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Passiv-aggressives Verhalten (Mauern) - wie damit umgehen?

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Wallis
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Hallo!

Wer von euch kennt dieses Verhalten? Symptome sind: Schweigen, mauern, keine klare Linie zeigen, ausweichen, nie klar Stellung beziehen.
Was geht in den Menschen vor, die sich so verhalten? Ist das Feigheit, steckt Narzissmus dahinter, sind das manipulative Menschen, wie geht man am besten damit um?

#1


31 Antworten ↓
buddl1

buddl1
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.... gerade in bestehenden Partnerschaften ist es nicht auszuschließen, dass ein Öffnen gegenüber diesen nicht möglich ist.
"das verstehst du nicht", "lass mich", "das muss ich mit mir aus machen", bis hin "das geht dich nichts an, du bist genauso wie..."
diese Worte schmerzen sehr und es ist auch oft so gewollt, damit Abstand geschaffen wird, dieser Enge die plötzlich entstand entfliehen zu können. "Lasst mich doch alle in Ruhe!"

es wäre schön, wenn man einfach sagen könnte: nimm hier von und davon, da wird es wieder,
aber es ist nicht der Hunger der gestillt werden muss,
es ist der Kopf, in den man eindringen muss, verstehen zu können, Wege finden zu können, zu wollen!

ich stand oft, zu oft als Kind mit meiner Mum am Grab ihres Sohnes, meines Bruder,
wünschte mir so viel,
helfen zu wollen, dort zu liegen damit er leben könnte, sie wieder glücklich zu sehen...
aber ich stehe da, kann nicht so weinen wie sie, hole Wasser, damit sie noch mehr Tränen frei lassen kann...
danach ging es zur Oma, ja sie lag ja nur 500m weiter, auch dort und dort wurde meine Mum wieder gefasster
und still, alles was sie ihr sagte, blieb mir verborgen bis sie endlich sagte, "komm lass uns gehen.."
fasst jeden Samstag, im Winter war zwar meist der Friedhof zu, aber die anderen 3 Jahreszeiten, sie kamen Jahr für Jahr,
viele Jahre lang.

es ist nur ein Bruchteil,
aber das meiste was man tun kann,
lernen zu verstehen, lernen ob Abstand oder Nähe die Hilfe geben kann,
denn wenn das Herz und der Kopf verschlossen bleibt,
kommt keiner ran...
im Gegenteil, die Gefahr ist groß, in den Sog gezogen zu werden...
buddl1,

28.10.2020 08:03 • x 2 #31


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A


Hallo Wallis,

Passiv-aggressives Verhalten (Mauern) - wie damit umgehen?

x 3#3


CeHaEn

CeHaEn
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Zitat von Wallis:
warum hast du denn früher gemauert, warum mauerst du heute nicht mehr? Kannst du mir dazu mehr erzählen?

Das lässt sich im Grunde mit dem zusammenfassen, was @Alexandra2 geschrieben hat.
Ich habe mich oft nicht richtig verstanden gefühlt oder hatte Schwierigkeiten, mich verständlich zu machen. Mein Vater wurde beispielsweise schnell laut und verletzend, wenn ihm etwas nicht passte oder wenn ich tatsächlich einen Fehler gemacht habe. Deswegen begann ich irgendwann damit, Probleme vor meinen Eltern zu verschweigen. Nach außen hin war auf Nachfrage etwa in der Schule alles okay, obwohl ich genau wusste, dass eine 5 auf dem nächsten Zeugnis stehen würde. Bis dahin hatte ich jedoch den Frieden gewahrt.
Ich habe auch oftmals nicht alles erzählt, wenn etwas andere Personen betraf. Ich wollte sie nicht verletzen oder gar Reaktionen provozieren, die mir von Hause schon unangenehm bekannt waren. Das war ein Mangel an Vertrauen.

Wenn man das über Jahrzehnte macht, dann wird es zu einer echten Belastung. Gleichzeitig ist es dann oft gar nicht so einfach, es künftig anders zu machen. Man muss eine Überlebensstrategie (so nannten es meine Therapeuten) aufgeben, welche sich lange auf eine traurige Weise bewährt hat. Man hat zwar einen unbequemen Platz gefunden, aber wenigstens ist dieser Platz bekannt und berechenbar.

09.03.2019 18:49 • x 1 #14


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mutmacher
In welcher Beziehung meinst Du das ? Arbeitskollegen, Ehepartner, Verwandtschaft, Freunde ?

x 2 #2


W
Zitat von mutmacher:
In welcher Beziehung meinst Du das ? Arbeitskollegen, Ehepartner, Verwandtschaft, Freunde ?

Partnerschaft.

#3


CeHaEn
Moin Wallis

ich denke, du hast die Möglichkeiten schon aufgezählt. Scham und einen Mangel an Vertrauen kann man sicherlich auch nennen. Die Gründe dafür wiederum können mitunter einen Roman füllen.

