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Toxische Schwester, wie soll ich damit umgehen?

Aydabkz

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Hallo zusammen,
ich brauche Rat, da ich so echt nicht mehr weiter weiß. Gut, ich habe mittlerweile Wege gefunden, um mich zu distanzieren, dennoch kann man ja von einer Person, einem Kind nicht erwarten, dass sie sich ändert.

Erstmal, es geht hier zwar "nur" um ein ganz großes Konflikt mit meiner Schwester, dennoch geht es für mein Empfinden über einen gängigen Streit unter Geschwistern über.

Ich bin 19, werde in den kommenden Monaten 20. Meine Schwester ist 13. Eigentlich ist es mir egal was sie sagt , sie ist in der Pubertät. Doch manchmal hat sie einfach schon so Techniken würde ich behaupten, wie sie gezielt unsere Mutter gegen mich hetzt oder sich gegen mich aufspielt.

Naja, meine Vergangenheit war ziemlich durchwachsen. Immerhin kann ich von mir behaupten, dass ich alles einmal miterlebt habe und jetzt endlich seit einem Jahr erst wirklich zu mir gefunden hat. Also, seit der Grundschule war ich immer Klassenbeste und ein typisches braves Kind. Ich würde halt schon von meiner Familie dahin gedrängt, in diese perfekte Schiene. Das äußere hat schon seit dem ich ungefähr 6 war eine sehr große Rolle gespielt und alle haben immer nur auf mein Äußeres oder eben meine Leistung geschaut.

Mit 11/12 rutsche ich dann in eine Essstörung. Erst schleichend, dann lebensgefährlich und ich musste mehrmals in die Klinik. Es hat mich verändert. Mit 13 dann wurde ich sehr rebellisch, habe mich voll bewusst gegen alle Regeln gestellt und durch die Klinik habe ich auch ältere Jugendliche kennen gelernt, mit denen ich auch privat Zeit verbrachte. Ich war halt die typische Rebellin, hatte da auch schon einen Freund und hin und wieder heimlich geraucht/ getrunken. Dennoch habe ich einen Schnitt von 1,4 und hatte sogar die Empfehlung von der Realschule zum Gymnasium zu wechseln. Mit 16 hatte ich dann wieder eine ruhige Phase , hatte einen Burnout und litt an Depressionen und Panik Attacken. Zudem habe ich auch ne chronische Schilddrüsen Erkrankung weswegen ich oft ins Krankenhaus müsste.

Okay das war zwar nicht passend zum Titel aber nur um einen kleinen Einblick in meine Vergangenheit zu bekommen. Meine Schwester war da halt immer dabei, und weil ich dann irgendwie den Stempel "Sorgenkind" bekommen habe ,hatten meine Eltern die meiste Zeit die Augen auf mich.

So. Seit dem letzten Jahr habe ich mich komplett verändert. Ich habe die Essstörung erst mit 18 richtig überwinden können und achte jetzt sehr auf meine Gesundheit. Ich mache Sport, Yoga , meditiere, schreibe einen Roman und werde Sonderpädagogik studieren. Ich hab so ein Mittelding gefunden, zwischen Zeit für mich und Freunde, feiern, Festivals,Dates. ohne dass ich mich selber verliere.

Jetzt zu meiner Schwester. Ich weiß, dass es nicht einfach für sie war. Damals. Ohne es zu wollen habe ich die ganze Aufmerksamkeit der Familie bekommen.

Wir haben uns auch immer wieder Mal gestritten aber es war nicht so wie jetzt. Wenn ich versuche mit ihr zu reden, dann lehnt sie ab. Und wenn, dann beleidigt sie mich. Es ist mir egal. Doch manchmal ist es mehr als das sie sagt ich sei so hässlich , dumm, bescheuert und noch vieles mehr.

Egal was ich mache. Sie gönnt mir nichts. Wenn ich ein Date habe, dann sagt sie ich sei so eine *beep*, so billig und meint dann sie würde nie so sein wollen. Ich bin es nicht, warum sie es sagt, ich weiß es nicht.

Aber als ich den Platz bestätigt bekommen habe, für Sonderpädagogik, da sagte sie, dass ich dennoch so dumm bin. Sie sagt es komischerweise auch nur vor meiner Mutter, und da meine Mutter mich nicht so sehr leiden kann wie sie, glaubt sie ihr auch alles.

Meine Mutter stellt sich immer auf die Seite meiner Schwester und manchmal beleidigen sie mich beide. Das ist fast der einzige Moment,in dem meine Schwester auch ein bishen glücklicher aussieht , leider. Sonst hockt sie nur in ihrem Zimmer, schaut Serien oder Filme. Sie trifft sich nicht mit ihren Freunden, ich bin mir garnicht so sicher wer diese überhaupt sind. In der schule ist sie genau so gut wie ich damals. Aber darauf spielt sie sich immer auf.

Jeden Tag höre ich "ich bin überdurchschnittlich intelligent" "ich bin etwas besonderes" "andere sind nicht so wie ich". Und manchmal beleidigt sie auch meine Freunde, die Mitte 20 sind teilweise oder gleich alt und sagt "deine Freunde sind sogar dümmer als ich. Wie gut dass ich intelligenter bin".

Sie spielt sich immer darauf auf. Erstmal dachte ich, ich lasse sie Mal reden aber manchmal gibt es nichts anderes wovon sie spricht, außer das sie sich für ein überintelligentes Wesen hält.

