Mir darf es nicht gut gehen - oder doch?

Pyxidis

Pyxidis

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Vielleicht kennt das der eine oder andere hier auch und kann mir Tipps geben.

Ich habe jetzt schon zum wiederholten Mal mit meiner Therapeutin besprochen, daß ich mir das gut gehen einfach nicht erlaube und gerade eben ist es mir wieder aufgefallen. Ich habe Urlaub, heute der Tag war gut und ich habe mit F. telefoniert, die mir auch hilfreich zur Seite steht und gerade merke ich wie meine Stimmung wieder kippt und ich Kopfschmerzen bekomme. Ich merke, wie ich jedes gute Gefühl sabotiere und mir wieder alles Schlechte in Erinnerung rufe. Dabei ist mein Leben im Moment gar nicht so schlecht. Ich habe ein Problem, aber dieses Problem darf einfach nicht alles überschatten. Es gibt da ganz viel Positives in meinem Leben.

Wie ist das bei euch? Darf es euch gut gehen? Und wie überwindet ihr diesen Saboteur in euch, wenn ihr einen haben solltet so wie ich?

Vielleicht weiß jemand hier einen Rat für mich?

Scorpio

22.07.2011 20:46 • #1


Serafina

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Hallo Scorpio,

das ist MEIN THEMA.

Ich glaube mittlerweile, nach einige Gesprächen mit meinem Threa., dass es allein mein Ding ist, es zu beeinflußen.

Ich habe in meinem Leben viel erlebt, erduldet, erlitten und hinnehmen müssen. Irgendwann habe ich beschlossen, negativ zu denken. Eben weil es nur negativ war, mein Leben und meine Erlebnisse nur negativ waren. Ich denke, dass unser Kopf reagiert und dementsprechend denkt. Inpulse setzt und wir nicht mehr in der Lage sind, positiv zu denken.

Auch ich gehöre dazu. Immer ist alles nicht so gelaufen, wie ich es gedacht und gehofft habe. Immer Tiefschläge der schlimmsten Art.

Es ist schwierig, nach all dem umzudenken. Ich bin auch eher der Typ, der pessimistisch ist und denkt. Meistens trifft es dann auch zu, dass alles schief läuft. Ich finde die Denkensweise nachvollziehbar und verständlich. Ich verstehe das und kann das auch nachvollziehen.

Mein ganzes Leben basiert darauf.

EInen Rat habe ich nicht für dich. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es mir bei negativem Denken auch schlecht erging. Leider habe ich aufgrund meiner Erkrankung nicht die Möglichtkeit positiv umzudenken. Deshalb diese negative Lebenseinstellung, die sich dann leider auch bewahrheitet.

Doch kenne ich auch Menschen, die nur postiv sind. Und die haben auch nur Erfolge, Gesundheit, Liebe, Anerkennung uvm.

Stellt sich für mich die Frage, ob es doch vllt. an der postiven Lebenseinstellung liegt?

Ich bin skeptisch. Belehrt mich bitte......

Serafina

22.07.2011 21:23 • #2



Hallo Pyxidis,

Mir darf es nicht gut gehen - oder doch?

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Steffi

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Hi Scorpio,

was bezweckt denn Dein innerer Saboteur damit genau ? Hast Du ihn mal gefragt ? Oder ist es eine Saboteurin ?

22.07.2011 21:27 • #3


Pyxidis

Pyxidis

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Liebe Serafina,

ich kann das so gut nachvollziehen. Auch ich habe viel erlebt und erdulden müssen und denke fast nur negativ. Aber ich möchte das nicht mehr, ich möchte das Positive in meinem Leben auch fühlen können. Ich weiß nur nicht wie raus aus dem Teufelskreis.

Ich werde das am Dienstag noch mal genau mit meiner Therapeutin besprechen.

Ganz liebe Grüße
Scorpio

22.07.2011 21:32 • #4


Pyxidis

Pyxidis

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Hallo Steffi,

Zitat:
was bezweckt denn Dein innerer Saboteur damit genau ? Hast Du ihn mal gefragt ? Oder ist es eine Saboteurin ?


das sind sehr gute Fragen! Ich werde wohl ein wenig darüber nachdenken müssen.

