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Plötzliche tiefsitzende Ängste und Schockstarre

Hallo ihr lieben,
Ich habe mich hier gerade angemeldet, da heute ein schlimmer Tag für mich war und ich mich gerne mit jemandem neutralen (sprich nicht meinem Mann etc.) austauschen würde.
Ich dachte hier finde ich vielleicht jemanden, dem das alles bekannt vorkommt.

Seit der Geburt meiner Tochter im Dezember 2017 leide ich immer wieder unter Panikattacken die zwischendurch bis zur Todesangst geführt haben.
Damals hieß es, dass die Geburt meiner Tochter das ausgelöst hat, da ich Angst habe sie zurück zu lassen etc.
Zwischenzeitlich war es wirklich wieder sehr gut, dass ich bloß noch ab und zu bei schmerzen zb. Etwas übertriebene Angst bekommen habe und mir eingebildet habe es wäre etwas schlimmeres (was jedoch immer nur kurz anhielt).

Mittlerweile ist es leider wieder etwas ausgeprägter und hat sich auf wesentlich minimalere Dinge bezogen.
Ich habe zb. seit meiner Kindheit eine Phobie vor großen krabbeltieren oder ähnlichem.
Neulich war in unserer Küche ein wirklich außergewöhnlich großer aber eigentlich ach sehr schöner nachtfalter in unserer Küche.
Ich habe bloß den Schatten gesehen den er durch das Licht geworfen hat und bin wie von der Tarantel gestochen aus der Küche geflohen und habe die Tür hinter mir zugeknallt. Dann habe ich sofort meinen Mann angerufen mit kaum Atem, abgehackten Sätzen und extrem Herzklopfen.
Bei öffnen der Tür und dem Anblick von diesem gefühlt monströsen Falter bin ich absolut in eine schockstarre verfallen und habe ohne zu blinzeln eine halbe Ewigkeit gestarrt ohne laut zu atmen oder ähnliches.
Erst als er Seine Flügel bewegt hat habe ich die Tür voller Panik wieder schließen können.
Ich bin die restliche Nacht trotz extremen Durst nicht mehr in die Küche um mir was zu trinken zu holen und auch nicht ansatzweise in die Nähe der Küche.

Bin ich mit meiner Tochter zusammen sind jedoch alle Ängste vergessen.
Geht sie in ihr Bett und mein Mann ist Nachtschicht arbeiten bin ich mit meinen Gedanken alleine.
Mich holen aus dem nichts beängstigende, peinliche oder einfach für mich persönlich als schlimm empfundene Sachen aus der Vergangenheit ein.
Ich muss mich dann auch direkt Maßregeln um nicht in eine endlose Schleife des in mich gekehrt Seins und der Angst bzw des Unwohlseins zu verfallen.

Ich überdramatisiere Situationen oder das handeln anderer Menschen und verwandle jede normale Situation in etwas beängstigendes oder negatives.
Umso überraschter bin ich wenn doch alles gut ausgeht.

Ich habe endlos das Gefühl alles was ich mache oder sage ist falsch und führt dazu das geliebte Menschen mich ablehnen oder nicht mehr lieben. Was natürlich eigentlich Quatsch ist.
Los werde ich diese Gedanken aber nur durch Beschäftigung (wenn überhaupt) weshalb ich mich ununterbrochen bis zum direkten einschlafen beschäftigen muss.

Doch selbst manchmal in der arbeit springen mir solche Gedanken aus dem nichts in den Kopf.

Das War jetzt wirklich viel und ich hoffe überhaupt jemand liest sich das durch und kennt das vielleicht oder hat ein paar tips .

Danke im Voraus !

26.08.2019 21:12 • x 1 #1


Pilsum
Hallo Samse,

ich begrüße Dich und freue mich, dass Du auch hier ins Forum gekommen bist.

Zitat:
Ich habe endlos das Gefühl alles was ich mache oder sage ist falsch und führt dazu das geliebte Menschen
mich ablehnen oder nicht mehr lieben. Was natürlich eigentlich Quatsch ist.


Auch wenn Du im Grunde weißt, dass Dir einige Gefühle häufig etwas Falsches sagen,
scheinst Du bisher noch nicht den Weg gefunden zu haben, Deine innere Ausgeglichenheit
zu finden.
Kann es sein, dass Dich Deine Eltern, in Deinen ersten Lebensjahren etwas wenig unterstützt haben?

Bestimmt werden einige User hier Ähnliches erlebt haben.

Einen Rat möchte ich Dir gern später geben. Dafür solltest Du uns etwas mehr darüber erzählen, wo Du
mögliche Ursachen für persönliche Zweifel und Unsicherheiten siehst.

Viele Grüße

Bernhard

26.08.2019 23:03 • x 1 #2


Hallo Bernhard,
Ich danke dir für deine Antwort !

Die Gründe für meine selbstzweifel liegen in meiner Kindheit da hast du vermutlich recht.
Ich bin in einer Pflegefamilie aufgewachsen. Ich habe immer das Gefühl gehabt ich muss mich beweisen und alles perfekt machen weil es sonst leider nicht gewürdigt wurde bzw ich Angst hatte ich bin sonst einfach nicht gut genug um geliebt zu werden. Ich bin leider nicht mit viel umarmen und Gefühle zeigen aufgewachsen und wirklich unterstützt wurde ich leider erst nachdem ich einen fluchtartigen Auszug hinter mich gebracht habe mit 19 Jahren und 1 Jahr Kontakt Abbruch darauf folgte.
In dem Jahr ohne meine Pflegefamilie habe ich unglaublich viel auf die Beine gestellt und bin sehr selbstständig geworden, worauf ich sehr stolz bin.
Ab dem Zeitpunkt wo sie das mitbekommen haben haben Sie angefangen mich zu unterstützen, was dann allerdings (glücklicherweise) eigentlich nicht mehr notwendig war.

Ab und zu vergesse ich leider mich zu erinnern wie weit ich seitdem gekommen bin und das ich das auch genießen kann statt immer noch zu denken es muss immer noch ein bisschen besser gehen

26.08.2019 23:21 • x 2 #3


Also, das mit den Krabbeltieren empfinde ich genauso furchtbar! Eine Spinne in der Wohnung- und ich werde hysterisch. Einmal, als ich alleine war, hätte ich wegen einer Spinne fast die Feuerwehr gerufen ! Da erfuhr ich, dass sowas tatsächlich öfter vorkommt- die Stadt schickt dann jemanden mit dem PKW
Eine Konfrontationsrherapie wäre der reinste Horror und undenkbar!

26.08.2019 23:48 • x 2 #4


Ja so fühlt man sich da leider tatsächlich oft. da sieht man mal was solche kleinen Dinger in Menschen auslösen können, furchtbar !

27.08.2019 00:01 • x 1 #5




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