OEG Antrag ausgefüllt - wie lange dauert es / Fristen?

sonny001

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Hallo,

ich kopier hier mal einen Teil aus meiner Vorstellung rein:

"Ich habe mich jetzt an den Weißen Ring gewandt und mit Hilfe einer Rechtsanwältin und meiner Thera, einen Antrag auf OEG, Opferentschädigungsgesetzt, ausgefüllt. Ich weiß, es wird sehr schwer damit durch zu kommen, aber ich hoffe eben sehr, dadurch vielleicht die Möglichkeit zu bekommen, solange Therapie machen zu können, bezogen auf das Trauma, solange ich sie brauche und ich nicht immer die Angst haben muß, mit der nächsten Verlängerung ist Schluß und ich stehe allein mit meinem Trauma da.

Ich habe den Antrag hier zuhause liegen, einen Punkt muß ich noch ausfüllen - das Schlimmste hab ich bereits ausgefüllt, aber es fällt mir alles sehr schwer. Vor allem habe ich Angst, dass ich "ihn" wieder aufwecken könnte, da der Landschaftsverband auf jeden Fall versuchen wird, sich die eventuell entstehende Kosten vom Täter zurück zu holen. Ich habe Angst, dass er auf irgendeine Art und Weise wieder in mein Leben treten könnte, Angst vor erneuter Gewalt. Ich habe Angst den Antrag weg zu schicken, aber ich will auch endlich etwas tun, nicht immer wieder "nur" aushalten. Ich habe mir vorgenommen, den Antrag dieses Wochenende abzuschickn - stöhn."

Ich bin heute den letzten Punkt angegangen - Sind Sie durch die geltend gemachten Gesundheitsstörungen in Ihrem Beruf besonders betroffen?
Meine Therapeutin hatte mich auf diesen Punkt nochmal angesprochen, da ich ihn nicht ausgefüllt hatte. Ich tue mich damit sehr schwer, mir einzugestehen, dass mir die Arbeit sehr schwer fällt - die Rechtsanwältin vom Weißen Ring hat dazu gesagt, machen sie sich nicht gesünder, als sie sind .

Jetzt hab ich den Antrag ganz fertig, er liegt hier auf dem Tisch, muß ihn "nur noch" abschicken. Da geht es in mir drunter und drüber - will den Antrag endlich weg habe, ihn abschicken und gleichzeitig die große Angst, dass "er" wieder auftauchen könnte, dass ich ihn damit wieder "aufwecken" könnte, Angst vor erneuter Gewalt, aber auch gleichzeitig das Gefühl jetzt endlich mal aufstehen zu wollen und sich auflehnen, sich irgendwie wehren, etwas tun müssen.

Mit meiner Thera sind wir schon alle möglichen Situationen durchgegangen, was alles passieren könnte, wenn "er" wieder auftaucht, was ich für Vorsichtsmaßnahmen treffen kann, was ich in den Situationen tun kann - aber die Angst ist da, wird größer, wenn ich dran denke, dass ich den Antrag dieses Wochenende abschicken will .

Und wie geht es mit dem Antrag weiter? Hat jemand damit Erfahrung gemacht oder kann mir etwas dazu sagen? Wird man auf jeden Fall zu einem Gutachter vorgeladen? Und wenn ja, was erwartet mich da? Und wie lange kann es wohl dauern bis sich der Landschaftsverband bei mir meldet?

Ich habe im Internet nach Informationen über die Leistungen des OEG's gesucht. Ursprünglich ging es mir dabei darum, vielleicht über das OEG die Möglichkeit zu bekommen, solange Therapie machen zu können, was das Trauma betrifft, wie ich es brauche, da die Krankenkasse jetzt langsam Ärger macht. Aber ich habe dabei bisher leider meine Arbeitsfähigkeit außer acht gelassen, weil ich mir eben eigentlich nicht eingestehen will/kann, dass mir die Arbeit sehr schwer fällt. Ich arbeit in Vollzeit, habe aber leider viele Fehlzeiten und habe Angst, dass mir aufgrund der vielen Fehlzeiten gekündigt werden könnte.
Puh - merke gerade, es wird etwas wirr - also ich habe eben gelesen, dass es vom OEG event. auch die Möglichkeit einer Rentenzahlung gibt - aber ich arbeite ja noch, habe zwar schon über Stundenreduzierung nachgedacht, aber das kann ich mir finanziell nicht leisten. Ich habe im Frühjahr diesen Jahres eine Wiedereingliederung gemacht und bin mit weniger Stunden arbeiten, besser zurecht gekommen - aber das "liebe Geld".

Ach das ist alles so kompliziert.

LG - Sonny

12.09.2009 19:08 • #1


sonny001

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Heute Nachmittag habe ich den Antrag in den Briefkasten eingeworfen - jetzt habe ich den nächsten Schritt getan (der Antrag lag schon einige Wochen bei mir zuhause) - jetzt kann ich es nicht mehr rückgängig machen . Ich schwanke sehr zwischen Angst und Hoffnung.

Angst, weil ich Angst habe, dass "er" wieder auftauchen könnte, wieder in meinem Leben auftauchen könnte. Im Antrag des OEG steht, dass der Täter vom Antrag unterrichtet wird, da der Landschaftsverband entstehende Kosten vom Täter zurück fordert.

Noch hält sich meine Angst in Grenzen, ich weiß ja, das der Brief noch bei der Post liegt. Aber in ein paar Tagen - ich weiß nicht, ob der Lanschaftsverband gleich bei Antragstellung den Täter benachrichtigt oder erst, wenn fest steht, dass Leistungen gezahlt werden?

Schon alleine die Vorstellung, dass "er" davon erfährt, macht mich fertig - er wird das nicht "auf sich sitzen lassen", dafür kenne ich ihn leider zu gut .

Im Antrag kann man Gründe angeben, warum man nicht möchte, das der Täter vom Antrag erfährt. Ich habe Gründe angegeben, kann nur hoffen, dass sie anerkannt werden, aber letztendlich entscheidet der Landschaftsverband.

