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Nach dem Tief ist vor dem Tief

Zimt

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Ich habe mich hier angemeldet, weil ich Input brauche. Meine Freundin hat u.a. Depressionen. Ich weiß das noch nicht so lange, im letzten Tief hat sie es mir erzählt. Wohl auch, weil es so viele Andeutungen gab und es zu offensichtlich wurde, geahnt habe ich es schon sehr lange, und auch nachgefragt,aber sie hat es geleugnet.
Nun erkenne ich, dass ich es sehr anstrengend finde, diese eigentlich gute Zeit zu genießen. Die Zeit, die Kraft für die nächste Episode geben soll. Ich muß aber irgendwie immer Kraft haben-im Tief, um da zu sein, auch wenn sie nicht viel davon merkt u.ich nur selten schreibe und Vorschläge mache. ich habe sie ständig bei mir. Ich mache mir Gedanken, Sorgen, man sieht zu, wie ein Mensch sich so verändert, zu kaum was fähig ist, kaum isst etc. Ich habe dann Angst um sie.
Und jetzt, jetzt geht es ihr besser-aber ich kann das nicht genießen! Ich weiß, es ist nicht von Dauer, wir versuchen viel Zeit miteinander zu verbringen, die so wertvoll ist. Aber wie oft kann man das? Wie oft schafft man es? Immer auf und ab, immer ist das wie sterben und wieder auferstehen, man weiß aber nie, was von der Episode bleibt, wird man dadurch nicht auch krank?
Wie macht ihr das, ohne Gewissheiten? Wie ist das, wenn man merkt, der andere "entgleitet" einem, und man kann nur zugucken? Gibt es da Strategien?
Vielen Dank fürs lesen.

Zimt

30.08.2020 20:34 • x 1 #1


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buddl1

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im allgemeinen versucht jeder für sich selbst seinen weg zu finden.
Was gut oder falsch ist, du weißt da genügt ein Wort um alles auszulösen,
aber eins haben alle gemeinsam,
wir lassen diesen Menschen nicht fallen, nicht allein!
natürlich müssen wir dabei aufpassen, dass wir nicht selber hinab gezogen werden
und das scheint bei dir schon sich zu vollziehen.
du brauchst selbst die Freiräume,
auch für ein gefahrfreies Lachen.
wenn du dich zu sehr an sie bindet oder eben sie an dich,
dann ist es nicht weit das beide fallen und die Welt mehr Grau als Bund erscheint...

und Gewiss ist nur eins,
das wir unsere begrenze Zeit hier auf Erden,
nutzen sollten,
auch für uns.
buddl1,

31.08.2020 05:39 • x 2 #2


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Heideblümchen

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Zitat von buddl1:
natürlich müssen wir dabei aufpassen, dass wir nicht selber hinab gezogen werden
und das scheint bei dir schon sich zu vollziehen.


Das hat buddl1 sehr passend formuliert. Bei all der Sorge um den Partner darf man sich selber nicht aus den Augen verlieren. Es braucht Kraft, für den depressiven Partner da zu sein, aber es muss auch ein Leben statt finden in Zeiten, wo es dem Partner gut geht und er die Freude mit einem gemeinsam teilen kann. Immer nur dunkel zu sehen und immer auf die nächste "Episode" förmlich zu warten hilft dem Erkrankten absolut nicht weiter. Und auf Dauer immer nur in Angst und Sorge zu leben....das ist auch nicht hilfreich. Für keinen!
Leider gibt es bei solcher Erkrankung keine "Gewissheiten". Da es für dich, @zimt, noch ein relativ neues Thema ist, dauert es sicher noch einige Zeit, bis du dich der neuen Situation angepasst hast und du einen Weg auch für dich gefunden hast, wie du damit umgehen kannst. Dafür ist das Forum eine gute Anlaufstelle, für Fragen und Antworten von Betroffenen. Alles Gute.

31.08.2020 09:25 • x 2 #3


Zimt

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Danke für diese Antworten! Ich werde mir das noch einige Male durchlesen, es klingt beides sehr vernünftig.
Sie merkt gar nicht, was ich durchmache. In der Episode sowieso nicht, da geht gar nichts, und wenn sie draußen ist, gibt es soviel nachzuholen im Leben, dass Gefühle anderer Menschen da auch keinen Platz haben. Es ist ihr dann so zuviel, dass sie nichts an sich heranlässt.
Ich werde aufpassen müssen. Alles nicht einfach.
Grüße!

31.08.2020 17:19 • #4


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buddl1

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ja, es brauch Zeit zu verstehen,
besonders für sich selbst.
und manchmal hilft es einen wenn man darüber schreibt.
weder sie noch du bist damit allein,
wenn immer dir danach ist,
muss Arbeitsunfähigkeit der hilfegebende Hilfe suchen und annehmen,
nur so, kann er für den anderen da sein.

nebenbei,
es ist auch dein Recht zu leben,
Freude zu haben. Sie eigene Seele sie lebt auch der eigenen Gefühle wegen,
die die dich entspannen, dich glücklich sein lassen,
die sollen überwiegen, nicht die die dich in die Tiefe zu ziehen versuchen.
buddl1,

01.09.2020 06:29 • x 2 #5


Zimt

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Die Theorie ist klar...die Praxis unglaublich schwer. Man selber spielt kaum mehr eine Rolle.

01.09.2020 17:58 • x 1 #6