Seelische Misshandlung gegen Kinder durch die Eltern

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telana
Mitglied

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hallo zusammen,

hm ich tu mich etwas schwer damit das zu formulieren, aber ich hoffe ihr könnts irgendwie verstehen.

Wenn ich von seelischem Missbrauch lese oder recherchiere, dann finde ich diesen (bis auf ein Buch) immer nur im Zusammenhang mit körperlichem/S.. Missbrauch. natürlich wird immer gesagt, dass dieser ebenso schlimm is.Für mich ist das aber sehr schwierig zu verstehen.hmm

Also vllt. sollte ich erstmal sagen wo mein Problem liegt. Ich bin in Behandlung wegen Depressionen (oder depressiven Phasen, so ganz weiß ich das nicht). Ich hab da aber ein riesen Problem mit, da bei mir nie irgendwas "Schlimmes" war. Also damit meine ich, ich weiß dass das Verhalten meiner Eltern nicht unbedingt super war ( es wurde ignoriert, SChuldgefühle eingeredet ect. ), und meine Thera meinte dass es zum Teil Gefühle aus der präverbalen Zeit sind, aber ich kann nicht verstehen wie man wegen solchen Verhaltens so abdrehen kann, also so Probleme bekommen kann.

Ich denke also wenn könnte ich das was ich erlebt habe maximal (wenn überhaupt) in die Kategorie seelischen Missbrauch packen.Aber der scheint wie gesagt nur in Zusammenhang mit körperl, zu bestehen. Wie gesagt wenn überhaupt, eigentlich denke ich ich hab nichts schlimmes erlebet, obwohls mir halt nicht gut geht.

Mobbing ist ja aber auch so etwas wie seelischer MIssbrauch? oder in welche Kategorie gehört das?

hm denkt ihr dass das eine (also sellisch bzw körperlich) schlimmer ist als das andere, oder ist beides schlimm?

Ich hab einfach das Gefühl wenn ich lese und höre was andere Menschen zum Teil erlebt haben, dass ich überhaupt kein Recht hab daß es mir so geht, außerdem liebe ich meine Eltern sehr und kann ihnen keine Schuld geben.

Hm also ich weiß wie gesagt nicht ob ihrs versteht aber ich hoffe.

Grüße
Telana

#1


36 Antworten ↓
A

Abendhimmel
Gast

Seelischer Missbrauch ist etwas nicht fassbares, man kann es als mensch einfach nicht greifen - im gegensatz "ich wurde verprügelt oder S. mißbraucht" in dem falle kann man sein leid an einer möglichen ursache feststellen. Beim seelischen missbrauch ist das ganz schon erheblich schwieriger, weil wie wirkte sich der missbrauch für das spätere leben aus und welche ursachen gab/gibt es dafür? An einem körperlichem oder S. mißbrauch kann man die ursache recht schnell feststellen und evtl. auch geeignete maßnahmen treffen. An einem seelischen missbrauch, wenn überhaupt - fällt es erst auf, wenn man darunter irgendwann in seinem leben extremst zu leiden hat und selbst dann, wird diese art von missbrauch wenig beachtung finden.

Beispiel:

Ein Mutter überträgt ihren 5 jährigen Sohn die volle verantwortung für sein leben - weil es doch so einfach ist und wenn er nicht will, dann überlasse ich ihn seiner eigenen verantwortung - ganz einfach. Er ist mit 5 Jahren verantwortlich für sein handeln und tun. Er muß auch nicht zur schule wenn er nicht will - allerdings, was er gerne möchte werde ich auch nicht mehr berücksichtigen, weil irgendwie muß ich ihn ja für sein handeln auch bestrafen. Ne, mit meinem Mann kann ich ja überhaupt nicht, also hetze ich meinen kleinen sohn gegen meinen Mann auf, ich benutze ihn um mein ehekrieg auszuleben - aber eigentlich ist das für mich doch eh zuviel, ich muß im kindergarten arbeiten und die kinder die dort sind, sind so dankbar. Mein Sohn dein Vater ist an allem schuld, er ist schuldig dafür das du das nicht bekommst was du möchtest - aber wenn du nicht willst brauchst du nicht - ich halte dir meine hand über den kopf und werde dich schützen. Papa darf nicht mehr bei Mama schlafen, Papa muß in meinem Bett schlafen und ich muß jetzt bei Mama schlafen. Papa hat keine Frau mehr, weil Mama sich einen neuen "Mann" gesucht hat.