Ich berichte, wenn ich zu einem Ergebnis gekommen bin.

Auch ganz liebe Grüße
Scorpio

22.07.2011 21:34 • #5


Pyxidis

Pyxidis

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So jetzt war ich im Kino mit einer Freundin und mir ging es gut. Ich habe dann mit ihr noch etwas getrunken und mir ging es gut und auf dem Nachhauseweg kam dann meine Saboteurin wieder ein wenig zum Vorschein, aber noch gebe ich ihr keinen Raum, sondern sorge dafür, daß ich auch noch einen schönen Abend habe.

Scorpio

23.07.2011 17:41 • #6


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Hans-Jürgen

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Zitat von Scorpio:
Vielleicht kennt das der eine oder andere hier auch und kann mir Tipps geben.

Ich habe jetzt schon zum wiederholten Mal mit meiner Therapeutin besprochen, daß ich mir das gut gehen einfach nicht erlaube und gerade eben ist es mir wieder aufgefallen. Ich habe Urlaub, heute der Tag war gut und ich habe mit F. telefoniert, die mir auch hilfreich zur Seite steht und gerade merke ich wie meine Stimmung wieder kippt und ich Kopfschmerzen bekomme. Ich merke, wie ich jedes gute Gefühl sabotiere und mir wieder alles Schlechte in Erinnerung rufe. Dabei ist mein Leben im Moment gar nicht so schlecht. Ich habe ein Problem, aber dieses Problem darf einfach nicht alles überschatten. Es gibt da ganz viel Positives in meinem Leben.

Wie ist das bei euch? Darf es euch gut gehen? Und wie überwindet ihr diesen Saboteur in euch, wenn ihr einen haben solltet so wie ich?

Vielleicht weiß jemand hier einen Rat für mich?

Scorpio



Du darfst gut für Dich sorgen und Dein Leben in vollen Zügen geniessen! Nur wenn Du Dir selbst ein guter Freund bist, kannst Du es auch anderen gegenüber sein!

23.07.2011 22:19 • #7


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Magda

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Hallo Scorpio

Zitat von Scorpio:
Ich habe ein Problem, aber dieses Problem darf einfach nicht alles überschatten.


Diese Situation kenne ich auch.
Meine Mutter sagte immer: "Vögel, die am Morgen singen, frißt am Abend die Katz" (sie konnte es wohl nicht vertragen, wenn ich als Kind gut drauf war und sie nicht).
Wegen drohender Wolken in der Zukunft bringe ich es oft nur schwer fertig, die Gegenwart zu genießen. Dabei haben wir nur die jeweilige Gegenwart, alles andere ist nicht real.

Trotzdem bin ich gerade dabei, meinem notorischen Pessimismus auch gute Seiten abzugewinnen.

Einmal: Wenn ich mich selbst ernst nehme, muss ich auch meine schlechten Erfahrungen ernst nehmen dürfen. Die Auffassung, daß negative Gedanken negative Ergebnisse hervorbringen, finde ich nicht fair; sie ist nur geeignet, mich erst recht in Panik zu versetzen. Wenn ich trotz Pessimismus tue, was zu tun ist, so gut ich eben kann, muss das reichen.

Dann habe ich auch einfach öfter recht mit meinen Befürchtungen. Diese Woche z.B. habe ich erfahren, daß der Gutachter meinen EM-Rentenantrag voll befürwortet hat, die Rentenversicherung hat aber trotzdem abgelehnt. Kommentar meines Therapeuten, der mich immer zum Optimismus "bekehren" möchte: "Ich verstehe die Welt nicht mehr". Warum sollte ich mir meinen Realismus vorwerfen? Zudem kann ich dann eher auf etwas gefaßt sein, anstatt blind hinein zu stolpern.

Ein dritter Punkt, der aber vielleicht nur für mich zutrifft: ich habe öfter das Gefühl, daß ich mich in einer Situation wohlfühlen "sollte". Dabei ist es aber für mich wichtig, zu erspüren, was mir denn wirklich gut tut. Zum Beispiel: in einem stillen Garten zu sitzen und mit einer Freundin Äpfel zu verarbeiten, empfinde ich als wohltuend, in trubeligen Festen oder Kneipen herumzufallen ist für mich hingegen enorm anstrengend. Was als Arbeit und was als Vergnügen gilt, ist dann eben "vertauscht". So ist es eben bei mir.