Ich kenne den Aufenthaltsort des Täter nicht und hoffe nur, dass sie ihn nicht finden, dass er nicht wieder in meinem Leben auftaucht - ich weiß, es ist eigentlich nicht richtig, er soll zahlen, für das, was er getan hat - aber wenn da nicht die große Angst wäre .

Meine Thera hat gesagt, dass er sich selber ein Bein stellen würde, wenn er auftaucht und wieder gewalttätig wird - ja, aber ich muß es dann erst wieder aushalten!!!
Wir sind alle möglichen Situationen durch gegangen, was alles passieren könnte, was ich dann tun könnte - aber ich will das alles nicht mehr durchmachen müssen !!!

Jetzt heißt es "nur" warten und hoffen.

LG - Sonny

13.09.2009 19:06 • #2


Alannis

Hallo Sonny!

Magst Du mal schreiben was mit dem Antrag geworden ist?

Liebe Grüße,
Angie

24.02.2010 20:21 • #3


sonny001

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Hallo Alannis,

ja, ist ja jetzt schon "eine Weile" her und es hat sich ne Menge getan.

Der Grund, warum ich nicht wollte, dass der Täter von meinem Antrag erfährt ist vom Landschaftsverband anerkannt worden! Brauch also im Moment keine Angst haben, dass er auf einmal vor meiner Tür stehen könnte.
Aber der LWL hat gesagt, dass der Staat, im Fall dass der Antrag durchkommt, versucht den Täter regresspflichtig zu machen. Für den Fall kann man schon im Vorraus einen Antrag auf Erlass eines Regresses stellen, mit entsprechender Begründung - hab ich auch bereits gestellt.

Hab viel Unterstützung von Seiten meiner Thera, die vor einigen Monaten eine Fortbildung zum Thema gemacht hat und sehr engagiert ist.

Ich habe einen Antrag auf vorzeitige Übernahme von Heilbehandlungen gestellt, da meine Thera jetzt ausläuft - hab noch eine Stunde. Daraufhin hab ich eine Vorladung zur Vernehmung bekommen, bei einer Juristin des LWL. Dort ging es darum, dass die Tatsache einer Straftat festgestellt werden sollte und beim LWL als solche anerkannt wird, um überhaupt die Vorrausetzung für einen Antrag auf OEG zu erfüllen. Und es gibt weder Zeugen, noch hab ich damals mit jemandem darüber geredet und ich habe keine Strafanzeige gestellt .

Ich war völlig fertig, während und nach der Vernehmung und die Juristin hat sich Sorgen gemacht, wie ich wieder nach Hause komme. Hatte leider niemanden, der mich begleitet. Der Weiße Ring hatte mir zwar angeboten, jemanden zur Begleitung mit zu schicken, aber dann hätte ich den Termin verschieben müssen, was arbeitsmäßig nicht gepasst hätte und auf der Arbeit hab ich schon mehr als genug Probleme.

Die Juristin hat die Tatsache einer stattgefunden Straftat anerkannt und hat meine Akte an die Psychologin des LWL weitergeleitet, die feststellen sollte, ob meine heutigen gesundheitlichen Störungen von den, von mir geschilderten Taten herrühren können.

Und gestern (was ein Zufall, dass du heute danach fragst ) hab ich Bescheid bekommen, dass mein Antrag auf vorläufige Übernahme von Heilbehandlung durch ist ! Heißt, dass sie jetzt erstmal für ein halbes Jahr meine Thera bezahlen !

Und die Juristin hatte gesagt, dass ein Antrag auf vorläufige Übernahme von Heilbehandlungen nur durchgeht, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, das der OEG Antrag durchkommt - trau mich noch nicht so recht zu hoffen, das der Antrag vielleicht auch durch kommen könnte.

LG - Sonny

24.02.2010 21:47 • #4


FrolleinMau

Ich lese gerade sehr interessiert mit.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, so einen Weg zu wählen. Zumal mein ......... tot ist.

Ich freue mich mit dir, dass du es geschafft hast, dass zumindest erst einmal für ein weiteres halbes Jahr die Therapie gesichert ist.

Ich hatte komischerweise nie Stress mit der Krankenkasse, die Therapie zu verlängern, schon gar nicht mit meiner Diagnose PTBS.

Ich werde das hier sehr interessiert mitlesen und würde mich freuen, wenn du weiter berichten würdest.

LG
Angelika

24.02.2010 22:01 • #5


sonny001

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Hallo,

ja, die Diagnose PTBS habe ich leider auch. Aber der Gutachter der Krankenkasse ist wohl, laut meiner Thera, ein "harter Brocken" . Ich habe alles Mögliche versucht, die Thera irgendwie durchzukriegen. Hab auch bei der Krankenkasse und bei der Kassenärztlichen Vereinigung angerufen und die Auskunft bekommen, dass mit 80 Stunden Verhaltenstherapie die Höchstgrenze erreicht ist. Eine weitere Verlängerung der Therapie obliege im Ausnahmefall allein dem zuständigen Gutachter . Da hab ich mit "meinem" Gutachter wohl schlechte Karten.

Der LWL hat sich schon bei meiner Thera gemeldet. Sie sollte eigentlich erst nochmal versuchen, bei der Krankenkasse, einen weiteren Antrag zur Verlängerung der Therapie stellen und bei offizieller Ablehnung würde dann der LWL für ein halbes Jahr die Stunden übernehmen. Meine Thera hat dem LWL erklärt, warum dass keinen Sinn macht. Naja, mir ist es letztendlich egal, wer jetzt eine Verlängerung übernimmt - ob Krankenkasse oder LWL, hauptsache meine weitere Thera ist erstmal sicher!

Übernächste Woche gehe ich zur Krisenintervention für vier Wochen in die Klinik, auf eine Traumastation. Im Bescheid des LWL steht, dass sie Kosten für Heilbehandlungen übernehmen, welche nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann kann es sein, dass der LWL vielleicht die Zuzahlung, also 10 Euro pro Tag, übernimmt? Das sind immerhin 280 Euro - ne Menge Geld. Ich werd mich nächste Woche mal bei der Krankenkasse erkundigen, der LWL hat den Bescheid auch an die Krankenkasse geschickt, denke, dass sie mir da was zu sagen können. Wär echt gut, wenn der LWL das übernehmen würde.