Oma und Mama sagen der Sohn will ja nicht - also lassen wir ihn sich selber überlassen, er muß ja wissen was er tut - ist ja auch viel bequemer. Bei der Schwester, die ist ja so fleißig, die wird gefördert und die muß lernen - den sohn, den behalte ich für mich, den will ich ganz alleine für mich haben!

Mama hat gesagt: "Papa ist an allem Schuld", sie macht ihn immer lächerlich vor mir und papa rächt sich irgendwann an mich und wir eifersüchtig auf mich. Papa fängt an zu trinken, Papa ist an allem schuld - er ist bis heute immer noch der schuldige und Mama entschuldigt sich immer wieder für papa.

Mit 11 Jahren habe ich selbstmord begangen - weil ich es nicht mehr ertragen habe, aber das wurde heruntergespielt - weil sonst hätte mama mich ja verloren und ich hätte vielleicht angefangen zudenken. Meine ältere schwester war das Goldi und lebte mir mein leben vor, ich selber war einfach in meinen ganz jungen jahren auf mich selber gestellt, wurde von meiner Mutter als Seelenmülleimer benutzt. Meine Schwester wurde von vorne bis hinten gefördert, sie konnte Urlaub machen, hat nen Jugendzimmer bekommen u.v.m. - aber ich wollte ja nicht, und wenn ich wollte bekam ich es nicht.

Oma und Mama wußten immer was ich nicht wollte, aber ich mußte immer da sein, ich wurde drauf trainiert wie ich mich für sich zuverhalten habe - warum ist das nicht herausgekommen, weil Mama Pädagogin war - vielleicht hat sie ihre ansichten durchgesetzt???

Ich habe keine Pubertät gehabt, weil ich das nicht durfte - ich mußte für meine Mutter der Mannersatz spielen und wußte es auch nicht anders. Feindbild war mein Vater, der Böse der an wirklich allem Schuld war. Für meine Mutter war ich der seelische Versorger, aber in den ganz vielen Jahrzenten konnte ich mein Leben nicht so führen wie ich das gerne wollte. Ich war einfach in den ganzen Jahren auch der Seelenmülleimer. Wenn ich mein eigenes Leben in die Hand nehmen wollte - wurde mir gleich ein schlechtes Gewissen eingeprägt.

Eine frühzeitige Intervention durch meine Patentante, die mich gerne Adoptieren wollte - hat meine Mutter gut abgewendet, ich mußte nur für Sie darsein - aber sollte mich nicht oder nur kaum entwickeln. Eigentlich wurde mir mein Leben genommen, aber ich sollte für jemand anders da sein und das ist auch heute noch so - die folgen sind wirklich extrem. Was ich immer gefühlt habe ist, ich war immer anders wie andere Menschen, ich konnte mich nicht einordnen, war nur schräg drauf und das hat zu immer neuen konflikten in meinem leben geführt - ich wußte es halt nicht anders.

Bis vor 2 Jahren und nach 5 Selbstmordveruchen habe ich ein psychiatrisches Gutachten über meinen Vater in die Hände bekommen, mein Vater hat auf meiner Geburt gedrängt - meine Mutter wollte mich im jahr 1967 bis zum schluß abtreiben. Ich war für sie nicht erwünscht und wie ich geboren wurde, haben sich sehr schnell verhaltensauffälligkeiten gezeit - ich habe mein kopf als baby immer gegen das bettgitter geschlagen, meine Mutter hat meinen Vater immer vor anderen lächerlich gemacht - eigentlich hatte sie einen absoluten männerhass entwickelt und irgendwann hat meine Mutter mich dazu benutzt, sich gegen ihren mann aufzulehnen - ich wußte das nicht, ich hatte immer das feindbild mann im kopf. Ich habe bis zu meinem 27 Lebensjahr genuckelt und immer noch beiße ich mir die Nägel ab.

Ergebnis von allem, ich leide seit 2 Jahrzenten immer wieder unter schweren depressionen, finde einfach nicht mehr ins normale leben, 5 suizide, panik und angsstörungen, einen extrem kreischenden Tinnitus im Kopf und z.Z. erlebe ich die längste depressive phase von mehr als 3 Jahren mit medikamente - die leider alle nicht richtig anschlagen.

