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Raus aus der Komfortzone

Suvi

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Hallo an alle.
Ich habe hier schon einen Beitrag geschrieben (mein Partner hat PTBS) und viele hilfreiche und denkwürdige Berichte gelesen.
Nun hab ich einige schlechte Tage hinter mir und mein Gedankenkarussel ist 24h rotiert! Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Therapeutin die ich vor 5j kennengelernt habe. Ich habe schnell und zum richtigen Zeitpunkt einen Termin bekommen und ich konnte mir 1,5h alles von der Seele reden. Eigentlich war ich nur wegen meiner derzeitigen belastenden Situation da aber dabei kamen bei mir soviele seelische Baustellen zum vorschein! Danach ging es mir sehr gut gestern und mit meinem Partner hab ich mich sehr gut unterhalten nachdem ich am Vorabend emotional übergekocht bin und ihm einige sachen an den kopf geworfen habe was mir dann unglaublich leid tat. Aber ich stand total neben mir und fühlte mich so hilflos.
Heute morgen reifte dann eine idee in mir. Was allerdings eine riesen veränderung bedeuten würde. für uns alle. Raus aus der komfortzone!
Aber es würde soviele Dinge ändern zum besseren wie ich hoffe. Diese Sicherheit dieser Zone lässt einen oft in einem zustand verweilen der meist nicht mal der richtige/ gesündeste ist.
Um es genauer zu erklären:
-Wir haben beide keine Familie hier im ausland, alle sind in dtl
- nicht mehr zufrieden/ glücklich im job
- wenig soziale kontakte, die meisten freunde sind weggezogen
Usw.
Irgendwie sieht alles heller aus im moment!
Wünsch euch einen schönen Tag:)

18.04.2020 11:41 • x 1 #1


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maya60

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Hallo Suvi, nochmal Willkommen hier im Forum! Ich finde es gut und richtig und wichtig, dass du dich um deine eigenen seelischen Belastungen kümmerst und dir psychotherapeutische Begleitung und Unterstützung besorgst.
Diese Selbstfürsorge ist sehr wichtig als Angehörige psychisch kranker PartnerInnen! Sehr gute Entscheidung!

Ich weiß nicht, was du mit der Comfortzone und mit dem Herauskommen aus dieser Comfortzone genau meinst?

Vor allem weiß ich nicht, ob du deinen Partner mit PTBS gleich mitmeinst. Denn eines kann ich dir meiner persönlichen Erfahrung nach garantieren als Depressive mit Traumahintergrund, dass jemand mit PTBS in keiner Comfortzone drin ist. Sondern da herauskatapultiert wurde und nun unermüdlich um psychische und emotionale Stabilität ringt und kämpft und dass jedes bisschen Comfortzone, das sich auch so anfühlt, ein Segen ist.

Und auch du als Angehörige, bist du in einer Comfortzone mit all deinen Belastungen?

Aber vielleicht missverstehe ich dich ja auch.

Wichtig ist aber, dass du nicht für deinen Partner und dich dieselben Bedürfnisse, dieselbe Tatkraft und dieselbe innere Stabilität voraussetzen kannst.

Magst du noch ein bisschen berichten, was du meinst?

Liebe Grüße! maya

19.04.2020 17:14 • x 2 #2


Suvi

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Hallo Maya,
Vielen Dank für deine Antwort.
Richtig es fehlt einiges an hintergrundinfo: ich fang bei mir an. Also ich bin seit 16j in Fi, war verheiratet und hatte somit auch familie hier. Tollen arbeitsplatz mit internationalen kollegen mit denen ich teilweise 10j sehr gut befreundet war/ bin. Nach der scheidung vor 5j gings es los dass ich durch meinen ex viele familiäre (seinerseits) verbindungen verloren habe (er hat das sehr unterbunden). Aber ich hatte noch ein gutes netzwerk an freunden. Nun sind aber fast alle jobtechnisch wieder weggezogen. Wirklich alle bis auf 2, 3 Leute. Die Arbeitsaufteilung/ klima hat sich auch sehr verändert. Alles nicht mehr wirklich schön. Und Fi selbst ist zwar ein schönes land aber es ist recht schwierig sich hier wirklich zwischenmenschlich wohlzufühlen. Alles zusammen genommen ist es sehr frustrierend. Auch vom klima her ist es recht gewöhnungsbedürftig. Solange nur ein faktor negativ war gings es ... Aber es wurde immer mehr.
Mein Partner war schon wieder nach dtl umgezogen aus diesen Gründen, ist aber wiedergekommen damit wir zusammenleben können. Für mich ist es die comfort zone, weil es schwierig ist alles zu ändern, und weil ich trotzdem hier gewisse sicherheit habe. Aber ich bin nur hier wegen der Kinder. Und mein partner ist genauso gefrustet wie ich. Deshalb würde er sehr gerne gehen...

19.04.2020 17:31 • x 1 #3


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maya60

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Hallo Suvi, das kann ich gut verstehen. Würde es aber dennoch nicht als Comfortzone bezeichnen, erst recht nicht nach all den Zusatzinfos, die du jetzt noch geschrieben hast.
Das will alles emotional und psychisch verarbeitet werden. Und weil wir das alles heute meinen wie eine Maschine nacheinander wegstecken zu müssen, darum gibt es soviel Burnout und Depressionen als Stresserkrankungen.

Aber auch große Entscheidungen bergen neue Lebensqualität in sich wie du ja auch schon beschrieben hast. Sind deine Kinder erwachsen und selbständig, wenn ich fragen darf?

Ich kann gut verstehen, dass du und dein Partner über einen Umzug nachdenkt, aber lasst euch bloß alle Zeit der Welt mit der Verwirklichung, nicht dort irgendwann in Zukunft nach Corona kündigen - Umzug - Start neuer Job, sondern lasst, wenn es eben geht, ein Umzugsunternehmen alles packen, transportieren und wieder auspacken.Und dann nach dem Umzug euch genug Zeit, um anzukommen. Ihr beide solltet euch soviel wie möglich um Komfort kümmern, um stabil zu bleiben und eure Beziehung stabil zu halten, denn ihr seid nicht wirklich in einer Komfortzone, dafür ist die Belastung zu groß.

Liebe Grüße! maya

19.04.2020 18:31 • x 1 #4


Suvi

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Danke Maya !
Wir werden nichts überstürzen... es ist eine idee und wir werden uns wenigstens 1 jahr zeit lassen. Hier sind genug Dinge zu regeln... Aber es ist ein gutes gefühl ein ziel zu haben und fühlt sich irgendwie richtig an.

19.04.2020 20:10 • x 1 #5

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