Das Verhalten tut dir nicht gut und das merkst du - einfach wegstecken fällt damit offensichtlich aus. Es geht um deine Partnerschaft und da sind deine eigenen Belange genau so wichtig wie die deines Partners, wenn das ganze weiterhin funktionieren soll.
An deiner Stelle ist es nun schwierig, etwas zu tun. Du kannst versuchen zu zeigen, dass du zum Zuhören bereit bist; dass du deinen Partner gerne verstehen und mit ihm gemeinsam eine Lösung finden möchtest. Dein Standpunkt muss klar sein.

Darüber hinaus liegt es dann an deinem Partner, dein Angebot anzunehmen. Da kommen wieder die möglichen Gründe und die Vorgeschichte ins Spiel.

x 3 #4


mutmacher
Da wären ein paar weitere Erklärungen schon gut, z.B. war das von Anfang an so ? Wie lange kennt Ihr Euch ?
Gab es einen Vorfall, der dieses Verhalten erzeugte ?
Es gibt ja auch introvertierte, unsichere und doch liebenswerte Menschen, die mit einer unsichtbaren Schutzmauer herumlaufen, sich dabei nichts Böses denken, vlt. mit ihrem Verhalten einen Streit verhindern wollen.
Oder aber Partner, die eigtl. die Sache beenden wollen, sich aber noch unsicher sind - bestimmte Signale sind aber spürbar.

x 1 #5


W
Zitat von mutmacher:
Da wären ein paar weitere Erklärungen schon gut, z.B. war das von Anfang an so ? Wie lange kennt Ihr Euch ?
Gab es einen Vorfall, der dieses Verhalten erzeugte ?
Es gibt ja auch introvertierte, unsichere und doch liebenswerte Menschen, die mit einer unsichtbaren Schutzmauer herumlaufen, sich dabei nichts Böses denken, vlt. mit ihrem Verhalten einen Streit verhindern wollen.
Oder aber Partner, die eigtl. die Sache beenden wollen, sich aber noch unsicher sind - bestimmte Signale sind aber spürbar.

das kam erst mit seinem Burnout vor einigen Monaten. Wir kennen uns schon länger, aber wurden erst vor einem halben Jahr zu einem Paar. Wir leben nicht zusammen und sehen uns selten. Während der Treffen ist immer alles gut, aber in der Zeit dazwischen herrscht eine dürftige Kommunikation.
Er ist an sich weder introvertiert noch unsicher.

#6


W
Zitat von CeHaEn:
Du kannst versuchen zu zeigen, dass du zum Zuhören bereit bist; dass du deinen Partner gerne verstehen und mit ihm gemeinsam eine Lösung finden möchtest. Dein Standpunkt muss klar sein.
an sich weiss er das, aber ich werde mir diesen Satz dennoch mal merken und ihn bei Gelegenheit anbringen.

#7


Blume71
Hallo Wallis,

ich kann mir nicht vorstellen, dass es narzisstische Gründe dafür gibt, weiß es natürlich auch nicht mit Sicherheit.
Aber Du müsstest doch vorher gemerkt haben, dass er ein Narzisst ist. Man wird ja nicht zu einem Narzisst, weil man Burnout bekommen hat.
Lieben Gruß Blume

x 1 #8


W
Hallo Blume,
ich wollte mich jetzt nicht auf Narzismus festlegen, als einen solchen hatte ich ihn auch nicht kennengelernt. ich frage mich einfach nur, was Männer zum Mauern bringt. Übrigens sind mir in meinem Leben schon oft solche begegnet, die in der Beziehung bei schwierigeren Themen zum mauern neigten. Für mich ein sehr unreifes Verhalten.

x 1 #9


CeHaEn
Das könnt ihr Damen manchmal auch ganz gut. zunge raus strecken
Zitat von mutmacher:
Es gibt ja auch introvertierte, unsichere und doch liebenswerte Menschen, die mit einer unsichtbaren Schutzmauer herumlaufen, sich dabei nichts Böses denken, vlt. mit ihrem Verhalten einen Streit verhindern wollen.

Ich denke, dass @mutmacher es hier nochmal schön ausgedrückt hat. Ich kann es ein Stück weit selbst nachvollziehen, weil ich besonders in meiner Jugend auch so eine Mauer hatte.
Es kann des lieben Friedens wegen gemauert werden (wie sinnvoll das sein mag, fällt einfach hinten über) oder etwa aus Angst vor Ablehnung. Wenn nicht aus böser Absicht gemauert wird, dann geht es ganz zuletzt wohl immer um Vertrauen.