Wäre ich körperlich misshandelt worden, hätte man meine ursachen schnell erkannt - aber wenn man seelisch mißhandelt wird, dauert es extrem lange und wenn man es feststellt - will es auch niemand akzeptieren...

Man leidet vor sich hin und das ist bei der seelischen mißhandlung das schlimmste.

17.09.2012 02:06 • #35


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Hallo telana,

Seelische Misshandlung gegen Kinder durch die Eltern

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ruhelos68

ruhelos68
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Hallo,

ich bin hier in eine weitere „Baustelle“ geraten, aber wahrscheinlich ist sie die Grundlage für alle anderen in meinem Leben.

Ich versuche zu verstehen, ob das was meine Mutter getan hat Missbrauch war und ob ich mich als Opfer fühlen darf.

Es gab in meiner Kindheit nie körperliche Bestrafungen, da meine Mutter selbst körperliche Übergriffe und Misshandlungen durch ihre Mutter und Brüder erlebt hat. Dennoch erlebte ich vieles als eine Hölle.

Meine Mutter ist, das sehe ich jetzt, eine sehr manipulierende Person. Sie erzählt unterschiedlichen Familienmitgliedern immer andere Versionen eines Ereignisses. So z.B. mir, dass sie ihre Bettwäsche unter Schmerzen wechseln musste, weil sie sich am Arm verletzt hatte. Bei einem Gespräch mit meinem Bruder darüber erfahre ich, dass er bei ihr war und das Bett bezogen hat. Oder das meine Großnichte sie nicht mal begrüßt hat als sie sich beim Geburtstag meines Bruders getroffen haben, was aber gar nicht stimmt.

Als Säugling hatte ich ein Kindermädchen. In meiner Kindheit und Jugend war sie nie wirklich anwesend, da sie einen eigenen Laden hatte und in Gemeinde und Politik ehrenamtlich tätig war. Gesehen habe ich sie manchmal zwischen zwei Sitzungsterminen oder wenn wir durch meine Posten als Schul- und Stadtschülersprecherin mal in de gleichen Kommission saßen. Immer war ich „die Tochter von…“
Selbstverständlich waren wir nach außen die perfekte Vorzeige Familie, immer im Rampenlicht und jeder Schritt wurde von außen kommentiert. Im Inneren waren die Worte meiner Mutter über meinen Vater immer nur, der Idiot, die Bestie, der Grobian hat mir wieder wehgetan. Etwas, dass sich mit dem Bild, das ich von meinem Vater hatte nicht gedeckt hat. Er war für einen großen Konzern tätig und deshalb viel im Ausland unterwegs. War er dann bei uns hat er sich auch Zeit für mich genommen und es gab viele Aktivitäten mit ihm. Eigentlich habe ich nur Erinnerungen an gemeinsame Ausflüge mit ihm, aber keine mit meiner Mutter
Die politische Arbeit meiner Mutter führte einmal sogar dazu, dass ich nur unter Polizeischutz zur Schule konnte weil Neonazis unsere Familie bedrohten.

Wirklich präsent war meine Mutter nur dann, wenn sie mal wieder ihre Migräne hatte und die gesamte Familie ruhig und unauffällig sein musste um ihr Leiden nicht zu verschlimmern. Ich traute mich nie Freunde nach Hause zu bringen, weil meine Mutter ja mal wieder krank sein konnte. Viele Freunde hatte ich sowieso nie, weil viele Familien sich von meiner Mutter fernhielten, falschen Respekt hatten.

Ich war immer schüchtern und wurde mit ins Rampenlicht gezogen, wo ich die Mustertochter war.
Später war ich dann im Schulchor und in der Musical AG. Zu keiner meiner Aufführungen erschien meine Mutter. Höchstens mein Vater und meine Brüder waren da. Von meiner Mutter kam nie ein Lob, nie eine Anerkennung erst recht kein Lob. Es kamen auch keine Vorwürfe, nur totale Ignoranz. Diese brachte sie aber auch anderen Familienmitgliedern entgegen.
Als mein Vater schwer an Krebs erkrankte pflege ich ihn mit meiner Mutter, die fast täglich erwähnte, dass er doch endlich sterben könnte und seine Pflege so eine Belastung ist.
Belastung ist eines ihrer Lieblingswörter. Als ich vor kurzem erwähnte, dass ich viel Arbeit hätte, weil unsere Katzen uns eine heftige Flohplage beschert hatten, kam nur „schaff die doch ab, sind ja sowieso nur eine Belastung“.
Kann ich froh sein, dass sie mich nie abgeschafft hat, weil ich auch eine Belastung bin?

