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Meine Eltern schikanieren mich - ausziehen ohne Geld?

migränchen

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Hallo liebes Forum,

Ich habe folgendes Problem:

Mit Ende 20 wohne ich noch zu Hause bei meinen Eltern und möchte endlich ausziehen. Meine Eltern sind beide psychisch erkrankt und machen mir das Leben zur Hölle, täglich gibt es Streit und Auseinandersetzungen wegen Nichtigkeiten. Vorallem meine Mutter ist sehr streitsüchtig und provoziert mich ständig um ihre Frustrationen abzubauen. Aufgrund einer chronischen Schmerzerkrankung kann ich seit Jahren nicht arbeiten und wenn
dann nur stundenweise auf 450 Euro Basis. Momentan habe ich wieder einen schlimmen Krankheitsschub und bin
überwiegend den ganzen Tag Zuhause. Die Zeit verbringe ich meist im Bett oder ich gehe soweit es meine
Erkrankung zulässt mit meinen Hunden spazieren. Ich lese auch sehr viel, fernsehen tue ich kaum.

Da ich auch noch an Depressionen und Ängsten leide fällt es mir schwer unter Menschen zu gehen oder neue soziale Kontakte zu knüpfen. Meine Lebenssituation ist so kompliziert dass es mir auch schwer fällt mich anderen Menschen anzuvertrauen, viele können auch nicht nachvollziehen wie das ist wenn man von den eigenen Eltern terrorisiert und schikaniert wird. Natürlich spielt Scham auch eine grosse Rolle, ich schäme mich sogar vor meiner Therapeutin ihr von meinem Alltag zu berichten. Vieles glaubt sie mir auch nicht.

Wo kann ich Hilfe finden? Ich habe mir schon überlegt mich in ein Frauenhaus zu flüchten aber nehmen die mich da mit meinen Hunden auf? Und wie lange kann ich dort bleiben? Meine Hunde lasse ich sicher nicht bei meinen Eltern zurück.

Von meiner kleinen Rente könnte ich nie und nimmer eine Wohnung finanzieren und wenn doch würde mir kein Geld zum Leben übrig bleiben. Stehen mir denn irgendwelche Leistungen zu?

LG migränchen

09.01.2019 02:15 • #1


Pilsum

Pilsum

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Hallo migränchen,

schön, dass Du hier ins Forum gekommen bist.

Es tut mir Leid, wenn Deine Eltern psychisch krank sind. Da Du unterer ihrem
Verhalten ständig leidest, finde ich Deine Entscheidung auszuziehen sehr gut.

Ich denke nicht, dass ein Frauenhaus für Dich eine richtige Bleibe ist.
Hilfe bekommst Du sicher über das Sozialamt beziehungsweise das Wohnungsamt
Deiner Stadt oder Gemeinde.
Erzähle ihnen von Deiner Situation und bitte sie, Dir zu helfen eine kleine Wohnung
zu finden. Dies wird nicht ganz einfach sein, aber Du kannst das schaffen.
Für etwa 45 bis 50 qm zahlt die Stadt Dir vermutlich teilweise oder komplett die monatliche Miete und die Heizung.
Darüber hinaus bekommst Du eventuell auch noch einen kleinen Zuschuss zu Deiner Rente.

Schreibe alle Dir wichtigen Fragen auf einen Zettel und gehe dann mal zur Stadt und
bitte dort um eine Beratung.
Viel Glück wünsche ich Dir.

Viele Grüße

Bernhard

09.01.2019 21:28 • x 3 #2


Albarracin

Albarracin

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Hallo,

in jedem Stadt- und Landkreis gibt es einen "sozialpsychiatrischen Dienst", der speziell Menschen mit psychischen Krankheiten bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und Krisen unterstützen soll.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsy...her_Dienst

Du mußt halt den für Dich örtlich zuständigen Dienst ergoogeln.

10.01.2019 21:53 • x 4 #3


Starlight

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Hallo, ich sag es vorsichtshalber vorab damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Ich meine nichts böse und drücke die Daumen das alles besser wird. Ich schreibe jetzt wie ich mich in der Situation verhalten würde. Ob das für dich ein Lösung ist weiß ich nicht.

Für die nächsten Wochen zu Hause die Füße still halten. Eine Wohnung organisieren bei 450 Eurojob ist dann das Jobcenter zuständig? Es gibt auch sowas wie Caritas etc. Das sind Hilfecenter die sich auskennen mit bewerbung Wohnungen etc. Die stellen wissen wo man etwas findet oder auch beim Jobcenter helfen. Wohnung aber ganz schnell. Ja wäre Dan Existenzminum viel einsparen. Den Cent 2 mal umdrehen. Aber ich denke das wäre das geringer Übel. Wenn das nicht drin ist und das klingt jetzt so hart... In einer beschissenen Situation zu verharren weil man Angst vor Veränderung oder ähnlich hat, hofft alles würde sich von alleine ändern, macht es beschissener. Es ist ja schon normal unter Kind und Eltern schwierig, man geht sich auch schlicht und weg auf den S*** dazu aber noch Erkrankungen. Ich kann verstehen das das echt schwer und hart und belastent ist. Bin damals mit 18 ausgezogen. Grad Ausbildungsplatz bekommen. Ich hatte 435 Euro die ersten 4 Monaten für alles Wohnung Essen Fahrkarte. Es war nicht leicht aber sehr befreiend für mich. (später erhielt ich auch endlich die Nachzahlung vom Kindergeld und konnte mehr als Tost und Eintopf essen)

11.01.2019 01:03 • x 1 #4


issabella

issabella

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Hallo, Migränchen,

Sozialpsychologischer Dienst ist auch gut.
Vielleicht helfen sie Dir eine Wohnung zu finden und alle Formalitäten mit Ämter zu erledigen.

Ich habe auch ganz kleine Erwerbsminderungs Rente und dazu Grundsicherung nach Sozialbuch XII kapitel 4
Wenn Du Deine Wohnung schon hast, Antrag auf Erstausstattung stellen. Meine Tochter hat fast alle Möbel und Austattung bezahlt bekommen, als sie mit 18 eigene Wohnung gefunden hat.

Sozialarbeiter können Dir hilfreich sein.

Liebe Grüße
Magdalena

11.01.2019 04:40 • x 1 #5


issabella

issabella

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Hallo, Starlight

Jobzenter ist für für Menschen ohne Arbeit zuständigt, auch für Zeitrente oder Teilrente.
Für Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt ist Sozialamt zuständigt.
.
Ich habe da selber Erfahrung. Sonst würde ich das nicht schreiben.
LG

11.01.2019 04:58 • x 2 #6