Zitat von Frage: warum zerbricht 8 Jahren gemeinsames Leben an sowas doofes wie Alcohol.
Das verniedlicht das Problem. Liebe @Frage Al.kohol ist nicht nur "doof", es ist eine tödliche Dro., sie geht mit Wesensveränderungen und körperlichem Zerfall einher. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Mein Vater ist mit 52 Jahren daran gestorben, nach einem elend langem Leidensweg. Meine Mutter hatte irgendwann die Beine in die Hand genommen, bevor er sie auch noch mit in den Strudel gezogen hat.
Leider ist es so, dass du als Angehörige keine Chance hast ihm zu helfen, wenn er es nicht selbst will. Dein Mann steckt tief im Selbstmitleid, er beschuldigt alle anderen, an seiner Sucht schuld zu sein und findet immer einen Grund, um nicht aufhören zu können. Erst wenn er selbst sagt "ich bin süchtig, ich brauche Hilfe" dann kann Hilfe angenommen werden.
Gut dass du schon Hilfe gesucht hast und zum Psychologen gehst. Du brauchst auf alle Fälle Abstand. Die Ärztin hatte damals zu meiner Mutter gesagt, dass sie weg muss, denn als Co-Abhängige deckt man die Sucht des Partners und verzögert damit seine Einsicht, krank zu sein. Der Abhängige muss wohl erst ganz unten ankommen, um zur Einsicht zu kommen. Oder auch nicht. So wie mein Vater. Er war fast 10 Jahre ganz unten und hat immer noch behauptet, kein Alk.oholiker zu sein. Auch das ist möglich. Aber es ist NIEMALS deine Schuld. NIEMALS!
Es tut mir sehr leid für dich, denn ich kann mir ungefähr vorstellen, was noch alles auf dich zukommen wird. Geh zur Therapie, zu Freunden, denk an dich selbst. Ich weiß, wie schwer es ist, zusehen zu müssen, wie jemand, den man liebt, sehenden Auges in sein Unglück rennt und sich nicht helfen lässt. Aber es ist SEIN Leben, er hat die Wahl. So wie du auch.
Lass ihn wissen, dass du für ihn da bist, wenn er etwas gegen seine Sucht tut. Trinken muss er alleine.