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Opferrolle - wie komme ich da endlich raus?

Depri2019

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Hallo,

ich bin leider schon sehr lange immer wieder prädestiniert für die Opferrolle. Und um mich rum entstehen immer wieder solche Konstrukte. Mein Problem ist aber nicht, dass ich keine Verantwortung will. Sondern ich fühle mich für alles Verantwortlich.

Wie habt ihr es da raus geschafft?
Und was ist, wenn man z.B. durch körperliche Krankheiten, Krisen in die schwächere Position rutscht?
Zudem ist mir aufgefallen, dass ich oft derjenige war, der wenn es ging dem vorherigen Opfer geholfen habe und damit irgendwie selbst zum Opfer wurde. Darf man Menschen überhaupt helfen?

Was ich mich halt auch frage, ist das Opfer an allem Schuld, was ihm passiert?

Vielen Dank, für eure Antworten

11.03.2019 18:04 • #1


Juju

Juju

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Hallo und herzlich willkommen.

Ich habe da mal ein sehr gutes Buch gelesen.
"'Raus aus der Opfer-Rolle".

Menschen, die verschiedene Rollen übernehmen, haben einen Grund dafür.
Den gilt es herauszufinden.
Ich weiß nicht wie selbstreflektierend Du bist? ! ?

Liebe Grüße

11.03.2019 18:32 • #2


Depri2019


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Hallo Juju,

Meinst du bzgl. Selbstreflexion, welche Vorteile ich durch die Opferrolle habe etc.

11.03.2019 18:44 • #3


Juju

Juju

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Ich weiß nicht ob es unbedingt Vorteile sind.
Zu überlegen wäre halt, warum Du Dich überhaupt als Opfer siehst?

11.03.2019 19:04 • #4


CeHaEn

CeHaEn

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Moin Depri2019

Natürlich darfst du anderen Menschen helfen. Du solltest dich dabei selbst jedoch nicht vergessen. Deine Hilfe hat Grenzen: fachlich, finanziell, persönlich, zeitlich, persönliche Verantwortung.

Zitat von Juju:
Zu überlegen wäre halt, warum Du Dich überhaupt als Opfer siehst?

Ganz interessant auch in der Frage, inwiefern man sich als Opfer sieht. Betrachtet man sich tatsächlich als Opfer der Umstände; oder fragt man sich, ob man derzeit eine Opferrolle einnimmt?

11.03.2019 19:18 • #5


Depri2019


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Eher als Opfer der Umstände.
- auf einen Mann hereingefallen
- gekündigt, ohne Job
- dauernd krank (chronisch)
- wenig wertvolle Kontakte
.- Übergewichtig - durch Krankheit bedinngt

Und durch die Umstände ist Man wie eine dicke fette Zielscheibe und hat das Gefühl auf nichts ein Recht zu haben.

11.03.2019 21:41 • #6


CeHaEn

CeHaEn

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Zitat von Depri2019:
- auf einen Mann hereingefallen

Passiert vielen Menschen und lässt sich nicht rückgängig machen. Möglicherweise gibt es Punkte, aus denen du deine persönliche Lehre ziehen kannst - für den nächsten Versuch irgendwann.

Zitat:
- gekündigt, ohne Job

Krönchen richten und weitermachen, wie man heute so schön sagt. Am besten sofort den Lebenslauf aufpolieren, bewerben, bewerben, bewerben, und niiiieeeemals die Zuversicht verlieren. (Das sagt sich als Unbetroffener so schön leicht. )

Zitat:
- dauernd krank (chronisch)

Du musst damit einen für dich passenden Umgang finden und je nach Krankheitsbild ggf. Einschränkungen akzeptieren. Das muss z.B. auch jemand, der nur 1,52 m groß ist.

Zitat:
- wenig wertvolle Kontakte

Kann ich gut nachvollziehen. Vermutlich bist du kein Mensch, der täglich 100 andere Leute einfach so ansprechen kann. Das musst du auch nicht sein. Solche Kontakte lassen sich auch nicht herbeizaubern. Manchmal verändern sie sich im Laufe der Zeit und manchmal werden sogar Kontakte "wichtiger", von denen du es zuvor nicht erwartest.

Zitat:
.- Übergewichtig - durch Krankheit bedinngt

Inwiefern durch eine Krankheit bedingt? Gibt es körperliche Gründe, aus denen du in Sachen Sport/Bewegung eingeschränkt bist? Nimmst du Medikamente, die ungewollt deinen Appetit anregen?
Beim Thema Gewicht sind Ernährung und Bewegung die Stellschrauben und wenn eine Schraube weniger gedreht werden kann, muss die andere für Ausgleich sorgen. Das kann mitunter echt knifflig werden, aber häufig spricht nur der Kopf dagegen.

Zitat:
.das Gefühl auf nichts ein Recht zu haben.

Du hast ein Recht darauf, Lösungen für deine Probleme zu suchen und deinen ganz persönlichen Weg zu wählen.
Daraus kannst du jedoch keinen Anspruch darauf herleiten, dass andere Menschen deine Probleme lösen. Wenn sie das von sich aus tun wollen - okay. Du kannst bspw. allerdings nicht verlangen, dass jemand dein bester Freund wird und für immer bleibt. Diese Denke will ich dir jetzt aber gar nicht unterstellen.

Deine Punkte haben alle eine Gemeinsamkeit: Dein Umgang mit ihnen bereitet dir großen Kummer.
Es gibt Dinge, die außerhalb deiner Kontrolle liegen. Scheibenkleister passiert. Das mag nicht gerecht sein - aber das ist auch egal. Diese Dinge geschehen trotzdem. Du kannst mit größter Sorgfalt dein Auto ausparken und dann kracht trotzdem jemand rein. Du kannst nicht jedes Risiko überblicken und dann sind da eben noch die anderen Menschen mit ihren Entscheidungen.
Darüber darfst du dich selbstverständlich ärgern!
Nur hilft es dir überhaupt nicht, in diesem Ärger zu verharren. Hier bist du mit deiner Eigenverantwortung am Drücker und an dieser Stelle nimmst du ggf. die Rolle des Opfers ein: Indem du passiv bleibst und nur lamentierst. Das gilt auch für deine eigenen Fehler. Die machen Menschen nun einmal; manche vielleicht häufiger als andere. Aus seinen Fehlern zu lernen ist jedoch ungemein wertvoller, als sich ihrentwegen fertigzumachen. Das ist auch leicht gesagt, aber wie sollte die Alternative aussehen? Du lebst, triffst Entscheidungen, scheiterst und hast Erfolg. Du lernst. Das gilt für die ersten Menschen genau so wie für künftige Generationen.

Diese Rolle kannst du verlassen, indem du einen anderen Umgang suchst. Nicht jeder Lösungsweg wird erfolgreich sein und das ist auch nicht so wichtig wie die Tatsache, dass du suchst. Das kann an sich schon eine große Herausforderung sein, denn in Momenten ohne Zuversicht und Antrieb möchte man nur zu gern einfach liegen bleiben; seine Ruhe haben. Als Dauerzustand ist das - Überraschung! - ganz schlecht.

11.03.2019 23:33 • x 3 #7




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