Wie ihr an anderer Stelle in diesem Portal lesen könnt habe ich in der Folge meines Lebens noch körperliche Missbräuche erlebt, aber für mich scheint es klar, dass der erst möglich wurde, weil ich nie ein SelbstWERTgefühl entwickelt habe.

Selbst eine Therapie hat mir nicht geholfen mich endlich wertvoll zu fühlen, ich kann bis heute Liebe, z.B. die meines Mannes und unseres Sohnes, und Freundschaft nicht annehmen ohne zu hinterfragen ob ich es wert bin.

Entschuldigt wenn ich zu weit ausgeholt habe, aber ich weiß nicht was wichtig war um klar zu machen was mir passiert ist.
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04.08.2013 16:01 • #37


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S
Hallo Telana,
zuerst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

Zu Deiner Frage: Seelischer Missbrauch und körperlicher Missbrauch sind zwei verschiedene Dinge, die zwar zusammen vorkommen können, jedoch nicht müssen. Sie können genauso auch getrennt voneinander auftreten. Was körperlicher Missbrauch ist, leuchtet und ja meist eher ein. Seelischer Missbrauch ist, wenn der Betroffene seelisch / psychisch leidet.

Ich hab mal ein Buch über Missbrauch gelesen und da war das sehr schön drin beschrieben. Auch die Unterschiede zwischen beiden. Aber mir fällt im Moment nicht mehr ein, in welchem Buch das war.

Was von beidem ist schlimmer - ich denke, das kann man so pauschal überhaupt nicht beurteilen. Ist das wichtig ? Manchmal ist körperliche Misshandlung doch sogar leichter zu ertragen als seelische. Manchmal ist es auch anders herum. Ich denke, das kann man so nicht beurteilen und man braucht es auch nicht. Was immer ein Mensch davon erlebt hat - es war schlimm für ihn. Und nur darauf kommt es doch an. Wie schlimm war es für den Betroffenen.

Übrigens, Du darfst Deine Eltern auch gerne lieben. Sie sind Deine Eltern. Sie haben auch viel Gutes für Dich getan und Dir auch schöne Zeiten beschert. Natürlich haben sie auch Dinge falsch gemacht. Und vielleicht so sehr falsch, daß Du jetzt krank geworden bist. Aber sie haben ja nicht nur falsche Dinge gemacht, sondern eben auch gute. Und ich denke, dafür hast Du sie lieb.

Liebe Grüsse
von steenie

#2


P
Seelischer Mißbrauch ist unter anderem, wenn ein Elternteil permanent auf dem Kind herumhackt, es demütigt, abwertet und schlecht macht. Kinder können sich nicht dagegen wehren wenn Eltern sowas tun. Solche Mißhandlungen sitzen dennoch sehr tief und machen krank ohne das je körperliche Gewalt ausgeübt werden mußte. Die Ohnmacht gegen den Erwachsenen bestehen zu können, der Wunsch geliebt und geachtet zu werden, der permanent und systematisch zu Nichte gemacht wird, machen Kinder unter anderem zu depressiven Erwachsenen.

LG
Petra

#3


U
Liebe Telana

Beides ist gleich .... weil einfach gesagt weil es die Seele krank macht......
Das war einfach ausgedrückt, das was du da andeutest ist wie ich es verstehe ---- giftige Eltern = vergiftete Kindheit ( ist ut bescrieben in den Buch Trotz allem ).
Mir ist beides angetan worden Telena und ich könnte auch nicht sagen ob eins davon schlimmer ist.

Gruß Ute

#4


T
Hallo ihr lieben,

vielen Dank für Eure Antworten,

wenn aber beides gleich ist, warum kann man (oder vllt. auch nur ich) nur eines akzeptieren? warum wird es immer in der Gesellschaft abgewertet?
Warum findet man nichts darüber?

ich find das echt schwierig.

