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Mütter mit Depressionen (Kleinkind) - Austausch & Erfahrungen

Hallo zusammen, ich bin neu hier! Ich leide schon fast mein ganzes Leben immer wieder an Depressionen und seit der Geburt meines Sohnes ist es wieder schlimmer geworden. Seit kurzem habe ich eine chronische Krankheit, die auch oft mit Depressionen in Verbindung steht. Ich würde mich freuen, wenn ich mich hier mit anderen Eltern (aber auch gerne natürlich Nicht-Eltern ) austauschen könnte, wie ihr so im Alltag klarkommt und im Umgang mit euren Kindern. Ich habe immer Angst, dass mein Sohn merkt, dass ich oft nur aufgesetzt fröhlich bin und dass mir im Inneren nur zum Heulen zumute ist. Jetzt ist es auch so, dass er sich total zu einem Papakind entwickelt hat und mir es so, so schwerfällt, dass nicht als Ablehnung oder Zurückweisung zu sehen, da das absolut einen wunden Punkt von mir trifft Vielleicht gibt es ja jemand mit ähnlichen Erfahrungen?

Liebe Grüße
Nordlicht150

30.05.2019 19:48 • #1


Hallo, ich bin auch neu hier und ebenfalls Mama.habe zwei wunderbare Kinder und auch schon ewig Depressionen.Weißt du, es verändert sich bei den Kindern ständig.und plötzlich sind sie wieder Mamakinder.Du spürst das so extrem, weil du wahrscheinlich durch deine Depressionen auch so sensibel bist wie ich und wahrscheinlich nimmst du das vielleicht anders wahr als es ist . Vielleicht rattert bei dir ja der Kopf auch 24h am Tag

30.05.2019 20:01 • x 1 #2


Hallo nadl23, danke für deine Antwort! Ja, bei mir rattert der Kopf auch den ganzen Tag Kann gut sein, dass ich es überbewerte, aber gerade heute hat er mich, als ich ihn mittrösten wollte, als er sich wehgetan hat, richtig wütend von sich gestoßen und ist mir noch ein paar Schritte gefolgt und hat mich gehauen und wollte danach nur vom Papa getröstet werden. Ich weiß einfach nicht, was ich davon halten soll und frage mich, ob was mit seiner Bindung zu mir nicht stimmt. Wie schaffst du es denn, dass deine Kinder deine Depressionen nicht so mitbekommen bzw. wie gehst du ihnen gegenüber damit um?

30.05.2019 20:06 • x 1 #3


ich kann dich sehr gut verstehen, ich kann mit solchen Dingen auch nicht umgehen.Wenn meine Kinder mal gemein sind oder ich kein Busserl bekomme, was ja eigentlich nicht schlimm ist, da bilde ich mir auch alles mögliche ein und fühle mich extrem schlecht.Meine Kinder sind 8 und 4, meine große merkt schon oft das es mir nicht gut geht, sie glaubt jedoch das ist weil ich wegen meinem Freund so viel putzen muss.Echt schlimm, letztens war ih Freund zu Besuch und ich hörte wie er immer sagte passt das eh für deine Mama wenn ich da bin und als ich dann fragte wie er darauf kommt, sagte er das Kimberley ihm erzählte das es mir oft nicht gut geht.Echt peinlich sowas und da fühlt man sich soo schlecht, aber leider kann man ja weder was dafür, noch etwas dagegen machen.Ich merke jedoch oft wann ich mich nach außen hin zusammenreißen muss und wieder gesteuert von meinem Kopf werde. Ich kann dir wirklich sagen, unser Kopf macht das mit uns, es steckt nicht das dahinter was wir denken

30.05.2019 20:15 • x 1 #4


Oh je, sowas ist echt unangenehm.
Ich wünsche mir so oft, dass ich meinen Kopf einfach mal abschalten könnte, aber der ist immer dabei ein Gedankenkarrussell zu veranstalten, ich fühle mich dem oft so ausgeliefert. Zurzeit nehme ich keine Medikamente, aber ich überlege echt, das bald zu machen, die Beziehung zu meinem Mann leidet auch schon darunter. Er versteht es halt nicht, und eigentlich kann ich es ihm nicht verübeln, aber es verletzt mich trotzdem. Ich wünschte wirklich, ich hätte ein dickeres Fell, fühle mich manchmal wie im falschen Film.
Nimmst du Medikamente?

