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Neurologisch / Psychiatrisches Gutachten - Ablauf?

Hallo da ich mir nichts mehr merken kann habe ich mir mal aufgeschrieben welche Symptome ich so habe meint ihr ich soll den Zettel dem Gutachter geben oder sieht das nicht gut aus? Danke

19.02.2019 18:23 • #16


Alexandra2
Hallo, klar das kannst Du machen. Schließlich vergisst Du alles.
Beim Antrag auf Anerkennung einer Behinderung habe ich einen typischen Tagesablauf beschrieben (am PC in 1 Woche). Auch weil ich nicht in der Lage war, das Formular wegen fehlender Aufmerksamkeit und Konzentration auszufüllen. Das war kein Problem.

19.02.2019 19:15 • x 1 #17


Meine größte Angst ist das die Gutachterin mir nicht glaubt.
Und ich keine Rente bekomme.

19.02.2019 19:27 • #18


Alexandra2
Das verstehe ich. Deshalb wäre es gut, das gleich am Anfang des Gesprächs zu sagen. Dann baut sich kein Druck bei Dir auf.
Es gibt ja sehr viele Symptome, die die Ärztin erfasst und sie wird im Gespräch merken, daß Du die Vergesslichkeit nicht vorgeschoben hast. Vielleicht beruhigt Dich das etwas

19.02.2019 19:36 • x 2 #19


Danke soll ich auch mein aktuelleres Gutachten von meinem Pychologen mitnehmen?

19.02.2019 19:54 • #20


Alexandra2
Auf jeden Fall.
LG

19.02.2019 20:01 • x 1 #21


Hallo, meiner Meinung nach wird es mit der Angst vor der Begutachtungssituation besser, je mehr Du über das Thema weißt. Das Wichtigste: Es geht nicht um Dein persönlich empfundenes Leid, sondern um die "Funktionsbeeinträchtigungen" die Deine Erkrankung mit sich bringt. Erwerbsfähigkeit setzt sich aus 13 einzelnen "Fähigkeiten" zusammen. Das sind solche Dinge wie "die Fähigkeit zur Einhaltung von Regeln und Routinen" oder die "Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben", "Die Fähigkeit zur Kompetenz- und Wissensanwendung", die "Durchhaltefähigkeit", "die Kontaktfähigkeit zu Dritten und Teamfähigkeit", "die Verkehrs- und Wegefähigkeit" usw. usw. Weiterführende Infos findest Du sicher, wenn Du das Thema mini ICF googlest.

Alle gutachterlichen Fragen werden darauf abzielen, welche der o.g. Fähigkeiten in welchem Ausmaß beeinträchtigt sind. Beispiel: Wie sind sie zur Untersuchung gekommen? Die Frage zielt auf die Verkehrs- und Wegefähigkeit ab. Selbst gefahren? Ja = Verkehrs- und Wegefähigkeit ist nicht beeinträchtigt. Öffentliche Verkehrsmittel benutzt? Ja = Verkehrs- und Wegefähigkeit nicht beeinträchtigt, Kontaktfähigkeit. vermutlich auch nicht beeinträchtigt, da Du öffentliche Verkehrsmittel vermutlich nicht alleine benutzen kannst. Ein depressiver Mensch nimmt z.B. oft Medikamente wie schlafanstoßende Antidepressiva, die einen "Hangover" verursachen, also benommen machen und traut sich daher nicht mehr, selbst Kfz zu fahren. Leidet er zusätzlich an Panikattacken, kann er möglicherweise keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, da dies "angstbesetzte" Situationen sind. Damit wäre die Verkehrs- und Wegefähigkeit schon mal stark eingeschränkt. Ist sie ganz aufgehoben, wäre dies alleine für eine Berentung ausreichend, weil wer nicht zur Arbeit kommt, nicht arbeiten kann.
Die Gutachterin wird auch immer den aktuellen Tagesablauf erfragen. Aus den geschilderten Tätigkeiten lassen wiederum viele Rückschlüsse auf die o.g. Fähigkeiten schließen. Beispiel: Ich lese viel = kann sich noch konzentrieren, also vermutlich auch "Aufgaben planen und strukturieren".
Fragen zu sozialen Kontakten lassen Rückschlüsse auf die Depressivität und somit wieder auf einzelne Fähigkeiten zu, ebenso gibt die Antwort Aufschluss über die Kontakt- und Teamfähigkeit.