Wenn jemand sagt z.B. er ist geschlagen worden, wird überall sofort reagiert,
wenn man sagt man fühlt(e) sich allein gelassen, dann soll man sich doch mal zusammen reißen, bzw drauf schauen was für eine gute Kindheit man hatte.
(ok vllt könnt ihr auch mann mit ich austauschen ;-) )

das ist ein bissl wie körpliche krankeiten und depressionen oder?

Körperlich gibts immer reaktionen, hat man was seelisch wird man belächelt.

Das Schlimme ist aber glaube ich, dass ich selbst es genauso mache....das kann ja dann nichts geben.

Lg
Telana

#5


Pacoschnecke
Hallo Telena,

vielleicht wäre es ein Ansatz es "selbst nicht zu tun". Vor allem wenn du vermutlich weisst wie es auf die Betroffenen wirkt....Es leidet doch ohnehin jeder genug.

Ich habe beides erfahren aber erst als Erwachsene durch meinen Ex-Mann. Und ich kann dazu nur sagen, das seelische ist für mich viel viel viel schlimmer gewesen, da das ewig im Kopf ist und immer wieder sein Übriges tut.
Körperliches konnte ich, was den Schmerz betrifft, es überwinden und der Schmerz ansich ist ja jetzt nicht mehr zu fühlen, es existiert nur die Erinnerung daran, aber das seelische tut heute noch immer weh und wird mich vielleicht mein ganzes Leben begleiten...

Nimm mir den ersten Satz bitte nicht übel, es soll nur dazu beitragen etwas nachzudenken, das die Menschen, gerade für die Betroffenen etwas besser werden.

Viele liebe Grüsse

Doro

#6


A
Zitat:
warum wird es immer in der Gesellschaft abgewertet?
Warum findet man nichts darüber?


Weil es tabuisiert wird.
Denn jeder, der ehrlich zu sich selbst ist wird feststellen, dass er selber auch
sicher mal etwas gesagt hat, was jemanden zutiefst verletzt haben könnte.
Und es ist immer hart, wenn man sich selbst einen Spiegel vorhalten müßte - also tun die Leute das nicht und
setzen sich nicht damit auseinander. Ist halt der einfachere Weg für sie.

Und andererseits ist es auch so, dass viele sich einfach nicht vorstellen können und wollen,
dass es zB einen großen Unterschied gibt zwischen "traurig sein" und "Depression".
Die denken sich dann: Ach - ich bin auch manchmal traurig ... die (Depressive)
sollen sich mal nicht so anstellen, es ist doch normal mal traurig zu sein.

Man muss schon bereit sein über seinen eigenen Tellerrand zu blicken -
viele vermeiden das, um das wirkliche Elend nicht sehen zu müssen, das ihre idealisierte
Traumwelt zerstören würde/könnte ....

#7


Tama
Dazu fällt mir mein älterer Bruder ein, er war aus erster Ehe.
Ich weiss es nur noch aus Erzählungen.
Meine Mutter hat ihn gehasst und er war für sie ein Störenfried und auch ein Sündenbock für alles. Sie hat all ihre Wut und Hass auf ihn gerichtet. Seelisch.
Mit 11 ist er zu seinem Vater gekommen. Dieser hat ihn immer für seine "Schandtaten" bestraft, das waren körperliche Misshandlungen von denen er heute noch Narben mitsich trägt.
Er sagte mal, seiner Mutter kann er nicht verzeihen, diese Ablehnung und seelischen grausamkeiten waren für ihn schlimmer, als was sein Vater getan hat.

Wenn in der Gesellschaft nicht "gesehen" wird, daß eine Misshandlung stattfindet, wird nichts getan. Gesehen werden nur die körperlichen Dinge. In die Seele ist es ihnen zu schwierig, reinzuschaun.

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#8


T
Hallo

Doro, Tama, Alannis

ich nehme dir den Satz nicht übel, du hast ja vollkommen recht und nichts anderes wünsche ich mir ja selbst.

Seelisch ist schlimmer bzw. gleich schlimm und dochklapts nicht. Es ist absurd,
ich sollte es verstehen und kanns nur schwer, muss es mir immer weider sagen,
danke dass ihr mich an Euren Besipielen und Gedanken teilhaben lasst.