Ich habe schon mehrere Praktika und ein FSJ gemacht, wo ich auch mit Kindern und Jugendlichen Arbeiten durfte. Meine Schwester ist eine ganz normale 13 jährige, die zwar mehr lernt als andere aber vom Verhalten oder der Entwicklung ist sie ein ganz normales Mädchen, was auf eine Gesamtschule geht.

Manchmal will sie mir auch einreden, dass ich in der Pubertät bin und sie im Kopf 10 Jahre älter als ihr alter ist. Warum sagt sie sowas? Will sie mir damit zeigen, sie ist besser? Will sie sich mit mir messen? Ich Frage mich das immer wieder. Komm nie auf eine Antwort.

Wenn ich zum Beispiel shoppen gehe, dann sagt sie "Pack deine Tüten weg ich will das nicht sehen", und dann sagt sie ich hatte mir das nicht verdient und ich sei kaufsüchtig. Weil ich mir einmal im Monat was gönne, von meinem Gehalt wohlgemerkt.

Wenn ich feiern gehe, dann bin ich asozial. Weil ich einen anderen Musik Geschmack als sie habe bin ich asozial. Sowas machen schlaue Leute nicht sagt sie.

Ich weiß noch ein e Situation, da wollte eine Klassen Kameradin von ihr mir auf den sozialen Medien folgen. Ihr nicht. Daraufhin hat sie gesagt, dieses Mädchen soll das bloß nicht tun, ich sei ja so arrogant.

Egal was , und besonders wenn ich mega gut drauf bin, dann versucht sie mich derart zu provozieren. Vor paar Jahren habe ich mich auch provozieren lassen und sie dann angeschrien doch jetzt wirkt das nicht mehr. Ich denk mir dann immer lass sie erzählen. Und weil sie merkt dass mich das nicht mehr kriegt, beleidigt sie mich und alles was in meinem Leben eine Rolle spielt.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, sie lebt noch so in der Vergangenheit. Aber ich habe mein damaliges ich schon längst los gelassen. ich bin jetzt glücklich und angekommrn. Ich bin nicht mehr der rebellische Teenager, der so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Meine Mutter hat es wohl auch nicht realisiert. Egal auf was, aber es kommt immer die Antwort , dass ich damals so viel leid angetan habe.

Ja, ich war kein einfaches Kind. Aber es war einmal. Und ich bin jetzt angekommen. Leider sehen sie es nicht.

Hat jemand Ratschläge wie ich mit so etwas umgehen soll? Ignorieren klappt meistens auch ganz gut. Ich denke nicht , dass sie sich ändert wird. Egal was ich machen werde, es wird in deren Augen immer falsch sein.

Meine Schwester zum Beispiel wird so gelobt, wenn sie paar Seiten Aufsatz schreibt. Ich bin dabei ein Roman zu veröffentlichen, er ist online schon öffentlich doch meine Mutter hat kein Interesse. Mir kommt es eher so vor, sie können es nicht übers herz bringen, "mein Werk", meine Arbeit anzusehen .
Genauso wie mein FSJ total herunter gespielt wurde obwohl das die beste Erfahrung war, die ich machen konnte.

Wie auch immer, danke fürs durchlesen

10.07.2020 15:22 • #1


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Kate

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Zitat von Aydabkz:
Gut, ich habe mittlerweile Wege gefunden, um mich zu distanzieren,


Sehr gut, geh diese Wege einfach weiter.

11.07.2020 09:42 • x 1 #2


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111Sternchen222

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Die 13 jährige Kröte ist nicht dein Problem.... sie sucht Reibung um Grenzen abzuchecken die ihr scheinbar sonst im Leben fehlen. Lass sie denken was sie will... Klare Ansagen machen ( Du beleidigt mich nicht!) Und dann dein Ding weiter machen, es zählt nur dass du weißt worauf es dir ankommt. Der Minihüpfer stößt sich an dir die Hörner ab, meist steckt sogar Bewunderung dahinter.

11.07.2020 12:48 • x 2 #3


Aydabkz

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Zitat von 111Sternchen222:
Die 13 jährige Kröte ist nicht dein Problem.... sie sucht Reibung um Grenzen abzuchecken die ihr scheinbar sonst im Leben fehlen. Lass sie denken was sie will... Klare Ansagen machen ( Du beleidigt mich nicht!) Und dann dein Ding weiter machen, es zählt nur dass du weißt worauf es dir ankommt. Der Minihüpfer stößt sich an dir die Hörner ab, meist steckt sogar Bewunderung dahinter.



Danke für deine Antwort.
Das, was mich am meisten daran verwundert, dass meine Mutter auch voll und ganz auf ihrer Seite steht. Weil sie immer 'brav' und Zuhause ist. Manchmal hilft mir nur, wenn ich mir sage , dass sie einfach Mal reden sollen.

Ich sage mir auch immer, Menschen die glücklich sind, die würden sich nicht so verhalten. Glückliche Menschen haben eine ganz andere Ausstrahlung. Das spürt man ja auch. Ich hingegen würde sowas nie sagen, gegen jemand so hetzen. Das mit den Grenzen austesten ist jedoch auch ein guter Punkt. Habe ich bis jetzt garnicht dran gedacht doch da könnte was dran sein.

Und woran ich denke, als ich 13 war, hätte ich mich im Leben nicht getraut, so mit meinen älteren Cousinen und Cousins zu reden. Da ist gar kein Respekt vor einer älteren, die schon weitaus mehr geschafft hat im Leben. Ich versuche es einfach noch mehr an mich abprallen zu lassen und mich auf mein Leben, meine ziele immer weiter zu fokussieren.

11.07.2020 13:46 • x 2 #4

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