LG - Sonny

26.02.2010 20:24 • #6


sonny001

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Hallo,

heute hab ich beim LWL angerufen und mich erkundigt, ob ich die Zuzahlungen für den bevorstehenden Klinikaufenthalt bezahlen muss. Der LWL übernimmt die Kosten und ich "spar" damit 280 Euro .

Ich war erst heute morgen bei der Krankenkasse, um mich dort danach zu erkundigen, da der LWL mir geschrieben hatte, dass die Krankenkasse auch eine Kopie des positven Bescheides - vorläufige Übernahme von Heilbehandlungen - bekommen hätte. Aber die Dame von der Krankenkasse war damit wohl leider überfordert. Der Sachbearbeiter des LWL kümmert sich aber jetzt darum und ruft nochmal bei der Krankenkasse an.

Rezeptgebühren muss ich jetzt auch nicht mehr bezahlen und bekomme auch rückwirkend, von Antragstellung an, Kosten erstattet.

Die Kostenübernahme bezieht sich dabei auf Alles, was mit meiner PTBS und daraus resultierende Erkrankungen betrifft.

LG - Sonny

01.03.2010 17:59 • #7


FrolleinMau

DAS ist ein Grund zur Freude und ich freue mich mit dir ...

LG
Angelika

01.03.2010 18:03 • #8


Eini95

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Hallo!

Auch ich habe ganz frisch einen Antrag auf Opferentschädigung gestellt. Hab über 1 Jahr überlegt und nun ist der dicke Brief seit 2 Tagen weg.

Gruß
Eini

27.03.2010 22:01 • #9


sonny001

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Hallo,

ich wollte mal einen kurzen Zwischenstand hier lassen.

Seit einiger Zeit werden ja auch offiziell, im Rahmen von vorläufiger Übernahme von Heilkosten, meine Therapiekosten vom Landschaftsverband übernommen. Leider bin ich seit einiger Zeit, mal wieder , krank geschrieben und ich bekomme jetzt, anstatt Krankengeld von der Krankenkasse, Versorgungskrankengeld vom Landschaftsverband - das ist vom Satz her höher, als das normale Krankengeld.

Die Kosten werden vorläufig bis September übernommen und dann müsste irgendeine Entscheidung fallen. Meine Thera sieht das ganz gelassen und sieht den Antrag auf OEG schon als durch an. Ich trau mich nicht, daran zu glauben, ich brauche es erst "Schwarz auf Weiß" und ich hab einen riesig großen Bammel vor der Entscheidung.

LG - Bonny

04.06.2010 06:06 • #10


Eini95

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Hallo Bonny!

Ich würde das auch so wie deine Thera sehen. Wenn das Amt schon Leistungen übernimmt, sieht es ganz danach aus. Ich kann dich aber verstehen, 100prozentig hat man es erst, wenn man den Bescheid in den Händen hält.

Aber ich denke, es sieht gut aus!!!

Freu mich für dich und wünsch dir alles Gute!!!

Berichte bitte mal weiter - find ich super so!!!

Gruß
Eini

05.06.2010 13:33 • #11


sonny001

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Hallo,

ich danke euch erstmal für euren Zuspruch!!!

Fällt mir selber leider schwer, an das Positive zu glauben. Male mir immer die negativsten Seiten aus, um dann später nicht zu tief zu fallen .

Vor ein paar Tagen hab ich, über einige Ecken erfahren, dass es IHN nicht mehr gibt, ER tot ist, seit letzter Woche! Ich wußte nicht, wo er sich aufhält, nur ungefähr. Wollte es auch gar nicht wissen.

Eine große Angst weniger!!!!!!!!!!!!!!!! Brauche jetzt keine Angst mehr haben, dass er irgendwie von meinem OEG Antrag erfährt. ER war sehr aufbrausend und brutal. Es ist sehr ungewohnt, jetzt so in der Vergangenheitsform zu schreiben - ist ein erleichterndes Gefühl!
ER hätte sowieso alles abgestritten, ER hat immer gesagt, dass ich alles selber Schuld wäre, was sollte er denn machen, er müsste doch irgendwohin mit seinen Bedürnissen und ich hätte schließlich, als Ehefrau Pflichten IHM gegenüber. Und wenn ich dem nicht nachkommen würde, dann müßte ER eben "nachhelfen". Es war schon alles "schlimm genug", wenn ER mal nicht getrunken hatte, aber wenn ER getrunken hatte - ER ist Alk. gewesen.
Jetzt brauch ich keine Angst mehr haben, dass er von dem Antrag erfahren könnte. ER hätte es mit 1000 %iger Sicherheit nicht auf "sich sitzen lassen" und wäre ausgerastet. Ich hatte immer solche panische Angst, dass er mir auflauert und ... !!! Hatten in der Therapie schon über alle möglichen Situationen gesprochen, wenn er mir auflauert, wie ich mich verhalten kann, was ich tun kann und hatte versucht, so gut wie möglich vorzusorgen. Jetzt brauche ich das alles nicht mehr .

