kann, mich ziemlich von ihm distanziert, habe ihn "frei gelassen". Ich habe schon noch ab und an Kontakt, aber ich musste erkennen, dass ich mich darauf konzentrieren musste, mein Leben und "mein Glück" selbst in die Hand zu nehmen, was sicherlich nicht einfach ist, das gebe ich zu.

Aber das eigene Glück darf nicht abhängig sein von einem oder mehreren bestimmten Menschen.

02.07.2011 20:25 • #18


0815boy

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ich habe mich jetzt gestern mit jemandem aus dem gleichgeschlechtlich getroffen. ich muss ehrlich sagen, ich war positiv überrascht. wir sind was trinken gegangen, haben uns gut unterhalten und anschließend noch ins kino, haben nen echt tollen film gesehen. und ich habe es tatsächlich geschafft, meinen besten freund mal zu vergessen, habe nicht die ganze zeit an ihn gedacht, sondern war auf mein treffen fixiert. ich bereue dieses treffen in keinster weise, im gegenteil, mir gings danach sogar gut. und alle ängste in bezug auf die eigenschaften des anderen, haben sich nicht bewahrheitet. wir haben uns sogar für morgen wieder verabredet. natürlich kann derjenige nach einem treffen meinem besten freund von meiner subjktiven empfindung heraus (noch) nicht das wasser reichen. und natürlich würde ich ihn sowohl optisch als auch charakterlich hinter ihm einordnen, aber ich bin insgesamt sehr positiv überrascht von diesem treffen und ich hoffe sehr, dass das nächste treffen mit ihm mich in diesem eindruck bestätigt.

ich habe mir gestern überlegt, ob ich meine psychologin, zu der ich vor einem halben jahr den kontakt abgebrochen habe, anrufen soll. als ich nach einem einjährigen kontaktabbruch mich mit 19 wieder gemeldet hatte (vor einem jahr), meinte die arzthelferin, ich sei eigentlich zu alt, es ist eine kinder- und jugendpsychologin, in ausnahmefällen behandlungen bis 21 jahre, ich bin 20. es ginge nur um ein abschlussgespräch und sozusagen die planung für meinen neuen lebensabschnitt. und ich will endlich die karten auf den tisch legen und ihr von meiner gleichgeschlechtlich erzählen und von dem daraus resultierenden konflikt, in dem mich grade befinde. ich will wissen, was sie darüber denkt. soll ich mich trauen?

ich bin in einem kompletten umbruch in meinem leben, die schule ist abgeschlossen, jetzt kommt das studium, ich ziehe von zu hause aus, will endlich regelmäßigen hobbys nachgehen, sprich in sportvereinen mitglied sein, will meine gleichgeschlechtlich ausleben (so wie gestern), will eine psychotherapie anfangen (wartezeit ?) unterstützt durch medikation und eben auch soziale kontakte haben (und dazu gehört mein bester freund nunmal als FREUND dazu). ich weiß es würde gut reinpassen, hier einen cut zu machen und mich zu entfernen, aber es ist so schwer.

03.07.2011 10:19 • #19


Serafina

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Hallo 0815boy,

nachdem sich deine Beiträge nach und nach und immer wieder um deinen Freund drehen, habe ich deine Postings in den Partnerschaftsbereich verschoben.

Serafina

03.07.2011 10:41 • #20


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JeanLucca

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Hallo 0815Boy.

Angeregt von Deinem Thema "Eifersucht" hab ich mich an meine Eifersucht zurückerinnert und war neugierig was sich bei mir verändert hat. Ich habe in vielen Lebensbereichen "antrainierte" Verhaltungsweisen von denen ich mich schwer lösen kann - die viele Gründe haben an denen ich noch arbeiten muss.
Bei der Eifersucht ist es aber irgendwie anders geworden.

Eben bin ich auf die "Suche" gegangen um für mich zu wissen warum. Dabei bin ich auf einen ganz interessanten Artikel gestossen, der aus diesem Forum verlinkt ist.

Ich kopiere einfach mal einen kleinen Abschnitt aus dem "Bericht" der über Eifersucht handelt.