30.05.2019 20:24 • #5


Ja das kenne ich auch, ich halte meinen Kopf nicht aus und die dummsten Gedanken oft.Mein Freund sagt immer ich soll mal meinen Kopf ausschalten, ich denke zu viel nach.ja hahah, wie soll das gehen? Er versteht das einfach nicht, wie denn auch.Ich habe schon alle Medikamente durchprobiert, aber ich hatte immer Nebenwirkungen und mich auch trozdem nie wohl gefühlt.Starkds zunehmen, schwitzen, keine Gefühle mehr, Lipidoverlust usw.Vorallem wegen dem zunehmen habe ich immer ganz plötzlich aufgehört, weil das für mich die schlimmste Nebenwirkung ist.Leider ist es bei meiner Beziehung auch das gleiche und ich denke mir immer wenn er einmal eine findet die ihm das Leben nichts so schwer macht und einfach ist, ist er bestimmt weg.Da wären wir wieder bei den Gedanken

30.05.2019 20:32 • #6


Das tut mir leid, dass keins der Medikamente geholfen hat bei dir. Wegen der Gewichtszunahme zögere ich auch, welche zu nehmen, aber ich glaube so geht es echt nicht weiter.
Mein Mann sagt mir auch immer, dass ich mir nicht so viele Gedanken machen soll, aber ich frage mich auch immer, wie das denn bitte gehen soll. Ich weiß, dass er es auch nur gut meint, aber er kann gar nicht damit umgehen und oft werde ich dadurch nur sauer auf ihn.
Davor, dass er eine andere findet, mit der alles einfacher ist, habe ich auch Angst oder dass ihm so alles zu viel wird.
Es ist bei mir auch so, dass ich schon so viel über Depressionen weiß (schon 3 ambulante Therapien gemacht) und so viele Strategien kenne, aber das bleibt alles nur im Kopf, es kommt auf tiefer Gefühlsebene einfach nicht bei mir an. Und ich weiß einfach nicht, wie ich diese Verbindung herstellen kann, es ist wie verhext!

30.05.2019 20:44 • #7


ja stimmt, ich kann auch nichts umsetzen.es funktioniert bei mir einfach nicht und ich kann mich nicht raus holen.Machen dich Antidepressiva nicht "kalt"? Ich hab das auch nicht gleich bemerkt, es wurde mir meistens gesagt.hab seit 5 Monaten die Tabletten jetzt wieder abgesetzt und bin noch immer nicht vom Gewicht herunten.ich halte das faat nicht aus, war immer extrem schlank und hab in keiner ss so viel Gewicht gehabt wie jetzt.es ist zum Verzweifeln, wenn nichts hiöft

30.05.2019 20:57 • #8


Wie meinst du das mit kalt machen? Es ist schon lange her, dass ich das letzte Mal welche genommen habe, schon 10 Jahre oder so. Die hatten eigentlich ganz gut geholfen und ich habe nicht soo viel zugenommen. Falls ich jetzt doch dadurch zunehmen sollte, denke ich aber, dass ich mich auch schlecht damit fühlen würde. Ich habe nämlich immer noch 5 Schwangerschaftskilos, die sich hartnäckig halten und mit denen ich mich nicht wohlfühle.
Ich frage mich auch immer, warum nichts hilft, ich glaube, das sitzt einfach alles so tief bei mir und ich verstehe auch nicht wirklich, warum das überhaupt so ist. In meinem Umfeld habe ich auch nicht richtig jemand, mit dem ich darüber reden kann. Ich rede eigentlich nur mit meinem Mann darüber, aber der ist schon genervt davon und versteht es eben auch nicht

30.05.2019 21:04 • #9


Alexandra2
Hallo Ihr Beiden,
Dieses Grübeln ist ein Symptom der Depression. Mit etwas Übung hilft der Grübelstopp, man sagt sich selbst Stopp wenn man grübelt und wendet sich sofort ab, geht aus der Situation. Das regelmäßig angewendet hilft etwas. Wichtig ist, das immer wieder zu machen. Und mit den richtigen Medikamenten wird das auch besser.
Die Depression hat mein ganzes Gefühlsleben aufgemischt. Ich fühlte mich ferngesteuert, völlig fremd, durcheinander und verzweifelt. Allein das ist eine Indikation für Antidepressiva.

Mir hilft geführte Meditation, um den Kopf zum Schweigen zu bringen. Das hat mich über Jahre vor dem Zusammenbruch bewahrt. Auch weil mein Kind sehr anstrengend war.
Wenn mein Kind mich ablehnte, habe ich versucht ruhig zu bleiben, aber auch Grenzen gesetzt. Mama hauen geht gar nicht, ich habe das auch so gesagt.
Die Gewichtszunahme halte ich mit Intervallfasten in Grenzen, 8:16. 8 Stunden sind zwei Mahlzeiten erlaubt, 16 Stunden nur klare Flüssigkeiten. Über die Monate habe ich etwas abgenommen, aber das Wichtigste war, nicht zuzunehmen.
Liebe Grüße Alexandra2

