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Passiv-aggressives Verhalten (Mauern) - wie damit umgehen?

Wallis

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Hallo!

Wer von euch kennt dieses Verhalten? Symptome sind: Schweigen, mauern, keine klare Linie zeigen, ausweichen, nie klar Stellung beziehen.
Was geht in den Menschen vor, die sich so verhalten? Ist das Feigheit, steckt Narzissmus dahinter, sind das manipulative Menschen, wie geht man am besten damit um?

09.03.2019 10:48 • #1


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mutmacher

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In welcher Beziehung meinst Du das ? Arbeitskollegen, Ehepartner, Verwandtschaft, Freunde ?

09.03.2019 11:18 • x 2 #2


Wallis

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Zitat von mutmacher:
In welcher Beziehung meinst Du das ? Arbeitskollegen, Ehepartner, Verwandtschaft, Freunde ?

Partnerschaft.

09.03.2019 11:32 • #3


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CeHaEn

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Moin Wallis

ich denke, du hast die Möglichkeiten schon aufgezählt. Scham und einen Mangel an Vertrauen kann man sicherlich auch nennen. Die Gründe dafür wiederum können mitunter einen Roman füllen.

Das Verhalten tut dir nicht gut und das merkst du - einfach wegstecken fällt damit offensichtlich aus. Es geht um deine Partnerschaft und da sind deine eigenen Belange genau so wichtig wie die deines Partners, wenn das ganze weiterhin funktionieren soll.
An deiner Stelle ist es nun schwierig, etwas zu tun. Du kannst versuchen zu zeigen, dass du zum Zuhören bereit bist; dass du deinen Partner gerne verstehen und mit ihm gemeinsam eine Lösung finden möchtest. Dein Standpunkt muss klar sein.

Darüber hinaus liegt es dann an deinem Partner, dein Angebot anzunehmen. Da kommen wieder die möglichen Gründe und die Vorgeschichte ins Spiel.

09.03.2019 11:44 • x 3 #4


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mutmacher

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Da wären ein paar weitere Erklärungen schon gut, z.B. war das von Anfang an so ? Wie lange kennt Ihr Euch ?
Gab es einen Vorfall, der dieses Verhalten erzeugte ?
Es gibt ja auch introvertierte, unsichere und doch liebenswerte Menschen, die mit einer unsichtbaren Schutzmauer herumlaufen, sich dabei nichts Böses denken, vlt. mit ihrem Verhalten einen Streit verhindern wollen.
Oder aber Partner, die eigtl. die Sache beenden wollen, sich aber noch unsicher sind - bestimmte Signale sind aber spürbar.

09.03.2019 11:51 • x 1 #5


Wallis

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Zitat von mutmacher:
Da wären ein paar weitere Erklärungen schon gut, z.B. war das von Anfang an so ? Wie lange kennt Ihr Euch ?
Gab es einen Vorfall, der dieses Verhalten erzeugte ?
Es gibt ja auch introvertierte, unsichere und doch liebenswerte Menschen, die mit einer unsichtbaren Schutzmauer herumlaufen, sich dabei nichts Böses denken, vlt. mit ihrem Verhalten einen Streit verhindern wollen.
Oder aber Partner, die eigtl. die Sache beenden wollen, sich aber noch unsicher sind - bestimmte Signale sind aber spürbar.

das kam erst mit seinem Burnout vor einigen Monaten. Wir kennen uns schon länger, aber wurden erst vor einem halben Jahr zu einem Paar. Wir leben nicht zusammen und sehen uns selten. Während der Treffen ist immer alles gut, aber in der Zeit dazwischen herrscht eine dürftige Kommunikation.
Er ist an sich weder introvertiert noch unsicher.

09.03.2019 17:14 • #6


Wallis

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Zitat von CeHaEn:
Du kannst versuchen zu zeigen, dass du zum Zuhören bereit bist; dass du deinen Partner gerne verstehen und mit ihm gemeinsam eine Lösung finden möchtest. Dein Standpunkt muss klar sein.
an sich weiss er das, aber ich werde mir diesen Satz dennoch mal merken und ihn bei Gelegenheit anbringen.