Zitat:
Quälende Eifersuchtsgrübeleien, die häufig auch Beziehungen gefährden und nicht die Kriterien einer wahnhaften Störung erfüllen, sprechen oft gut und dauerhaft auf Fluoxetin oder andere SSRI an. Meist liegt eine erhebliche Selbstwertproblematik zugrunde, die bei dem eifersüchtigen Partner auch einer Psychotherapie bedarf. Das Thema der Eifersucht zeigt oft sehr direkt die Minderwertigkeitsgefühle des Eifersüchtigen. Beweise sind zum Funktionieren und Gedeihen einer Partnerschaft selten nützlich, wer immer nach Beweisen sucht, sollte sich fragen warum er Probleme mit dem Vertrauen hat, das die gesunde Basis einer Partnerschaft stellen muss. Übertrieben eifersüchtige lieben nicht mehr als andere, sie wollen nur mehr kontrollieren als andere. Sie schränken damit ihre Partner in deren persönlichen Freiheiten ein. Es gibt kein Recht Partner zu kontrollieren. Der übertrieben oder krankhaft Eifersüchtige muss erkennen, dass er das Problem in der Beziehung ist, und dass sich dieses Problem in jeder anderen Beziehung wiederholen würde. Das Erlernen der Selbstkontrolle ist also gefragt.


Zitat von 0815boy:
.... will eine psychotherapie anfangen (wartezeit ?) unterstützt durch medikation ....

Ich habe das da oben hier reinkopiert weil es für mich Neu war, dass auch bei Eifersucht Medikamente verschrieben werden.

Aber wenn ich so nachdenke dann macht das durchaus Sinn. Rückblickend hätte ich damals auch gern "etwas" bekommen um klar denken zu können. Wie ist es bei Dir? Kannst Du nicht mal mit Deinem Dr. sprechen um aus Deinem Gedankenkarrusell zu kommen? Das könntest Du auch angehen bevor Du eventuell an eine andere Schule gehst.

Lieben Gruß, JeanLucca

03.07.2011 11:01 • #21


0815boy

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das glaubt ihr mir nicht!

gerade war ich dabei, mich damit abzufinden, dass ich an einer anderen universität studieren werde als er und die freundschaft dadurch nicht aufrechtzuerhalten ist und was passiert?

er ruft mich an (hat wohl momentan stress mit dem mädchen mit dem sich eigentlich was anbahnte) und fragt mich, bei welchen unis ich mich bereits beworben habe und meinte, wir könnten uns doch zusammen mal nach hochschulen umschauen und uns bewerben (was wir dann auch gemacht haben).

natürlich bin etwas verwirrt gerade, ich weiß nicht, woher plötzlich dieses interesse an mir wieder kommt. erst meldet er sich gar nicht mehr und jetzt wo´s offenbar nicht mehr so läuft mit seiner angebeteten? aber bei mir überwiegt gerade die freude. die freude darüber, dass die chancen gestiegen sind, diese tolle freundschaft (die beste, die ich jemals in meinem leben hatte) vielleicht doch aufrechtzuerhalten. diese hand die er mir reicht, die werd ich auf alle fälle greifen, diese chance muss ich nutzen, wenngleich mein ziel nach wie vor ist, dass ich mich emotional von ihm löse. denn dass wir niemals zusammensein werden, damit hab ich mich jetzt abgefunden. ich bin auf die freundschaft aus und die will ich halten.

08.07.2011 19:18 • #22


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Glasscherbe

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der erste gedanke den ich hatte war: pass auf, dass du nicht zum lückenfüller für schlechte zeiten wirst ... ich gönne dir deine freude, das gute gefühl und alles - aber sei vorsichtig und prüfe genau, weshalb er gerade jetzt wieder den kontakt sucht. wenn nötig mit etwas mehr "sicherheitsabstand", sollten sich diese dinge nicht bestätigen, ist es ja um so besser. ich wünsch dir, dass ihr einen weg findet, vor allem aber, dass du einen findest für dein glück.

08.07.2011 19:40 • #23

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