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Mutter-Tochter-Beziehung / Konflikte, Tipps & Erfahrungen

Liselotte
keine Nachricht, um 10h hatte meine Tochter sich angesagt, diesen Umgang bin ich nun seit 30 Jahren gewöhnt.
Wenn ich mich dazu äußere, werde ich Mathilda und Hector, meine Enkelkinder nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Deshalb werde ich mich nicht äußern, nichts sagen und mich meinem Thema " Übung gegen die Sprachlosigkeit" zuwenden.

10.03.2019 10:59 • x 2 #16


Alexandra2
Moin Liselotte,
Der Eine trage des Anderen Last, also bin ich bei Dir! Es tut weh, wenn das Kind die mütterlichen Motive nicht versteht, verstehen will oder verstehen kann. Das hinzunehmen und irgendwann zu akzeptieren gehört wohl zur mütterlichen Abnabelung. Mir hat niemand davon erzählt. Daß das so wehtun muss, man hat doch schon genug gelitten.
Du hast getan was möglich war und es ist genug. Mehr als das.
Gehe Deinen Weg allein weiter. Dann musst Du nicht immer wieder den Schmerz der Ablehnung spüren. Der gehört zu ihrer Abnabelung.
Ich umarme Dich


Wie reagiert Deine Tochter wenn Du sie fragst? Warum sie nicht anruft, wenn sie später kommt? Nur fragen.?

10.03.2019 11:03 • x 3 #17


Liselotte
Ich habe mich schon lange abgenabelt, habe den Kontakt nicht mehr gepflegt, da die Rolle der fürsorglichen Mutter auch mal ein Ende finden muss. Meine Tochter ist 39 Jahre alt. Ich kann ihren Charakter einfach nicht akzeptieren, denn sie geht über Leichen, wenn es ihr zum Vorteil genügt. Sie hat die Verbindung zu mir gesucht, als sie mit Mathilda schwanger war.
Sie wollte Geld von mir, für die Abtreibung. Dieses habe ich verweigert und sie an den Vater von Mathilda verwiesen.

Es gibt nichts mehr zu fragen, sie kann der Wahrheit einfach nicht ins Gesicht schauen und ich frage nicht mehr warum. Die Abhängigkeit, in die sie sich bei jeder neuen Beziehung begibt, ist nicht meine. Solange wie es funktioniert, soll sie es so handhaben. Aber es ist nicht meine Art Beziehungen zu führen, ich brauche keine Männer, die mir ein Leben bieten, welches ich alleine nicht finanzieren könnte. Dieses Verhalten gleicht dem meiner Mutter so sehr, dass mir übel wird.
Werde jetzt erst mal frühstücken, und dann alles unter Ulk abhaken.

10.03.2019 11:25 • x 3 #18


Blume71
Vielen Dank für das Teilen Deiner Geschichte, sie berührt mich sehr!

10.03.2019 11:35 • x 1 #19


Blume71
Darf ich Dir eine Frage stellen?
Wie wäre es, wenn Du den Kontakt zu Deinen Enkeln suchen würdest?
Ich weiß jetzt nicht, wie alt sie sind und wie Deine Tochter reagieren würde, aber vielleicht sind sie in einem Alter wo sie Briefe lesen können und Telefonate führen.

.nur so ein Gedanke.

Liebe Grüße Blume

10.03.2019 11:39 • #20


Alexandra2
Aber Du fühlst Dich unter Druck, ihren Wünschen vordergründig (i. Sinne von nicht gemeinsam zu frühstücken) zu entsprechen, damit Du Deine Enkel sehen kannst? Sie erpresst Dich damit (unbewusst)?
Deine Würde ist der Preis dafür?
Ich finde das grottenmies. Und würde es mich betreffen, würde ich meine Enkel nie wieder sehen dürfen. Ich kann einfach nicht die Klappe halten und würde meinem Sohn die Leviten lesen. Nicht klug, aber das kleinere Übel. Ich dulde niemals mehr, dass jemand über mich bestimmt.
Du kannst nur für Dich sorgen und dafür, daß wohlmeinende Menschen um Dich herum sind. Die ständige Konfrontation mit der Erpressbarkeit
durch Deine Tochter, kostet Dich sehr viele Tränen und Kraft.
Ich habe 30 Jahre auf die Liebe, Freundlichkeit und Zuwendung meiner Mutter gehofft. Der Dolchstoß, bevor ich mich für mein Überleben entschieden habe, gab mir den Rest. Daher weiß ich, wie schmerzhaft die Loslösung ist. Und ich kann Dich nur bitten, nicht solange auszuharren.
Ich fühle sehr mit Dir!

