19

Probleme beim Absetzen von Venlafaxin

maya60
Hallo bones, wie hast du das denn gemacht, 37,5 mg von 150 mg reduziert?

Ich habe mal nach schwerster Depression von 300 mg Venlafaxin, weil ich mich dann irgendwann überdosiert fühlte, unter ärztlicher Beobachtung, hinunterdosiert ohne Probleme nach folgendem, wegen meiner ADHS-Überreizung selbst ausgedachten System:


1. und 2. Woche: 7. Tag statt 300 mg 225 mg

3. und 4. Woche: 3. und 7. Tag statt 300 mg 225 mg

5. und 6. Woche: 2., 4. und 6. Tag statt 300 mg 225 mg

7. Woche: immer abwechselnd 300 mg und 225 mg

8. und 9. Woche: 3. und 7. Tag nur 300 mg

10. Woche: Nur noch 225 mg Venlafaxin

Da ich mich immer weiter überdosiert fühlte, bin ich wirklich innerhalb von vielen Monaten über 150 mg und 75 mg auf Null hinuntergegegangen, weil der Doc und ich schauen wollten, was nun wirklich passt.

2 Monate lang war alles wunderbar in Ordnung, dann beganngen wieder die bekannten ersten unerträglichen Depri-Symptome und ich musste auf 150 mg Venlafaxin zurück, fühlte mich dann nicht mehr überdosiert und alles konnte stabilisiert werden.

Liebe Grüße! maya

30.07.2019 17:30 • #46


Zitat:
Darf ich fragen, wie man in Zehntel Schritten ausschleichen sollte? Bei hartkapseln sowohl bei Tabletten kann man dies nicht machen. Selbst bei Tropfen Form, was auch von venlafaxin gibt Nähmlich zaredrop heisst es, wäre dies schwierig und halte ich für übertrieben. Hatte venlafaxin vor 2 Jahren schon mal gehabt ,hab 150mg genommen, hab ich jed Woche 37,5mg reduziert und ging ohne Probleme.

Es trifft nicht auf jedes Medikament zu, aber bei manchen kommen kleine Kügelchen raus, wenn man die Kapsel öffnet, die man dann abgezählt einnehmen kann. Bei Tabletten ist etwas feinmotorisches Geschick und eine sehr scharfe Klinge gefragt.
Zu Venlafaxin kann ich selbst nicht aus Erfahrung berichten. Ich nahm einige Wochen 15 mg Mirtazapin in Tabletten. Die wollte ich, wie Ärzte raten, in Schritten 100-50-0% ausschleichen. Ich habe allerdings schon nach wenigen Tagen 50% gemerkt, dass es nicht unproblematisch ist. Dann bin ich nochmal 75% hoch und habe von dann an alle 7 Tage in 12,5%-Schritten zerschnibbelt. Ganz haarscharf waren die Ergebnisse nicht, aber es war dennoch erstaunlich, wie gut das mit der Klinge (Cutter aus'm Bastler-Bedarf) ging.

Allerdings hat es nicht geholfen, mir Absetzsymptome zu ersparen. Mir geht's momentan schlechter, als vor der Einnahme und nun werde ich erstmal auf Psychopharmaka verzichten.

30.07.2019 18:18 • #47


Zitat von maya60:
Hallo bones, wie hast du das denn gemacht, 37,5 mg von 150 mg reduziert?

Ich habe mal nach schwerster Depression von 300 mg Venlafaxin, weil ich mich dann irgendwann überdosiert fühlte, unter ärztlicher Beobachtung, hinunterdosiert ohne Probleme nach folgendem, wegen meiner ADHS-Überreizung selbst ausgedachten System:


1. und 2. Woche: 7. Tag statt 300 mg 225 mg

3. und 4. Woche: 3. und 7. Tag statt 300 mg 225 mg

5. und 6. Woche: 2., 4. und 6. Tag statt 300 mg 225 mg

7. Woche: immer abwechselnd 300 mg und 225 mg

8. und 9. Woche: 3. und 7. Tag nur 300 mg

10. Woche: Nur noch 225 mg Venlafaxin

Da ich mich immer weiter überdosiert fühlte, bin ich wirklich innerhalb von vielen Monaten über 150 mg und 75 mg auf Null hinuntergegegangen, weil der Doc und ich schauen wollten, was nun wirklich passt.

2 Monate lang war alles wunderbar in Ordnung, dann beganngen wieder die bekannten ersten unerträglichen Depri-Symptome und ich musste auf 150 mg Venlafaxin zurück, fühlte mich dann nicht mehr überdosiert und alles konnte stabilisiert werden.

Liebe Grüße! maya


Nun ich habe ja 2x 75mg genommen damals. Und in der ersten Woche einfach 37,5mg weg gelassen ,das heisst dass ich morgens wie gewohnt mein 75mg genommen hab und Mittag statt 75mg nur noch 37,5mg. Drauf de Woche dann morgens 37,5mg weggelassen usw. Dann würde auf ein anderes Antidepressiva gewechselt. Leider war ich vor 2 Jahren noch sehr naiv und schenkte meiner damaligen psychiaterin mein vollstes vertrauen und so wurden zig verschiedene Experimente mit Antidepressiva/neuroleptika teilweise sogar Benzos ausprobiert. Da ich wie viele unter schweren Depressionen leide, versucht man natürlich alles mögliche ,um wieder aus der Krise raus zu kommen. Bis ich dann gewechselt hab und meine neue mir wieder venlafaxin verordnete in Kombi mit noch ein Antidepressiva und neuroleptika. Seit dem geht's mir Vorsicht gesagt gut. Heute bin ich um einiges erfahrener und passiert mir nicht nochmal. Hat aber fast 2 Jahre gedauert, bis ich sagen kann "es ist ok und kann damit umgehen ".

