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Partner ist depressiv / Borderline und verweigert Hilfe

Hortensie1985

Hortensie1985

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Hallo an alle!
Seit 3 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen und es waren drei turbulente Jahre.
2018-2019 war er in Therapie, die er abbrach, weil er der Meinung war, geheilt zu sein, leider ging es mit seiner Psyche rapide abwärts.
Die Stimmungschwankungen sind stark, er,wir (ich habe auch ein Kind), leiden enorm darunter.
Da ich eine chronische Depression habe, bin ich seit 2020 in therapeutischer Behandlung und rückblickend muss ich sagen, dass ich ohne diese Begleitung nicht mehr mit ihm zusammen wäre.
Er hat 2020 wegen akuten Tiefs 5x mit mir Schluss gemacht.
Derzeit ist er wieder in einem massiven TIef, er nimmt weder Hilfe bei der Bewältigung seines Alltags (behördliche Termine) oder gar professionelle Unterstützung an.
Wir wohnen nicht zusammen, das ist vielleicht ganz gut, so hat jeder/r einen Rückzugsort.
Kennt ihr das?
Was soll ich machen?

11.03.2021 14:05 • #1


Milla

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Hey,

Klingt hart.
Ich finde es toll, dass du ihm die Treue hältst.

Aber ich denke ohne Krankheitseinsicht bist du auf verlorenem Posten.
Was soll ohne Hilfe von außen besser werden?


Wie reagiert er, wenn du ihn auf Therapie ansprichst?

11.03.2021 18:05 • x 1 #2


Hortensie1985

Hortensie1985

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Er merkt den Leidensdruck ja auch und betont, dass er seine Therapeutin bald anrufen wird. Aber dieses "bald" zieht sich nun schon etwas.
Ich verstehe ja, dass es super viel Überwindung kostet, aktiv Hilfe zu suchen. Ging mir ähnlich.

11.03.2021 18:57 • #3


Milla

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Und wenn du für ihn anrufst? Also in Absprache natürlich, aber ihm zumindest den Anruf abnimmst?

Ich würde einen Partner der Hilfe sucht und in Anspruch nimmt immer unterstützen.

11.03.2021 18:59 • #4


Hortensie1985

Hortensie1985

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Das habe ich bereits letztes Jahr getan. Die Therapeutin meinte, wegen Datenschutz müsse er selbst anrufen und wenn es ihm massiv schlecht ginge, müsse ich ihn in die Psychatrie bringen. So schlimm war es aber noch nicht.

11.03.2021 19:01 • #5


Milla

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Zitat von Hortensie1985:
Das habe ich bereits letztes Jahr getan. Die Therapeutin meinte, wegen Datenschutz müsse er selbst anrufen und wenn es ihm massiv schlecht ginge, müsse ich ihn in die Psychatrie bringen. So schlimm war es aber noch nicht.


Mist, ich weiß eben, dass es ne Hemmschwelle ist anzurufen.
Und wenn ihr gemeinsam anruft?

Meines Erachtens wird es ohne Therapie schwer.

11.03.2021 20:06 • x 1 #6


Hortensie1985

Hortensie1985

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Ja, das kann ich ihm anbieten.
Aber ich kann mir schon voratellen,wie er sich rauswinden will:
Seine Therapeutin kann man täglich nur abends erreichen und da arbeitet er meist....

11.03.2021 20:10 • x 1 #7


Catalie

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Zitat von Milla:
Mist, ich weiß eben, dass es ne Hemmschwelle ist anzurufen. Und wenn ihr gemeinsam anruft? Meines Erachtens wird es ohne Therapie schwer.


Für mich ist telefonieren auch fast unmöglich...

Vielleicht kann er die Therapeutin per E-Mail kontaktieren?

Wenn er aber aktiv nach ausreden sucht (kann abends nicht anrufen, da muss ich ja arbeiten) ist er viellicht doch noch nicht ganz bereit dazu?

LGC

11.03.2021 22:51 • #8


Hortensie1985

Hortensie1985

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Nein, sie ist nur telefonisch erreichbar.
Ja, ich befürchte das auch....

11.03.2021 22:56 • #9


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maya60

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Hallo @Hortensie1985 - darf ich dir den link zu einem Sammelthread senden zu genau deinem Thema?

gehe-ich-richtig-mit-meinem-depressiven-partner-um-t26348-s3090.html

Sehr viele erleben leider wieder und wieder Ähnliches wie du und wir haben schon sehr viele Fragen und Antworten dazu gefragt, bekommen. beantwortet und geschrieben hier im Forum, die bestimmt hilfreich sind. Ich selber habe auch schon viel dazu geschrieben und schubse darum gerne den link nach oben.

Liebe Grüße! maya

12.03.2021 19:35 • x 2 #10


Hortensie1985

Hortensie1985

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OH, dieses Wochenende ist es wieder schlimm. Gestern den halben Tag geweint, weil er sich so distanziert.
Er schrieb, er sei derzeit von allem so angeödet, inklusive uns.
Ich versuche wirklich jeden Tag ihm spannende Sachen zu erzählen, ihn zu unterhalten, gleich werden wir einen kleinen Ausflug machen.
Nur damit er wieder Freude spürt.
Aber die Ablehnung schmerzt mich sehr.

14.03.2021 13:18 • x 2 #11


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maya60

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Zitat von Hortensie1985:
OH, dieses Wochenende ist es wieder schlimm. Gestern den halben Tag geweint, weil er sich so distanziert. Er schrieb, er sei derzeit von allem so angeödet, inklusive uns. Ich versuche wirklich jeden Tag ihm spannende Sachen zu erzählen, ihn zu unterhalten, gleich werden wir einen kleinen ...


Hallo Hortensie, Desinteresse an allem ist auch ein depressives Symptom und dagegen hilft nur die passende psychotherapeutische und fachärztliche Behandlung.

Und du, die du eh ebenso unter der Depression leidest wie der davon selbst Betroffene, du solltest dir schon gar kein Bein ausreißen und als Reaktion ihm extra spannende Sachen erzählen. Verstehst du, damit wirst du Co-Kranke und bedienst sein Krankheitssympton statt dass er es angemessen behandeln lässt. Du bist aber gar nicht dafür zuständig, kannst ihn auch nicht heilen und überforderst dich auch damit statt dir selber etwas Gutes zu tun.
Und zusätzlich erhält er noch den falschen Eindruck von dir, dein Leben sei derzeit spannend und leicht.

Außerdem ist eine Depression kein Freischein für Konsumhaltungen, also zu erwarten, dass das Umfeld einem das Leben weniger "anödend" gestaltet, dafür ist man selber zuständig.

Tu dir selber etwas Gutes, Fürsorgliches unabhängig von ihm.

Depressionen in Partnerschaften sind eine harte Erinnerung daran, dass beide noch eigenständige unabhängige Menschen bleiben müssen, die für sich selber zuständig sind.

Liebe Grüße und viel Kraft und Klarheit! maya

14.03.2021 13:30 • #12

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