10.03.2019 11:46 • x 3 #21


Liselotte
@Blume
alles schon durch. ich schreibe hier schon seit Ende November. Es gibt verschiedene Themen ,in denen ich das Thema schon durchgekaut habe. Ich kämpfe seit 9 Jahren, um den Kontakt zu meinen Enkelkindern. Es ist einfach nur eine Katastrophe, wie es auch meine Therapeutin, die mich nun seit 14 Jahren kennt, bezeichnet.
Ich gebe den Kampf jetzt endgültig auf, es raubt mir zu viel Kraft. Meine Enkeltochter ist neun, bald wird sie Dinge durchschauen, hat sie jetzt schon und wird bald selbst entscheiden können , wann sie ihre Oma besucht
Abwarten und Tee trinken, danke für Deine Anteilnahme. Schönen Schmuddesonntag, nichts wie ab in die gemütliche Stube. Werde mal meinen Kohleofen anschmeissen , da kocht es sich besonders gut drauf

@alexandra
Offene Konfrontation bringt da gar nichts. Lass die Wut lieber beim Verheizen von so allem möglichen raus. Da lege ich mir selbst nur eine Falle, die sind stärker, die haben Macht durch ihr Geld, die haben Macht über die Kinder, die ihnen vertrauen und alle Wünsche erfüllt bekommen. Ich stehe da alleine auf weiter Flur, ab Ende des Monats auch noch arbeitslos, muss sehen, das ich mich selbst rette.

10.03.2019 12:16 • x 1 #22


Alexandra2
Liebe Liselotte,
Ja, ich weiß. Und ich meinte meine Art, damit umzugehen.
Ich halte jede Art, Menschen zu instrumentalisieren, für widerwärtig. Die Enkel sind ja auch betroffen. Im Freundeskreis betrifft es genauso zwei Familien.
Ich habe Probleme mit der Machtlosigkeit, die sofort Kampfbereitschaft auslöst (meine Konditionierung).
Vielleicht gibt es eine Selbsthilfegruppe für abgewiesene Großeltern? Ich werde mich mal schlau machen . Wenn es soviele betrifft?

10.03.2019 12:29 • x 3 #23


Blume71
Hallo,

ja - so eine Selbsthilfegruppe gibt es. Auch habe ich mal eine Reportage darüber gesehen. Vielleicht kann man die noch bei youtube finden. Viele dieser Großeltern haben genau diese Thematik geschildert.

Liebe Lieselotte, vertraue einfach, dass Deine Enkel bald spüren was falsch und richtig ist. Wenn Du immer mal wieder einen netten Brief oder (vllt auch whatsapp?) an sie schreibst oder eine schöne Karte, wissen Sie, dass Du immer für sie da bist, sofern sie das wünschen.
Ich glaube, da arbeitet einfach die Zeit für Dich.

Witzig, ich habe auch gerade den Kohleofen angemacht. Ich liebe diese angenehme Wärme bei diesem Schmuddelwetter.

Trotz allem einen schönen Sonntag.

10.03.2019 12:56 • x 5 #24


Liselotte
werde ja nicht von meinen Enkelkindern abgewiesen, ganz im Gegenteil.
War schon in so vielen Selbsthilfegruppen, haben mir immer ein Stück weitergeholfen.
Aber nun will ich keine Selbsthilfegruppen mehr.
Das traumasensibele Yoga, die Ergo und meine Therapeutin mit dem Vorschlag den sicheren Ort nochmals zu fixieren sind momentan echt ausreichend.
Muss mir mal langsam überlegen , wie es arbeitstechnisch weitergehen kann, denn mit 180 Euro im Monat kann selbst ich nicht so wirklich klar kommen, will ich auch nicht.
Also, Prioritäten setzen, ganz wichtig.
und jetzt erstmal ablegen mit ner Wärmflasche.
Danke.