Deine Reduzierung Und wieder aufzudosieren wechselnd hat das was gebracht?

30.07.2019 18:22 • x 1 #48


HeilySensitiv
Lieben Dank für die Antwort. Ich habe das Gefühl, die psychischen Begleiterscheinungen lassen schon nach. Derzeit habe ich vor allem Muskel-/Gelenkschmerzen.
Die kommen aber teilweise vom Gewicht. War noch nie so schwer, wie jetzt und hoffe, das bessert sich auch.
LG

Zitat:
Deine "Entzugserscheinungen" kann auch ich bestätigen. Im Laufe der Jahre habe ich auch in der Praxis gelernt, dass die pauschalen Zeitangaben in den Beipackzetteln nicht ernst zu nehmen sind. Teilweise hatte ich gar keine Symptome beim Ausschleichen, teilweise sehr massiv. Ich hatte das von den unterschiedlichen Medikamenten abhängig gemacht, dann aber beim gleichen Mittel unterschiedliche Erfahrungen bei gleicher Dosierung gemacht: einmal so gut wie nichts bemerkt, beim nächsten Mal über 2 Monate gekämpft.

Jeder reagiert anders. Aber das Gute ist: es vergeht in jedem Fall! Vielleicht früher, vielleicht später, aber die Absetzerscheinungen vergehen! Also nicht verzweifeln! Der Kampf lohnt sich!
.
LG
ZeroOne

02.08.2019 18:04 • x 1 #49


Alinaue

08.02.2020 17:24 • x 1 #50


maya60
Hallo Alinaue und Willkommen im Forum! Deine körperlichen Beschwerden nach Absetzen des Venlafaxins, obwohl ihr das langsam gemacht habt, lesen sich für mich ein bisschen wie Absetzerscheinungen, sie gingen ja auch vorbei.

Deine dann folgenden Stimmungsverschlechterungen lesen sich dagegen für mich so, dass du wieder Depressionen bekommst. Als Absetzerscheinung hätten sie nicht zwischendurch aufgehört. Aber ich bin keine Fachfrau.

So war das jedoch bei mir auch. Ich habe vorletztes Jahr langsam mit meinem Doc Venlafaxin auch mal ausgeschlichen, aber aus anderen Gründen. Als ich 6 Wochen gar keine mehr nahm, und das auch gut vertrug, fingen meine typischen depressiven Symptome wieder an und ich fing mit Venlafaxin wieder an und brauche es auch recht hoch dosiert, wie wir rausgefunden haben, wenn ich nicht so schwer depressiv bin, aber wegen der dämpfenden Wirkung auf meine exreme Reizoffenheit des A.DHS.
Allein die Reizüberflutung ließ mich wieder in eine Erschöpfungsdepression fallen.

Aber sowas, auch wenn du dir das anders gewünscht hast, zeigt dir dann auch, wo du stehst. Du hast schwere psychische Diagnosen und brauchst offenbar medikamentöse Unterstützung.

Für welche deiner Diganosen hast du Ritalin genommen, wenn ich fragen darf?

Wenn dein Arzt es dir schon rät, dann warte nicht zu lange auf den Neubeginn mit Venlafaxin. Nicht dass du so richtig tief reinrasselst in eine akute Episode. Fang die lieber rechtzeitig ab.

Liebe Grüße! maya

08.02.2020 17:40 • x 1 #51


Hallo,
Venlafaxin hatte ich auch mal, aber nicht lang, da weiß ich gar nicht mehr wie das absetzen war. Bei meinen letzten Medis weiß ich es aber noch. Da hatte ich Bupropion und Quetiapin und es hat bei mir Monate gedauert bis ich wieder halbwegs zurecht kam. Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen waren da ein großes Problem, aber das hatte sich mit der Zeit gelegt.

Es ist sehr löblich von dir das du versuchen willst auch ohne Medikamente klarzukommen, aber wenn das Studium ansteht würde ich auf den Rat des Psychiaters hören. Ich würde an deiner vielleicht bis gut vor einem Monat vor dem Studium noch schauen ob es sich so verbessert und wenn nicht dann wieder darauf zurückgreifen und so dem Medikament auch wieder die Möglichkeit zu geben einen gewissen Spiegel zu erreichen bis es dann los geht.

Natürlich ist es einem wohl lieber ohne Medikation zurecht zu kommen, aber wenn der Zustand nur schlechter wird hast du im Endeffekt dann auch nichts davon. Lieber noch erstmal mit und dann ohne wenn sich die Zeit dafür anbietet. Gerade ein Studium kann eben ziemlich stressig sein, so wie ich es von anderen mitbekommen hab. Man muss es sich ja dann nicht noch schwerer machen als es schon ist.

Mit freundlichen Grüßen:
Dave

08.02.2020 18:10 • x 3 #52


Eis
Guten Morgen Alinaue
Ich sehe das ähnlich wie @maya60 . Der erste Teil sind klar Absetzsymptome, aber der weitere Teil dann mit der Stimmung klingt für mich eher nach Symptomen einer Depression, was vermutlich bedeutet, dass du das Antidepressiva wieder brauchst. Ich würde auf den Rat deines Psychiaters hören.
VG Eis

09.02.2020 08:52 • #53





Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag