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Wie Akzeptiere ich, dass ich Krank bin

Kleeblatt3

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Hallo zusammen,

Dieses Thema wird es bestimmt schon hier geben, doch ich konnte es nicht finden also verfasse ich selbst ein Text.
Ich bin 24 Jahre als und weiß seit ca.13 Jahren dass ich psychisch krank bin und so traurig das auch klingt, ich kenne mich garnicht mehr ohne Krankheit weil sie mir auf einer gewissen Art und weise in die Wiege gelegt wurde und es nie anders war. Doch eines habe ich bis heute nie wirklich richtig geschaft. Wirklich zu akzeptieren, dass ich krank bin und das dies nunmal ein Teil von mir ist. Ist das nicht eigentlich der erste Schritt nachdem man erfährt dass man,, nicht normal,, bzw gesund ist? Ich scheine ihn übersprungen oder nicht richtig abgeschlossen zu haben.
In diesen 13 Jahren habe ich viel über mich und meine Psyche gelernt, habe mich etwas weiter entwickelt, neue schlechte und gute Erfahrungen gemacht, die mich geprägt haben, und bin vorallem jeden Tag wieder aufgestanden um weiter zu machen obwohl ich nicht weiter wusste und ich mehr überlebe als zu leben. Jedoch frage ich mich immer noch hin und wieder warum gerade ich krank sein muss. Und es fällt mir einfach so schwer zu akzeptieren dass ich dadurch so ein schweres Leben am Limit führe. Wie kann man das akzeptieren wodurch
man ohne viel viel besser dran wäre. Ja, es gibt einige Momente der Klahrheit in denen ich einsehe dass das nunmal mein Leben ist und ich sogar verstehe dass alle meine Erfahrungen mich zu der machen die ich bin und ich nun mal nicht ich wäre wenn es anders gelaufen wäre, was mir doch irgendwo was bedeutet. Aber. das große Aber dabei ist, dass ich doch immer noch viel zu oft daran verzweifel, dass meine Krankheit mich so dermaßen einschränkt und beeinflusst und ich viel zu oft in meiner Zukunft nur schwarz sehe.
Ich hab das Gefühl, dass ich noch meilenweit davon entfernt bin zu akzeptieren dass ich so bin wie ich bin und ich dadurch immer noch einen gewissen Selbsthass verspüre. Einen selbsthass der mich immer wieder in diverse Teufelskreise dränkt wodurch ich alles andere als weiter komme.

Warum ich dien beitrag jetzt verfasst habe? Gute Frage. Ich denke zu einem Teil wollte ich es einfach mal aufschreiben zum anderen Teil frag ich mich was andere dadrüber denken, ob sie das kennen und wie sie damit umgehen.

Ich bedanke mich an dieser Stelle schon mal fürs geduldige durch lesen und den kommenden Antworten.

21.04.2022 01:30 • x 1 #1


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aurora333

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Liebe @Kleeblatt3 , da Du nicht schreibst, was für eine Diagnose Du hast, ist es schwierig eine angemessene Antwort zu geben. Natürlich existieren Krankheiten mit denen man leben lernen und die man akzeptieren lernen sollte. Ich denke jetzt an Diagnosen wie Diabetes oder so.

Was jedoch psychische Krankheiten betrifft, so sind die meisten behandelbar im Sinne von sogar heilbar. In solchen Fällen wäre es unter Umständen kontraproduktiv und verfrüht, einen momentan schlechten Zustand als für immer während zu akzeptieren. Dann wäre Dein
Widerwille dagegen auf eine Art gesund...

21.04.2022 09:41 • x 1 #2



Hallo Kleeblatt3,

Wie Akzeptiere ich, dass ich Krank bin

x 3#3


Kleeblatt3

Kleeblatt3

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@aurora333 Ich habe rezidivierende Depressionen und eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung. Mit akzeptieren meine ich nicht dass ich sie für immer haben werde und ich mich damit abfinden muss. Ich meine lediglich dass man akzeptieren muss dass man krank ist und sich nicht vehement dagegen sträuben darf wie ich es mache. Ich sehe die Krankheit in vielen Situationen als mein größtes Problem an. Verhaltensmuster sind auf meine Diagnosen zurück zu führen und dieses Verhalten wodurch ich mir die Genesung erschwere sorgt für Selbsthass. Ich höre so oft man darf sich für dieses Art von Verhalten oder Gedankenmuster, dessen Grund in der Krankheit liegt, nicht verurteilen und sich dafür fertig machen. Man sollte mitfühlend mit sich um gehen und akzeptieren dass dieses Verhalten und die Gedanken zu den allgemeinen Symptomen gehören und sie somit begründet sind, doch wie kann ich das wenn ich mir mit dem verhalten so selbst im weg stehe.

21.04.2022 10:59 • x 1 #3


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Kate

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Hi,
bzgl. dem Beitrag mit dem PC Spiel, hilft Dir da vielleicht ein geregelter Tagesablauf?
Gehst Du arbeiten?

Grüße Kate

21.04.2022 11:06 • #4


Kleeblatt3

Kleeblatt3

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@Kate nein, ich bin als nicht relevant Leistungsfähig eingestuft worden. Der Tagesrythmus ist kaum vorhanden, wegen corona. Normalerweise gehe ich in eine Tagesstätte doch wegen den hohen inzidenzen möchte ich das nicht riskieren

21.04.2022 11:23 • #5


Tealight

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Zitat von Kleeblatt3:
@aurora333 Ich habe rezidivierende Depressionen und eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung. Mit akzeptieren meine ich nicht dass ich ...