Ja Alannis du hast recht,
eingestehen dass es das gibt bedeutet auch eingestehen dass man selbst schuld trägt,
und vllt hiflts auch vermeiden über das nachzudenken was einem selbst weh getan hat.

Eine (idealisierte) Traumwelt schafft man sich auch um zu überleben oder?

hm ich weiß auch nimmer,
da bin ich wieder beim akzeptieren...

ich würd mir wünschen dass es auch mehr zum Thema seelischen Missbrauch gibt,
denn ich sehe viel um mich rum und vllt würde das einer Akzeptanz in der Gesellschaft helfen?

so wie aufklärung bei Depression....

da muss ich auch immer an einen (liebgemeinten Satz) von einem Freund von mir denken:
Schau mir gehts auch nich timmer so gut und ich reiß mich dann zusammen und versuchs zu schaffen...
und dann hab ich mir nur Gedacht super und ich schaff net mal das zusammenreißen...
aber naja er wollte mir helfen

Liebe Grüße
Telana

#9


A
Telana, ich möchte es mal so sagen.
Kinder werden "wertfrei" geboren und durchlaufen viele viele prägende Phasen im Leben, wo
sie Halt und Richtung brauchen. Ihre Gefühlswelt wird geprägt durch das was man in sie
hineinfüttert - ebenso die Psyche ...

Daraus ergeben sich Verhaltensweisen, die sie auch in späterer Zeit beibehalten - was gelernt wird, sitzt
erstmal bombenfest. Eltern und Gesellschaft sind in diesen Phasen eine Institution, denen ein Kind vertraut.
Überall sieht das Kind und der Jugendliche Menschen, die scheinbar in Ordnung sind - es rennt ja auch kaum jemand, der zB depressiv ist
und in Heulattacken steckt draußen auf der Strasse rum ... das geschieht meist im stillen Kämmerlein.

Wächst ein Kind damit auf, dass es immer wieder verlassen wird ergeben sich daraus Verlustängste,
die es wahrscheinlich nie wieder loslassen werden. Diese Verlustangst überträgt man unbewußt auf Freundschaften,
Partner etc.
Und wenn man dann noch Eltern hatte, denen man nichts recht machen konnte und die einem zu verstehen geben,
dass man eh nichts wirklich richtig machen kann resultiert daraus, dass man denkt man sei Schuld an allem,
man wäre nicht "richtig" etc etc ...

Letztendlich hat diese psychische Misshandlung (Misshandlung = Fehlhandlung) der Eltern dann ein Leben lang Folgen,
aus denen dann wieder andere resultieren ... und irgendwann hat man nicht mehr nur Verlustangst, sondern noch vieles
andere, was sich daraus entwickeln kann.

... ein blauer Fleck, der durch einen körperlichen Übergriff entsteht, ist nach ein paar Tagen weg.
ABER: auch eine Ohrfeige kann zu einem Gefühl der Entwürdigung werden, dass sich durch ein Leben zieht ...

#10


A
Hallo!

Ich leide an einer Depression und frage mich ob die Ursachen nicht aus meiner Kindheit kommen.
Als Kind wurde ich gehänselt,bespuckt und gedemüdigt.Ich hatte oft Angst in die Schule zu gehen.Ist das schon seelischer Missbrauch?

Ich habe immer wieder Träume in der letzten Zeit ,die sich damit befassen.
Ich versuche es immer weg zu schieben.......doch es holt mich immer ein.
Im Mai haben wir Klassentreffen. Ich frage mich ob ich da hinfahren soll.......

Ab April mache ich eine Therapie und hoffe die ganzen Dinge aus der Vergangenheit aufzuarbeiten.


Gruß Angy

#11


S
Hallo,

was ich mich gerade frage ist, warum so gut wie immer geredet wird, dass nur Kinder seelisch missbraucht werden können...nicht aber erwachsene, labile Menschen.

