erstmal: Tut mir Leid dass das hier soviel Text ist obwohl ich weiß wie ätzend das ist viel zu lesen. aber vielleicht schafft es ja jemand bis zum Schluss…
Vor einem halben Jahr habe ich mir 2 Faktoren geschaffen die dazu geführt haben dass ich jetzt da bin, wo ich bin. Etwas weiter unten erwähne ich einen davon kurz) Und auch wenn alles hätte anders laufen können und sollen… aber ich kann sagen, ich trage die Schuld an meinem Zustand, das ist einfach Tatsache.
Ich frage mich schon seit einer ganzen Weile ob es eine Depression ist. eigentlich ist es ziemlich offensichtlich sogar. ich möchte meine Symptome trotzdem gerne zusammentragen und es einordnen können. Das Erste was mir aufgefallen ist: ich empfinde keine Freude mehr. Ich kann zwar noch über etwas lachen, aber es ist absolut oberflächlich. Mich berührt nichts mehr… mich interessiert immer weniger. Fernsehen? Schon lange nicht mehr, ich könnte mich auch gar nicht drauf konzentrieren. Anfang Dezember war ich im Kino und weiß eigentlich nichts mehr davon, auch während des Films konnte ich kaum folgen obwohl es ein Kinderfilm war. Niemand hat mehr wirklichen Zugang zu mir, außer Musik. Da höre ich seit Wochen nur die gleichen songs. Bloß nicht zu positiv, das kommt mir dann so verlogen vor. Ich gehe derzeit Menschen mit positiver Energie förmlich aus dem Weg weil ich es nicht gut ertrage. Obwohl ich eigentlich selbst mal so positiv war und gestrahlt habe. Alles weg. Besonders morgens und vormittags geht es mir schlecht. Schwere die mich belagert, Niedergeschlagen sowieso. Die Schwere ist auch körperlich: langsamere Bewegungen und sprechen, auch wenn das eher phasenweise ist. Ab Mittag/Nachmittag wird es etwas leichter, Abends wieder etwas mehr, ich gehe dann immer früh schlafen. Teils Geräuschempfindlichkeit, Alltagsgeräusche die jemand produziert (Essgeräusche, Spülmaschine ausräumen, sowas…) nerven mich unendlich. Wenn mir jemand was erzählt hoffe ich, dass es möglichst kurz ist, am besten gar nicht. Ich kann nicht parken und gleich aussteigen. ich brauche viele Minuten in denen ich einfach dasitze. bis ich aussteigen kann. Das klingt so bescheuert und seltsam. Ruhebedürfnis… was kaum befriedigt werden kann. Kaum Hunger, ich esse wenig bzw. bin schnell satt. Vermehrtes frieren und nachts schwitzen. Ansonsten schlage ich mich innerlich mit viel Sinnlosigkeit, Zweifeln und Ausweglosigkeit herum, Herz/Seelenschmerz oder Leere. Das ist real, kein reinsteigern oder Einbildung. Und ja, typischer Weise kann ich mit niemanden darüber sprechen.
Für mich ist mein Zustand aber erstmal nichts negatives. Einen besseren Selbstschutz gibt es nicht. Mein Selbstwert hat im letzten halben Jahr enorm viel mitgemacht und gelitten. Erst wurde da durch jemanden ein wahres Feuerwerk ausgelöst (sowas habe ich noch nie erlebt und ich habe es so angenommen, als wäre es die Erfüllung überhaupt!) und dann von der gleichen Person von heute auf morgen ins genaue Gegenteil gebracht. Den Kontakt zu dieser Person habe ich gerade abgebrochen worauf ich zwar stolz bin weil es echt schwer war, aber der Seelenschmerz bleibt. ich habe mich so geöffnet wie ich es sonst nie tue und war für diese Person so toll und mega und überhaupt. und dann wurde ich brutal mit Distanz fallengelassen. Alles was ich wollte ist Freundschaft. Tiefe Verbindung. Aber sowas ist für mich in meinem Leben wohl nicht vorgesehen, obwohl meine Seele genau das bräuchte zum „glücklich sein“. Ich bin Sternzeichen Fische…das sagt leider sehr viel über mich aus.
Aber das, was ich geben würde in einer Freundschaft bekomme ich niemals auch nur halb zurück. Das ist einfach Tatsache. Allein das zerstört wieder den Selbstwert. Ich scheine wahre Freundschaft einfach nicht verdient zu haben. Nur Oberflächlichkeiten und das ist das Schlimmste für mich auf Dauer. Sternzeichen Fische halt.
All meine Symptome kamen schleichend, angefangen im Dezember, unignorierbar seit Anfang Januar. also alles noch am Anfang. Den ganzen Alltag bekomme ich hin, . Ich melde mich nicht krank. Auch einem Hobby bei dem ich viel draußen unterwegs bin gehe ich nach. Nicht mit Freude, aber es verschafft mir etwas Erleichterung, ich würde mich zur Not auch weiterhin dazu zwingen. Auch wenn ich oft ans Bett denke: es ist keine Option.
Danke fürs Lesen, auch wenn der Inhalt ätzend ist. Mein Zustand ist offensichtlich, richtig? Und falls jemand auf die Idee kommt mir zu raten, ich soll zum Arzt: nein! Nur wenn nichts, wirklich gar nichts mehr geht.
Ich habe mir das alles selbst fabriziert, also muss ich da durch. Karma und selbst Schuld, so ist meine Einstellung dazu.
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HDD Mitglied
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Hallo @katjes ,
Zitat von katjes:
Erst wurde da durch jemanden ein wahres Feuerwerk ausgelöst (sowas habe ich noch nie erlebt und ich habe es so angenommen, als wäre es die Erfüllung überhaupt!) und dann von der gleichen Person von heute auf morgen ins genaue Gegenteil gebracht.
Lovebombing? Ziemlich übel... Ist das der Grund für deinen aktuellen Zustand, oder steht da noch was anderes im Raum?
Zitat von katjes:
Ich habe mir das alles selbst fabriziert, also muss ich da durch. Karma und selbst Schuld, so ist meine Einstellung dazu.
Na ja... Man kann auch mal schlicht Pech haben und an die falsche Person geraten - oder es trifft einen ein persönliches Unglück - oder was auch immer. Nicht immer ist man an allem schuld. Das ist eine "kindliche" Auffassung. Das soll jetzt keine Beleidigung sein, es ist einfach so, dass der Glaube, an allem schuld zu sein, z.B. an der Scheidung der Eltern oder der Depression der Mutter, ganz typisch ist für Kinder; und das hängt ihnen dann irgendwie ein Leben lang nach. Hast du vielleicht auch so etwas erlebt?