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Partner ist bipolar / schizophren - wie damit umgehen?

Bellatrixx

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Hallo ihr lieben
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
Ich habe vor einem halben Jahr einen Mann kennengelernt. Von Anfang an war es sehr tief und verbunden zwischen uns. Wir beide haben viele Probleme und beide krieg im Kopf.
Irgendwann erzählte er mir, das er sich selbst eingewiesen hat und erst seit Januar 2019 draußen ist.
Er erzählte mir, das er vieles inszeniert hätte um dort reinzukommen. So ganz hab ich das nie geglaubt.
Nun sind hier und da Sachen passiert, auch innerhalb unserer Beziehung lief es zeitweise nicht schlecht.
Jedenfalls bemerkte ich, das er sich sehr verändert hat. Nicht mehr er selbst war.
Selbst seine Augen veränderten sich. ( versteht man das ? Man sieht, das er nicht er selbst ist. )

Dann erzählte mir seine Mutter das die ersten Anzeichen da sind. Und das es damals gar nicht so ablief, wie er es mir erzählte. Sondern er abgeholt wurde von einem Freund, weil er nur noch Farben vor sich her summte. Er kokelte und nahm Messer.
Dann kam der Arzt.

Er lügt viel. er erzählt oft nur die halbe Wahrheit. Aber er selbst sagt, dass er das nicht so sieht.

Jedenfalls. hab ich jetzt oft Angst vor ihm. Ich sehe ihn nicht mehr, nicht mehr den Mann in den ich mich verliebt habe.
Ich belese mich gerade. Und überall steht, das diese Menschen liebe brauchen. aber oft distanziert er sich.
Am Freitag hat er einen Arzt Termin, den er sich selbst gemacht hat, ohne es jemandem zu sagen.

Er sagte mir in der einen Sekunde das er wieder stirbt. Und in der anderen, dass er keinen Arzt braucht.

Ich weiß nicht was ich tun soll.
ich habe absolut keine Ahnung wohin mit meiner Angst, wohin mit all den Gefühlen.

Ich will ihn nicht verlassen. aber ich habe keine Ahnung ob ich die Kraft habe .

Bin für jeden Tipp dankbar

26.01.2020 12:54 • #1


selly

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Hallo Du, bei meinem fing es auch do. an dass seine Augen eiskalt wurden und seine ganze Mimik erstarrt, kalt, fremd wurden. Zudem hat er sich komplett zurück gezogen.könnte monatelang nicht kommunizieren. Wir wohnen nicht zusammen und konnten uns beruflich nur Durchschnitt ein mal die woche sehen.
Vor unserer Beziehung hatte er auch schon depressive Episoden und auch mit Klinikaufenthalts. Als ich ihn im gesunden Zustand darauf ansprach, sagte er, er hätte in der Klinik gelernt wie man damit umgeht und eine Episode aufhält und dass es nicht wieder käme. Ich kannte mich damit nicht aus und beließ es damit.

Jetzt sind es fast 6 Monate mit seiner Depression und genauso lange sehen wir uns schon nicht. Er will nur alleine sein, sagt er fühle beim alleine sein die grösste Sicherheit.
Seit Dezember leichte Besserung, er schrieb erstmals nicht mehr so kalt ( er schreibt bzw. Antwortet eh nur ganz selten) und schrieb an den Festtagen und meinem Geburtstag.
Im Januar jetzt erste längere nette Dialoge zwischen uns per WhatsApp. Jetzt allerdings wieder Funkstille und er antwortet auf nichts, öffnet Nachrichten nicht.

Depressionen verändern den Menschen stark und wir können nichts tun. Nur er kann was dagegen tun. Laut Statistik dauern die meisten Episoden 6-8 Monate.

Ich warte und hoffe jeden Tag.

Hat seine Mutter noch was sagen können inwiefern er welche Veränderung als Anzeichen hat oder wie lange es beim letzten Mal ging?

Wenn meiner aus dem Loch raus ist, werde ich intensiv mit ihm darüber reden und auf eine langzeit-Therapie drängen. Aber momentan kann ich nicht an ihn herankommen.

Und es ist eigentlich große Liebe und wir hatten über alles so gut reden könnne. Aber die Depression schaltet alles lahm und aus im Kopf.

26.01.2020 15:24 • x 2 #2


Bellatrixx

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Das tut mir leid zu hören.
ich weiß tatsächlich nicht, was besser ist .

Ich wohne quasi hier. Aber ich fühle mich hier so wenig zu Hause wie noch nie.
Es ist einfach verwirrend, wie die Launen von der einen Sekunde in die andere wechseln und ich teilweise wirklich Angst hab.

Wir reden viel, aber einiges unserer Gespräche macht keinen Sinn. Und ich kann die Gespräche nicht lenken.

Aber jemanden nicht zu sehen in so einer Phase, ist vermutlich sehr schlimm.

Ich weiß nicht ab wann man abwiegt, was gut für die Beziehung ist und was gut ist für einen selbst.

Er war 8 Monate in einer Klinik.
Bis wir uns kennengelernt haben nahm er Tabletten. Das hab ich erst heute erfahren.
War absehbar, das das wieder kommt irgendwie.

Ich drücke dir, alles was ich hab.

26.01.2020 18:10 • #3


selly

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Ich drücke Dir auch die Daumen. es wird bestimmt sicher vorüber gehen bei Ihnen. Aber wir müssen (wenn wir wollen!) Geduld haben. Denn sie machen nichts aus Absicht. Im Gehirn spielen die Botenstoffe verrückt, sie sind nicht sie selbst.
Ich vermute, nur eine langzeit Therapie kann Erfolg bringen und ggf.begleitende Medikamente

26.01.2020 18:16 • x 1 #4

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