LG - Sonny

19.06.2010 09:40 • #12


sonny001

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Ich bin jetzt schon lange krank geschrieben und ich mache mir schon länger Gedanken darüber, wie es weiter gehen kann/soll. Wenn ich nur an die Arbeit denke, baut sich sofort großer Druck und Stress auf und ich hab das Gefühl, alles bricht wieder über mir zusammen - zumal es auf der Arbeit Trigger gibt, denen ich nicht aus dem Weg gehen kann - im Gegenteil,

Meine Thera hält mich für erwerbsunfähig, eigentlich sehe ich es ja auch so, aber wenn ich in Rente gehen würde, würde es für mich den absoluten finanziellen Absturz bedeuten. Ich habe zu wenig gearbeitet und mit meiner Rente liege ich unter Harz 4 . Aber ich kann nicht mehr, es geht nicht mehr.
Mein Psych hatte heute ein Schreiben von der Krankenkasse, dass er ausfüllen musste und hat gesagt, dass mich die Krankenkasse wohl bald auffordern würde einen Rehaantrag zu stellen. Nur der würde dann wohl mit grußer Wahrscheinlichkeirt abgelehnt, da ich gerade erst in einer Klinik war, die mich arbeitsunfähig entlassen hat und im letzten Jahr daws Gleiche in einer Rehaklinik, auch arbeitsunfähig entlassen, würde also dann bedeuten, dass dann wohl der Rehaantrag in einen Rentenantrag umgewandelt werden würde.
Ich hatte gehofft, dass ich das Ganze noch ein wenig rauszögern kann, da ich finanziell mit ALG 1 immer noch besser dastehen würde, als mit meiner Rente.Aber wenn die Krankenkasse mich auffordert einen Rehaantrag zu stellen, komm ich da wohl nicht mehr raus. Noch hat sie es ja nicht gemacht, aber mein Doc meint, dass das jetzt wohl kommen wird.

Meine Thera hat mir den Rat gegeben, mir kompetente Hilfe zu holen und einen Antrag auf Opferrente und Berufsschadendsausgleich zu stellen. Sie hat mir bisher beim OEG super beiseite gestanden und mir sehr geholfen, aber kennt sie sich auf dem weiteren Weg nicht mehr genauer aus. Ich habe jetzt die Rechtsanwältin vom Weißen Ring angeschrieben und hoffe, dass sie mir da weiter helfen kann.

Hat hier schon jemand Erfahrung damit gemacht?

LG - Sonny

19.07.2010 21:48 • #13


Eini95

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Hallo Sonny!

Was ist Berufsschadenausgleich und wo beantragt man sowas???

Gruß
Eini

23.07.2010 18:43 • #14


sonny001

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Hallo Eini,

zum Berufsschadensausgleich hab ich hier was verlinkt http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsschadensausgleich , kann man ein wenig nachlesen. Beantragen muss man ihn, swoeit ich weiß auch übers Versorgungsamt.

Ich hab nächste Woche einen Termin mit der Anwältin vom Weißen Ring und wollte mit ihr darüber sprechen. Ich seh bei mir einfach keinen Weg mehr, arbeiten kann ich nicht mehr, hat Thera ausdrücklich nochmal betont, in der letzten Therastunde. Wenn ich keine Chance auf Opferrente und / oder Berufschadensausgleich habe, dann wars das für mich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

LG - Bonny

23.07.2010 21:16 • #15


sonny001

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Anfang der Woche hatte ich den Termin bei der Rechtsanwältin vom Weißen Ring. Ich kannte sie bisher nur über Mail- und Telefonkontakt - wobei mir telefonieren sehr schwer fällt . Hab sie also das erste Mal persönlich kennen gelernt.

Ich hatte Riesenbammel vor dem Treffen, da ich mir auch nicht sicher war, ob es dir "richtige" Anwältin für mich ist, da sie mir ganz am Anfang abgeraten hat, den Antrag auf OEG zu stellen, da es eben keine Zeugen gab, keine Anzeige und ich nie mit jemandem darüber geredet habe und es ihrer Meinung nach keine Chance auf Erfolg hätte.
Ich habe es ja dann mit super Unterstützung meiner Thera durchgezogen und hab der Rechtsanwältin beim Treffen, den letzten Bescheid des Landschaftsverbandes gezeigt, in dem weitere 40 Therapiestunden genehmigt worden sind. Die Rechtsanwältin hat sich den Bescheid angesehen und gesagt, dass das kein vorläufiger Bescheid mehr wäre und sie damit für mich das OEG als durch ansieht - hm - ich bin leider ein großer Zweifler , weil es für mich irgendwie noch deutlicher sein müsste . Dachte es kommt dann ein Bescheid, in dem steht, nach § so und so steht ihnen hiermit OEG zu. Okay, es ist in diesem Schreiben zu finden, bezogen auf die Heilbehandlung.
Ach - ich versuchs einfach mal hiermit vielleicht hilfts und ich fühl mich dann auch bald so .

Auf jeden Fall will die Rechtsanwältin, das jetzt alles mit mir voll durchziehen und steht hinter mir.

Wir haben jetzt erstmal nen Plan zurecht gelegt, wie es weiter gehen soll. Werde jetzt erstmal mein Rentenkonto klären und habe habe bei der Krankenkasse nachgefragt, wann ich ausgesteuert werde - zur Zeit ist finanziell ja noch alles okay, solange ich noch Versorgungskrankengeld vom Landschaftsverband (übers OEG) bekomme. Aber wenn das ausläuft, stürz ich finanziell völlig ab, Harz IV !!! War erstaunt, dass ich die Auskunft bekommen hab, dass ich erst im April nächstes Jahr ausgesteuert werde, bin natürlich froh drüber, aber nach meiner Rechnung hätte das jetzt schon bald sein müssen. Dann hat die Krankenkasse wohl nochmal die psychischen Diagnosen auseinandergepflückt.

Auf jeden Fall, wenn ich einen Rentenantrag stelle oder stellen muss, dann wird die Rechtsanwältin gleich paarallel mit mir beim Landschaftsverband einen Antrag auf Opferrente, Berufsschadensausgleich und Ausgleichsrente stellen.

Jetzt heißt es erstmal abwarten, ob die Krankenkasse mich auffordert einen Rentenantrag zu stellen, ansonsten kann ich mir dann noch etwas Zeit lassen.