09.03.2019 17:15 • #7


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Blume71

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Hallo Wallis,

ich kann mir nicht vorstellen, dass es narzisstische Gründe dafür gibt, weiß es natürlich auch nicht mit Sicherheit.
Aber Du müsstest doch vorher gemerkt haben, dass er ein Narzisst ist. Man wird ja nicht zu einem Narzisst, weil man Burnout bekommen hat.
Lieben Gruß Blume

09.03.2019 17:17 • x 1 #8


Wallis

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Hallo Blume,
ich wollte mich jetzt nicht auf Narzismus festlegen, als einen solchen hatte ich ihn auch nicht kennengelernt. ich frage mich einfach nur, was Männer zum Mauern bringt. Übrigens sind mir in meinem Leben schon oft solche begegnet, die in der Beziehung bei schwierigeren Themen zum mauern neigten. Für mich ein sehr unreifes Verhalten.

09.03.2019 17:51 • x 1 #9


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CeHaEn

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Das könnt ihr Damen manchmal auch ganz gut.
Zitat von mutmacher:
Es gibt ja auch introvertierte, unsichere und doch liebenswerte Menschen, die mit einer unsichtbaren Schutzmauer herumlaufen, sich dabei nichts Böses denken, vlt. mit ihrem Verhalten einen Streit verhindern wollen.

Ich denke, dass @mutmacher es hier nochmal schön ausgedrückt hat. Ich kann es ein Stück weit selbst nachvollziehen, weil ich besonders in meiner Jugend auch so eine Mauer hatte.
Es kann des lieben Friedens wegen gemauert werden (wie sinnvoll das sein mag, fällt einfach hinten über) oder etwa aus Angst vor Ablehnung. Wenn nicht aus böser Absicht gemauert wird, dann geht es ganz zuletzt wohl immer um Vertrauen.

09.03.2019 18:01 • #10


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Alexandra2

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Liebe Wallis,
Ich finde, Kommunikation ist eines der schwersten 'Dinge'.
Dieses Mauern, Schweigen kenne ich, wenn jemand mit Vorwürfen kommt oder Vorwürfe gehört werden, wo keine sind, oder wenn große Schwierigkeiten mit der Identität bestehen in Lebenskrisen oder wenn jemand grundsätzlich nicht vertrauen kann wegen sehr schlechter (Kindheits) Erfahrungen. Dieses erlernte Interpretationsmuster nimmt jeder von uns immer mit, kann auch verändert werden.
Offene Fragen, abwarten, nachfragen und die Versicherung, Du meinst es gut mit ihm, können helfen.
Liebe Grüße
Alexandra

09.03.2019 18:07 • x 2 #11


Wallis

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Zitat von CeHaEn:
Das könnt ihr Damen manchmal auch ganz gut.

Ich denke, dass @mutmacher es hier nochmal schön ausgedrückt hat. Ich kann es ein Stück weit selbst nachvollziehen, weil ich besonders in meiner Jugend auch so eine Mauer hatte.
Es kann des lieben Friedens wegen gemauert werden (wie sinnvoll das sein mag, fällt einfach hinten über) oder etwa aus Angst vor Ablehnung. Wenn nicht aus böser Absicht gemauert wird, dann geht es ganz zuletzt wohl immer um Vertrauen.

warum hast du denn früher gemauert, warum mauerst du heute nicht mehr? Kannst du mir dazu mehr erzählen?

09.03.2019 18:13 • #12


Wallis

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Zitat von Alexandra2:
Liebe Wallis,
Ich finde, Kommunikation ist eines der schwersten 'Dinge'.
Dieses Mauern, Schweigen kenne ich, wenn jemand mit Vorwürfen kommt oder Vorwürfe gehört werden, wo keine sind, oder wenn große Schwierigkeiten mit der Identität bestehen in Lebenskrisen oder wenn jemand grundsätzlich nicht vertrauen kann wegen sehr schlechter (Kindheits) Erfahrungen. Dieses erlernte Interpretationsmuster nimmt jeder von uns immer mit, kann auch verändert werden.
Offene Fragen, abwarten, nachfragen und die Versicherung, Du meinst es gut mit ihm, können helfen.