30.05.2019 21:41 • x 2 #10


Hallo Alexandra, danke für deine Antwort! Das mit dem Grübelstopp habe ich auch schon so oft probiert, aber gerade wenn ich schlafen will, hilft das irgendwie so gar nicht .
Kannst du vielleicht eine bestimmte geführte Meditation empfehlen, die dir gut hilft?
Ich denke auch, dass ich Antidepressiva nehmen sollte, ich will es zumindest probieren. Ich fühle mich einfach nur verzweifelt.
Meinem Sohn sage ich auch, dass er mich nicht hauen darf, aber er versteht das mit 2 leider so gar nicht. Ich habe einfach solche Angst, dass ich bei ihm irgendwas falsch gemacht habe, er kam per Kaiserschnitt und seitdem mache ich mir immer Gedanken, dass er mich ablehnen könnte und wenn er es dann wirklich tut, tut es einfach so unendlich weh. Ich hätte das bei meinem Kind einfach vorher nicht erwartet, bei allen anderen habe ich auch immer Angst davor, abgelehnt zu werdenm aber ich hätte vorher in meinen wildesten Gedankenkarrussells nicht erwartet, dass ich diese Angst auch bei meinem eigenen Kind haben könnte! Es ist einfach so unglaublich

30.05.2019 21:52 • #11


Alexandra2
Liebes Nordlicht,
Bleibe dran mit dem Grübelstopp, das Umlernen dauert seine Zeit. Hier hilft es, beharrlich zu bleiben.

Die gesprochenen Meditationen muss jeder selbst finden. Manche Stimmen stoßen mich ab oder regen mich auf. Daher empfehle ich Dir, Dich in der Bücherhalle umzuschauen. Ich mag Engelmeditationen von Doreen Virtue und Petra Schneider mit 30-60 Min Laufzeit. Die Stimmen entspannen mich.

Die Beziehung zum Kaiserschnitt- Kind ist manchmal holprig, die Bindung braucht etwas Übung. Es ist also "normal" und lässt sich aber ändern. Mein Sohn war sehr unruhig von Geburt an und ich habe viel ausprobiert, Nähe herzustellen. Er wollte nie kuscheln, nie baden, beim Kinderturnen sprengte er die Veranstaltung mit seiner Bewegungsunruhe, furchtbar für ihn, mich und alle Umstehenden.
Ich habe, wir es so schön heißt, Beziehungsangebote gemacht. Ihn in Ruhe gelassen, mich in seiner Sichtweise aufgehalten und Neues ausprobiert, wie zB. mit Fingerfarbe dir Fensterscheibe seines Zimmers bemalt, Wimmelbilderbücher von Mitgutsch hingelegt und mir alleine angesehen und eine Hängematte im Schlafzimmer angebracht. Das hat's gebracht. Wir sahen uns dort Bilderbücher an, er konnte sich anlehnen oder auch nicht, aber 30 Minuten dort verweilen war mein Wunsch. Den habe ich meist umgesetzt. Kinder brauchen es, die Bedürfnisse der Eltern kennen zu lernen und nicht dauernd im Mittelpunkt zu stehen.
Lasse Dir und ihm Zeit. Unsicherheit der Eltern überträgt sich auf das Kind. Er spürt daß es Dir nicht gut geht und kann damit nicht umgehen. Vielleicht hilft es, ihm zu sagen daß es Dir nicht gut geht und er damit nichts zu tun hat.
Die richtige Behandlung wird Deine Situation verbessern, das musst Du fest im Blick haben, auch daß es noch dauern kann.
Liebe Grüße Alexandra2

31.05.2019 07:36 • #12


Ylvi13
Hallo Nordlicht,
ich kann deine Ängste bezüglich deines Kindes total verstehen. Ich bin nach der Geburt meiner Tochter in eine Depression gerutscht, es hat ca. ein Jahr gebraucht, bis ich mein Kind annehmen konnte. Und dann habe ich versucht, alles richtig zu machen, was auch immer das heissen mag.
Zum Glück habe ich einen Artikel gelesen, dessen Hauptaussage war - Kinder wollen keine perfekte Mutter, Fehler sind erlaubt. Das hat mir die Augen geöffnet, ich konnte eine unperfekte Mutter sein, die Fehler macht , eine Entscheidung auch mal abändert, der es mal nicht gut geht, die mal schlechte Laune hat, die nicht jedesmal sofort aufspringt, die ihren Kaffee gern heiss trinkt , ich war und bin einfach ich. Ich habe meinem Kind das vorgelebt, was ich für wichtig halte , z. B. Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Begegnung auf Augenhöhe, für einander da sein, dem eigenen Bauchgefühl folgen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder sinnvolle Regel und Grenzen brauchen und auch ein Nein, das gibt Halt. Meine Tochter ist jetzt 16 Jahre alt, sie gibt mir das Gefühl , dass wir es gut gemacht haben , sie geht ihren Weg. Und sie weiss, ich werde in jeder Hinsicht immer ihre Mama sein.
Versuch dir zu vertrauen.
Viele Grüsse