LG - Sonny

01.08.2010 11:06 • #16


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Luzie

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hallo Sonny, ich habe deine Berichte mit großem Interesse gelesen, weil ich auch oft krank war, wohl wegen Depressionen, die aber auch mit der PTBS zusammen hängen. Ich habe auch große Angst vor dem Finanziellen, habe aber mit unserem Bankmenschen gesprochen, schon bevor etwas mit Berentung in die Wege geleitet wird, und wir wollen gemeinsam sehen, was zu machen ist.
Am Montag meldet sich auch bei mir ein Herr vom weißen Ring, bei mir sind die Ereignisse teils schon 30 Jahre her, die Männer sind tot, aber ich stehe ja auch jetzt mit dem "Elend" da, kann auch nicht mehr arbeiten, ich habe es seit voriges Jahr immer wieder versucht, aber es ist leider dann bei meinen Kollegen in Mobbing mir gegenüber ausgeartet.
Du machst mir jetzt aber auch Mut für das gespräch, lg Luzie

04.08.2010 18:54 • #17


sonny001

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Hallo Luzie,

bei mir ist es auch schon lang her, ca 25 Jahre. Hab es irgendwie geschafft es fast völlig zu verdrängen, aber vor ca drei Jahren bin ich mit schweren Depressionen in die Klinik gekommen und es kam langsam wieder ein Teil meiner schlimmen Vergangenheit hoch.

Hab auch immer wieder versucht sobald wie möglich arbeiten zu gehen, aber die Abstände zwischen den Krankschreibungen sind immer kürzer und die Krankschreibungen immer länger geworden, bis nichts mehr ging.

Das ist schön, dass ich dir mit meinem Bericht etwas Mut gemacht habe und ich drück dir die Daumen, fürs Gespräch mit dem Herrn vom Weißen Ring.
Ich hab mich im letzten Jahr erst anonym an den Weißen Ring gewand, weil ich große Angst hatte, dass ich dann vielleicht eine Anzeige hätte erstatten müssen und ich damit den Täter wieder "aufwecken" könnte - er hätte eh alles abgestritten, gab ja keine Zeugen und ich hatte Angst. Er war sehr aggressiv, das hätte er nie "auf sich sitzen lassen". Hatte mit meiner Therapeutin schon einen Notfallplan gemacht, wie ich mich verhalten kann, wenn er mir auflauern würde. Aber jetzt ist es vorbei - er ist tot!

Also wollte nur damit sagen, dass ich es sehr mutig finde, dass du dich an den Weißen Ring gewand hast und schon Montag ein Gespräch hast. Bei mir hat es lange gedauert, bis ich mich überhaupt getraut habe, mit jemandem vom Weißen Ring am Telefon zu sprechen - hatte erst nur Mailkontakt.

LG - Bonny

04.08.2010 21:04 • #18


sonny001

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Es gibt inzwischen was Neues.

Als ich vor einigen Wochen bei der Rechtsanwältin vom Weißen Ring war, hatten wir besprochen, dass wenn ich einen Rentenantrag stelle, sie zeitgleich mit mir beim Versorungsamt einen Antrag auf Opferrente, Ausgleichsrente und Berufsschadensausgleich stellt.

Diese Woche war ich dann bei ihr und hab eine Vollmacht unterschrieben, dass sie für mich alles, was OEG und Versorgungsamt betrifft regeln kann. Einen Tag, nachdem ich bei ihr war, hab ich einen Anruf von ihr bekommen, sie hatte gerade mit dem Versorungsamt gesprochen und dort erfahren, dass einen Tag zuvor ein Bescheid an mich raus gegangen ist, in dem Ausgleichsrente und Berufsschadensausgleich abgelehnt worden sind . Ich hab doch noch gar keinen entsprechenden Antrag gestellt . Gilt dann der allgemeine Antrag auf OEG bereits auch als Antrag für die vorgenannten "Sachen" .

Ich hab einen Tag später den Bescheid im Briefkasten gehabt. Ich habe einen GdS von 50% erhalten und bekomme Opferrente, die rückwirkend von Antragstellung gezahlt wird. Ausgleichsrente und Berufsschadensausgleich wurde abgelehnt, da Reha vorrangig ist . Ich gehe zwar in die Klinik, aber nicht in die Reha. Die Rechtsanwältin meint, der Klinikaufenthalt würde dann als Reha zählen und im Bescheid steht, dass erst nach "der Reha" neu über Ausgleichsrente und Berufsschadensausgleich entschieden werden kann.

Meine Thera sagt, ich wäre gar nicht rehafähig, daher auch Akkutklinik, Traumastation . Der Bescheid ist nicht von einem Arzt verfasst worden, ist unterschrieben von einer Mitarbeiterin des Versorgungsamtes, Meine Thera sagt, Widerspruch einlegen und eine ärztliche Begutachtung verlangen, da sie auch der Meinung ist, dass ich zu niedrig eingestuft worden bin.

Für mich ist das gerade ein undurchsichtiges, großes Durcheinander, mal sehen, was die Rechtsanwältin nächste Woche dazu sagt.

LG - Bonny

30.10.2010 12:49 • #19


Eini95

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Hallo Bonny!

Ich drück dir ganz doll die Daumen und habe mit großem Interesse deinen Bericht gelesen.

Bei mir kam gestern die Absage vom OEG. Begründet wurde es damit, dass ich nach § 2 OEG meine Mitwirkungspflichten verletzt habe, weil ich meinen Chef nicht angezeigt habe. Mein Chef hat mich aber wegen Verleumdung angezeigt und die S. Belästigung abgestritten.

Kurz zur Info: Wurde im ö.D. von 2001 bis 2005 von meinem Chef S. belästigt, erniedrigt, benachteiligt usw. Ich bin davon so krank geworden, dass ich unbefristet berentet wurde und auf Arbeit lief ein Disziplinarverfahren gegen meinen Chef. Er ist mit der kleinsten Strafe davon gekommen.

Aber das Versorgungsamt hat trotzdem abgelehnt?

Hattest du beim weißen Ring eine gute Anwältin?
In welchem Bundesland wohnst du?

Gruß
Eini

30.10.2010 19:41 • #20


sonny001

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Hallo,

also ich bin schon ganz schön überrollt von diesem Bescheid und immer noch ziemlich durcheinander, weil ich so einiges dabei nicht verstehe. Hoffe eben, dass die Anwältin da für mich ein wenig Licht ins Dunkle bringen kann .
Verstehe z.B den Paragraphen nicht, wo es heißt Reha hat Vorrang und erst nach Abschluß einer Rhea ist erneue Überprüfung auf Ausgleichsrente und Berufsschadensausgleich möglich . Aber meine Thera sagt, ich bin nicht Rheafähig und ich gehe bald in einen Akutklinik, auf eine Traumastation .