Liebe Alexandra,
zumeist sind es ja kritische Situationen, in denen gemauert wird (liegt in der Natur der Sache) .
Ich hatte früher die Erfahrungen gemacht, dass viele Männer so ziemlich alles als Vorwurf betrachten. Dabei geht es doch eigentlich nur darum, konstruktiv etwas zu verbessern.
Interessant, was du sagst über Identitätsschwierigkeiten. Kannst du dazu mehr sagen?

Am mangelnden Vertrauen kann es momentan nicht liegen, er sagte mir mehrfach, dass er mir vertraut.

09.03.2019 18:16 • #13


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CeHaEn

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Zitat von Wallis:
warum hast du denn früher gemauert, warum mauerst du heute nicht mehr? Kannst du mir dazu mehr erzählen?

Das lässt sich im Grunde mit dem zusammenfassen, was @Alexandra2 geschrieben hat.
Ich habe mich oft nicht richtig verstanden gefühlt oder hatte Schwierigkeiten, mich verständlich zu machen. Mein Vater wurde beispielsweise schnell laut und verletzend, wenn ihm etwas nicht passte oder wenn ich tatsächlich einen Fehler gemacht habe. Deswegen begann ich irgendwann damit, Probleme vor meinen Eltern zu verschweigen. Nach außen hin war auf Nachfrage etwa in der Schule alles okay, obwohl ich genau wusste, dass eine 5 auf dem nächsten Zeugnis stehen würde. Bis dahin hatte ich jedoch den Frieden gewahrt.
Ich habe auch oftmals nicht alles erzählt, wenn etwas andere Personen betraf. Ich wollte sie nicht verletzen oder gar Reaktionen provozieren, die mir von Hause schon unangenehm bekannt waren. Das war ein Mangel an Vertrauen.

Wenn man das über Jahrzehnte macht, dann wird es zu einer echten Belastung. Gleichzeitig ist es dann oft gar nicht so einfach, es künftig anders zu machen. Man muss eine Überlebensstrategie (so nannten es meine Therapeuten) aufgeben, welche sich lange auf eine traurige Weise bewährt hat. Man hat zwar einen unbequemen Platz gefunden, aber wenigstens ist dieser Platz bekannt und berechenbar.

09.03.2019 18:49 • x 1 #14


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Alexandra2

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Liebe Wallis
Ja es geht um das Erlernte und Erfahrungen. Ich dachte noch an konservative Rollenvorbilder. Männer dürfen keine Gefühle zeigen, müssen immer stark sein. Wenn sie nicht gelernt haben, sog. schwach sein zu dürfen, entsteht ein innerer Konflikt, in dem Sinne ich will ja, aber 'das ist nicht erlaubt'. Und diese gegensätzlichen Gefühle erschüttern die Identität. Weil der Konflikt nicht gelöst werden kann, wenn man das nicht reflektiert.

09.03.2019 19:01 • #15


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maya60

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Hallo Wallis,

du schreibst, erst seit seinem Burnout mauert dein Partner.

Das tue ich auch im Burnout aus reiner Erschöpfung. Seit dem letzten Zusammenbruch dauerte es 2 Jahre, bis ich wieder sozial aufmerksam sein konnte.

Liebe Grüße!

maya

10.03.2019 10:18 • x 4 #16


Wallis

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ich bekomme eigentlich gar nichts mehr mit von dem, was er macht, was er denkt, wie es ihm geht. die Kommunikation ist grauenhaft.
Liebe Grüsse zurück!

11.03.2019 12:16 • #17


Wallis

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hat denn jemand eine Idee, wie ich ihn aus seiner Passivität rausholen kann?