Ich mache mir deshalb Gedanken darüber, weil es in meinem Leben ein Menschen gibt, der soviel mehr Stärke hat als ich und mich eigentlich ebhandelt wie den letzten Dreck...ich es aber trotzdem nicht schaffe, den Kontakt zu ihm abzubrechen. Wir hatten schon oft über Monate absolute Funkstille, aber jedes mal, wenn er wieder auftauchte, ging es wieder von vorne los. Und jedes mal habe ich wieder Angst, ihn zu verlieren, obwohl mein Verstand mir sagt, dass es das beste ist, was mir passieren könnte. denk04

#12


P
Ich hab sogar schon starke erwachsene Menschen an solchen Beziehungen zerbrechen gesehen. Es trifft nicht nur Kinder, aber die kindliche Psyche ist noch so empfindlich, daß die Spätfolgen deutlicher zu Tage treten. Auch ist ein Kind ohnmächtig seinen Eltern ausgeliefert, während ein Erwachsener sich ja trennen könnte. Häufig sind die Erwachsenen, die sich nicht trennen können ehemals seelisch mißhandelte Kinder gewesen. Man sucht einen starken Partner, jemanden, der die Eltern ersetzt, die einen gepeinigt haben - und ohne es zu wollen aber fast mit unübertroffener Zielsicherheit erwischt man dann einen, der sich genauso mies verhält. Der Kreis der Verdammnis, aus dem man erst ausbrechen kann, wenn man die Hintergründe für sich erkennt. Erst dann sucht man sich keinen Vater oder Mutter mehr, sondern kann das verletzte innere Kind selbst aufpäppeln.

Seelische Gewalt ist deshalb so grausam, weil sie nicht von außen als solche wahr genommen wird. Als Kind glaubt man sogar selbst, daß es normal ist. Erst wenn man von außen auf die Familie guckt fällt einem meist auf was los ist. Zumindest ging es mir so. Da war eine irre Diskrepanz zwischen dem Familiengefühl, der Vorstellung einen sicheren Hafen zu haben, eine Familie die einen schützt und behütet und dem, was real war - ein Vater der aus Eifersucht seine Kinder demütigte und erniedrigte bis aufs Blut, weil er keine Ehefrau sondern einen Mutterersatz geheiratet hatte. Diese Erkenntnis war unglaublich und schockierend. Die Reaktionen der Familie sehr enttäuschend, denn sie saßen noch drin in ihrem Phantasiegebilde. Jetzt bin ich solange raus, daß es mir schon fast wieder als unwahrscheinlich vorkommt, daß mein Vater sich uns Kindern gegenüber so verhalten hat. Wäre da nicht mein Bruder mit seiner sozialen Phobie und Unfähigkeit seine eigenen Stärken wahr zu nehmen, dann könnte ich nicht mal mehr sagen ob es jemals passiert ist. Ich muß mir immer wieder sagen - ja, ich hab nicht gesponnen, es war alles wirklich so. Mein Vater hat mit mir Spießrutenlaufen gemacht und mich beleidigt und erniedrigt wo er nur konnte. Schaue ich den alten Mann heute an, ist es kaum zu glauben.
bahnhof

#13


FrotteeTierchen
hallo

wollte einige gedanken noch hier lassen

hier wird so oft geschrieben seelischer und körperlicher missbrauch wären gleich. ich sehe das nicht so. ganz im gegenteil. es sind zwei vollkommen verschiedene dinge.

mir ist klar was ausgedrückt werden soll: beides sind verletzungen, beides ist schlimm... und da seelische verletzungen gern unter den tisch fallen möchte man diese auch gerne mit etwas ähnlichem gleichstellen, dass besser verständlich ist, allgemeiner akzeptiert (eben körperliche misshandlung).

die qualitäten sind aber sehr unterschiedlich. körperliche misshandlung kann man klar abgrenzen, man kann von außen ganz klar sagen ab wann da missbrauch passiert (jedenfalls in der regel). die auswirkungen sind auch klar - körperlich gesehen, ich hab blaue Flecken, gebrochene knochen usw. seelischer missbrauch kann viel subtiler sein, es ist schwer ihn zu erkennen oder abzugrenzen, er lässt sich gern "wegargumentieren".

auch die auswirkungen sind unterschiedlich. wenn mein vater auf mich eintritt breche ich mir das becken, meinen selbstwert hat er damit noch nicht unbedingt gebrochen, vllt sogar im gegenteil. wenn mein vater mich demütigt, erniedrigt, dann trägt er stück für stück meinen selbstwert ab, beugt mich.

#14


A


Hallo telana,

x 4#15


A
Hallo Frotteetierchen!

. es gibt einen neuen zusätzlichen "offenen Bereich" zum Thema "S..Missb." .

#15

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