Also Beistand vom Weißen Ring hatte ich nicht. Ich hatte im letzten Jahr Kontakt mit dem Weißen Ring aufgenommen, aber es wurde mir gesagt, dass es wenig Sinn macht, einen Antrag auf OEG zu stellen, da es keine Zeugen gab, ich nie mit jemandem darüber gesprochen habe und ich nie Anzeige erstattet habe. Aber meine Therapeutin hat mich ermutigt, den Antrag zu stellen und hat mich dabei super unterstützt.
Ich wohne in NRW und es ist das Versorgungsamt in Münster zuständig.

Die Anwältin vom Weißen Ring, ist erst seit kurzem im Hintergrund, also ich konnte sie um Rat fragen, wenn ich Fragen hatte und ich habe sie erst vor einigen Wochen persönlich kennen gelernt. Erst vor ein paar Tagen, habe ich eine Vollmacht unterschrieben, dass sie mich vertreten kann. Hab also vorher alles allein mit meiner Therapeutin geregelt.

Werde auf jeden Fall weiter berichten.

Einie, das finde ich aber auch heftig! Da läuft ein Disziplinierverfahren, es gibt also Hinweise, dass dort was vorgefallen ist und das reicht nicht, als Beweis und wird abgelehnt . Würde auch sehen, ob es da nicht die Möglichkeit gibt Widerspruch einzulegen und sich Unterstützung dazu zu holen.

LG - Sonny

30.10.2010 21:47 • #21


Eini95

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Hallo Sonny und Moon!

Wenn ich das so lese, kriege ich Gänsehaut !!!

Moon wie alt bist du jetzt? Ich habe eine 15-jährige Tochter, da wird mir ganz schlecht. Meine Tochter trägt Prospekte aus und vor Kurzem war der Gebietsleiter da, um mit meiner Tochter den Vertrag zu verlängern. Ein alter Sack von Mitte 60 und der starrte meine Tochter nur an. Ich habe eine sehr hübsche Tochter, auf die ich sehr stolz bin. Aber als ich so nebenbei die Fragen des Gebietsleiters mitbekam, ob meine Tochter einen Freund hat und wenn sie jetzt den Vertrag verlängert und unterschreibt, verpflichtet sie sich, alles für ihn zu tun. Ich dachte, mich trifft der Schlag!!! Durch meine Geschichte auf Arbeit reagiere ich ganz sensibel auf diesem Gebiet. Ich wollte mich grad einmischen und den Typen rausschmeißen. Aber meine Tochter reagierte in meinen Augen sehr gut. Sie sagte ihm, wir sind wegen des Vertrages zusammen gekommen und um was Anderes gehts hier nicht. Er versuchte es weiter auf eine eklige und schleimige Art und meine Tochter unterschrieb den Vertrag und verabschiedete sich von ihm und sagte ihm an der Tür, dass sie kein Interesse an ihm hat und knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Bei mir kam gleich wieder alles hoch, Herzrasen, Atemnot, Übelkeit, Schmerzen und elende Wut gegen diese alten gut Knacker!!! Ich lobte meine Tochter für Ihr Verhalten und sie sagte dann zu mir: "Mama durch deine Geschichte war ich vorgewarnt und konnte mich gut wehren." Oh Gott ich muss grad heulen ....

Moon ich finde deinen Tip mit der Krankenkasse super!!! Das mache ich auch. Meinst du ich soll da morgen anrufen oder eher schreiben?

Oh Mann die ganze Geschichte kommt wieder hoch und bei mir ist das Problem, ich habe schon mehrere Therapien hinter mir und mit jeder Therapie ging es mir schlechter und musste eingewiesen werden. Ich bin therapieresistent - das bedauere ich sehr, da ich in jede Therapie große Hoffnung gesteckt habe.

Moon ich freue mich, trotz deiner schlimmen Geschichte, die ich zum Teil gelesen habe, dass du das mit dem OEG geschafft hast. Denn krank bleiben wir aufgrund dieser Geschichten unser Leben lang.

Sonny ich drück dir die Daumen und das mit den Zeugen vom Weißen Ring ist ja wohl auch ein Witz!!! Wer hat bei S. Geschichten denn Zeugen???

DANKE!!!

Gruß
Eini

31.10.2010 11:23 • #22


FrolleinMau

Zitat:
Zig Jahre hat die Hauptstelle meiner Krankenkasse gleich das gesamte Land Ba-Wü vergeklagt. Wenn die psychische Erkrankung oder ein Teil davon nach OEG anerkannt wird, dann bekommt die Krankenkasse z.T. bzw. alle sämtliche Kosten (je nach Sachlage) bezüglich psychische Erkrankung von dem jeweiligen Bundesland erstattet. Nur als Idee oder Rat, denn es ist im Interesse von denen! So können sie nämlich Behandlungskosten abwälzen. Was meint ihr, weshalb meine Krankenkasse jeden Therapieantrag ohne mit den Wimpern zu zucken bezahlen? Ja, sie schlagen mir sogar ungefragt teure Behandlungen vor...


DANKE, moon, für diesen Hinweis ! ... Das gehe ich dann mal als nächstes an. Gut, dass wir uns hier austauschen können, es ist grad sehr hilfreich für mich.

31.10.2010 15:02 • #23


FrolleinMau

Ich hätte dann mal wieder eine neue Information, die für andere auch wichtig wäre (vllt. kann man das zu meinem Beitrag zum OEG-Antrag umformulieren und einfügen):

Ich habe heute lange mit einem Mitarbeiter meiner Krankenkasse gesprochen, der sehr interessiert war. Normalerweise ist es richtig, dass die Krankenkasse aufgrund von Regreßansprüchen mit klagt. ABER:

Wenn eine Straftat verjährt ist, sprich 30 Jahre vergangen sind, seit der Tat, kann auch die Krankenkasse nichts mehr tun. Sie müssen sich - so bedauerte es der Mitarbeiter - an die Verjährungsfristen halten (er drückte es ein wenig ironisch aus: ... das diene dann zugunsten des Schädigers - so habe ich es zumindest verstanden, zumal ich schon recht aufgeregt war, und am liebsten geweint hätte).