Die optimale Vorbereitung bei einem Berentungsbegehren ist also, sich mit den 13 Fähigkeiten zu befassen und herauszuarbeiten, wie weit sich die eigene Erkrankung auf die einzelnen Fähigkeiten auswirkt. Dabei darfst Du nicht den Fehler machen, mit Fachwissen zu glänzen, denn dies alles sind Dinge, die ein üblicher Proband in einer Begutachtung nicht weiß.

Weiterhin ist Begutachtung immer auch Beobachtung. Kleidung, Körperhaltung, Mimik, Sprache, Stimme, Schnelligkeit der Antworten, Bewegung usw. usw., all dies lässt Rückschlüsse auf das Ausmaß der Erkrankung zu.

Die Welt ist leider nicht objektiv und sachlich, sondern es läuft sehr vieles Interessengesteuert ab. Die Rentenversicherung ist grundsätzlich eher fair, die Gutachter sind es oftmals nicht, da sie ja für einen Auftraggeber arbeiten und Folgeaufträge davon abhängen. Darum halte ich eine gewissenhafte, am eigenen Ziel ausgerichtete Vorbereitung für erfolgversprechender, als "natürlich" aufzutreten. Selbstverständlich sitzt Du einem Profi gegenüber, aber der ist auch nur ein Mensch. Werde ihm durch Vorbereitung ebenbürtig.

Rechne mit Fragen, warum Du nicht mehr arbeiten kannst, welche Deiner Symptome Dich am meisten belasten, zu Deinem Freizeitverhalten, zu Deinen Hobbys und Interessen, zu Häufigkeit und Umfang Deiner sozialen Kontakte, sowohl innerhalb und außerhalb der Familie, zu Deinen Aktivitäten (Tagesablauf), wie Du Dich fortbewegst, wieviel Sport Du machst, nach Ess- und Trinkgewohnheiten, nach Deinem Wohnumfeld (eigenes Haus = viel Arbeit, wer macht die), nach zu pflegenden Angehörigen (ist auch Leistung) usw. usw. Rechne immer mit Folgefragen. Wie sind sie hergekommen? Mit dem Taxi. Wieviel hat die Fahrt gekostet?

Krank zu sein reicht oft nicht, man muss es auch noch richtig machen. Klingt zynisch ist aber wahr.
Gruß Peter

23.02.2019 16:32 • x 2 #22


Nochmal eine Ergänzung zu meinem vorherigen langen Beitrag: Erwerbsminderungsrente bedeutet, ja auf dem "allgemeinen Arbeitsmarkt" unter drei Std. täglich leistungsfähig zu sein. Die DRV definiert den allgemeinen Arbeitsmarkt gerne so: "Sie können sich ja einen Job als Pförtner suchen, in einem Häuschen sitzen und per Knopfdruck eine Schranke bedienen, sobald eine Auto kommt". Das ist zwar idiotisch, weil es diesen Job so kaum gibt, aber Du musst Dich in der Begutachtung so positionieren, dass Du auf Basis Deiner Beschwerden begründen kannst, warum Du diesen oder einen ähnlich anspruchslosen Job nicht machen könntest. Dies selbstverständlich nicht durch intensives, eloquentes Argumentieren, sondern durch glaubhafte und in sich konsistente Beschwerdeschilderung. Zu Deiner Frage bezüglich mitzubringender Gutachten: Mache es dem Gutachter immer so leicht wie möglich, an die Information zu gelangen, die er bekommen soll. Schreibarbeiten sind Ärzten, die mit Bürokratie ohnehin überlastet sind, meist ziemlich lästig. Wenn ein Gutachter - sofern er es überhaupt tut - eine Stellungnahme bei Deinem behandelnden Facharzt + Psychologen anfordert, so werden diese die Anforderung erfahrungsgemäß widerwillig mit geringstmöglichem Aufwand abarbeiten. Bittest Du sie als Patient aber um entsprechenden Stellungnahmen, werden diese oft anders ausfallen. Außerdem hast Du dann Kenntnis über den Inhalt und kannst mögliche Widersprüche vermeiden.
Gruß Peter