31.05.2019 08:57 • x 2 #13


Zitat von Alexandra2:
Liebes Nordlicht, Bleibe dran mit dem Grübelstopp, das Umlernen dauert seine Zeit. Hier hilft es, beharrlich zu bleiben. Die gesprochenen Meditationen muss jeder selbst finden. Manche Stimmen stoßen mich ab oder regen mich auf. Daher empfehle ich Dir, Dich in der Bücherhalle umzuschauen. Ich mag Engelmeditationen von Doreen Virtue und Petra Schneider mit 30-60 Min Laufzeit. Die Stimmen entspannen mich. Die Beziehung zum Kaiserschnitt- Kind ist manchmal holprig, die Bindung braucht etwas Übung. Es ist also "normal" und lässt sich aber ändern. Mein Sohn war sehr unruhig von Geburt an und ich habe .


Danke für deine Tipps.
Mein Sohn will auch nicht kuscheln oder nur ganz selten und dann nur ganz kurz. Und auch eher mit seinem Papa. Ich respektiere das natürlich, streichle ihm stattdessen öfter mal über den Kopf oder streichle seinen Rücken und gebe ihm ab und zu einen Kuss, dagegen hat er nichts. Ich finde es eine gute Idee, ihm mal alles zu erklären. Ich denke mir immer, dass er noch zu klein ist, um es zu verstehen, aber er versteht bestimmt meine Absicht dahinter und die Gefühle, die ich damit ausdrücken will.
Unsicherheit ist leider mein großes Problem, in allen Bereichen und leider auch ihm gegenüber. Und wenn dann von ihm so klare Zurückweisungen kommen, weil er den Papa bevorzugt, triggert mich das enorm. In anderen Bereichen ziehe ich mich immer sofort zurück, wenn ich abgelehnt werde (oder meine abgelehnt zu werden). Bei ihm ist das natürlich keine Option und irgendwie bietet es mir ja auch die Möglichkeit, daran zu wachsen bzw. es zu üben. Ich bin auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich heute eine e i eindeutige Zurückweisung von ihm umkehren konnte, sodass er dann doch ganz lange und gerne mit mir statt mit Papa gespielt hat.
Liebe Grüße
Nordlicht150

31.05.2019 19:09 • x 1 #14


Zitat von Ylvi13:
Hallo Nordlicht, ich kann deine Ängste bezüglich deines Kindes total verstehen. Ich bin nach der Geburt meiner Tochter in eine Depression gerutscht, es hat ca. ein Jahr gebraucht, bis ich mein Kind annehmen konnte. Und dann habe ich versucht, alles richtig zu machen, was auch immer das heissen mag. Zum Glück habe ich einen Artikel gelesen, dessen Hauptaussage war - Kinder wollen keine perfekte Mutter, Fehler sind erlaubt. Das hat mir die Augen geöffnet, ich konnte eine unperfekte Mutter sein, die Fehler macht , eine Entscheidung auch mal abändert, der es mal nicht gut geht, die .


Danke auch dir für deine Antwort.
Das ist ein guter Ansatz, dass Kinder gar keine perfekte Mutter wollen, das nimmt einem auch viel Druck.
Bei mir war es komischerweise nicht so, dass ich Schwierigkeiten hatte nach dem Kaiserschnitt ihn anzunehmen, sondern dass ich Angst hatte, dass er mich nicht als seine Mutter annehmen könnte. Total komische Gedanken, ich denke mal, dass es die Depression war, die da gesprochen hat (und es leider immer noch oft tut). Weil er eben die ersten 1,5 Stunden nicht bei mir war, sondern bei meinem Mann und weil ich mich die ersten Tage nicht so richtig um ihn kümmern konnte, wie ich es gewollt hätte, und die ersten Wochen zumindest noch körperlich eingeschränkt war. Das hatte sich irgendwie zu einer fixen Idee entwickelt und natürlich entsprechend Unsicherheit reingebracht. Und da ich allgemein kein Selbstvertrauen habe, habe ich auch als Mutter sehr wenig Selbstvertrauen. Aber ich muss jeden Tag daran arbeiten und ich versuche immer, diese merkwürdigen Gedanken beiseitezuschieben.
Liebe Grüße
Nordlicht150

31.05.2019 19:20 • x 1 #15




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