Für manche Mituser kann das hier noch recht dienlich sein, weil sich die Kassen das ausgegebene Geld gerne zurückholen. Also, sobald ein OEG-Antrag gestellt wird und die Straftat nicht länger als 30 Jahre zurück liegt, habt ihr gute Chancen, dass die Krankenkasse zusammen mit euch kämpft.

Ich schreib es jedoch auch noch einmal im offenen Bereich um die Diskussion OEG.

03.11.2010 12:44 • #24


Eini95

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Hallo Moon!

Entschuldige, dass ich so spät schreibe, aber ich musste deine Texte erstmal sacken lassen.
Ich fühle sehr mit dir und ich find eigentlich gar keine Worte, um meine Hochachtung für dich auszusprechen. Mir tut es wahnsinnig leid, was dir passiert ist. Toll, dass du das alles so geschafft hast - auch aufgrund deines Alters !!!

Genau wie du bin ich auch eher der Schreibtyp und wenn ich was erzähle, bin ich total emotionslos. Alle denken, man steckt das so weg. Nein man will einfach nicht zeigen, wie weh einem das tut.

Ich habe heute mit meiner Krankenkasse telefoniert. Eine Dame aus der Abt. Körperverletzung. Diese sagte mir, dass sie bei meinem Opferantrag nichts machen können. Sie können nur dem Schädiger eine Rechnung schicken. Aber wenn der dann leugnet, steht Aussage gegen Aussage. Also die Krankenkasse unterstützt mich nicht. Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich dem Leiter der Abt. Körperverletzung dazu ein Schreiben schicke und um Hilfe bitte.

Gleichzeitig hab ich noch ein anderes Problem: Das Versorgungsamt hat ja meinen Antrag aufgund § 2 OEG, weil ich keine Anzeige gemacht habe - fehlende Mitwirkungspflicht, abgelehnt. Von 2001 bis 2005 wurde ich auf Arbeit S. vom Chef belästigt. Jetzt überlege ich, um mich endlich zu wehren und meinen Antrag weiter zu verfolgen, doch noch die Anzeige zu machen. Zwar ist dies nicht zwingend notwendig.

Was würdest du bzw. ihr mir raten??? Jetzt noch die Anzeige machen???

Meine Wut ist momentan so groß, dass ich so mutig wäre, diese Anzeige zu machen. Aber mein Körper reagiert schon wieder mit heftigsten Schmerzen. Hab mir gleich ne Doppeldosis Morphium genommen.

Moon deine Erfahrungen und Texte sind sehr hilfreich für mich - ich danke dir sehr dafür !!!

Gruß von Eini

03.11.2010 14:31 • #25


sonny001

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Hallo,

ich war inzwischen wieder bei der Rechtsanwältin vom Weißen Ring und ich hab einige Tage gebraucht, um mich wieder einigermaßen zu beruhigen und zu sortieren.

Ich habe der Rechtsanwältin den Bescheid des Landschaftsverband gezeigt und ihr gesagt, dass meine Thera der Meinung ist, dass der GdS zu niedrig wäre und zudem nicht von ärztlicher Seite beurteilt wurde und ich Einspruch einlegen sollte.
Die Rechtsanwältin hat gesagt, es gäbe doch Tabellen im Internet, nach denen auch Mitarbeiter des LVR`s den GdS festlegen könnten und außerdem sei es doch egal, ob ich einen GdS von 50, 60 oder 70% hätte. Und Widerspruch würde eh alles keinen Sinn machen.

Erstmal frage ich mich, wie eine Mitarbeiterin wohl den GdS festlegt, wenn z.B. bei einer Anpassungsstörung in der Tabelle 50-70% angegeben ist ??? Außerdem ist es für mich ein großer Unterschied, ob ich einen GdS von 50, 60 oder 70% habe. Zwischen 50 und 70% liegt ein Unterschied von ca 160 Euro Grundrente, was für jemanden, der nicht weiß, wovon er leben soll, viel Geld ist!

Dann habe ich die Rechtsanwältin gefragt, wann ich den Rentenantrag stellen soll, weil ich bald ausgesteuert werde und die Zeit langsam knapp wird, wenn ich in die Klinik gehe. Daraufhin hat mich die Rechtsanwältin gefragt, was ich mir von einem Rentenantrag erwarte. Sie an meiner Stelle würde sich überlegen, ob sie überhaupt einen Rentenantrag stellen würde .

Auf meine Frage, wie es mit dem Berufsschadensausgleich und der Ausgleichsrente weiter geht, hab ich zur Antwort bekommen, ob ich den Abschnitt im Bescheid nicht gelesen hätte, da würde es klar beschrieben und sie wußte gar nicht, das Berufsschadensausgleich und Ausgleichsrente zwei unterschiedliche Sachen sind .

Sie hat dann gesagt, dass sie dann doch mal Widerspruch einlegt, aber nur um zu sehen, nach welchen Berichten der LVR den GdS eingschätzt hat und hat dabei betont, dass das nicht bedeuten würde, dass sie danach handeln werde.

Ich war so platt und völlig fertig, von dem Gespräch, dachte ich bin im falschen Film. Ich hab mit meiner Therapeutin gesprochen und sie hat mit eine Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Opferrecht empfohlen, hab dort nächste Woche einen Termin. Und ich dachte, dass ich bei einer Rechtsanwältin vom Weißen Ring gut aufgehoben wäre .

Ich habe der Rechtsanwältin vom Weißen Ring heute eínen Brief geschrieben und ihr gespiegelt, wie es mir nach dem Gespräch ergangen ist und hab meine Vollmacht, die ich unterschrieben hatte, damit sie mich vertreten kann, wieder zurück gezogen.