13.03.2019 11:32 • #18


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ZeroOne

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Wenn die Kommunikation trotz Bemühungen grauenhaft ist, vielleicht etwas mehr "verbindliche Führung" übernehmen (soll Menschen geben, die das zumindest gelegentlich brauchen). Nägel mit Köpfen: verbindliche Termine machen und auf deren Notwendigkeit hinweisen und klar machen, dass kurzfristige Absagen/Ausreden entsprechend Konsequenzen nach sich ziehen.

Geduld und Gutmütigkeit ist richtig und wichtig, sollte aber nicht ins Uferlose gehen, oder gar ausgenutzt werden.

LG
ZeroOne

13.03.2019 11:51 • x 4 #19


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mutmacher

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huch-- Zero, das hört sich an wie auf dem Landratsamt.
soll sie das jetzt schriftlich machen oder wie ?

13.03.2019 12:49 • x 1 #20


Wallis

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Zitat von mutmacher:
huch-- Zero, das hört sich an wie auf dem Landratsamt.
soll sie das jetzt schriftlich machen oder wie ?

er und ich verkehren ja sowieso nur noch schriftlich

13.03.2019 12:52 • #21


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mutmacher

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ehrlich jetzt ?

13.03.2019 12:56 • #22


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Alexandra2

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Liebe Wallis,
ich dachte gerade, daß ich anfangs der Erkrankung weder zuhören noch reagieren konnte. Ich war ein einziger 'Verzweiflungsblock'. Und wichtig wäre m.E. zu akzeptieren, daß er nicht reden mag/ kann/ will.
Ich könnte mir vorstellen, Du fährst zu ihm, setzt Dich zu ihm und schweigst gemeinsam. Man kann nicht nicht kommunizieren (Watzlawik?). Das setzt voraus, wirklich nicht zu sprechen.
Dort könntest Du fühlen, was Du wahrnimmst und er entscheidet ob er doch verbal kommunizieren möchte/ kann/ will.
Das ist auch ein Zugangsweg, aber er entscheidet. Das dürfte Dir schwer fallen, weil Du sicher viel besprechen möchtest.
Aber das würde ihn möglicherweise in die Enge treiben und die Situation verschärfen.
Liebe Grüße
Alexandra

13.03.2019 13:20 • x 2 #23


Wallis

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ich würde ja gerne hinfahren, dazu müsste ich aber wissen, wann er da ist. hab keine Lust so weit zu fahren und dann macht keiner auf oder er muss in 10 minuten weg.
Das ist ja das Problem.

13.03.2019 14:03 • #24


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ZeroOne

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Zitat von mutmacher:
huch-- Zero, das hört sich an wie auf dem Landratsamt.


Eigentlich nicht @mutmacher , denn auf´s Landratsamt geht nur einer, der weiß, was er dort will.

LG
ZeroOne

13.03.2019 18:44 • #25


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ClaraFall

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Zitat von Blume71:
Hallo Wallis,

ich kann mir nicht vorstellen, dass es narzisstische Gründe dafür gibt, weiß es natürlich auch nicht mit Sicherheit.
Aber Du müsstest doch vorher gemerkt haben, dass er ein Narzisst ist. Man wird ja nicht zu einem Narzisst, weil man Burnout bekommen hat.
Lieben Gruß Blume


Man lernt einen Narzissten aber nie als solchen kennen

Das zeigt sich ja doch immer später. Manchmal wesentlich später.

Manchmal zu spät.

15.07.2020 14:22 • x 2 #26


Wallis

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Oh, diesen alten Thread gibt es noch....
Ich melde mich demnächst mal wieder.
Mit dem Narzisten habe ich keinen Kontakt mehr, bzw minimalsten Kontakt, der ist ein komplett gestörter Blödmann, der zurück in den Kindergarten sollte.
Den Burnoutler gibt es immer noch, aber im Prinzip derselbe Murks wie gehabt.

15.07.2020 18:11 • x 1 #27

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