10.03.2019 13:02 • x 3 #25


Liselotte
@Blume71
oh wow, noch jemand mit einem Kohleofen, das nenne ich mal retro

10.03.2019 13:04 • x 2 #26


Liselotte
Ja, nun wurde der Titel des Themas von der Forenleitung geändert.Habe das nicht so richtig verstanden. Für mich hat er dadurch viel verloren. Ich wollte mit dem Titel der ganzen Thematik ein wenig mehr Leichtigkeit geben, so fällt es mir schwerer , es wird mir schwerer. Das Hinzufügen der italienischen Sprache ermöglicht mir persönlich einen weiteren anderen Zugang, es gibt nicht nur das Schwere, das Depressive. Es gibt auch einen anderen Umgang mit Lebensproblemen bzw. Beziehungsproblemen . Leichtigkeit gemischt mit einem Funken Humor, denn dieses ewige schwere Arbeiten an Themen ist für mich eine typisch deutsche Haltung. Sie raubt, besonders mir jegliche Leichtigkeit des Seins, und mein Lebensweg und auch der , der meisten anderen Teilnehmer in diesem Forum,war und ist schon hart genug.

12.03.2019 08:24 • x 3 #27


Mayke1
Ich habe mich schon gewundert, wo der Thread mamma mia hingekommen ist. So weit, dass er umbenannt sein könnte, habe ich gar nicht gedacht.
Zu meiner Mutter hatte ich ein angespanntes Verhältnis. Das sagt mir meine Erinnerung an viele Szenen, aber auch mein deutliches Gefühl, auch wenn meine Geschwister (Schwester 11 Jahre älter, Bruder 15 Jahre älter) dagegen reden. Fotos zeigen mich als wohlbehütetes Nesthäkchen, adrett gekleidet, gut ernährt, immer im Kreise der Familie. Meine Mutter bekam mich, als sie 36 war und zu einer Zeit, 1956, wo überall Autschwung und Neuorientierung zu sehen und zu spüren war. Mir sollte es an nichts fehlen, doch der Druck, von kindlicher Seite auch mithalten zu sollen, war sehr groß. Ich durfte nie widersprechen, nicht jammern, nicht krank sein, musste immer zufrieden sein, Dankbarkeit und ein fröhliches Wesen zeigen. Zeigte ich trotz allen guten Umsorgens Schwäche, nahm meine Mutter dies sehr persönlich. In Gegenwart meines Vaters hatte sie nichts zu sagen. Vielleicht hätte sie dann meinen Kindersorgen mehr Gehör geschenkt. Erziehungsangelegenheiten oblagen meiner Mutter und dennoch schaffte es mein Vater, sich mit grausamen Ideen einzumischen, die mich zu Tode erschreckten. Ich habe seit frühester Kindheit gelernt, über Lösungen und Fluchtmöglichkeiten nachzudenken, auch wenn ein Ereignis erst in weiter Ferne lag. Erst wenn ich wusste, wie ich ein Problem entschärfen konnte, wurde ich ruhiger. Durch das Nachdenken wurde ich ein stilles Kind. Schüchtern war ich sowieso. "Mach mir keine Schande, dann mag ich dich leiden", wie oft hörte ich diesen Satz. Zur Sorge um die Familie gehörte für meine Mutter auch, dass niemand über uns redete. Es war so wichtig, nach außen hin gut dazustehen. So bin ich überkorrekt, überpünktlich, überfleißig geworden, wobei ich stets den Blick auf mein Umfeld hatte, was da womöglich über mich gesagt wurde. Auf meine Bedürfnisse achtete ich nie und Nein zu sagen, fällt mir immer noch extrem schwer. Ich muss mich sehr konzentrieren, um nicht auch noch eine Rechtfertigung für meine Ablehnung zu liefern. Dass meine Mutter mit meiner Partnerwahl überhaupt nicht einverstanden war, stürzte mich in große Konflikte. Aber ich bin froh, dass ich mich durchgesetzt hatte. F. ist ein toller Mensch und ich liebe ihn sehr.
Selbst als ich eine eigene Familie hatte, konnte mich meine Mutter nicht loslassen. Ich wollte und MACHTE auch vieles anders in der Erziehung meiner Kinder und sicherlich auch Fehler. Ich kannte ja nur den einen von meinen Eltern vorgegebenen Weg durchs Leben und diese Richtung gab ich in manchen Dingen wohl meinen Kindern weiter. Vieles ist aber auch gut geworden.
Meine Mutter wendete sich oft beleidigt ab. "Anscheinend habe ich hier ja nichts mehr zu sagen.", das war einer ihrer Aussprüche mit Wirkung. Zumindest fing ich an zu überlegen, ob ich ihr wirklich Unrecht tat, wenn ich meine Ansichten durchsetzte. Ich fühlte mich so oft schuldig und geriet in einen tiefen Zwiespalt: Einerseits galt es die Mutter ehren, andererseits den eigenen Kindern gerecht zu werden. Erschwerend kam hinzu, dass meine Eltern, hauptsächlich aber meine Mutter, sich für die Betreuung unserer Kinder zur Verfügung stellten, damit ich meine Lehrerausbildung zu Ende machen konnte. Ich kann es heutzutage nicht mehr nachvollziehen, welchen Spagat ich hinlegte, mit 4 Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren noch eine ordentliche Lehramtsprüfung abzuliefern.
Als alle Kinder in Schule und Kindergarten waren und ich durch meine neue berufliche Aufgabe nicht mehr auf meine Eltern angewiesen war, begann die Zeit der wöchentlichen Besuche bei meinen Eltern, Jahr für Jahr. Die Wochenenden waren nicht einmal unangenehm. Es wurde gegrillt und meine Mutter war glücklich, dass sie ihre Enkel um sich hatte. Man erzählte über dieses und jenes.
Nach vielen Jahren brach die Kommunikation zusammen, weil erst meine Mutter, später mein Vater dement wurden. Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ich nicht mehr zu meinen Eltern fahren. Ich war ja nur das "Besuchskind", während meine Geschwister sich um Haus und Finanzen, um Behördengänge und Pflege kümmerten. Nur zu Besuch zu kommen und zu sprechen ohne eine Antwort zu bekommen, oder Beschimpfungen und Vorwürfe auszuhalten, widerstrebte mir so sehr, dass ich jedesmal krank wurde, wenn wieder ein Besuch im Elternhaus anstand. Mein schlechtes Gewissen setzte mir so sehr zu! Aber ich konnte nicht. Außerdem hatte ich große Angst, meine Mutter könnte in meinem Beisein sterben. Als ich klein war, sagte sie einmal, "du bringst mich mit deiner Ungezogenheit noch ins Grab". Ich weiß es noch ganz genau. War ich nicht ungezogen, wenn ich mich nun nur noch so selten blicken ließ? "Wer krank ist, stirbt". Das war das nächste, das mir meine Mutter einbläute. ICH, Mayke, sollte meine Mutter besuchen, zu Zeiten, wo sie immer mehr körperlich verfiel, wie ein wandelndes Skelett aussah, krank und sprachlos war? Ich war Jahre vor dem Tod meiner Mutter (mein Vater starb 6 Wochen später) nicht mehr in meinem Elternhaus, obwohl es nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt lag. Manchmal rief ich unter dem Vorwand, gleich wieder Unterricht halten zu müssen, von der Schule an. Später schrieb ich nur noch kleine Briefchen mit Grüßen, nur um zu zeigen, dass ich nicht untreu oder gewissenlos war. Mir fehlte der Schlüssel zum angemessenen Handeln. Ich war nur am Tag der Beerdigung auf dem Friedhof und dann seit 10 Jahren nie mehr. Oft denke ich mir, was bin ich denn für eine schlechte Tochter! Hast so wenig Mumm in den Knochen, um nicht mal aus Anstand zum Friedhof zu gehen. Aber es ist nicht der Ort, um Erinnerungen zu wecken.