Mich runter ziehen und mir sagen, dass alles keinen Sinn macht, kann ich ganz alleine, dazu brauch ich keine Anwältin. Ich brauche jemanden, der hinter mir steht, mich unterstützt und sich dazu auch noch auskennt!!!

LG - Sonny

05.11.2010 21:01 • #26


FrolleinMau

Ach, man, sonny, ich ahnte ja schon, dass es sehr schwierig werden wird und lange dauern kann, das ist grad nicht schön, zu lesen.

Ich hätte an deiner Stelle auch so gehandelt, der Lady die Vollmacht zu entziehen, wieder jemand, der nicht glaubt, hm? ... Mich würde das Gespräch zwischen dir und der neuen Anwältin SEHR interessieren.

Bleib tapfer.

05.11.2010 21:16 • #27


Eini95

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Hallo Sonny!

Deine Reaktion war völlig richtig !!!
Diese Anwältin hat wohl keine Ahnung und wenn sie dich weiter vertritt, geht dein Antrag und der Rest den Bach runter.

Sofort weg und einen neuen Anwalt suchen. Ich habe mal gehört, dass man sich bei so speziellen Sachen immer einen Fachanwalt suchen soll. Ich weiß bloß nicht, ob das Fachanwalt für Opferrecht heißt.

Drück dir ganz doll die Daumen - deine Entscheidung ist top !!!

Übrigens, wenn du einen guten Rentenberater suchst, ich kann dir einen ganz tollen empfehlen. Der ist zwar in Berlin, aber ich denke, er arbeitet bundesweit. Der ist super und nicht teuer. Wenn du Interesse hast, schick ich dir die Adresse. Ich habe im ersten Zug mit ihm gleich die Rente durchbekommen - ohne Widerspruch.

Gruß
Eini

06.11.2010 14:20 • #28


sonny001

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So - diese Woche war ich bei der anderen Rechtsanwältin. Ich war schon vor dem Termin völlig durch den Wind, hatte totalen Bammel vor dem Termin.

Es gab so viele Informationen, dass sich mir der Kopf dreht. Auf jeden Fall macht diese Rechtsanwältin einen kompetenten Eindruck.

Sie hat mich gefragt, was mein Auftrag an sie wäre - klare Frage, aber für mich schwer zu beantworten. Ich hab gesagt, dass ich in Bezug auf das OEG, versuchen möchte, alles zu tun, was möglich ist und dabei Unterstützung brauche. Ich habe eine Rechtschutzversicherung, aber die übernehmen die Kosten für einen Widerspruch nicht, was für mich bedeutet, dass ich eine Kostenpauschale von ca 750-1000 Euro selber zahlen muss. Das ist viel Geld! Aber ich könnte es von der Nachzahlung bezahlen, die ich vom Landschaftsverband bekommen habe.

Die Rechtsanwältin legt jetzt "nochmal" Widerspruch ein und fordert Akteneinsicht, was durchaus bis Anfang des Jahres dauern kann, bis sie die Akten zugeschickt bekommt. Dann würde sie sich einen Überblick verschaffen und mir Bescheid geben, ob es ihrer Meinung nach Sinn hat, weiter zu machen. Sie hat gefragt, ob es aktuelle Berichte gibt, mit einer aktuellen Eischätzung, wie es mir zur Zeit geht und aus dem hervorgeht, warum ich zum jetzigen Zeitpunkt in die Klinik gehe und wie die Prognose aussieht, aber der letzte Bericht ist vom Frühjahr. Ich habe meine Therapeutin und meinen behandelnden Psychiater gefragt, sie schreiben beide nochmal einen Bericht.

Im Januar, spätestens im Februar soll ich mich schon mal beim Arbeitsamt melden, weil ich im April ausgesteuert werde, mit dem Hinweis, dass ich einen Rentenantrag stellen muss, weil ich krank bin und es nicht anders geht. Dann greift die Nahtlosigkeitsregelung, man bekommt solange Arbeitslosengeld 1, bis dass über den Rentenantrag entschieden worden ist. Im ungünstigsten Fall, wenn die Rente angelehnt wird, rutsche ich dann in Harz IV.

Die Rechtsanwältin hat gesagt, sie kann nicht sagen, wie es ausgehen wird, zumal sie mich und mein Krankheitsbild nicht bzw. noch nicht kennt. Ich sollte mich auch damit auseinander setzen, dass, wenn Rente und OEG Leistungen durch kommen, es so sein wird, dass es immer wieder überprüft wird und ich nicht davon ausgehen soll, dass ich auf Dauer diese Leistungen beziehen würde. Ja, das weiß ich eigentlich - ist im Hinterkopf, aber gerade das macht mir gerade so große Angst, weil ich mir zur Zeit nicht vorstellen kann, wieder arbeiten zu gehen und wenn ich einmal raus bin, ausgesteuert bin – das setzt mich schon wieder unter Druck.

In meinem Kopf drehen sich gerade nur noch Harz IV, Überforderung und die Frage, ob sie mir glaubt?

Und vor Aufregung hab ich bei dem Termin noch Einiges vergessen zu erzählen, aber sie hatte mir zum Schluß gesagt, dass ich ihr auch per mail schreiben kann.

Es verunsichert aber leider sehr, dass ich jetzt doch nichts mehr klären kann, vorm Klinikaufenthalt, dass wieder alles offen ist und meine Angst gerade wieder groß ist, was meine finanzielle Zukunft betriift. Das macht mich alles so fertig und nimmt einfach kein Ende!!!

LG - Sonny

13.11.2010 17:08 • #29


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Luzie

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Hallo Sonny, ich warte immer noch, wegen dem OEG habe ich nichts gehört, auch von der EU Rente nichts, wegen dem GdB auch noch nicht alles, außer weißer Ring ist seit Juli weg.
Ich halte dir die Daumen, das du mit der andren Anwältin mehr Glück hast, Lg Luzie

13.11.2010 19:58 • #30

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