Das du nicht akzeptierst krank zu sein, finde ich nicht als Manko.
Ich finde es sogar gut!
Weil genau das, bringt dich weiter.

Was bringt es Dir zu sagen: Ich bin krank.
Womöglich ziehst Du Dich in ein Schneckenhaus zurück, jedesmal weil Du Dir das sagst....

Bleib bei Deinem Standpunkt.....

Persönlichkeitsstörung : womöglich ist es keine. Sondern einfach Deine ureigenen Wesenszuege, die völlig normal sind und nichts was unnormal ist
Es gibt Millionen von Menschen die ihre Wesenszuege haben und keiner käme auf die Idee, das da etwas nicht gut dran ist.
Aengstlich sein ist bei vielen auch normal. Jeder hat seinen Schwachpunkt und es gibt genügend Menschen die ängstlich bei etlichen Situationen sind...

21.04.2022 11:58 • x 2 #6


Kleeblatt3

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@Tealight ich denke nicht, das ich nicht krank bin. Ich weiß das ich krank bin. Ich verurteile mich wegen verhaltsweisen, die aufgrund meiner Krankheit passieren, dabei haben sie alle einen Grund und machen mich eigentlich nicht zu einem schlechten Menschen

21.04.2022 13:53 • #7


Tealight

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Zitat von Kleeblatt3:
@Tealight ich denke nicht, das ich nicht krank bin. Ich weiß das ich krank bin. Ich verurteile mich wegen verhaltsweisen, die aufgrund meiner ...

Du bist auch kein schlechter Mensch,.....

Okay,.....

21.04.2022 14:46 • #8


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Stromboli

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Zitat von Kleeblatt3:
Doch eines habe ich bis heute nie wirklich richtig geschaft. Wirklich zu akzeptieren, dass ich krank bin und das dies nunmal ein Teil von mir ist. Ist das nicht eigentlich der erste Schritt nachdem man erfährt dass man,, nicht normal,, bzw gesund ist? Ich scheine ihn übersprungen oder nicht richtig abgeschlossen zu haben.


Liebe Kleeblatt, da wünsche ich dir erstmal ganz viel Geduld und Mitgefühl mit dir selbst.

Ich möchte jetzt nicht diskutieren, ob es sinnvoll sei, sein Kranksein zu akzeptieren oder nicht. Ich denke, was du im Grunde meinst: Du möchtest dich selbst so akzeptieren können, wie du bist, wie das Leben dich geformt hat und womit du jetzt zu kämpfen hast. Egal ob man das jetzt krank nennt oder nicht. Wenn du dich, ich sage jetzt mal neutraler mit deinen Symptomen, akzeptieren kannst, so wie sie sind, bist du tatsächlich einen grossen Schritt weitergekommen. Du wirst dir dann automatisch gar nicht mehr so krank vorkommen damit, denn akzeptieren heisst, etwas als normal und richtig zu sehen, so wie es ist. Egal wie andere darüber urteilen und denken. Tatsächlich hätte ich Mühe, jemanden zu finden, der oder die nicht irgendein krankes Symptom hat, das nur nebenbei. Aus einer anderen Perspektive sind die nach aussen scheinbar gesündesten Menschen manchmal die, die sich am wenigsten weiterentwickeln.

Aber zurück zu deinem Zitat oben. Da erwartest du wirklich etwas Übermenschliches von dir selbst, und das tut dir nicht gut. Du hast nichts übersprungen, du versuchst im Gegenteil etwas zu überspringen. Sich mit Minderwertigkeitsgefühlen und Ängsten, die durch jahrelange leidvolle Erfahrungen entstanden sind, liebevoll anzunehmen, ist kein Pappenstiel und niemals von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Ich möchte dich damit nicht erschrecken, aber da solltest du viel geduldiger sein mit dir selbst und dir dafür viel Zeit geben. Das ist eine Frage von Jahren, nicht von Tagen oder Wochen. Schon gar nicht bewirkt eine Diagnose quasi automatisch, dass man die schmerzlichen Gefühle und Verletzungen, die sich dahinter verbergen, annehmen kann. Im Kopf erkennen wir vieles recht schnell, das aber auch auf Gefühlsebene zu integrieren, dauert viel länger. Vergleiche es mit einer Reise: Du kannst deine Reiseroute auf einer Landkarte im Nu erkennen und verstehen, aber die Reise selbst ist eine ganz andere Sache. Und erst NACH der realen Reise hast du die Erfahrungen wirklich im Gepäck.

21.04.2022 16:17 • x 2 #9



Hallo Kleeblatt3,

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Kleeblatt3

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Zitat von Stromboli:
Ich denke, was du im Grunde meinst: Du möchtest dich selbst so akzeptieren können, wie du bist, wie das Leben dich geformt hat und womit du jetzt zu kämpfen hast. Egal ob man das jetzt krank nennt oder nicht. Wenn du dich, ich sage jetzt mal neutraler mit deinen Symptomen, akzeptieren kannst, so wie sie sind, bist du tatsächlich einen grossen Schritt weitergekommen.


Ja, richtig, das ist genau das was ich eigentlich Aussagen wollte.

21.04.2022 16:38 • x 1 #10

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