Liebe Grüße

Magda

24.07.2011 07:58 • #8


Sonnenblume20

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Zitat von Magda:
ich habe öfter das Gefühl, daß ich mich in einer Situation wohlfühlen "sollte". Dabei ist es aber für mich wichtig, zu erspüren, was mir denn wirklich gut tut.

Das kenne ich auch sehr gut. Wie oft wird mir von der Umwelt irgendetwas geraten, ja manchmal fast aufgedrängt, etwas bestimmtes zu tun, weil es mir "bestimmt" gut tun wird. Manchmal habe ich mich bequatschen lassen und es mitgemacht und gemerkt, dass es mir eben nicht gut getan hat.

Ich bin auch sehr ungern in lauter Gesellschaft z.b. Partys, Kneipen. Wenn mich dann jemand mitnehmen will, weil er meint, ich müsste ja mal aus meinem depressivem Loch raus, dann sage ich mittlerweile "mit Nachdruck" Nein.
Sicherlich ist es oft gut gemeint, aber nur weil es "demjenigen,der mir das vorschlägt" , immer besser geht, wenn er auf einer Party ist, muss das für mich noch lange nicht gelten.

Was ich für mich herausgefunden habe, ist, dass es mir oft, wenn ich öffentlich sage, es geht mir besser oder sogar gut, nach relativ kurzer Zeit wieder schlechter geht. Wirklich, diese Erfahrung hatte ich schon oft und ich weiß nicht, woran das liegt.
Vielleicht auch an dem inneren Anteil, der mir nicht erlaubt, dass es mir besser gehen darf?
Deswegen behalte ich es oft für mich, weil ich wirklich Angst habe, dass da irgendetwas mir einen Streich spielt, auf das ich keinen Einfluss habe.

Ich bin auch eher ein Realist, Pessimist möchte ich gar nicht mal unbedingt sagen. Aber nach so vielen schlechten Erfahrungen ist es auch unendlich schwer, an das Gute zu glauben, zu oft war ich gutgläubig und wurde immer eines besseren belehrt.
Ich glaube, die Seele lebt eben auch von guten Erfahrungen. Bleiben die aus oder sind sie rar, dann kann ein absolutes Vertrauen an das Gute sich auch nicht entwickeln, denke ich.

24.07.2011 13:56 • #9


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Knoten

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vielen dank für dieses thema, es beschäftigt mich auch gerade. ich kann nur leider im moment nichts beitragen, da ich in meinen gedanken wie in einem wollknäul verstrickt bin und einfach keinen anfang finden kann. doch ich sage mir oft, dass ich kein anrecht habe freude zu empfinden. ich habe angst vor dem gefühl was unweigerlich bei mir darauf folgt, ein tiefes loch.

ich wünsche jedem von euch, dass ihr zurück findet in das lachen, in die freude und in die sonnenseite des lebens. ein kleiner funke hoffnung glimmt in mir und daran halte ich fest.

24.07.2011 16:32 • #10


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Hans-Jürgen

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Zitat von Knoten:
vielen dank für dieses thema, es beschäftigt mich auch gerade. ich kann nur leider im moment nichts beitragen, da ich in meinen gedanken wie in einem wollknäul verstrickt bin und einfach keinen anfang finden kann. doch ich sage mir oft, dass ich kein anrecht habe freude zu empfinden. ich habe angst vor dem gefühl was unweigerlich bei mir darauf folgt, ein tiefes loch.

ich wünsche jedem von euch, dass ihr zurück findet in das lachen, in die freude und in die sonnenseite des lebens. ein kleiner funke hoffnung glimmt in mir und daran halte ich fest.



Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Zeit, die wir auf Erden verbringen ist kurz, viel zu kurz als das wir sie mit trüben Gedanken verschwenden. Heute kann ich alles für mich tun, gestern ist unwiederbringlich Geschichte, ich kann daran nichts mehr ändern. Und damit ich morgen gute Gedanken zu gestern haben kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als j e t z t dafür zu sorgen, das es mir gut geht, ohne jedes wenn und aber. Probier es mal, es funktioniert !