#10


Alexandra2
Liebe Wallis,
Ich finde, Kommunikation ist eines der schwersten 'Dinge'.
Dieses Mauern, Schweigen kenne ich, wenn jemand mit Vorwürfen kommt oder Vorwürfe gehört werden, wo keine sind, oder wenn große Schwierigkeiten mit der Identität bestehen in Lebenskrisen oder wenn jemand grundsätzlich nicht vertrauen kann wegen sehr schlechter (Kindheits) Erfahrungen. Dieses erlernte Interpretationsmuster nimmt jeder von uns immer mit, kann auch verändert werden.
Offene Fragen, abwarten, nachfragen und die Versicherung, Du meinst es gut mit ihm, können helfen.
Liebe Grüße
Alexandra

x 2 #11


W
Zitat von CeHaEn:
Das könnt ihr Damen manchmal auch ganz gut. zunge raus strecken

Ich denke, dass @mutmacher es hier nochmal schön ausgedrückt hat. Ich kann es ein Stück weit selbst nachvollziehen, weil ich besonders in meiner Jugend auch so eine Mauer hatte.
Es kann des lieben Friedens wegen gemauert werden (wie sinnvoll das sein mag, fällt einfach hinten über) oder etwa aus Angst vor Ablehnung. Wenn nicht aus böser Absicht gemauert wird, dann geht es ganz zuletzt wohl immer um Vertrauen.

warum hast du denn früher gemauert, warum mauerst du heute nicht mehr? Kannst du mir dazu mehr erzählen?

#12


W
Zitat von Alexandra2:
Liebe Wallis,
Ich finde, Kommunikation ist eines der schwersten 'Dinge'.
Dieses Mauern, Schweigen kenne ich, wenn jemand mit Vorwürfen kommt oder Vorwürfe gehört werden, wo keine sind, oder wenn große Schwierigkeiten mit der Identität bestehen in Lebenskrisen oder wenn jemand grundsätzlich nicht vertrauen kann wegen sehr schlechter (Kindheits) Erfahrungen. Dieses erlernte Interpretationsmuster nimmt jeder von uns immer mit, kann auch verändert werden.
Offene Fragen, abwarten, nachfragen und die Versicherung, Du meinst es gut mit ihm, können helfen.

Liebe Alexandra,
zumeist sind es ja kritische Situationen, in denen gemauert wird (liegt in der Natur der Sache) .
Ich hatte früher die Erfahrungen gemacht, dass viele Männer so ziemlich alles als Vorwurf betrachten. Dabei geht es doch eigentlich nur darum, konstruktiv etwas zu verbessern.
Interessant, was du sagst über Identitätsschwierigkeiten. Kannst du dazu mehr sagen?

Am mangelnden Vertrauen kann es momentan nicht liegen, er sagte mir mehrfach, dass er mir vertraut.

#13


CeHaEn
Zitat von Wallis:
warum hast du denn früher gemauert, warum mauerst du heute nicht mehr? Kannst du mir dazu mehr erzählen?

Das lässt sich im Grunde mit dem zusammenfassen, was @Alexandra2 geschrieben hat.
Ich habe mich oft nicht richtig verstanden gefühlt oder hatte Schwierigkeiten, mich verständlich zu machen. Mein Vater wurde beispielsweise schnell laut und verletzend, wenn ihm etwas nicht passte oder wenn ich tatsächlich einen Fehler gemacht habe. Deswegen begann ich irgendwann damit, Probleme vor meinen Eltern zu verschweigen. Nach außen hin war auf Nachfrage etwa in der Schule alles okay, obwohl ich genau wusste, dass eine 5 auf dem nächsten Zeugnis stehen würde. Bis dahin hatte ich jedoch den Frieden gewahrt.
Ich habe auch oftmals nicht alles erzählt, wenn etwas andere Personen betraf. Ich wollte sie nicht verletzen oder gar Reaktionen provozieren, die mir von Hause schon unangenehm bekannt waren. Das war ein Mangel an Vertrauen.

Wenn man das über Jahrzehnte macht, dann wird es zu einer echten Belastung. Gleichzeitig ist es dann oft gar nicht so einfach, es künftig anders zu machen. Man muss eine Überlebensstrategie (so nannten es meine Therapeuten) aufgeben, welche sich lange auf eine traurige Weise bewährt hat. Man hat zwar einen unbequemen Platz gefunden, aber wenigstens ist dieser Platz bekannt und berechenbar.

x 1 #14


A


Hallo Wallis,

x 4#15


Alexandra2
Liebe Wallis
Ja es geht um das Erlernte und Erfahrungen. Ich dachte noch an konservative Rollenvorbilder. Männer dürfen keine Gefühle zeigen, müssen immer stark sein. Wenn sie nicht gelernt haben, sog. schwach sein zu dürfen, entsteht ein innerer Konflikt, in dem Sinne ich will ja, aber 'das ist nicht erlaubt'. Und diese gegensätzlichen Gefühle erschüttern die Identität. Weil der Konflikt nicht gelöst werden kann, wenn man das nicht reflektiert.

#15

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