12.03.2019 11:13 • x 2 #28


Kommendes WE ist mal wieder Besuchs-WE im Altenheim
300 km (Hin-u.Zurück)
Schon das Packen ist nicht schön (wie oft, vergesse ich was- gerade die wichtigsten Tabletten z.B.), die Fahrt! Wie oft bin ich da schon falsch gefahren, neulich im Stau bekam ich Durchfall und was jetzt ? in der mittleren Spur natürlich.Alles in allem es wird kein schönes WE werden. Tränen und Gejammer, fremdes Bett und einfach Anstrengung. Liegt mir aber jetzt schon im Magen, aber es gibt kein Entrinnen, es gibt nur ein Hindurch

12.03.2019 12:48 • x 1 #29


Alexandra2
Liebe Mayke, es ist so traurig, daß Deine Eltern Dich nicht so annehmen konnten, wie Du es gebraucht hast. Dennoch ist es Dir gelungen, Deinen Weg mit Deiner Familie und Deinem Beruf zu gehen, und vier Kindern. Hut ab!
Du hast Dein Leben lang versucht, Deinen Eltern näher zu kommen, was umgekehrt erwartbar ist.
Das kostet immens viel Kraft, sich immer wieder aufraffen, am Boden zerstört sein, und den Blick auf das eigene Leben zu richten.
Und der Friedhof 'ist nur was für Leute mit schlechtem Gewissen', sagte mein Vater mal.
Trauern kannst Du überall und wann Du willst, das entscheidest Du allein. Und das ist gut so.
Liebe Grüße

12.03.2019 12:50 • x 4 #30




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