24.07.2011 18:10 • #11


little-tiger

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hallo Hans-Jürgen

Du hast Recht das unsere Zeit auf Erden begrenzt ist.Der Tod ist fast mein ganzes Leben sehr präsent.

Nur es ist nicht so einfach sich einen schönen Tag oder Momente zuzugestehen.

Mir z.B. wurde mein halbes Leben lang "eingebleut" das ich eine Mißgeburt und ein unnützer Fresser bin.Ich kann nix , alles was ich mache ist falsch , das was ich tue ist nie genug , bin nur ein Hindernis im Leben.

Daher fällt es mir verdammt schwer mir zuzugestehen das ich ein RECHT darauf habe so zu sein wie ich bin.Das ich Fehler und Schwächen haben darf.Das ich so wie ich bin WERTVOLL bin.

Daher fällt es mir auch verdammt schwer mir SELBST zu erlauben schönes erleben zu dürfen.Und oft kommt hinterher der Sabateur und macht alles Gefühlsmäßig wieder kaputt.

Ich bin auch noch im klinch mit diesen Sabateur.Versuche ihm zu überzeugen das ich ein Recht darauf habe schönes erleben zu dürfen.Ab + zu gelingt es auch.Nur WIE ihn los werden ?

Wenn du dazu einen Weg gefunden hast lass uns daran bitte teilhaben.

little-tiger

16.08.2011 14:19 • #12


Martina

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Zitat von little-tiger:
Nur WIE ihn los werden ?
Ignorier ihn little-tiger, ignorier diesen Saboteur! Er wird sich bald beleidigt abwenden . Ich weiß, das ist nicht ganz einfach aber es geht. Ich habe meinen auch in die Flucht gejagt. Nur nicht aufgeben .

16.08.2011 14:53 • #13


little-tiger

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Natürlich gebe ich NICHT auf ! Bin wie ein Stehaufmännchen.Es dauert manchmal etwas länger und der Berg wird ständig höher.Doch wie heißt es so schön : Der Mensch wächst an seinen Aufgaben.

Das mit den ignorieren werde ich mal versuchen , bis jetzt verwickelt er mich immer in Diskussionen.Leider gewinnt er da oft.

little-tiger

16.08.2011 15:04 • #14


Pyxidis

Pyxidis

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Mir darf es nicht gut gehen, weil ich mich in meinem Leben immer wieder unter Druck setze und das tut mir überhaupt nicht gut. Ich habe kein Vertrauen in das Leben, daß schon alles gut wird und denke ich müßte mir alles hart erkämpfen. Dem ist aber nicht so. Das Leben meint es auch gut mit mir und ich könnte eigentlich den Druck rausnehmen und mich entspannt zurücklehnen. Und was mache ich? Ich versuche schon wieder perfekt zu sein und setze mich dabei unendlich unter Druck. Vielleicht sollte ich mal erleben, was passiert, wenn ich das Leben entspannt nehme. Ich hätte viel mehr Freude in meinem Leben, ich wäre froh und könnte das auch spüren. Die Menschen würden lachen mit mir und ich würde lachen mit Ihnen. Ach wäre das schön!

24.09.2011 12:47 • #15



Hallo Pyxidis,

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Kämpfer

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Hallo Scorpio,
warum solltes Dir nicht gut gehen dürfen?
Können es einige Mitmenschen nicht ertragen, oder gönnst Du Dir es einfach nicht?
Ich habe auch schon als Kind kämpfen müssen und es war verdammt hart, aber ich lasse es nicht zu, das andere über mich und mein Leben bestimmen wollen!
Wie ist es bei Dir?
Lässt Du Dich gerne führen, oder möchtest Du das Zepter in die Hand nehmen?
Du solltest auf Dein inneres, positives Gefühl hören und dann dementsprechend handeln ---- ich wünsche Dir ganz viel Mut dazu!
Es grüßt Dich
Kämpfer

24.09.2011 17:39 • #16

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