23.02.2019 18:35 • x 1 #23


Danke Peter jetzt geht mir aber noch mehr die muffe. Ich habe zu letzt 2,45 stunden 3Tage die Woche gearbeitet. Komme mit der kleinsten Veränderungen nicht zurecht egal ob privat oder beruflich. Kann mir nichts mehr merken und werde mich zum Gutachter von meinem Bruder fahren lassen.

24.02.2019 12:10 • #24


Sorry, das war nicht meine Absicht. Wie viel Zeit bleibt Dir denn noch bis zum Termin? Ich hatte gehofft, dass Dir die Infos helfen, Dich besser auf den Termin vorzubereiten. Wenn Du zu den Fragen, die ich erwähnt hatte etwas schreiben möchtest, so z.B. wie Du sie beantworten würdest, kann ich das heute noch kommentieren. Allerdings werde ich ab morgen weniger Zeit haben. Ich bin grade im Urlaub auf Kreuzfahrt und komme morgen früh am Ziel an.

24.02.2019 14:20 • x 1 #25


Danke schön ich habe am 13 März meinem Termin. Kann mir gar nichts mehr merken habe meine Symptome auf einen Zettel geschrieben und wollte diese mir merken es ist aber einfach unmöglich. Hab gewaltig Angst um die Fragen von Gutachter das ich was falsch beantworte.

24.02.2019 14:31 • #26


Ich habe die 13Punkte ausgedruckt kann aber nicht viel mit anfangen. Weil nichts groß dabei steht.

24.02.2019 14:44 • #27


Wenn Deine Merkfähigkeit so deutlich beeinträchtigt ist, macht es wohl wenig Sinn, das Du Dich mit entsprechender Fachliteratur zu dem Thema auseinandersetzt. Wie lauten denn Deine Diagnosen? Wenn es Dir tatsächlich nicht möglich ist, Dich trotz verbleibender zwei Wochen Zeit auf die Begutachtung angemessen vorzubereiten, dann sollte die Gutachterin wohl auch so erkennen, dass bei Dir nicht mehr viel geht. Allerdings würde ich - wenn ich an Deiner Stelle wäre - erstmal sofort damit aufhören, drei mal pro Woche den Beweis zu erbringen, dass ich doch noch irgendwie arbeiten kann, auch wenn es nur unter drei Stunden sind. Unmittelbar nach der Begutachtung solltest Du ein Gedächtnisprotokoll schreiben, was dort passiert ist. Was wurde gefragt? Was wurde nicht gefragt? Es kann auch ein Mangel sein, wenn ein Gutachter zu wenig Fragen stellt und dadurch das vollständige Ausmaß Deiner Beschwerden nicht richtig erfassen konnte. Gab es irgend ein Verhalten, das Dich verunsichert hat, zum Beispiel "barsches unfreundliches Auftreten", so dass Du aus Verunsicherung nicht mehr richtig antworten konntest usw.? Alles notieren, es kann als Grundlage für einen Widerspruch gegen einen ablehnenden Rentenbescheid dienen.

24.02.2019 15:33 • x 1 #28


Mittel gradige Depression Persönlichkeitsstörungen

24.02.2019 17:00 • #29


Habe eine lange Fahrt von Gutachter heim ob ich da noch was weiß

24.02.2019 17:12 • #30




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